Bobby - Interview
| Aka Titel: | Bobby - Der letzte Tag von Robert F. Kennedy |
| Land (Jahr): | USA (2006) |
| Genre: | Drama |
| Filmlänge: | 120min |
| Regie: | Emilio Estevez |
| Kinostart: | 15.03.2007 |
| 24.01.2007 (Romandie) | |
| Drehbuch: | Emilio Estevez |
Christian Slater:«Ich meine, wir wissen alle, dass die Politik überall ihren Schatten darüber wirft.»
Der Schauspieler sei auf der Bühne zuhause und meint, er hatte das Theater bereits im Blut.
Christian, es ist eine Freude, Sie zu treffen. Ich habe den Film gestern hier in Venedig gesehen und ich kann mir vorstellen, dass Sie momentan nirgends lieber wären als hier, denn Sie hatten einen grossartigen Empfang. Ist das richtig?
Es war unglaublich. Ich habe es sehr genossen, reinzukommen und alle wieder zu sehen. Es war toll. Zum Film: Es ist ja so, dass man eine gewisse Erwartung hat, wenn man hört, wie der Film in etwa sein wird. Es ist dann sehr schwer, den Erwartungen gerecht zu werden. Bei «Bobby» war das allerdings anders. Ich sass im Publikum wie ein ganz gewöhnlicher Kinobesucher und bewunderte die Performance der Darsteller auf der Leinwand. Ich war wirklich sehr beeindruckt.
Von was waren Sie den am meisten beeindruckt? Wie sich all die einzelnen Geschichten zu einem grossen Ganzen zusammenfügen? Also wie diese 20 Leute in eine wundervolle Geschichte eingebunden werden? Das muss ein Genuss gewesen sein auf dem Set.
Das war es wirklich. Es war einfach grossartig, man kam zur Arbeit und war die ganze Zeit von so vielen talentierten Leuten umgeben. So etwas ist aussergewöhnlich, einfach unglaublich. Ich war sehr beeindruckt von letzter Nacht und ich bin auch sehr stolz auf den Regisseur Emilio Estevez. Ich bewundere seine Arbeit sehr und finde es toll, wie er das alles zusammengefügt hat.
Für Sie muss es eine tolle Erfahrung gewesen sein, vor all diesem Publikum gestern Abend. Sie spielen ja viel Theater und die Atmosphäre war sehr ähnlich. Sehen Sie das auch so?
Ja, das war witzig. Man kam rein und sah all diese Leute... Es war mehr so, als würde man eine Show machen, als ins Kino zu gehen. Es war wirklich fast so, als würde man ins Theater gehen. Das war cool.
Etwa so wie im Theaterstück «Cook Cook»?
Ja, das ist richtig. Das habe ich einige Male gespielt. Ich liebe es, das zu tun. Und ich möchte so viel wie möglich in London machen, weil ich es liebe, dort auf der Bühne zu stehen. Da fühle ich mich zu Hause und einfach wohl.
Es ist unglaublich, wie jemand in seiner Karriere plötzlich etwas findet, das ihn in Schwung hält. Wie lief das bei Ihnen?
Nun, ich bin mit dem Theater aufgewachsen, das habe ich einfach im Blut und es ist mein Hintergrund. Ich ging schon mit meinem Vater zum Theater als ich erst fünf Jahre alt war. Die Leute und das Material, mit dem ich damals schon gearbeitet hatte, waren toll. Und wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, entdeckt man immer wieder neue Sachen und Wege, wie man etwas machen kann. Es verändert sich ständig. Auch das Publikum ist jeden Abend ein anderes. Das Theater ist viel mehr das Fach der Schauspieler, als das der Regisseure. Da bist nur du und das Publikum und das wars. Das sind die Elemente, die ich mag.
Filme wie «Bobby», die zwar eine politische Botschaft haben, aber nie herablassend wirken, sondern sehr auf die Allgemeinheit zugeschnitten sind, sind zur Zeit sehr wichtig. Jetzt, da alle politischen Themen so eng miteinander verbunden sind. Sind Sie damit einverstanden?
Ja, natürlich. Bei diesem Film hatte ich überhaupt nicht das Gefühl, von oben herab zu sprechen. Ich meine, wir wissen alle, dass die Politik überall ihren Schatten darüber wirft. Ich finde, der Film erinnert uns einfach daran, dass wir aus der Vergangenheit etwas lernen und nicht alles immer wiederholen sollten. Das finde ich den relevantesten Punkt.
Es war auch eine sehr wichtige Periode in der Geschichte, nicht wahr?
Ja, auf jeden Fall. Es war grossartig und sehr dynamisch. Vor allem als im Film Sharon Stone ihren ersten Auftritt hatte. Dieser Moment vereint für mich sehr viel von dem, was die damalige Zeit ausmachte.
Haben Sie einen Lieblingsplatz in Venedig?
Nun, habe ich Lieblingsplätze in Venedig?! Das Hotel Cippiagni ist sicher grossartig. Man kann dort einfach rumlaufen und die Einfahrten zu den Kanälen nehmen, das ist phänomenal. Und den grossen Platz mag ich natürlich auch.
Sie sagten, dass Sie London sehr mögen. Wie sehr orientieren Sie sich in Ihrer Karriere daran?
Nun, die letzten paar Jahre konnte ich meinen Terminkalender zum Glück immer so planen, dass ich ab und zu wieder nach London gehen konnte. Es läuft also wirklich gut zur Zeit.
[Christian Slater wurde interviewt von Portmann Media]
Lindsay Lohan: «Ich wusste nicht, dass Sharon Stone im Film mitspielen und dass ich derart intime Szenen mit ihr haben würde.»
Die 20-jährige Sängerin und Schauspielerin über Mode, Erwachsen werden, Papparazzi und Sharon Stone.
Lindsay, es ist wie immer eine Freude, Sie zu sehen. Sie stehen für die Seele des Films, denn die beiden Mädchen glauben an das, wofür sie stehen und stehen dafür, woran sie glauben. Sind Sie damit einverstanden?
Es ist angenehm, eine Rolle zu spielen, die eine Botschaft vermittelt, und die wirklich an ihre Überzeugungen glaubt. Meine Figur ist ausserdem gerade daran, eine Frau zu werden. Und sie lernt, wie sie für ihre Rechte einzustehen hat, und was auf der Welt vor sich geht. Ich sehe mich auch persönlich zurzeit mit ähnlichen Dingen konfrontiert
Es ist wundervoll, Sie in einem Ensemble zu sehen. Vor allem wenn man sieht, wie jung Sie sind und trotzdem nicht eingeschüchtert vor all diesen gestandenen Schauspielern. Das war aber bestimmt ein tolles Erlebnis?
Ich wusste nicht, dass Sharon Stone im Film mitspielen und dass ich derart intime Szenen mit ihr haben würde. Zwei Tage zuvor habe ich Basic Instinct gesehen. Und als ich sie traf kam es einfach aus mir raus; ich sagte zu ihr: Ich habe das Gefühl, dich sehr gut zu kennen, denn ich hab mir erst gerade Basic Instinct angeschaut und habe buchstäblich alles von dir gesehen. Und gleich von da an hatten wir es super miteinander. Wir haben auch viel gemeinsam. Ich habe ja in einem Film über den Mord an John Lennon mitgemacht und Sharon ist ein grosser John Lennon-Fan. Sie zeigt auch sehr viel Initiative und ähnelt meiner Filmfigur in dieser Beziehung sehr stark. Im Film spielt sie allerdings das genaue Gegenteil und ist mit meiner Figur nicht wirklich einverstanden.
In Ihrer Karriere läuft immer etwas. Wie sehr haben Sie das Singen genossen? Wollen Sie sich einfach verschiedenste Fertigkeiten aneignen?
Ja, ich lerne, alles etwas ausbalancierter zu halten und besser zu managen. Es gibt so viele Dinge, die ich tun, oder Orte wo ich hingehen will. Jetzt nehme ich mir einfach Zeit für mich, denn ich arbeite zu viel. Ich habe nur vier Tage freigenommen und es kam mir vor wie ein ganzer Monat. Aber wenn ich nicht arbeite, weiss ich nicht, was ich tun soll. Ich glaube, das ist ein Lernprozess, den ich durchmachen muss. Ich werde dann auch herausfinden, wo ich meine Schwerpunkte als Schauspielerin, Musikerin und generell als Künstlerin setzen werde.
Haben Sie gelernt, mit all den Gerüchten, die Promi-Dasein mit sich bringen, einen philosophischen Umgang zu finden. Oder gibt es einen Weg, das alles höflich zu ignorieren?
Ich ignoriere höflich. Ich bin aber auch sehr streng, wie meine Figur im Film. Ich äussere mich, wenn mir etwas nicht passt und setze alles ein, was ich habe. Wenn ich an etwas nicht glauben kann, dann sage ich das. Ich mag es nicht, nur der Höflichkeit halber zu lügen. Meine Schwester - sie ist 12 und wird bald 13 - liest all diese Zeitschriften und sagt mir immer, was in meinem «Leben» so abgeht. Ich glaube aber, alles zu ignorieren, ist viel besser. Man kann nie zufrieden sein, wenn man immer versucht, nur so zu sein, wie andere einen haben wollen.
Meine letzte Frage: Sie sind in letzter Zeit eine feste Modegrösse geworden. Wie viel Zeit verbringen Sie vor dem Spiegel, bevor Sie auf den roten Teppich treten?
Nun, ich liebe Mode einfach und finde, dass es in meinen Rollen immer eine grosse Rolle spielt. Julie Weisz, sie hat bei «Bobby» mit mir zusammengearbeitet ist eine tolle Kostümdesignerin. Sie hat mir sehr viel über Frauen in dieser Ära erzählt. Sie wollte mich dazu bringen, dass ich Panties trage (lacht). Sie hat auch sehr auf meine Postur geachtet. Kleider tragen sehr viel dazu bei, dass man sich wie die Person fühlt, die man spielt. So wie ich gekleidet und frisiert wurde, macht das schon sehr viel aus. In meinem wirklichen Leben hat es schon auch einen grossen Stellenwert. Ich liebe Karl Lagerfeld (lacht).
[Lindsay Lohan wurde interviewt von Portmann Media]
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