Login anzeigen

Das meinen die User

m&m's

4.02 m&m's | 214 User

Alle Kommentare (10) m&m's Movie Charts

King Kong - Interview

Auf Watchlist setzen

Naomi Watts über King Kong

«Vor allem die Sterbeszene war sehr schwierig, wahrscheinlich sogar die schwierigste Szene!»

Cineman: Hallo Naomi, es ist ein Vergnügen, Sie wegen KING KONG zu treffen. Es ist ein grosser Monsterfilm, der jedoch auch - auf eine sehr mädchenhafte Art - eine Liebesgeschichte erzählt und davon, was man für die Liebe tun würde, über die Verbindung und Isolation. Mir gefiel das sehr und ich nehme an, dass es Ihnen gleich ergangen ist wie mir...
Watts: Ja, deswegen hat der Film bei mir auch Anklang gefunden. Ich glaube nicht, dass ich jemals eine solche Karriere verfolgen wollte und gesagt habe: «Ich möchte in einem Actionfilm mitmachen.» Nicht, dass ich etwas gegen Actionfilme hätte! Ich denke, sie haben ihren Wert und ihren Platz im Markt. Dieser Film ist aber viel mehr als nur das! Er beinhaltet Action, Abenteuer, und für mich ist er letztlich eine Liebesgeschichte - deshalb habe ich einen Draht dazu. Ich fand es aufregend, als ich mir die Originalversion anschaute und die sehr einfach angefertigten Effekte sah, die heute in keiner Weise beim Publikum mithalten könnten - die Liebesgeschichte konnte es aber! Ich fand es einfach fantastisch, dass es mich trotz dieser Effekte berührte. Man bedenke nun, was der Film mit den heutigen hochstehenden Effekten bewegen kann!

Der Kern der Geschichte berührt einen. Ihre Darstellung zeigt tiefe Emotionen, was sehr schwierig umzusetzen war, denn Sie sprechen nur wenig. Sie drückten alles über Ihre Mimik aus und reagierten auf Dinge, die Sie nicht einmal sahen...
Alles zwischen Kong und mir... Ich reagierte auf die Handlungen vom wundervollen Andy Serkis. Aber es stimmt schon, dass ich viele Dinge nicht gesehen habe. Vor allem die Sterbeszene war sehr schwierig, wahrscheinlich sogar die schwierigste Szene! Peter hat alles so gut gemacht und einem alle Anweisungen gegeben, die man braucht. Er nimmt einem viele Dinge im Filmprozess weg, gibt einem aber andere Dinge zurück, die man benötigt und die einem helfen. Manchmal ist es Musik, manchmal sagt er etwas übers Mikrophon, liefert einem die Bilder im Kopf und hilft einem in der Vorstellungskraft.

Der Film ist nahe an der Hollywood Filmmachart der 20er Jahre - ein paar Elemente wie in Stummfilmen, die ganze Erscheinung und die Vorstellungskraft, die im Mittelpunkt steht. Diese imaginäre Welt muss rüber kommen und Sie müssen als Erste daran glauben, denn Sie sind die Übermittlerin der Geschichte, nicht?
Ja, genau. Man musste daran glauben. Peter hat das für uns übernommen und uns auf dem Weg geführt.

Er sagte, dass Sie die wichtigste Person waren. Denn Sie sind die Übermittlerin, die das Publikum dazu bringt, daran zu glauben. Wenn Sie daran glauben, dass King Kong existiert, wird es jeder andere auch glauben...
Er war sehr schlau, Andy auszusuchen, weil es unmöglich ist, dass ihm jemand etwas nicht abnimmt. Er ist sehr talentiert und was er einbringt, ist grossartig. Sein ganzes Tun wird zu dem des Gorillas. Es ist zwar unmöglich, dass er wie einer aussieht, aber sein Verhalten und sein Ausdruck ist so wahrhaftig, dass man es ihm abnimmt.

[Naomi Watts wurde interviewt von Portmann Media]

Peter Jackson über King Kong

«Die grösste Herausforderung war, Kong zu einem guten Schauspieler zu machen!»

vergrössern

Cineman: Hallo Peter, es ist immer ein Vergnügen, Sie zu sehen. Wir sind hier wegen «King Kong», einem weiteren aufregenden Projekt. Hatten Sie bei der Umsetzung ihres Traums nie Angst, dass das Ergebnis nicht Ihren Vorstellungen entsprechen könnte?
Jackson: Man ist schon besorgt, weil die Vorstellungen so klar sind. Während langer Zeit konnte die Technologie nicht umsetzen, was man im Kopf hatte. Damals war das Filmemachen frustrierend, weil man Vorstellungen hatte und diese realitätsgetreu zu erreichen, war sehr schwierig. Man konnte nicht alle Details erstellen und die Stadt nicht genug gross bauen - man musste immer Kompromisse eingehen. Aber glücklicherweise haben wir in den letzten Jahren den Punkt erreicht, wo wir keine Kompromisse mehr eingehen müssen. Man kann alles, wirklich alles, filmisch umsetzten, was man in seinem Kopf hat, und fotorealistisch auf die Leinwand bringen. Von dem her hatte ich beim Dreh einer neuen KING KONG-Version alle Freiheiten und konnte alles machen, was ich wollte. Ich wollte einen Film machen, der mich so inspiriert wie damals das Original, als ich neun Jahre alt war.

Die Effekte sind wirklich sehr beeindruckend, aber die Schauspieler sind immer noch da und geben dem Film Lebendigkeit und Menschlichkeit. Wie wichtig war es Ihnen, dass die gesamten Animationen nicht die Schauspielerei überdecken?
Man sollte die Computeranimation nie übergewichten. Die Leute gehen nicht ins Kino, um sich nur Computeranimationen (sog. CGI = Computer Generated Imagery) anzuschauen. Computeranimationen langweilen einen sehr und vor allem schnell - so sieht die Realität aus. Die Leute sind während den letzten hundert Jahren ins Kino gegangen, um Menschen zu sehen. Menschen in Dramen, in Beziehungen - wir stellen uns vor, was wir an ihrer Stelle tun würden. Wir fühlen uns mit ihnen verbunden und so werden wir in den Bann der Geschichte gezogen. Das ist das Ein und Alles jedes Films, das haben wir bereits bei den «Lord of the Rings»-Filmen versucht und nun auch speziell bei Kong. Der Unterschied bei Kong ist, dass King Kong selber eine Figur des Films ist und einen eigenen Part hat, der ebenso wichtig ist wie der von Naomi, Adrien oder Jack. Er ist ein Mitglied der Besetzung und nicht nur einfach ein Special Effect, sondern er muss ein guter Schauspieler sein! Die grösste Herausforderung war, Kong zu einem guten Schauspieler zu machen! Aus dem Nichts! Er ging nicht an die Schauspielschule, sondern direkt vom Computer - ohne Schauspielunterricht - auf die Leinwand.

Das Projekt beinhaltete zwei unterschiedliche Aufgaben. Was machten Sie, damit Sie nicht das Gefühl hatten, an zwei Filmen zu arbeiten, sondern von einem Gesichtspunkt aus daran arbeiten konnten?
Ich finde das nie schwierig, weil ich immer ein Bild des Films in meinem Kopf habe. Ich kann meine Augen schliessen und den Film in meinen Gedanken laufen lassen - mit Musik und Sound Effects, mit den Schnitten, den Winkeln ...und nach einiger Zeit habe ich genaue Vorstellungen, wie der Film sein sollte. Die praktische Umsetzung kommt nach dieser Vorstellung und hält dann alles in Filmform fest. Manchmal klappt es und manchmal ist man weit davon entfernt, was man sich vorstellte. Es ist interessant und ein System aus Kompromissen. Mit den Kompromissen entstehen auch Überraschungen und Dinge, die viel grösser geworden sind. Kong ist viel grösser, als ich ihn mir jemals vorgestellt habe. Ich konnte mir nichts Grösseres erhoffen, als wir es in diesem Film haben.

[Peter Jackson wurde interviewt von Portmann Media]

weitersagen