| Aka Titel: | Verliebt in eine Hexe |
| Land (Jahr): | USA (2005) |
| Genre: | Fantasy |
| Filmlänge: | 98min |
| Regie: | Nora Ephron |
| Kinostart: | 01.09.2005 |
| 21.09.2005 (Romandie) | |
| Drehbuch: | Delia Ephron |
Hexe im Blindflug
Nicole Kidman mausert sich definitiv zum filmischen Mädchen für alles: Ihre Palette reicht von Kubrick und von Trier bis zur gänzlich anspruchslosen Massenware; «Bewitched» gehört leider in die zweite Kategorie.
Um dem vorübergehenden Karrieretief zu entfliehen, versucht sich der Schauspieler Jack Wyatt (Will Ferrell) als Fernsehkomiker; eine Neuauflage der 1960er Fernsehserie «Bewitched» mit ihm als Star soll ihn wieder populär machen. Damit das klappt, darf die Schauspielerin, die die Hexe Samantha spielt, ihm auf keinen Fall die Schau stehlen, ein möglichst unbekanntes Gesicht ist gefragt. Wie gut trifft es sich da, dass Jack über die etwas naive Isabel (Nicole Kidman) stolpert, die nicht nur mit ihrer Nase wackeln kann wie weiland Samantha, sondern auch gänzlich unerfahren ist im Haifischbecken Hollywood. Was Jack freilich nicht weiss, ist, dass Isabel tatsächlich eine Hexe ist, die sich gerade vorgenommen hat, mit der Hexerei für immer aufzuhören. Und so spielt die Hexe, die sich vorgenommen hat, ein ganz normales Leben zu führen, eben eine Hexe, die sich vorgenommen hat...
Die Grundanlage von «Bewitched» ist durchaus witzig, mal ein Remake der etwas anderen Art, das reichlich Gelegenheit für ironische Doppelbödigkeiten und mediale Selbstreflexion bieten würde. Und mit Nicole Kidman in der Hauptrolle kann ja eigentlich kaum was schiefgehen, zumal mit Nora Ephron ein Routinier der romantischen Liebeskömodie die Regie übernommen hat. Aus Ephrons Feder stammt nicht nur das Drehbuch zu «When Harry Met Sally», bei «Sleepless in Seattle» und «You've Got Mail» war sie auch Regisseurin.
Das Strickmuster für romantische Liebeskomödien ist ja altbekannt, der Plot von «Bewitched» mit seiner mehrfachen Brechung der fiktionalen Illusion ist da geradezu hochkomplex; wer nun aber meint, dass Ephron in diesem Film das bekannte Rezept etwas variiert, irrt sich gewaltig: «Bewitched» ist bestenfalls guter Genredurchschnitt. Natürlich gibt es einige witzige Momente und viel Zeit zum Schwelgen und Wohlfühlen, insgesamt bleibt der Film aber ziemlich flau und die Gagquote tief. Um ganz sicher zu gehen, hat man mit Shirley Maclaine und Michael Caine zwar noch zwei charmante Altstars in Nebenrollen untergebracht, und wenn Ephron gar nichts mehr einfällt - was ein wenig zu oft der Fall ist -, kommt eben Kidmans Lächeln zum Einsatz. Das ist alles nett anzusehen, insgesamt wirkt «Bewitched» aber wie auf Autopilot gedreht. [Simon Spiegel]
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