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Martin Freeman über THE HITCHHIKER'S GUIDE TO THE GALAXY

«Die Verfilmung wurde erst jetzt umgesetzt, weil wir nun die nötige Technologie zur Verfügung haben, um die Ideen von Douglas zu verwirklichen. Ich glaube, die Welt ist jetzt bereit, den Film zu sehen»

CINEMAN: Hallo Martin, es freut mich sehr, Sie für HITCHHIKER'S GUIDE TO THE GALAXY zu treffen. Es handelt sich bei der Verfilmung um ein grosses Projekt, welches von den Fans sehnlichst erwartet wird. Kann man sagen, dass es thematisch noch zeitgemäss ist?
FREEMAN: Ja, ich denke, über die letzten 20 Jahre ist es stark gewachsen und es wurde immer bekannter. Hier in England wird es immer populärer. Die Verfilmung wurde erst jetzt umgesetzt, weil wir nun die nötige Technologie zur Verfügung haben, um die Ideen von Douglas zu verwirklichen. Ich glaube, die Welt ist jetzt bereit, den Film zu sehen - nach einer langen Wartezeit. Ich hoffe, wir haben sie nicht enttäuscht.

Ich denke, Arthur ist - nicht im Buch sondern im Film - ein reizender und spontaner Charakter. Deshalb ist er beim Publikum auch so beliebt. Jeder sieht sich selber ein wenig in ihm, gerade wegen seinem inneren Kern.
Ja, das denke ich auch. Die Leute konzentrieren sich nämlich auf die spezifisch englische Eigenart. Natürlich ist er sehr englisch, weil ich ja Engländer bin. Wenn ihn ein Argentinier oder sonst irgendjemand gespielt hätte, dann wäre es anders gewesen. In Wirklichkeit geht es aber um den Fakt, dass er ein Mensch ist. Er ist der Letzte von uns, der letzte Überlebende. Egal, woher er kommt und welcher Nationalität er angehört, wir sollten hinter ihm stehen. Er ist jemand, der uns am Herzen liegt und uns im ersten Teil des Filmes in den Weltraum führt. Dann tauchen natürlich noch viele andere Figuren auf - aber Arthur ermöglicht uns den Einstieg und das Eintauchen in die Geschichte.

Ich habe schon oft gehört, dass wenn man Sci-Fi-Bücher tiefgründiger liest, man metaphorisch eine Reise in die Gedanken des Autors macht - ähnlich einem Ausflug ins Weltall. Das ist hier sehr zutreffend, weil Douglas diese Phantasien - in den Weltraum zu reisen - brauchte, um dem Alltag zu entfliehen. Was meinen Sie dazu?
Er hatte auf jeden Fall ein grosses Vorstellungsvermögen und eine - vielleicht kindliche - Art, sich nicht selber zu zensurieren. Er hatte einige lächerliche Ideen, blöde, doofe und absurde Ideen, die er nicht zurückgehalten hat. Er hat sie im Buch festgehalten und sie sind immer noch darin enthalten. Er hat einen Hang zum Absurden, wie es nur ein Intellektueller haben kann, wissen Sie was ich meine? Sie sind mit etwas Philosophie, Sozial- und Polit-Satire durchzogen. Es ist nicht schwere Kost oder herablassend - aber es ist da, wenn man es genauer betrachtet.

Er war der damaligen Zeit ziemlich voraus und THE HITCHHIKER'S ist eine Art Palm Pilot. Ist es nicht spannend, wie all dies in den 80er Jahren ein grosses Thema war und heutzutage wirklich umgesetzt wird?
Natürlich, ich bin ganz dieser Meinung. THE HITCHHIKER'S war eine Art Führer, wie das Internet. Und wenn man - wie Sie sagten «Palm Pilot» - irgendetwas über irgend ein Thema erfahren will, nimmt man diese kleine Datenbank zur Hand. Natürlich findet man im Internet nicht alles über das Universum, aber es hat sicher Ähnlichkeiten. Douglas war ein sehr grosser Computer-Fan, Internet-Fan und viele HITCHHIKER'S-Fans sind Webdesigners. Es gibt viele Überschneidungen mit dem Publikum. Leute, die dieses Buch mögen, mögen meistens in gewisser Weise auch Technologie. Ich mag Technologie nicht besonders, mir gefallen vor allem die menschlichen Aspekte der Geschichte - dazu habe ich einen Bezug. Wir alle fühlten uns schon wie ein Alien und waren Situationen ausgesetzt, in denen wir einer Person sagen wollten, dass wir eine Schwäche für sie hatten und schafften es nicht. Situationen, in denen wir uns durchlöchert fühlten. Und dann die ganze Bürokratie - in England erlebt man dies oft, dort gibt es eine bürokratische Mauer, die man nicht durchbrechen kann. Auch diese Dinge sind ein wichtiger Bestandteil. Ich meine, ich habe keine Ahnung, wie man einen Computer um den Mars schickt. Es ist darin auch sehr viel Menschliches enthalten.

Der Humor verleiht dem Film das gewisse Etwas. Vielleicht gerade deshalb, weil Sie alle ein unterschiedliches Timing betreffend Humor besitzen. Wie wurde dies zusammengeführt, damit es auch schauspielerisch für alle interessant blieb?
Ich denke, es war vor allem der schauspielerische Teil, der uns interessierte. Beim Casting wurde gute Arbeit geleistet. Wir sind alles sehr unterschiedliche Schauspieler. Natürlich liegt es dann am Herausgeber, eine Auswahl zu treffen. Die Umsetzung selber war für alle sehr angenehm. Einige von uns mögen Laurel and Hardy und andere von uns mögen Steve Martin, einige haben mehr körperliche Ansätze, andere mehr geistige Ansätze. Die Umsetzung machte sehr viel Spass - wir haben uns in der Mitte getroffen und dabei viel gelacht.

Wie einfach ist es, sich alles vorstellen zu müssen, was später eingefügt wird?
Es war einfach, weil ich den Hauptteil dieser Art gemeinsam mit Bill hatte, der Slatibartfast spielt. Ich hatte hauptsächlich diese Szene vor dem Bluescreen. Wir mussten uns alles vorstellen. Und ich hatte Bill sozusagen neben mir. Ich hätte es mit keinem besser machen können als mit ihm - er ist ein brillanter Schauspieler und ein grossartiger Mann. Es ist viel einfacher, als wenn man sich alles alleine vorstellen muss. So kann man wenigstens die Szenen spielen und spricht miteinander. Natürlich, man kann die Steine, den Wald und den Ozean nicht sehen, aber man konnte Bill sehen und wir konnten miteinander sprechen. Ich glaube, es ist nicht etwas, was mir zusagt, Woche über Woche vor dem Bluescreen zu stehen. Deswegen wurde ich nicht Schauspieler - ich wurde Schauspieler, um mit anderen Leuten zu schauspielern. Wir hatten in HITCHHIKER'S nicht allzu viele solche Szenen. Mir gefiel es, dass wir mit Puppen und Handpuppen arbeiteten - es gab auch Monster und Roboter, die in Form von Requisiten da waren.

[Martin Freeman wurde interviewt von Raya Abi Rached]

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