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Oliver Twist - Filmkritik

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Blanker Horror aus dem Kinderzimmer

40

Auch Regisseur Roman Polanski hat sich an Charles Dickens' Kinderbuchklassiker gewagt. Doch wirkt seine Version, als hätte es sie schon immer gegeben. Das Highlight des Films: Sir Ben Kingsley als jüdischer Hehler Fagin.

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Oliver Twist: Waisenkind, Arbeitstier beim Totengräber, Flucht nach London - natürlich vom Regen in die Traufe, genauer in die vermeintliche Obhut eines knochigen Kinderbandenführers (Ben Kingsley) in Londons Schundquartier Spitalfields. Schliesslich gar nichts mehr wert, als er schwer verletzt wird. Das sind, kurz zusammengefasst, die tristen Lebensstationen von Oliver Twist (gespielt von Barney Clark), die unzähligen Kindern eine erste Lektion in Dankbarkeit gegenüber ihren Eltern gelehrt haben.

Altmeister Polanski hat den 350-seitigen Roman zu einem etwas über zweistündigen Film zusammengedampft und skizziert eine unschuldige Menschenseele, die - stets nah am Glück dran - aber scheinbar immer wieder zur Misere verdammt ist. Dass Oliver Twist trotz der harten Lebensschule keine Bösartigkeit zum Selbstschutz entwickelt hat, wirkt unglaubwürdig. Und so stürzt man sich mit Freuden auf komödiantische Details wie die Tatsache, dass die diebischen Kinder zum Klau von frisch verrotzten wenn auch seidigen Schneuzer angehalten werden.

Polanski bleibt nahe an der Essenz der Geschichte dran und formuliert gar ein Happy End, das Hoffnung für die Menschheit verbreitet. Doch der Weg dorthin ist, wortwörtlich, lang und führt an einer ganzen Palette von Vertretern des Guten und des Bösen vorbei: Da sind Frauen und Männer, Kinder und Erwachsene, offensichtlich schlechte und schlecht als gut getarnte Menschen, oder eben unerschöpflich grosszügige Geister, wie Olivers Mentor Mr. Brownlow einer ist, die von argwöhnischen Mitbürgern zur Vorsicht gemahnt werden.

Die in der Erinnerung ungelöste Frage aus der Kindheit, ob nun Fagin ein Guter oder ein Schlechter ist, hat die Autorin dieses Artikels an die Pressevisionierung getrieben. Polanski gibt sich alle Mühe, keine Antwort darauf zu geben. Und genau das macht die jüngste Version, ohne Vergleich mit vorangehenden Verfilmungen, zu einem gelungenen Projekt. Weit weg von einem Kinderfilm, ermöglicht er Generationen von Lesern, sich an eine erschütternde Bett-Lektüre zurückzuerinnern und darüber zu sinnieren, ob jene Geschichte vorbereitend für die Schrecken des Lebens gewirkt hat. Roman Polanski versteht es, für die ganze Familie jenen Stoff zu resümieren, aus dem sämtliche Psychothriller sind.

[Andrea Bleuler]

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m&m's movie world filip: nicht gerade polanski starkste film ...
m&m's Remo : habe mir den film gekauft wegen der pasitiven krit...
m&m's Michael: Sogar meine mutter, die nicht so auf brutalere Fil...
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m&m's Manfred: sehenswert! kann ich wirklich nur weiterempfehlen!...