V for Vendetta
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Interview

«Es kann grossartig sein, wenn ein Film politisch ist!»

Für «V for Vendetta» liess sich die Schauspielerin eine Glatze schneiden. Im Interview erklärt sie, warum sie eine besondere Sensibilität für ihre Rolle als Evey besitzt.

Cineman: «V For Vendetta» ist ein spezielles Filmprojekt. John [Hurt, Anm.d.Red.] betonte, dass es dafür eine Frau wie sie brauchen würde - mit ihrem Hintergrund und ihrem Interesse für Kultur, Geschichte sowie Politik - um die Rolle zu verstehen. Geben Ihnen diese Eigenschaften einen besseren Zugang zur Rolle?
Portmann: Mit meiner israelischen Herkunft und der ständigen Konfrontation mit Terrorismus und Gewalt mache ich mir über vieles Gedanken - das macht mich sehr empfindsam. Ich habe viele Meinungen über die Dinge und ändere diese auch immer wieder. Das hilft einem sicher, bei der Arbeit an einem Film, weil man auf diese Weise nicht einfach das Publikum belehrt, sondern sagt: «Das ist eine Frage, die ich mir stelle. Ich werfe sie euch zu und frage, was ihr darüber denkt.». Es handelt sich um einen unterhaltsamen Film, aber auch einen Film, der zum Denken anregt.

Cineman: Der Film besagt, dass man die Dinge von verschieden Seiten her betrachten sollte und nicht alles einfach schwarz oder weiss, sondern viel komplexer ist. Das hat Ihnen bestimmt gefallen.
Portmann: Auf jeden Fall. Es ist sehr selten, dass in einem grossen Hollywood-Film der Held zwar wirklich ein Held ist, auf dessen Seite man steht, dann aber doch plötzlich schlechte Seiten zeigt. Manchmal findet man sein Handeln nicht richtig. Ich habe soeben Bücher von Orhan Pamuk, einem türkischen Autor von Novellen, gelesen. In einem Teil spricht er über Menschen, die unterdrückt werden und berechtigt sind, gegen diese unterdrückende Macht vorzugehen - deshalb ist aber noch lange nicht jede Handlungsart erlaubt. Es bedeutet nicht, das Unterdrückte immer das Richtige tun. Das Ganze ist ziemlich kompliziert und der Film behandelt die Thematik auch dementsprechend.

Cineman: In diesen Zeiten ist sicher alles schwieriger - Finden Sie, dass Kinofilme mit einem politische Hintergrund interessanter sind und einen mehr hinein ziehen?
Portmann: Es sieht vielleicht so aus, dass in dieser Zeit die Dinge so vor sich gehen. Wenn dieser Film aber vor sechzig Jahren erschienen wäre, hätten die Leute gedacht, es gehe um das Nazi-Deutschland. Die Geschichte wiederholt sich immer wieder - und natürlich sind politische Filme interessant - es gibt derzeit ja auch einige davon. Ich finde aber auch, dass Kunst, die nicht politisiert, wundervoll sein kann. Ich denke da an Filme aus Iran, China und Alt-Russland, wo Zensur herrscht, man nicht über politische Angelegenheit sprechen darf und trotzdem wunderschöne Filme produziert werden. Ich denke beides ist grossartig. Kunst muss nicht politisch sein! Es kann aber grossartig sein, wenn ein Film politisch ist.

Die Fragen stellte Portmann Media

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