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Mad Hot Ballroom - Filmkritik

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Land (Jahr): USA (2005)
Genre:Documentary
Regie:Marilyn Agrelo
Kinostart:08.09.2005
 15.03.2006 (Romandie)
Kamera:Claudia Raschke
Produktion:Marilyn Agrelo

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Everybody dance now!

30

Nach «Rhythm Is It» kommen nun auch in Mad Hot Ballroom Kids gross raus. Marilyn Agrelos gut gelaunte Doku über Schulkids in New York, die das «Ballroom Dancing» für sich entdecken, hat sich in New York zum Indie-Hit des Sommers entwickelt.

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Rumba, Tango, Foxtrott, Merengue und Swing - was für alte Knacker? Nicht für die New Yorker Schülerinnen und Schüler, die am Programm der American Ballroom Theater's Dancing Classrooms kurz ABrT teilnahmen. Anstatt zu fetten Hip-Hop-Beats übten die acht- bis elfjährigen Kids fleissig zu Sinatras Swing. Die ABrT, eine Nonprofit-Organisation, die vor über zehn Jahren ins Leben gerufen wurde, unterrichtet an über 60 Schulen in den USA Kinder in Gesellschaftstanz. In zehn intensiven Unterrichtswochen werden die Jungen und Mädchen in Standardtänzen unterrichtet. Ziel ist es, in einem Wettbewerb den goldenen Pokal zu holen. Marilyn Agrelo begleitete drei New Yorker Schulklassen aus Tribeca, Washington Heights und Bensonhurst, die am freiwilligen Programm teilnahmen.

Humorvoll versteht es Agrelos Kameraführung, aus der Perspektive der Kinder zu erzählen; von einem Jungen erfahren wir lauthals, dass er Mädchen eigentlich hasse. Mit Ausnahme der innerlich und äusserlich schönen - äh, Verzeihung, der äusserlich schönen. Allerdings geht es in diesem Dokumentarfilm nicht nur um die zarte Liebesbande, die im Verlauf der Trainingstunden mit dem einen oder anderen Tanzpartner geknüpft wird.

«Mad Hot Ballroom» will vielmehr die Wichtigkeit eines Programms aufzeigen, wie es die ABrT für die New Yorker Schüler anbietet. Kunst als ein mögliches Präventionsmittel wider die Jugendkriminalität gehört hier zur Kernbotschaft. In der Tat stammen die Protagonisten zum grössten Teil aus schwierigen Verhältnissen, wachsen bei nur einem Elternteil auf oder leben knapp über der Armutsgrenze.

Zum Verdienst des Kurses gehört, dass die Kinder im Tanz spielerisch lernen, diszipliniert zu arbeiten, den anderen zu respektieren und gemeinsam für ein Ziel zu kämpfen. Doch der Weg bis zum Finale ist längst kein Kinderspiel. Die Jugendlichen müssen viel Schweiss, Frust und manchmal Tränen lassen. Dennoch entwickeln sich alle zu kleinen Ladies und Gentlemen, die mehr als bloss eine Lektion Tanz lernen.

Leider hat «Mad Hot Ballroom» als Dokumentarfilm kein besonders originelles Konzept und ist mit 105 Minuten Spielzeit etwas gar lang geraten. Trotzdem hält die Doku herzerwärmende Einsichten in das bewegte Leben der New Yorker Primarschüler bereit, die man sich nicht entgehen lassen sollte. [Isabelle Stüssi]

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