Memoirs of a Geisha - Interview
| Aka Titel: | Die Geisha |
| Land (Jahr): | USA (2005) |
| Genre: | Drama, Romance |
| Filmlänge: | 146min |
| Regie: | Rob Marshall |
| Kinostart: | 19.01.2006 |
| 01.03.2006 (Romandie) | |
| Drehbuch: | Akiva Goldsman |
«Ich spiele die perfekte Geisha.»
Michelle Yeoh redet über die Aufgaben einer Geishe und dass es dabei nicht immer nur im Sex geht.
Cineman: Hallo Michelle, es ist ein Vergnügen, Sie hier in New York zu treffen. Wie man im Film sieht, verkaufen Geishas nicht nur ihr Geschick, sondern auch ihren Körper...
Yeoh: Nicht ganz, es ist freiwillig. Es gibt keine Vorgabe, dass Geishas ihren Körper verkaufen müssen. Sie dürfen selber entscheiden, ob sie mit einem Mann schlafen oder nicht. Gleich am Filmanfang wird eine der beiden Schwestern an ein Geisha-Haus verkauft und die andere an ein Bordell. Das Geisha-Haus nimmt die Mädchen auf und diese müssen dort als Hausmädchen oder Sklavinnen beginnen - wie auch immer man sie nennen will. Aber sie haben gute Voraussetzungen: Sie werden über Jahre hinweg geschult. Sie lernen zu musizieren, zu tanzen, Gespräche zu führen und lernen alle verschiedenen Rituale und Phasen kennen, die durchschritten werden müssen, um eine Geisha zu werden. Eine Geisha hat ein hohes Ansehen. Sie wird als lebendiges Kunstwerk betrachtet - nicht nur wegen ihrem Aussehen, sondern auch wegen den teuren Kimonos, die sie tragen. Sie leben in diesem Geisha-Haus und machen viele Schulden, die sie später zurückzahlen müssen. Aber es geht nicht um Sex. Wenn man den Film sieht, wird einem das näher gebracht. Man sieht, dass die Frauen einen starken Willen haben. Bei den Kleidern und so weiter geht es um Geschäfte und die Mutter berechnet alle diese Sachen ein. Das wird klar rübergebracht.
Im Film wird gezeigt, dass das Können der Geishas sehr vielfältig ist. Der Film ist eine Art Unterricht in Sachen Kultur.
Ja, bestimmt. Ich denke, Rob Marshall respektiert diese Kultur sehr. Wissen Sie, weder Rob Marshall ist als Japaner aufgewachsen, noch wissen wir, wie die Welt der Geishas genau aussieht. Wichtig ist seine Würdigung und dass wir während ungefähr zwei Stunden daran teilzunehmen dürfen - es ist ein magischer Ort, den er für uns geschaffen hat.
Sie spielen die Mentorin mit einer unglaublichen Grazie. Sie hatten immer diese Kleider an und wussten, wie sie sich verhalten mussten. Wie lange brauchten Sie, um diese eleganten Bewegungen zu lernen?
Als ich das Drehbuch las und mehr über Mameha erfuhr... Jedes Mal, wenn ihr Name erwähnt wird, staunen die Leute. Sie ist eine Kreatur voller Magie und wenn sie den Raum betritt, spürt man ihre Kraft. Ich fragte mich, ob man sie überhaupt darstellen kann. Wir hatten nur kurze Zeit, um uns alles anzueignen. Ich bin die Mentorin von der jungen Sayuri - sie zeigt ihr, wie man alles macht. Es lastete ein Druck auf mir, denn Mameha war die perfekte Geisha. Das machte mir Angst, die Rolle anzunehmen. Wir hatten eine fantastische Geisha-Expertin, die uns ständig begleitete. Viel Zuschauen und Üben, was sie mir gelehrt hatte, gehörte zu meiner Arbeit als Schauspielerin. Als Schauspieler übernimmt man alle Eigenschaften der Rolle, dass sie schliesslich mit der ganzen Komplexität rüber kommt. Mameha war für mich ein sehr mysteriöser Charkter - wir wissen nicht, woher sie kam, weshalb sie die Regeln so streng befolgt. Sayuri war voller Liebe, die sie für einen Mann empfand, Hatsumomo war rebellisch, sie war zwar nicht die perfekte aber eine wunderschöne Gheisha. Mameha hatte sich immer unter Kontrolle, jeder respektierte sie und hatte Angst vor ihr.
[Michelle Yeoh wurde interviewt von Portmann Media]
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