Der Räuber Hotzenplotz - Interview
| Land (Jahr): | Deutschland (2006) |
| Genre: | Children's |
| Filmlänge: | 94min |
| Regie: | Gernot Roll |
| Kinostart: | 30.03.2006 |
| Kamera: | Gernot Roll |
| Produktion: | Martin Burkert |
«Es gibt ja auch Brummer unter den Feen!»
Die lustige Blondine meinte, ihre Fee sehe aus wie eine Mischung aus Sibylle Rauch und Donatella Versace.
Cineman: Hallo Barbara, erzählen Sie etwas über Ihre Rolle, die Sie in «Der Räuber Hotzenplotz» spielen.
Schöneberger: Ich spiele die Fee Amaryllis, eine gute Fee, die ein bisschen zickig ist und gerne hilft, wenn ihre Hilfe gebraucht wird. Sie gerät manchmal selber in die eine oder andere verzwickte Lage, in der auch sie Hilfe braucht. Nur mit Zwackelmann kommt sie nicht so gut zurecht.
War es schwierig für Sie, sich in eine Fee zu verwandeln? Wie verlief diese Verwandlung?
Als ich meine Frisur zum ersten Mal machte und in den Spiegel gekuckt habe, kam es mir wie eine Mischung aus Sibylle Rauch und Donatella Versace vor. Es ist von allem ein bisschen etwas dabei. An eine Fee habe ich erstmals nicht gedacht, fand es aber schön. Was das Feenhafte anbelangt: Es ist schwierig aus mir eine Fee zu machen, aber es gibt ja auch Brummer unter den Feen.
Wie konnte Sie Regisseur Gernot Roll für das Drehbuch und den Film begeistern?
Als ich es gelesen habe, freute ich mich darüber, dass alles sehr harmlos ist, dass der Räuber ein guter Räuber ist und alles gut wird. Man kann es denen, die was Böses tun, nicht krumm nehmen. Es kommt zudem keiner zu Tode, es wird nicht geschossen und es ist alles sehr liebenswert. Ich finde es muss auch kein Handy oder Internet vorkommen und Kasperl oder Seppel müssen auch nicht Skateboard fahren - ich fände es total blöd, die Geschichte in die heutige Zeit zu übersetzen! Ich finde es genau richtig, so wie es ist. So muss ein Märchen aussehen. Es werden zwar Special Effects benutzt, aber eher wenig. Zum Beispiel kam richtiger Rauch raus, wo Rauch raus kommen musste. Dafür musste man es halt auch sieben Mal wiederholen, weil der Rauch vom Wind verweht wurde. Man könnte es auch im Nachhinein mit dem Computer machen - aber es wird in natura gemacht und so sieht es auch aus.
[Barbara Schöneberger wurde interviewt von Rialto, Abschrift Portmann Media]
«Kinder und Tiere sind sehr gefährliche Partner!»
Armin Rohde musste sich warm anziehen, damit ihn seine Co-Stars Kasperl und Seppel nicht an die Wand spielen.
Cineman: Hallo Armin, in der Familienkomödie «Der Räuber Hotzenplotz» spielen Sie die Hauptrolle des gefürchteten Räubers. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit mit Regisseur Gernot Roll?
Rohde: Wir kennen uns seit über 20 Jahren und da hat man ein gutes Vertrauensverhältnis zueinander entwickelt. Ich habe sogar zugesagt, noch bevor ich wusste, um welches Buch es sich handelte. Er hat mich angerufen und gesagt, er hätte ein Buch in der Hand, dessen Rechte er kaufen würde - sobald der Kauf geschehen wäre, sollte ich die Hauptrolle spielen. Ich wusste nicht, ob es nun «Krieg und Frieden» oder «Die Ermordung Caesars» ist - dann war es schliesslich «Der Räuber Hotzenplotz». Ich kannte das Buch nicht und war einer der wenigen, die das Buch als Kind nicht gelesen hatten. Als ich mir das Buch dann vorgenommen habe, merkte ich, dass unser Vertrauensverhältnis auf gutem und solidem Fundament steht.
Handelt es sich um einen speziell für Kinder gemachten Film?
Es wird ein Familienfilm, wo auch viele Kinder zuschauen werden. Kinder sind ein äusserst anspruchsvolles Publikum, dem man nichts vormachen kann - das weiss ich von meiner mehrjährigen Theatererfahrung mit Kindermärchen. Kinder kann man nicht verarschen, die wollen in baren Münzen bezahlt werden. Dass es für Kinder geeignet ist, bedeutet aber nicht, dass man irgendwelche Grimassen und solche Sachen macht - so blöd sind Kinder nicht. Die schauen sehr genau hin, ob da einer einfach eine Nummer abzieht oder auch was verschenken möchte.
Erzählen Sie etwas über die aufwändige Verwandlung in den Räuber Hotzenplotz.
Drei geschlagene Stunden sitze ich in der Maske und das heisst, dass ich um vier Uhr aufstehen muss, weil ich um fünf Uhr abgeholt werde. Dann sitze ich um sechs Uhr in der Maske: Ich kriege eine Nase, Augenbrauen, einen Bart ins Gesicht geklebt und schliesslich kommt noch die Perücke dazu. Nach drei Stunden sehe ich aus wie Hotzenplotz.
Kasperl und Seppel werden von den Jungschauspielern Martin Stührk und Manuel Steitz dargestellt. Wie geht die Zusammenarbeit mit den Jungs vor sich?
Die spüren, dass ich sie als Menschen und Kollegen ernst nehme. Ich sage nicht: «Das sind ja nur kleine Jungs, die mit mir spielen. Was wollen die überhaupt?!». Jeder erfahrene Schauspieler weiss, dass Kinder und auch Tiere durch ihre grosse Unmittelbarkeit und Unschuld sehr gefährliche Partner - um nicht zu sagen Gegner - vor der Kamera sind! Da muss ich mich warm anziehen, damit sie mir nicht die Show stehlen und mich an die Wand spielen! Sie sind klasse und richtige Helden für mich. Es ist schwer, was wir machen, und da halten sich die beiden königlich.
Worin sehen Sie Ihre Aufgabe als Schauspieler?
In erster Linie ist mein Auftrag als Schauspieler Leute gut zu unterhalten, ihnen 90 wunderbare Minuten zu bescheren, in denen sie lachen können, wie es bei diesem Film garantiert passieren wird. Wer noch mehr mit nach Hause nimmt, ist herzlich dazu eingeladen. Ich bringe keine Botschaft, sondern Unterhaltung, für die die bezahlen. Sie wollen etwas Gutes zu sehen bekommen und das werden sie auch!
[Rialto, Abschrift Portmann Media wurde interviewt von Der Räuber Hotzenplotz: Armin Rohde]
weitersagen

