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Alle Kommentare (27) m&m's Movie Charts

«Ich wollte keine Freunde haben und ich prügelte mich!»

Jim Carrey über die Rolle des Komödianten im kapitalistischen Wirtschaftssystem.

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Cineman: Hallo Jim, es ist ein grosses Vergnügen, Sie zu treffen. Wir sind hier in New York wegen «Fun With Dick And Jane», einer lustigen Komödie mit ernstem Unterton. Wie bringen Sie das zusammen?
Carrey: Es war mir schon wichtig, dass der Film lustig wird. Man muss jedoch stets ein gewisses Risiko eingehen, wenn man etwas ausdrücken möchte. Für mich ist es ein Thema, das bei vielen Menschen Erleichterung schaffen wird. Es ist die Aufgabe eines Komödianten, aufzuzeigen, wo das Problem liegt, den Vorhang sozusagen zu lüften. Es erleichtert die Leute. Nun bin ich halt dieser Typ und es ist eine grossartige Rolle zum Spielen.

Es schafft bei Leuten Erleichterung, die dasselbe erlebt haben. Für Sie sind diejenigen wiederum eine Inspiration...
Ich habe das selber erlebt. Ich war selbst in dieser Lage, als mein Vater seinen Job verloren hatte. Ich war bis dahin ein Spitzenschüler und hatte auf einmal kein Interesse mehr für gar nichts. Die Lehrer interessierten mich nicht, ich wollte keine Freunde haben und ich prügelte mich! Es war eine harte Zeit und das Schlimmste ist nicht der Verlust selbst, sondern wie man deswegen behandelt wird.

Man verliert sein Leben, wie es war...
Auf den Menschen liegt heutzutage ein so grosser Druck, immer erfolgreich sein zu müssen. Nicht nur ein Haus und ein Auto zu besitzen und die Familie zu ernähren, sondern gigantischen Erfolg zu haben.

Der Kapitalismus steht über allem. Ist es die Aufgabe eines Komödianten, diese Probleme aufzuzeigen?
Ja. Was sind die Sorgen der Leute? Was macht sie wütend, wogegen sie keine Stimme haben? Bei der Arbeit dürften sie es ja nicht sagen und sie können ja nicht gleich eine Waffe mit ins Büro nehmen. (lacht) Das hier ist dann die gesunde Alternative.

Sie und Téa Leoni scheinen sich sehr gut zu verstehen?
Es macht einen solchen Spass! Es ist nicht immer so, dass sofort die Chemie stimmt und man einander vertraut. Sie war gleich von Beginn weg bereit, direkt reinzuspringen in die Komödie, darin herumzuirren und sich wiederzufinden. Es war so cool. Sie ist sexy und dennoch kumpelhaft, lustig und hart im Nehmen. So stellt man sich das Mädchen vor, mit dem man sich dann definitiv zur Ruhe setzt oder mit dem man zumindest eine lange Zeit zusammen sein kann.

[Jim Carrey wurde interviewt von Portmann Media]

«Jim Carrey hält die Ohren schön steif!»

Téa Leoni über ihre Zusammenarbeit mit Jim Carrey, Calvin Klein Unterwäsche und über moralische Dilemmas.

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Cineman: Hallo Téa, es freut mich sehr, Sie hier in New York zu treffen. «Fun With Dick And Jane» beinhaltet viel Slapstick-Humor, behandelt aber auch Probleme, die die meisten Familien durchleben. Wie gelingt es Ihnen, bei einem solch schwierigen Thema nicht verletzend zu werden, was den Humor anbelangt?
Leoni: Da bin ich mir gar nicht sicher, ob uns das gelungen ist. (lacht) Ein sicherlich universeller Aspekt des Films ist, dass wir hier nicht einfach ein amerikanisches Problem ansprechen. In den meisten entwickelten Ländern haben wir es mit moralischen Dilemmas zu tun. Wie viel darf man auf Kosten der anderen besitzen? Wenn man auf eine derart ungewöhnliche Weise mit so schrecklichen Wahrheiten beginnt, wird es einfacher, das Komische hervorzuheben, und nicht etwa schwieriger. Ich denke, es war sehr einfach herum zu albern. Viele Dinge gehen in Amerika vor sich, wo man das Gefühl hat, dass es doofer nicht gehen würde. Ich fühle mich fast schuldig. (lacht)

Bestand darin eine Art kindliches Vergnügen? Gerade wenn man jemanden wie Jim als Drehpartner hat und am Set alles drunter und drüber läuft.
Wir hatten eine tolle Zeit zusammen! Man kann gar nicht mit Jim zusammenarbeiten und nicht jeden Tag lachen. Das Lachen stellt alles in den Schatten. Wir spielten Teenager. Die Absicht war, Dick und Jane wie zwei 14jährige aussehen zu lassen. Neidisch auf die Sachen der Freunde. Ich kann mich selber noch an solche Dinge erinnern: Jemand hatte beispielsweise Calvin Klein Unterwäsche an. Ich glaube, wir hatten stets eine verspielte Atmosphäre, in der wir arbeiteten. Es war einfach sehr spielerisch. Es gibt da auch noch eine andere Seite bezüglich Komödien. Es kann manchmal fordernder und schwieriger sein. Es ist wie Musik: Man muss zunächst den richtigen Schlüssel und eine Inspiration haben. Und dann muss man überall danach suchen, mutig sein und auch riskieren, dass Eier nach einem geworfen werden. Wenn man's vermasselt, ist alles dahin. Wenn man nicht richtig der Länge nach hinfallen kann, tut man es lieber nicht. Es gibt nichts schlimmeres als schlechtes Hinfallen.

Ist es nicht gerade schwierig - oder vielleicht eben nicht - wenn man Jim Carrey und die Crew um sich hat und somit gleich die Reaktionen spürt?
Es stimmt schon. Am Anfang denkt man, dass man sich auf die faule Haut legen kann, weil Jim dafür sorgen wird, dass alles lustig sein wird. Doch als wir voranschritten, realisierten wir, dass wir alles geben mussten. Wir mussten wirklich spielen und verschiedene Sachen ausprobieren. Doch das war wiederum eher seine Idee. Ich habe ihn noch nie gesehen, dass er seine Darstellung unabhängig einer Reaktion beurteilt hätte. Er ist zu lange im Business und weiss, dass wenn man einen Film macht, Unterstützung da sein muss! Ansonsten fehlt etwas Wahres und es wird letzten Endes nicht lustig. Doch er hält die Ohren schön steif!

[Téa Leoni wurde interviewt von Portmann Media]

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