Frauenheld Giacomo Casanova (Heath Ledger) dringt in ein Nonnenkloster ein, bezirzt ein Mädel und dann - na, Sie wissen schon. Doch mitten im Liebesakt muss er flüchten und wird am Ende sogar geschnappt. Sein Freund, der Doge Venedigs (Tim McInnerny), setzt ihn allerdings wieder auf freien Fuss, unter der Bedingung, dass sich Casanova eine Frau sucht. Doch bevor die geplante Heirat unter Dach und Fach ist, verknallt sich der Womanizer ausgerechnet in die widerspenstige Schriftstellerin Francesca Bruni (Sienna Miller). Das ist der Auftakt zu einem grossen Verwechslungsspiel.
«Rasiermesserscharfe Komödie», «die hinreissendste und komischste Arbeit des Regisseurs» wird im Presseheft seitenlang geschwärmt. Klingt toll, doch es trifft auf das Vorgeführte nicht zu. Die achte Kinoadaption des Stoffes bemüht sich redlich, lustig zu sein - doch das Timing bei den flauen Gags stimmt selten. Mantel und Degen-Filme - und in das Genre ist Lasse Hallströms jüngster Wurf wohl einzuordnen - leben davon, dass sie sich nicht zu ernst nehmen und obendrein mit völlig überzeichneten Action-Einlagen nicht gegeizt wird. Die beiden «Musketiere»-Streifen (1973 und 1974) gelten in dieser Hinsicht immer noch als wegweisend. «The Mask of Zorro» (1998) und «The Legend of Zorro» (2005) führten diese Tradition fort: Knackige Oneliner, wunderbar choreographierte Kämpfe - so schaut gut gemachtes Popcorn-Kino aus.
«Casanova» will das alles auch sein. Doch die Kampfszenen sehen lächerlich aus und die wenigsten Witze funktionieren. Nehmen wir Jeremy Irons: In seiner Rolle als Bischof Pucci fällt er einmal fast vom Stuhl und ein anderes Mal kippt er in seinem Boot um. Plumps, da liegt er! Lustig? Nein, das ist es keineswegs, sondern einfach nur blöde. Warum? Weil die beiden Slapstick-Einlagen schlicht und einfach unnötig sind.
Der grösste Verführer aller Zeiten wird von Heath Ledger verkörpert. Jetzt mal ehrlich: Wieso gerade er? Bei Namen Ledger denkt doch kein Mensch an einen grandiosen Liebhaber. Einer wie Johnny Depp, ja der wäre perfekt gewesen. Aber der spielte schon mal den Don Juan und hätte die Rolle wohl nie angenommen. Oder warum nicht Brad Pitt? Dem nähme man den gewitzten Weiberhelden ebenfalls ab - und wie Depp hat Pitt grosses komödiantisches Talent. Das fehlt Heath Ledger leider. Darum scheitert er als Casanova und so wird mit ihm auch der ganze Film zur Farce.