Zwölf Jahre Knast wegen sexuellem Missbrauch von Kindern hat Walter (Kevin Bacon) auf dem Buckel, als er wieder in die Freiheit entlassen wird. Fest entschlossen, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen und ein normales, unauffälliges Leben zu führen, findet er einen Job in einem Sägewerk. Doch leicht macht man es ihm dort nicht. Unverholen zeigen die Kollegen, was sie von Pädophilen halten. Walter einziger Trost ist die attraktive Staplerfahrerin Vickie (Kyra Sedgwick). Sie hilft ihm nach und nach, sich auf eine normale Beziehung einzulassen.
Dennoch steht Walter unter grossem Druck, sei es wegen dem Misstrauen von Walters Kollegen oder wegen dem zynischen Sergeant Lucas (Mos Def), der davon ausgeht, dass Walter sowieso eines Tages rückfällig wird. Zu diesen Nöten kommt Walters Angst vor seinen eigenen Gefühlen, als er eines Tages ein Mädchen in einem Wald kennen lernt.
Ein Film über Pädophilie könnte schnell in diverse Klischees abdriften. Doch «The Woodsman», adaptiert nach dem gleichnamigen Theaterstück von Steven Fechter, meistert den Gang auf dem schmalen Grad zwischen Verteufelung und Verharmlosung mit Bravour. Nicole Kassell verzichtet in ihrem Regiedebüt erfreulicherweise auf allzu einfache Antworten, sondern versucht, hinter dem Schreckensbild eines Sexualtäters ein menschliches Wesen zu zeigen, das gegen die Folgen seiner eigenen Krankheit kämpft.
Einen solchen Täter als Sympathiefigur eines Films zu zeigen, ist kein einfaches Vorhaben. Dennoch gelingt dies durch einerseits ganz simple erzählerische Tricks (dem mit sich selbst hadernden Walter wird ein weiterer, jedoch uneinsichtiger Pädophiler gegenübergestellt), andererseits aber besonders durch das eindrückliche Spiel von Kevin Bacon («Mystic River»).
Der US-Schauspieler, der in seiner Karriere immer wieder zwischen anspruchsvollen Charakterrollen und der Darstellung eher simpler Bösewichte hin und her pendelte, ist mit seiner subtilen Darstellung von Walter wohl am meisten für das Gelingen von «The Woodsman» verantwortlich. An Bacons Seite bietet seine Gattin Kyra Sedgwick als Vickie eine solide Leistung. Auch der Hip Hop-Musiker Mos Def bewährt sich ein weiteres Mal als ernstzunehmender Schauspieler, der Sergeant Lucas fern von den gängigen Klischees des Bad Cop darstellen kann.
Alles in allem erweist sich «The Woodsman» dank hervorragenden Schauspielern, dem subtilen Script und der behutsamen Regie trotz seiner schwierigen Thematik als mehr als ansehnlich.
eindrücklich. ein riskantes unterfangen die thematik über pädophilie anzugehen. der film nährt sich aber ganz klar hauptsächlich von kevin bacon, welcher einmal mehr überzeugt. einfach herausragend. ...
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