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Flightplan - Interview

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Aka Titel:Flight Plan - Ohne jede Spur
Land (Jahr): USA (2005)
Genre:Drama, Thriller
Filmlänge:98min
Regie:Robert Schwentke
Kinostart:20.10.2005
 09.11.2005 (Romandie)
Kamera:Florian Ballhaus

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Ich bin billig, nicht wahnsinnig und spreche gut Englisch

Zur Premiere des neuen Jodie Foster-Thrillers Flightplan traf sich Cineman in Zürich mit dem deutschen Regisseur Robert Schwentke.

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CINEMAN: Hallo Robert, es ist mir ein Vergnügen, Sie zu treffen. Wir sind hier in Zürich zur Premiere von FLIGHTPLAN, Ihrem neusten, sehr packenden Film, entstanden in der Schmiede Hollywoods. Wieso haben ausgerechnet Sie es geschafft? Wie geht das?
Schwentke: Ich hab während meiner Studienzeit in den USA fürs Deutsche Fernsehen geschrieben. Studieren kostet ja Geld in Amerika und das musste ich verdienen, um da meine Touren zu bezahlen. Und das habe ich eben über die Arbeit fürs Deutsche Fernsehen getan. Ich habe angefangen, für eine Fernsehserie zu schreiben und habe dann Tatort-Drehbücher verfasst und das ging ganz gut.

Also, was das Zeitliche anging; ich konnte das neben der Schule machen. Als ich dann mit der Schule fertig war, haben mich zwei Produzenten, mit denen ich als Autor zusammengearbeitet habe, gefragt, ob ich ein Drehbuch für sie schreiben will. Und das war zu einer Zeit, als ich mich entschlossen hatte, keine Drehbücher für andere Leute zu schreiben, weil ich eigentlich Regie machen wollte. Ich hatte mich an der Filmhochschule auf das Regiefach spezialisiert und hatte das Gefühl, wenn ich jetzt irgendwie zu sehr auf die Drehbuchschiene gehe, dann wird es immer schwieriger für mich, wieder zur Regie zurückzukommen.

In Deutschland gibt es wenige Regisseure, die allein durch ihren Namen Filme bekommen. Und die haben sich dann einfach gedacht: Wir könnten es auch mit dem Schwentke probieren, vielleicht funktioniert das. Und sie haben es tatsächlich finanziert bekommen. Das wurde dann der Film «Tattoo», der lief auf einigen internationalen Filmfestspielen, wo er wahrgenommen wurde - auch von einigen Produzenten in Hollywood. Und so ging das dann eigentlich los. Ich hab dann nach «Tattoo» in Deutschland noch «Die Eierdiebe» gedreht. Ich habe beide Filme im selben Jahr gemacht und beide liefen mässig in Deutschland.

Interessanterweise, und das ist ein Problem, was deutsche Filme angeht: «Tattoo» hat zum Beispiel sein Publikum dann auf DVD gefunden. Und «Die Eierdiebe» hat sein Publikum - als er bei Arte ausgestrahlt wurde - am Fernsehen gefunden. Also vielleicht ist es einfach so, dass viele deutsche Filme - bis auf die Riesenhits - ihr Publikum nicht mehr im Kino finden. Für mich war es dann auch entsprechend schwer, den dritten Kinofilm finanziert zu bekommen. Also ich habe de facto einfach kein Geld mehr zusammen bekommen. Die Alternative wäre dann gewesen, fürs Fernsehen zu arbeiten, nicht mehr nur als Autor, sondern als Regisseur. Aber dazu war ich noch nicht bereit. Weil ich einfach oft sehe, dass Kollegen nach ihren ersten zwei Filmen anfangen fürs Fernsehen zu arbeiten und da bleiben. Das wollte ich nicht.

Ich hab dann aus Los Angeles von Disney ein Angebot für einen Film bekommen. Das Drehbuch sollte ich umschreiben und dann Regie führen und ich hab das dann einfach versucht. Ich hab gedacht: «Okay, ich muss meine Miete bezahlen, ich muss Geld verdienen.» Das war ein Film, der hiess «Labor Day». Der kam nicht zustande, weil der Star, den das Studio haben wollte, zu viel Geld verlangt hat. Und dann haben wir gesagt, dass wir keine - was weiss ich, zehn Millionen Dollar - zahlen. Den Film würden wir dann lieber nicht machen. Die hatten aber ein zweites, ein anderes Drehbuch, eben «Flightplan», und haben dann gesagt: «Schau dir doch mal dieses Drehbuch an, ob das was wäre.»

Als ich das Drehbuch gelesen hatte, war das eine ganz andere Geschichte. Es ging da um Terroristen, die irgendwie eine Bombe im Flieger hatten und nach New York flogen. Das war ein Drehbuch, das vor dem 11. September 2001 geschrieben wurde. Und nach dem 11. September muss man einfach sagen, so einen Film kann man nicht mehr machen. Man kann über die Flieger einen Film machen, die involviert waren - z.B. Flight 93 oder so was - das geht total. Man kann das nicht so ausschlachten. Aber es gab da eine Idee in diesem Drehbuch, so über sieben oder acht Seiten hinweg hatte man das Gefühl, dass das Mädchen, welches da verschwindet, vielleicht gar nie existiert hat. Daraus haben wir jetzt eigentlich den Film gemacht...

Was das jetzt angeht: Wie kommt man von Deutschland nach Hollywood? Wie kommt man von zwei sehr kleinen Filmen zu was Grösserem? Also ich glaube, zum einen hat es was damit zu tun, dass wenn die Zuschauer weg bleiben, sich immer etwas bewegt in Hollywood. Das ist so, das war schon immer so. Und ich glaube, dass die einfach das Gefühl haben, dass ihnen die Zuschauer seit ein paar Jahren weg bleiben. Das bedeutet dann, dass die Türen aufgehen und dass neues Blut reingelassen wird. Wie gesagt, das war eigentlich schon immer so und das findet auch jetzt gerade statt.

Es gibt unheimlich viele Regisseure aus Spanien, aus Italien, aus Frankreich, aus Deutschland, die jetzt in Amerika gerade ihre ersten Filme gemacht haben oder gerade beginnen, ihren ersten Film zu machen und die in ihren Heimatländern ein bis zwei Filme gemacht haben, und die jetzt einfach vom Studio quasi eingekauft werden. Die wollen schon Filmemacher. Die arbeiten eigentlich sehr viel lieber mit Filmemachern zusammen als mit Clip-Regisseuren. Weil sie wissen, beim Film geht es zumindest um Storytelling, und wer weiss bei einem Clip-Regisseur, wie es da mit dem Storytelling aussieht. Also im Grunde genommen reduziert es das Risiko von deren Seite.

Was ist Ihre grösste Stärke? Was war Ihr grösstes Verkaufsargument?
Ich bin billig, ich bin nicht wahnsinnig und ich spreche gut englisch (lacht).

[Robert Schwentke wurde interviewt von Portmann Media]

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