Mr. and Mrs. Smith - Filmkritik
| Aka Titel: | Mr. und Mrs. Smith |
| Land (Jahr): | USA (2005) |
| Genre: | Action, Comedy, Romance, Thriller |
| Filmlänge: | 120min |
| Regie: | Doug Liman |
| Kinostart: | 09.06.2005 |
| 27.07.2005 (Romandie) | |
| Drehbuch: | Simon Kinberg |
Gewalt in der Ehe
Brad Pitt und Angelina Jolie spielen die Profikiller Mr. und Mrs. Smith, die ihre Eheprobleme lieber mit Maschinenpistolen als mit therapeutischer Hilfe lösen. Regie in dieser Actionkomödie führte Doug Liman, der mit Action («The Bourne Identity») und Komödie («Swingers») gleichermassen Erfahrung hat.
Brangelina werden die beiden in den USA mittlerweile genannt. Die Rede ist natürlich von Brad Pitt und Angelina Jolie, die sich während den Dreharbeiten zu «Mr. & Mrs. Smith» lieben lernten. Den Rest entnimmt man am besten dem Klatschmagazin seines Vertrauens. Gossip beiseite: Ihrem ersten gemeinsamen Film hat die Romanze sicher nicht geschadet: das was man gemeinhin als «Chemistry» zwischen zwei Schauspielern bezeichnet, ist hier in Massen vorhanden.
Die titelgebenden John und Jane Smith stehen über die ganze Länge des Films (der gut zwei Stunden dauert) im Mittelpunkt. Andere Auftritte wie etwa der des sträflich vernachlässigten Vince Vaughn bleiben kaum in Erinnerung. In der ersten Einstellung sieht man das Ehepaar auf der Couch eines Therapeuten, dem sie von ihren Problemen berichten (zu viel Langeweile, zu wenig Sex - kennt man ja). Wenige Szenen später wissen wir, dass das Hauptproblem dieser Ehe eher in gegenseitiger Geheimniskrämerei liegt. Vor der Einladung an eine nachbarschaftliche Dinerparty gehen der vermeintliche Ingenieur und die angebliche Computerspezialistin heimlich ihren wahren Jobs nach: Er erschiesst vier irische Gangster, sie bricht einem südamerikanischen Waffenhändler das Genick. Mit genug Zeit, um in die Abendgarderobe zu schlüpfen, sind sie zurück in ihrer Vorstadtvilla.
Die Charade der beiden Profikiller geht so lange gut, bis Mr. und Mrs. Smith von ihren Auftraggebern aufeinander angesetzt werden. Von nun an werden die Eheprobleme mit Hilfe von Smith und Wesson verhandelt. Und Dialoge wie «I missed you» - «I missed you too» erhalten eine ganz neue Bedeutung. Regisseur Doug Liman zeigt ein gutes Gespür für die komischen Möglichkeiten dieser Konstellation und seinen Smith'schen Rosenkrieg, bei dem an einer Stelle ein gutbürgerlicher Haushalt in Schutt und Asche gelegt und später das gesamte Inventar eines Haushaltgeschäfts pulverisiert wird, kann man getrost als Kritik der amerikanischen Suburb-Pärchenidylle lesen.
Den bleihaltigen Teil seiner Geschichte inszeniert Liman routiniert mit Anleihen an das Actionkinos eines John Woo. Nicht jede Schiesserei ist gleich packend und man ist froh um die humoristischen Einschübe. Es gibt eine rasante Autoverfolgungsjagd, in deren Verlauf John und Jane Smith mit ihren Lügen ins reine kommen. Während sie ihm gesteht, dass ihre zur Hochzeit eingeladenen Eltern eigentlich bezahlte Schauspieler waren, gibt er zu, nie eine technische Hochschule besucht zu haben, sondern lediglich einen Abschluss in Kunstgeschichte zu besitzen. Für ihren missbilligenden Blick bleibt kaum Zeit, schliesslich rasen hinter dem Wagen drei Autos vollbepackt mit feindlichen Killern. [Jürg Tschirren]
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