Thank You for Smoking - Filmkritik
| Land (Jahr): | USA (2005) |
| Genre: | Drama |
| Filmlänge: | 92min |
| Regie: | Jason Reitman |
| Kinostart: | 24.08.2006 |
| 13.09.2006 (Romandie) | |
| Kamera: | Jim Whitaker |
Der Fürsprecher der schleichenden Todbringer
Jason Reitman, der Sohn des Regisseur und Produzenten Ivan Reitman («Ghostbusters»), trifft mit seinem ersten Grossprojekt den Nagel voll auf den Kopf. Er erzählt in «Thank You for Smoking» mit viel Witz und Leichtfüssigkeit die Story eines Söldners der Tabakindustrie.
Zigaretten sind böse - oder etwa nicht? Tabaklobbyist Nick Naylor hat keinen einfachen Job: In Talkshows muss er die Zigarettenindustrie im Angesicht krebskranker Kinder verteidigen, in der Politik sich gegen übereifrige Senatoren zur Wehr setzen und schließlich auch noch seinen Sohn erziehen und ihm ein gutes Vorbild sein. Einzig und allein bei seinem Stammtisch der «Merchants of Death», zusammen mit je einem Vertreter der Waffen- und der Alkohollobby, kann er sich beim offenen Smalltalk eine kurze Pause gönnen.
Doch als er mit einer gerissenen Journalistin schläft, muss er mit Entsetzen feststellen, dass auch diese ihm das Wasser reichen kann. Mit einem unverfälschtem Insiderbericht bringt sie Nick Naylor beinahe zu Fall; und dann sind da auch noch der todkranke Ex-Marlboro-Mann, der den Tabakkonzernen ans Leder will, und eine Gruppe von Kidnappern versucht Nick Naylor kalt zu machen. Als dann auch noch den «Captain» der Tabakindustrie das Zeitliche segnet, scheint Nick gänzlich allen Rückhalt zu verlieren. Doch wie so oft sucht er nun um so mehr nach der richtigen Strategie, um wieder auf die Beine zu kommen.
«Thank You For Smoking» entscheidet sich bewusst dafür, keine Pro- oder Contrastellung zum Rauchen einzunehmen. Stattdessen zeichnet der Film anhand des Sympathieträgers Nick das Bild einer ambivalenten Figur in einem komplizierten gesellschaftlichen Umfeld. Jason Reitman, Sohn des Regisseur und Produzenten Ivan Reitman («Ghostbusters»), hat mit seinem ersten, satirischen Grossprojekt den Nagel voll auf den Kopf getroffen.
Der Streifen wird auf flinke, unterhaltsam witzige Art erzählt und ist mit vielen Star-Auftritten gewürzt (Robert Duvall, Katie Holmes, William H. Macy ). «Thank You for Smoking» ist bissig, intelligent gemacht und unterhält bestens - eine der wenigen Satiren Hollywoods, die ein grosses Publikum verdient hätten. Reinsetzen und sich amüsieren.
[Dominique Zahnd]
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