Die Saurier sind tot, der «Jurassic Park» hat ausgedient - im Kino. Doch die sagenhaften Drachen leben wieder auf. Dank der Fantasy-Trilogie um den Drachenritter «Eragon». Der junge Christopher Paolini aus Montana landete 2003 mit seinem ersten Buch «Eragon - Das Vermächtnis der Drachenritter» einen Millionenseller, 2005 und 2006 folgten «Der Auftrag der Ältesten» beziehungsweise «Der Auftrag des Ältesten». Drehbuchautor Peter Buchman («Jurassic Park III») brachte das erste «Eragon»-Abenteuer in Kinoform und der Experte der Spezialeffekte, der Deutsch-Texaner Stefen Fangmeier führte den Regietaktstock. Er brachte Erfahrung von seiner Tätigkeit bei Industrial Light & Magic («Saving Private Ryan», «The Perfect Storm») mit und zauberte eine düstere, magische Welt zwischen Mordor und Phantàsien auf die Leinwand. Die Anleihen bei Orks, bei dunklen Magiern und Sauron, der treibenden Kraft des Bösen in Tolkiens «Lord of the Rings»-Welt, scheinen zumindest visuell unvermeidlich. Der erste Teil der Abenteuer um den Drachritter Eragon setzt den Fantasy-Trend von Literaturverfilmungen («Narnia») fort, ist technisch spektakulär, etwa was die Drachensturzflüge angeht, bietet aber grundsätzlich kaum Neues.
Dem unschuldiger Bauernbursche Eragon (Ed Speleers) fällt ein mysteriöser Stein in den Schoss, der sich als Ei entpuppt. Aus ihm schlüpft der Minidrachen Saphira. Der verbitterte Brom (Jeremy Irons), ein verdeckter Drachenritter ohne Drachen, wird Eragons Mentor und klärt ihn über seine Bestimmung auf. Er ist die letzte Hoffnung, der Retter, der das Land vom tyrannischen König Galbatorix (John Malkovich) befreien soll. Doch finstere Kräfte, etwa in Gestalt des Geister-Zauberers Durza (Robert Carlyle), wollen ihn bannen, vernichten.
Das Personal in diesem Fantasy-Schauwerk ist bekannt, die Konstellation zwischen Gut und Böse auch. Es geht auch um Fragen wie um Vertrauen und Solidarität, um die Liebe zum Drachen und zur Freiheit. Aber das 100-Millionen-Dollar-Ritterspektakel bleibt trotz modernster Hightech ein Fall für Schaulustige, die Drachen und Schwerter lieber haben als heisse Autos und Schiesseisen.