V for Vendetta - Interview
| Aka Titel: | V wie Vendetta |
| Land (Jahr): | Deutschland, USA (2005) |
| Genre: | Action, Drama, Sci-Fi, Thriller |
| Filmlänge: | 132min |
| Regie: | James McTeigue |
| Kinostart: | 16.03.2006 |
| 19.04.2006 (Romandie) | |
| Kamera: | Adrian Biddle |
«Je mehr ich mit ihm verbunden war, desto mehr begann er zu leben.»
Als Mann hinter der Maske zettelt er eine Revolution an - im Interview spricht er über die Hintergründe dieser Charakterrolle.
Cineman: Hallo Hugo, Sie sind V - über den alle sprechen - hinter der Maske.
Weaving: Das weiss man nicht wirklich.
Hätte ich das jetzt nicht verraten dürfen?
Natürlich durften Sie das. (lacht)
Es ist sehr beeindruckend, wie Sie mit Ihrer Darstellung diesem Maskierten eine Seele einhauchen - durch Ihre Körpersprache und Ihre genauen Kenntnisse über diese Rolle. War dies schwierig?
Ja, es war schwierig und herausfordernd, doch genau diese Herausforderung reizte mich. Ich fand es interessant, wie man die Figur darstellen könnte. Er spricht sehr viel, trägt jedoch eine fixe Maske, die sich nicht bewegt und es ändert sich nichts an der Mimik. Er redet ständig. Normalerweise kommt eine maskierte Figur vor oder eine Figur, die viel redet. Beides gleichzeitig ist etwas sehr Ungewöhnliches in Filmen - das war für mich eine Herausforderung. Ich machte mir Gedanken darüber, wie man das umsetzten könnte, und wir probierten verschiedene Möglichkeiten aus. Schliesslich funktionierte es, weil ich immer mehr mit ihm zu tun hatte. Ich merkte, dass er ein Mann war, der sich viele Gedanken macht und auch darüber spricht. Das ist für ihn das Wichtigste. Je mehr ich mit ihm verbunden war, desto mehr begann er zu leben.
Diese Charakterrolle besitzt einen schwerwiegenden Hintergrund. Sowohl der Film als auch die Rolle beschäftigt sich stark mit der politischen Vergangenheit. War es für Sie auch deshalb interessant?
Klar, auf jeden Fall. Für mich als Schauspieler? Ich interessiere mich schon lange für Guy Fawkes und habe in diesem Zusammenhang viel über Geschichte gelesen. Ich las Bücher von Antonia Fraser während den Arbeiten zu «Matrix» - Larry Wachowski las sie auch gerade, weil er am Drehbuch für den jetzigen Film arbeitete. V hat gute Geschichtskenntnisse und ist eine geprägte Person. Er will die Gesellschaft verändern und ist eine sehr komplexe Charakterfigur.
[Hugo Weaving wurde interviewt von Portmann Media]
«Es kann grossartig sein, wenn ein Film politisch ist!»
Für «V for Vendetta» liess sich die Schauspielerin eine Glatze schneiden. Im Interview erklärt sie, warum sie eine besondere Sensibilität für ihre Rolle als Evey besitzt.
Cineman: «V For Vendetta» ist ein spezielles Filmprojekt. John [Hurt, Anm.d.Red.] betonte, dass es dafür eine Frau wie sie brauchen würde - mit ihrem Hintergrund und ihrem Interesse für Kultur, Geschichte sowie Politik - um die Rolle zu verstehen. Geben Ihnen diese Eigenschaften einen besseren Zugang zur Rolle?
Portmann: Mit meiner israelischen Herkunft und der ständigen Konfrontation mit Terrorismus und Gewalt mache ich mir über vieles Gedanken - das macht mich sehr empfindsam. Ich habe viele Meinungen über die Dinge und ändere diese auch immer wieder. Das hilft einem sicher, bei der Arbeit an einem Film, weil man auf diese Weise nicht einfach das Publikum belehrt, sondern sagt: «Das ist eine Frage, die ich mir stelle. Ich werfe sie euch zu und frage, was ihr darüber denkt.». Es handelt sich um einen unterhaltsamen Film, aber auch einen Film, der zum Denken anregt.
Cineman: Der Film besagt, dass man die Dinge von verschieden Seiten her betrachten sollte und nicht alles einfach schwarz oder weiss, sondern viel komplexer ist. Das hat Ihnen bestimmt gefallen.
Portmann: Auf jeden Fall. Es ist sehr selten, dass in einem grossen Hollywood-Film der Held zwar wirklich ein Held ist, auf dessen Seite man steht, dann aber doch plötzlich schlechte Seiten zeigt. Manchmal findet man sein Handeln nicht richtig. Ich habe soeben Bücher von Orhan Pamuk, einem türkischen Autor von Novellen, gelesen. In einem Teil spricht er über Menschen, die unterdrückt werden und berechtigt sind, gegen diese unterdrückende Macht vorzugehen - deshalb ist aber noch lange nicht jede Handlungsart erlaubt. Es bedeutet nicht, das Unterdrückte immer das Richtige tun. Das Ganze ist ziemlich kompliziert und der Film behandelt die Thematik auch dementsprechend.
Cineman: In diesen Zeiten ist sicher alles schwieriger - Finden Sie, dass Kinofilme mit einem politische Hintergrund interessanter sind und einen mehr hinein ziehen?
Portmann: Es sieht vielleicht so aus, dass in dieser Zeit die Dinge so vor sich gehen. Wenn dieser Film aber vor sechzig Jahren erschienen wäre, hätten die Leute gedacht, es gehe um das Nazi-Deutschland. Die Geschichte wiederholt sich immer wieder - und natürlich sind politische Filme interessant - es gibt derzeit ja auch einige davon. Ich finde aber auch, dass Kunst, die nicht politisiert, wundervoll sein kann. Ich denke da an Filme aus Iran, China und Alt-Russland, wo Zensur herrscht, man nicht über politische Angelegenheit sprechen darf und trotzdem wunderschöne Filme produziert werden. Ich denke beides ist grossartig. Kunst muss nicht politisch sein! Es kann aber grossartig sein, wenn ein Film politisch ist.
[Natalie Portman wurde interviewt von Portmann Media]
weitersagen


