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| Theater um etwas nackte Haut |
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Stephen Frears Streifen «Mrs. Henderson Presents» versteht sich ein Stück weit als Huldigung an die weiblichen Formen. Doch erotisch aufgeladen ist der Film mit Leinwand-Ikone Judi Dench trotzdem nicht.
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Die ehrwürdige Judi Dench in einem Film voller Nackter? Unmöglich! Und doch stimmt es. Sex wird in «Mrs. Henderson Presents» allerdings keiner gezeigt. Dafür gibt es Brüste, Schamhaare und sogar ein paar Penisse zu sehen - alles natürlich um der Story willen und nicht aus effekthascherischen Gründen. Sonst würde so eine noble Dame wie Judi Dench («Pride & Prejudice») ja auch nicht mitspielen.
«Mrs. Henderson Presents» stilisiert Nacktheit zur Kunstform. Warum verstecken, was Gott uns geschenkt hat? «Männer werden immer danach suchen, einen Blick auf eine nackte Frau zu werfen. Warum soll das schmutzig sein?», stellt Regisseur Stephen Frears öffentlich die Frage. «Feiern wir also lieber die Schönheit weiblicher Formen und verstecken sie nicht.»
Der Film ist vor dem zweiten Weltkrieg in London angesiedelt und beginnt mit der Beerdigung von Mr. Henderson im Jahr 1937. Seine Gemahlin Laura Henderson (Judi Dench) ist eine reiche Aristokratin. Ihre Freundin Lady Conway (Thelma Barlow) bringt die Exzentrikerin darauf, sich jetzt doch mal was richtig Schönes zu leisten. Was sie auch tut - und sich ein heruntergewirtschaftetes Soho-Theater kauft. Mrs. Henderson will dort eine Revue aufführen. Dabei helfen soll ihr Vivian Van Damm (Bob Hoskins). Das ungleiche Duo stellt bald darauf das erfolgreiche Programm «Revudeville» zusammen. Schon hat die alte Dame die nächste, revolutionäre Idee: Sie will, dass ihre Showgirls nackt über die Bühne tanzen. Doch die Umsetzung dieses Gedankens ist gar nicht so einfach...
Der Film mixt die Genres Comedy, Drama und Musical gekonnt miteinander. Die Story unterhält recht gut, trotzdem geht die Rechnung bisweilen nicht ganz auf. Liegt es am Konzept? 75 Prozent des Streifens handeln von der Entwicklung der Bühneshow. Background-Informationen zu den einzelnen Figuren gibt es kaum - ausser ansatzweise zu Mrs. Henderson. Und die wird immerhin von einer Judi Dench in Hochform gespielt. Die etwas seltsame Beziehung von ihr und Bob Hoskins macht das Herzstück des Streifens aus. Doch der Schauspiel-Veteran mag ihr nicht ganz das Wasser reichen. Sonst fallen vor allem zwei Leute des Ensembles auf: Die betörend schöne Kelly Reilly und der mit einer deftigen Portion trockenem Humor ausgestattete Christopher Guest.
«Mrs. Henderson Presents» kommt alles in allem sehr britisch und nostalgisch daher. Er gehört in die Kategorie Feel-Good-Movies - verzichtet allerdings auf die Genre übliche Überdosis Schmalz. Der Film ist übrigens einer der ersten Outputs von der neugegründeten Weinstein Company. Das allein garantiert aber noch keinen Erfolg. Denn klassisches Kassenknüller-Material ist der neuste Wurf von Stephen Frears nicht gerade. [Dominique Zahnd]
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