Nanny McPhee - Filmkritik
| Aka Titel: | Eine zauberhafte Nanny |
| Land (Jahr): | Frankreich, Grossbritannien, USA (2005) |
| Genre: | Comedy, Fantasy |
| Filmlänge: | 97min |
| Regie: | Kirk Jones |
| Kinostart: | 09.02.2006 |
| 22.02.2005 (Romandie) | |
| Drehbuch: | Christianna Brand |
Kindermädchen mit magischer Power
Ein verzweifelter Witwer bekommt Hilfe von einem Kindermädchen mit magischen Kräften. Endlich mal ein Märchen für Kids, das im Gegensatz zu den «Potter»-Streifen bedenkenlos für die Zielgruppe geeignet ist.
Der Witwer Cedric Brown (Colin Firth) ist mit den Nerven am Ende: Seine fiesen Kinder haben soeben die siebzehnte Betreuerin aus dem Haus geekelt. Weil die örtliche Agentur sich aber weigert für weiteren Nachschub zu sorgen, muss sich der geplagte Mann nun alleine mit seiner Rasselbande abmühen. Da flüstert ihm plötzlich eine Stimme den Namen «Nanny McPhee...» ins Ohr. Und genau diese Nanny steht kurz darauf vor seiner Türe und bietet ihm ihre Dienste an. Ein schöner Anblick ist die seltsame Dame (Emma Thompson) allerdings nicht gerade: Sie hat eine eklige Knollennase und mehrere hässliche Warzen im Gesicht. Verzweifelt wie der gestresste Vater ist, stellt er das Kindermädchen aber sofort ein und siehe da - der freche Haufen zeigt endlich Manieren.
Die Ähnlichkeiten mit «Mary Poppins» sind auffallend, doch «Nanny McPhee», wie der Film im Original heiss, ist alles andere als ein Plagiat. Oscar-Preisträgerin Emma Thompson feilte jahrelang am Script - und das merkt man. Die Story ist gut durchdacht und das ganze Ensemble spielt hervorragend. Thompson ist brillant in der Rolle der magischen Erzieherin. Colin Firth gefällt als überforderter Daddy. Und TV-Legende Angela Lansbury («Mord ist ihr Hobby») beendete gar ihre 20-jährige Leinwandpause für ihren kolossalen Auftritt als geizige Tante Adelaide.
Das «Das zauberhafte Kindermädchen» jetzt erst ins Kino kommt, überrascht ein wenig, denn der Streifen hat klassisches Festtagshit-Potential. Doch neben «Harry Potter» und «Narnia» wäre das kurzweilige Märchen möglicherweise untergegangen. Gut also, schafft es die rührende Geschichte zwei Monate nach Weihnachten doch noch auf die Leinwand. Da Gruselelemente à la «Harry Potter» wegfallen, können sich Kids auf ein ungetrübtes Kinovergnügen freuen. Doch keine Panik: Dank der geschliffenen Dialoge und den fantastischen Akteuren fühlen sich hier auch die «Grossen» gut aufgehoben.
In England lief der Film bereits vor ein paar Monaten und bewies regelrechte Strassenfeger-Qualitäten: Nummer Eins der Charts! Ob die zauberhafte Nanny hierzulande auch so gut ankommt, ist noch ungewiss, aber zu wünschen wäre es ihr. [Dominique Zahnd]
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