7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug - Interview
| Land (Jahr): | Deutschland (2006) |
| Genre: | Comedy |
| Regie: | Sven Unterwaldt Jr. |
| Kinostart: | 26.10.2006 |
| Produktion: | Otto Waalkes |
| Verleih: | UIP |
| Prod-firma: | Universal Pictures Germany |
Otto Waalkes
Waalkes findet Cosma Shiva Hagen das schönste Schneewittchen überhaupt. Nina Hagen dagegen, die schlimmste Schwiegermutter aller Zeiten.
Otto Waalkes, wieso haben Sie einen zweiten Teil von «7 Zwerge» gemacht?
Das war eine Auftragsproduktion. Und zwar vom Publikum. Beim ersten Teil war ich mit meinen Zwergen viel auf Reisen. Wir waren in Zürich, in Wien, in Hamburg und vielen anderen Städten. Überall haben uns die Leute nach dem zweiten Teil gefragt, was natürlich einer grossen Motivationsspritze gleich war. Natürlich hat uns auch der grosse Erfolg des ersten Teils gepuscht und wir haben uns Gedanken darüber gemacht, was die Zwerge für neue Abenteuer bestehen könnten. Vielleicht kann man auch eine Trilogie daraus machen. Bei «Lord of the Rings» hat es ja auch funktioniert (lacht). Ein dritter Teil würde dann aber nur aus reiner Spielfreude entstehen.
Wären denn schon Ideen vorhanden für einen dritten Teil?
Ja klar, Ideen gibt es immer. Wir mussten ja den aktuellen Film schon um 40 Minuten kürzen. Es sind so wahnsinnig viele Sachen entstanden mit diesen Comedyans und ihren Improvisationen. Die haben nicht einmal in den Drehpausen damit aufgehört und wir liessen deshalb immer die Kamera mitlaufen. Da sind wunderschöne Sachen dabei, die wir leider rausschneiden mussten. In der Fernsehfassung werden die dann aber zu sehen sein.
Was war im Bezug auf die Dreharbeiten der grösste Unterschied zum ersten Teil?
Die Disziplin, die Begeisterung und das Engagement jedes einzelnen Teilnehmers. Beim ersten Teil gab es noch viel Skepsis. Besonders von Nina Hagen als böse Hexe. Ich habe immer gedacht, ich sei wahnsinnig, aber Nina ist noch wahnsinniger als ich (lacht). Aber im Ernst, auch das Grundvertrauen ist stärker geworden und deswegen auch die Bereitwilligkeit der einzelnen Künstler. Wir konnten viel besser auf ihre individuellen Stärken eingehen.
Welches war die grösste Herausforderung bei den Dreharbeiten?
Die grösste Herausforderung war, bei den schlimmsten Wetterverhältnissen schönes Wetter zu simulieren. Für mich war das ganz klar die Szene, wo Uli Dietrich den Pinocchio spielt. Ich konnte da fast nicht mithalten. Er ist unglaublich textfest und ich bin fast wahnsinnig geworden (lacht).
Wie haben Sie das Verhältnis von Mutter Nina Hagen und Tochter Cosma Shiva am Set erlebt?
Das war wunderbar, die beiden verstehen sich sensationell. Es ist ein tolles Paar. Dass Mutter und Tochter beide in diesem Film mitmachen, ist ein grosses Kompliment. Cosma Shiva Hagen ist für mich das schönste Schneewittchen der Welt und Nina Hagen die schlimmste Schwiegermutter aller Zeiten (lacht).
Welche Schwelle in Sachen Einnahmen und Besucherzahlen müsste überschritten werden, damit es einen dritten Teil geben würde?
Keine Ahnung... Wenn ein reiches Interesse vorliegt, dann bestimmt. Ich gehe da nicht nach Zahlen, das ist mir egal. Wenn ich merke, dass die Begeisterung da ist und die Leute das sehen wollen, dann setzen wir das Ding fort, dann machen wir die ganze Reihe voll. Vielleicht auch sieben Filme. «7 Zwerge am Nordpol», «7 Zwerge am Südpol», «7 Zwerge in Zürich», «7 Zwerge in Bayern», «7 Zwerge in Hamburg», ich weiss nicht, vielleicht auch «7 Zwerge als Piraten». Es ist ja alles möglich. Oder «Die Rache des Rumpelstilzchens». Sie lässt ja viel zu, diese Erzählform.
«Shrek» ist ja auch ein Märchenfilm. Haben Sie den gesehen?
Ja selbstverständlich. Ich bin ein Fan von «Shrek» und habe beide Teile gesehen und bin begeistert. Das studiert man ja auch. Es ist einfach unglaublich. Die ganzen musikalischen Elemente und die Adaption von anderen Märchen... In 3D natürlich. Das ist auch ein grosser Traum, die sieben Zwerge vielleicht mal in 3D abzubilden so im Stil von «Ice Age», das könnte vielleicht auch funktionieren. Das ist eine gute Idee. Danke, dass du mich darauf gebracht hast.
Früher waren Sie ja mehr der Einzelkämpfer. Wie kam es zu dieser Wandlung, dass Sie jetzt plötzlich ein solches Ensemble von Stars vereint haben?
Eigentlich bin ich immer noch Solist. Ich reise sehr viel und bin auf Tournee. In Zürich bin ich auch schon oft aufgetreten. Ich bin also immer noch Solokünstler. Aber das ist einfach eine Bereicherung, wenn die Sender all diese neuen Comedians hervorbringen und die wirklich gut sind, dann bin ich froh, dass ich keine Laiendarsteller nehmen muss, sonder wirklich gute Kräfte, mit denen ich zusammenarbeiten und mich austauschen kann. Das war schon ein Grund. Es ist ja alles sehr bereichernd. Wenn es dem Projekt hilft und der Komik dient, ist jeder wichtig.
[Otto Waalkes wurde interviewt von Portmann Media]
Cosma Shiva Hagen
Die hübsche Schauspielerin fühlte sich am Set unter all den vielen durchgeknallten Männern irre cool. Sozusagen wie das Girl in einer Boygroup.
Cosma Shiva, kannst du mir etwas über den zweiten Zwergenfilm und insbesondere über deine Rolle, das Schneewittchen, erzählen?
Tja, also das Schneewittchen ist jetzt im zweiten Teil meiner Meinung nach eher Dekoration und der Teil, der immer wieder daran erinnert, dass es im Film auch um etwas ging, nämlich die Rettung des Kindes (lacht). Und über den Film... Ich glaube, der bietet mehr Überraschungen als der erste.
Wie war es für dich als beinahe einzige Frau inmitten von diesem Haufen von durchgeknallten Männern?
Na ja, wir hatten ja noch Maskenbilderinnen und Kostümfrauen. Es war ja nicht so, dass ich die einzige Frau auf dem Set war. Aber man fühlt sich schon ganz cool. So wie das Mädel in einer Boygroup sozusagen.
Hast du einen Lieblingszwerg?
Ja, ich glaube das ist Cloudy. Durchgehend so pessimistisch und schlecht gelaunt zu sein, das hat schon irgendwie was. Ich glaube, das wäre eigentlich auch der perfekte Partner für Schneewittchen. Die würden sich sehr gut ergänzen, weil sie eben sehr gutgläubig ist.
Welches waren die schwierigsten Szenen für dich?
Ich hatte nur drei oder vier Szenen in dem Film. Also alle (lacht). Ich weiss auch nicht, beim ersten Teil ist es mir irgendwie viel leichter gefallen. Das war vielleicht, weil die Rolle einfach ein bisschen grösser war. Diesmal habe ich mir schon ganz schön einen abgestrampelt. Aber eine besonders schwierige Szene, welche die übrigen Übertrifft gab es eigentlich nicht.
Wärst du in einem allfälligen dritten Teil auch wieder dabei?
Also wenn das Schneewittchen dabei ist, muss ich wahrscheinlich. Denn ich fände es komisch, wenn das jemand anders machen würde.
Hast du schon eine Idee, wie sich die Figur des Schneewittchen weiterentwickeln könnte?
Ja, sie wird natürlich zum Biest (lacht). Weil sie vom Leben gezeichnet ist. Weil der Mann weg ist... Und das Kind dann wahrscheinlich auch.
Würde das dann auch eher deiner privaten Persönlichkeit entsprechen?
(lacht) Nein, eigentlich nicht. Aber ich kann schon auch biestig sein, so ist es nicht.
Wie war das Verhältnis zu deiner Mutter am Set?
Ich habe Nina Hagen dort nicht gesehen. Nur beim ersten Teil.
Hat es dich dort nicht genervt, wenn sie dir vielleicht irgendwelche Tipps geben wollte?
Nun, sie gibt mir ja gar keine Tipps. Meine Mutter ist ja Sängerin und Künstlerin und Paradiesvogel. Sie ist sozusagen beim ersten Teil in meine Welt gekommen. Sie hat zwar früher mit meiner Grossmutter auch geschauspielert, aber sie ist keine gelernte Schauspielerin oder jemand, der das seit zehn Jahren macht. Da war es für mich schon total faszinierend zu sehen, dass sie wo andere üben müssen, das ohne etwas vorzubereiten, das einfach so locker hinschüttelt und die Texte auch nicht richtig lernt, aber trotzdem etwas Grossartiges daraus macht. Das war für mich schon toll, so etwas zu sehen.
Welches sind deine kommenden Projekte? Hast schon konkrete Pläne?
Nun, ich mache jetzt einen Film für das ZDF von Lars Becker mit Heike Makatsch, Rhode, Duken, Ulm und Ochsenknecht. Ich glaube, das wird eine ganz nette Sache. Ansonsten habe ich aber keine grossen Pläne. Es kommt jetzt noch ein Film raus im Februar. Eine andere Komödie namens «Die Aufschneider». Und ansonsten... Einfach private, freie Zeit ist immer am schönsten.
[Cosma Shiva Hagen wurde interviewt von Portmann Media]
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