Be Cool - Interview
| Land (Jahr): | USA (2005) |
| Genre: | Crime |
| Filmlänge: | 118min |
| Regie: | F. Gary Gray |
| Kinostart: | 31.03.2005 |
| 23.03.2005 (Romandie) | |
| Drehbuch: | Elmore Leonard |
John Travolta über Be Cool
«Wenn man Hochs und Tiefs erlebt hat, tritt man den Hochs mit Bescheidenheit und den Tiefs mit einem Realitätsbezug entgegen.»
Cinergy: Herr Travolta, es ist immer ein Vergnügen Sie zu treffen.
Travolta: Danke, gleichfalls.
Cinergy: Wir treffen uns hier in London wegen BE COOL, ein wunderbares Sequel zu einem sehr erfolgreichen Film. Schauspieler sagen immer, dass sie sich mit der Zeit entwickeln und immer besser und besser werden. Wie war es für Sie, sich wieder mit dem Part auseinanderzusetzen, den Sie bereits vor mehreren Jahren dargestellt hatten?
Travolta: Natürlich hat man eine gewisse Sicherheit, wenn man einen Part schon einmal verkörpert hat. Man ist mit den Eigenschaften der Rolle bereits vertraut. Ich habe mich gefreut, mich wieder mit dieser Rolle auseinanderzusetzen. Es hat Spass gemacht, weil mir das Drehbuch neue Szenarien und Situationen mit Chili bot. Ich denke da an die Szene mit The Rock, die sehr lustig war. Eine weitere Neuheit für Chili war auch die Tanzszene mit Uma. Das Drehbuch bot genug Neues aber auch Altes, ein guter Grund, um dabei zu sein.
Cinergy: Auf jeden Fall. Der Film steht auf eigenen Beinen, was ich grossartig finde. Bei solchen Filmen ist meistens die Mischung des Humors interessant - hier ein sehr trockener Humor. Wie war es, diese spezifische «Humor-Mischung» zu kreieren?
Travolta: Nun, das ist die Kunst von Chili Palmer. Er ist immer sehr gefasst, auch wenn es um ihn herum verrückt zu und her geht. Alle Charakteren des Films stehen eher neben sich. Je geradliniger und cooler ich bin, desto lustiger wirken die Anderen. Der Humor besteht aus dieser Balance. Es ist die Kunst, sich auf die Performance einer anderen Person abzustimmen. Je grösser sie sind, wie zum Beispiel Vince, umso härter und cooler wird Chili. Gegenüber gewissen Typen kann er auch anders sein, wie beispielsweise bei The Rock, da kann er einfühlsam wie ein Vater sein. Das sind diese wunderbaren Momente, welche mir viel Spass machen.
Cinergy: Ich weiss nicht, ob Sie damit einverstanden sind: Ich finde, einen guten Schauspieler zeichnet sich vor allem damit aus, dass er mit dem Ensemble gut zusammenarbeitet. Finden Sie das auch und wie angenehm war die Zusammenarbeit?
Travolta: Ja, das finde ich auch. Ein schöner Teil der Schauspielerei ist die Zusammenarbeit in einem Ensemble. Es war sehr angenehm. Ich war bereits in einem Film mit Uma und auch Harvey Keitel, in zwei Filmen mit Vince Vaughn und in einem weiteren Film mit Danny DeVito zu sehen. Sie waren wie alte Freunde. Die Hälfte des Kampfes war bereits durch die Rollenverteilung geschafft.
Cinergy: Etwas zur Tanzszene: Sie ist interessant, weil sie an ihre aber auch an andere Filme erinnert. Wie viel Altes und wie viel Neues haben Sie dieser frischen Szene beigemischt?
Travolta: Im ersten Film Get Shorty wollte ich einen Samba-Bossa-Nova-Foxtrott-Tanz aufführen, doch dies ging leider nicht. So dachte ich: «Machen wir das in einer Fortsetzung.» Es gibt wenige Rollen, zu denen ein brasilianischer Tanz passt. Ich fand, dass Chili Palmer eine Charakterrolle ist, die zu brasilianischer Musik tanzt. Wieso? Weil der Tanz so sanft, cool und locker ist. Ich wollte etwas Traditionelles und Klassisches umsetzen, gemischt mit etwas Neuem, den Black Ips und Sergio Mendes. Die ganze Hommage galt sowohl dem Alten als auch dem Neuem. Das hat mich glücklich gemacht. Es wäre nicht richtig gewesen, Chili Hip-Hop tanzen zu lassen. Das wäre sicher falsch gewesen.
Cinergy: Spannend an ihrer Karriere ist, dass Sie viele Hochs und Tiefs hatten. Können Sie sich dadurch auch während Höhenflügen auf dem Boden halten?
Travolta: Sehr sogar. Wenn man Hochs und Tiefs erlebt hat, tritt man den Hochs mit Bescheidenheit und den Tiefs mit einem Realitätsbezug entgegen. Es ist eine schwierige Gratwanderung und es berührt einem auch noch nach 30 Jahren. Ich habe wahrscheinlich mehr Hits gelandet wie die meisten Leute, aber man ist trotzdem nie gelassen. Es ist komisch aber wahr. Es geht immer weiter...
Cinergy: Wie fest hat Ihre Leidenschaft für das Fliegen damit zu tun? Gibt es Ihnen Kontrolle oder Freiheit?
Travolta: Beides. Die Kunst des Fliegens ist etwas ganz Besonderes. Die Kontrolle darüber gibt einem den Realitätsbezug und einen erweiterten Blickwinkel. Es ist ganz besonders. Mir gefällt es.
Cinergy: Herzlichen Dank, John. Es war schön, mit Ihnen zu reden.
Travolta: Danke Ihnen. Es war schön, Sie wiederzusehen.
[John Travolta wurde interviewt von Portmann-Media]
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