| Aka Titel: | Die Chroniken von Narnia |
| Land (Jahr): | USA (2005) |
| Genre: | Action, Adventure, Drama, Fantasy |
| Filmlänge: | 125min |
| Regie: | Andrew Adamson |
| Kinostart: | 07.12.2005 |
| 21.12.2005 (Romandie) | |
| Drehbuch: | Ann Peacock |
Tilda Swinton und Skandar Keynes über The Cronicles of Narnia
Skandar Keynes: «Als wir uns zum ersten Mal trafen, wurde uns gesagt, dass wir nicht miteinander reden dürfen!»
Tilda und Skandar, es ist ein grosses Vergnügen, Sie hier in London zu treffen. Es geht um einen sehr speziellen Film. Ihre Darstellung in den Schlüsselszenen war sehr ausschlaggebend für den Film. Wie wichtig war es Ihnen, dass die Chemie stimmte?
Swinton: Wir kannten uns nicht wirklich vor dem Dreh. Ich weiss nicht, ob das gut oder schlecht war. Da lag diese Idee in der Luft, dass es gut sei, uns etwas auseinander zu halten. Ich weiss nicht, wer das in die Welt gesetzt hat. Uns beide hat das aber verwirt. Ich glaube, wir hätten es auch machen können, ohne getrennt zu sein. Die Idee, dass die Hexe auf einen Menschen trifft und ihn benutzt, damit auch die anderen kommen, ist sehr wichtig. Das macht das Ganze aus.
Was denkst Du, Skandar?
Keynes: Ich kann mich erinnern: Als wir uns zum ersten Mal trafen, wurde uns gesagt, dass wir nicht miteinander reden dürfen! Also ihr wurde gesagt, dass sie nicht mit mir reden sollte. Ich war schon ganz aufgedreht wegen dem vielen gratis Coca-Cola. Es war sehr erzwungen und unecht. Ich dachte: «Ist sie immer die Weisse Hexe?», weil ich die andere Seite von Tilda nie gesehen hatte. Ich war sehr verwirrt.
Die Details tragen einen grossen Teil bei und unterstützen die Darstellung der Figuren. Die Farben beispielsweise beeinflussen, wie man die Figuren wahrnimmt. Wie wichtig war dies?
Keynes: Als ich den Film sah, war er viel farbiger und glänzender, als ich erwartet hatte. Ich war zwar da, aber es war etwas anderes, als ich den Film zum ersten Mal vollständig mit allen Special Effects sah. Ich erinnere mich gerne an meine Lieblingsszene, in der die Bäume zu sprechen beginnen und man die Blätter um die Bäume wirbeln sieht. Deshalb ist Narnia so packend!
In Ihrem Fall zeigten die Farben, wie es ihr gerade ging...
Swinton: Die Königin ist Narnia. Sie ist kein Mensch, sondern eine übernatürliche Kraft, die in dieser halbmenschlichen Form dargestellt wird. Sie ist Narnia und ein Teil dieser Fantasiewelt. Die Farben sind alles, denn sie zeigen ihren Gefühlszustand. Die Idee ihres Kostüms ist, dass es sich vom Farbton her ihrer Stimmung anpasst. Wenn die Dinge schlecht gehen, wird es dunkler. Wenn die Dinge gut laufen, plustert es sich auf wie ein Kugelfisch und wird weisser. Sie kann gegen die Farben nichts tun - sie lebt in verschieden Farbtönen.
[Tilda Swinton und Skandar Keynes wurde interviewt von Portmann Media]
Andrew Adamson über The Cronicles of Narnia
«In meinen Gedanken gingen diese Kinder wirklich dorthin, das war keine Einbildung, sondern ein echter Ort!»
Cineman: Es ist toll, Sie hier in London zu treffen. Es ist ein sagenhafter Film und da ich ihn erst heute morgen gesehen habe, bin ich noch mitten in dieser Welt. Ihnen muss es ähnlich ergangen sein, als Sie in diese Welt eintauchten. War es nicht schwierig, sich von diesem detailreichen Film zu trennen?
Adamson: Das Filmemachen ist für mich im Allgemeinen eine unvergessliche Erfahrung. Ich glaube, es gibt nur einen Weg, und zwar sich vollständig in diese Welt einzuleben. Wenn man eine Fantasiewelt kreiert, beschäftig das einen, sowohl wenn man wach ist als auch wenn man schläft. Als ich gestern abend den Film zum ersten Mal zusammen mit den Kindern gesehen habe, war es schwierig, weil ich die ganze Zeit die Kinder beobachtete und schaute, wie sie darauf reagieren. Aber es gibt gewisse Momente im Film, in denen ich vergesse, dass ich ihn gemacht habe. Dann kann ich mich richtig gehen lassen und die Szene geniessen.
Der Fluss des Films ist grossartig. Es hat mich etwas an Ihren Animationfilm («Shrek») erinnert. Die Effekte sind sehr lebendig. Wollten Sie einen Film schaffen, der sowohl Live-Action als auch bildhafte Elemente beinhaltet?
Ja, wenn ich an die Bücher denke, die ich als Junge las - die fördern den Glauben an Wunder. Man taucht in eine Fantasiewelt ein, die glaubhaft ist. In meinen Gedanken gingen diese Kinder wirklich dorthin, das war keine Einbildung, sondern ein echter Ort! Ich wollte, dass das Narnia des Films auch echt rüber kommt. Und um dies zu erreichen, muss man alle Strukturen und Details unserer Welt, unserer Realität verwenden, auch wenn diese in unserer Welt nicht existieren. Es war mir wichtig, meine eigenen Kindheitserinnerungen und anfänglichen Eindrücke, einzubringen, denn die Leute kennen die Geschichte auch aus ihren Kindheitserinnerungen.
Sie lasen die Bücher, als sie jung waren, und es ist eine Kinderwelt. Aber auch für die Erwachsenen gibt es viel zwischen den Zeilen zu lesen. Das ist auch ein wichtiger Bestandteil des Films. Wie stark waren Sie sich der Verantwortung über den sozialen Inhalt der Geschichte bewusst?
Sehr bewusst. Ich wollte den Film sehr buchgetreu und dem Hintergedanken von C.S. Lewis entsprechend umsetzten. Ich wollte sicher sein, dass wenn ich etwas abändere, es mit Lewis Grundgedanken übereinstimmt. Jede Story besitzt eine Dramaturgie und Themen, die in der Geschichte rüber kommen sollen. Für mich geht es in dieser Geschichte um Familie. Sie handelt von Kindern, die unter dem Zweiten Weltkrieg leiden und durch den Kleiderschrank nach Narnia gehen, um ihre Probleme dort zu lösen. Es ist eine Geschichte über eine Familie, die sich mit ihren Problemen herumschlägt - und schliesslich wird daraus eine epische Geschichte. Edmunds Betrug wäre in unserer Welt etwas Unanständiges, dort geht es plötzlich um Leben und Tod. Alles ist etwas übertrieben.
[Andrew Adamson wurde interviewt von Portmann Media]
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