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Elsa y Fred - Filmkritik

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Land (Jahr): Argentinien, Spanien (2005)
Genre:Comedy, Drama, Romance
Filmlänge:108min
Regie:Marcos Carnevale
Kinostart:20.07.2006
 04.04.2007 (Romandie)
Drehbuch:Marcos Carnevale

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Auf die alten Tage

40

Eine herzerwärmende und sehr erfrischende spanische Verlieb-Dich-Komödie, in deren Zentrum zwei erstaunlich betagte Protagonisten stehen.

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Filme mit betagten Menschen als Hauptdarstellern sind selten. Kommt einem trotzdem dann und wann einer unter, dreht sich dessen Inhalt stereotyp ums tapfere (manchmal auch fidele) Scheiden von Erden; oder aber man hat es mit einer Komödie zu tun und darin funktionieren Alte meist genreüblich als komische Käuze. Nicht so nun aber «Elsa & Fred», wiewohl dessen Protagonisten - der 78-jährige Spanier Alfredo und die vermeintlich 77-jährige Argentinierin Elsa, die in Tat und Wahrheit noch einige Jährchen älter ist, als sie angibt - wohl zu den ältesten Kinohelden gehören, die man überhaupt kennt. Was man in Anbetracht von Marcos Carnevales Komödie allerdings alsbald vergisst - so herrlich kindisch und unvernünftig jung benehmen sich die beiden.

Grund ihrer Beschwingtheit ist - und auch damit betritt Carnevale recht eigentlich kinematographisches Neuland - die Liebe: Vor wenigen Monaten Witwer geworden zieht der schüchterne und etwas hypochondrisch veranlagte Fred in eine kleine neue Wohnung. Am ersten Abend schon macht er die Bekanntschaft seiner neuen Nachbarin, die sein pures Gegenteil zu sein scheint: Elsa ist nicht nur temperamentvoll und abenteuerlustig, sondern sie lügt auch wie gedruckt. Und im Gegensatz zu Fred ist sie wild entschlossen, das Leben in vollen Zügen zu geniessen. Dies umso mehr, als sie an einer tödlichen Krankheit leidet, die sie ihrer Umgebung allerdings tunlichst verschweigt.

Wie ein Wirbelwind bricht Elsa in Freds Leben ein und klopft den braven Mann, der bisher immer nur für seine Familie lebte, aus den Büschen. Zögerlich reagiert Fred vorerst auf Elsas Annäherungsversuchen. Doch lange kann er sich ihrem Charme nicht erwehren und alsbald verbringen die beiden zum staunenden Entsetzen ihrer erwachsenen Kinder, ihre Tage gemeinsam. Gehen zusammen nicht nur Spazieren, sondern auch schick Essen; und weil es Elsas grösster Wunsch ist, einmal wie Anita Ekberg in «La dolce vita» mitten in der Nacht in der Fontana di Trevi in Rom zu stehen und ihren Geliebten zu umarmen, begeben sie sich zusammen auf eine Reise.

Herrlich unverkrampft und optimistisch erzählt Marcos Carnevale in «Elsa %26 Fred» von der Last des Älterwerdens und der Kraft der Liebe. Er stellt mit der Argentinierin China Zorrilla und dem Spanier Manuel Alexandre zwei Schauspieler vor, die - selber weit über siebzig - ihre Rollen mit Verve und Verschmitztheit zu spielen verstehen. Auf dass «Fred & Elsa» nicht nur eine gefühlvolle Romanze, sondern auch eine humorvolle Hymne ans Leben - und last but not least eine kleinfeine Hommage an Federico Fellini ist. [Irene Genhart]

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