An Unfinished Life
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Interview

Robert Redford über An Unfinished Life

«Ich bin besorgt um die Umwelt, sei es nun in diesem Land oder irgendwo in der Welt.»

Cineman: Robert, es ist ein grosses Vergnügen, Sie hier in New York für «An Unfinished Life» zu treffen. Es ist ein Film, der berührt. Sie spielen einen Mann, der innerlich gebrochen ist. Wie sind Sie dies schauspielerisch angegangen, um es schliesslich auf die Leinwand zu bringen?
Redford: Ich glaube, er ist in sich zusammengefallen. Ein Teil von ihm ist bereits gestorben, durch die Tragödie, die ihm in seinem Leben wiederfahren ist. Er hatte nicht die Kraft, dies zu überwinden. Seine Gefühle verwandelten sich in Verbitterung und Wut, was nichts ungewöhnliches ist. Der Weg im Film - was seinen Charakter anbelangt - führt in Richtung Vergebung. Wenn man nicht vergeben kann und auf der Schuld beharrt, kann man nicht überleben. Man stirbt langsam vor sich hin und lebt unglücklich. Das unvollendete Leben ist unglücklich und um es vollenden zu können, muss er sich in Richtung Vergebung begeben. Der Film hat sehr viel mit Vergebung zu tun und zwar nicht nur, was die Hauptfigur anbelangt, sondern alle Figuren in diesem «dramatischen Dampfkessel» und sogar ein Tier und ein junges Mädchen müssen lernen zu vergeben. Es ist eine interessante Geschichte.

Solche Filme bieten im Vergleich zu anderen Filmen ein spezielles Kinoerlebnis, weil sie so nahe am Leben sind. Bringen Sie auch eigene Erfahrungen, Menschen, Dinge und Gefühle aus dem Leben in den Film ein?
Es sind offenkundig Filme, die mich interessieren. Wenn Sie schauen, was ich bis jetzt alles gemacht habe - sei es als Regisseur, Schauspieler oder Produzent - fallen alle in diese Kategorie. Selbst ein Film, den ich bloss produziert habe, darin aber nicht mitspiele, wie «The Motorcycle Diaries». Wenn man den roten Faden, der sich durch die Filme hindurch zieht, betrachtet, haben sie alle diese Gemeinsamkeit, dass es Filme sind, die eher die menschliche Seite des Kinos hervorheben und nicht die hightech-angetriebene Seite. Das ist auch gut so und zeigt wieder, wie grossartig das Filmbusiness sein kann: Es ist ein breites Band. Doch die Filme, die mich stets interessiert haben, sind die menschlich interessanten Geschichten über echte Leute und echte Situationen, die man zu bewältigen hat.

Was aus Ihrer Umwelt hat Sie dazu bewogen, in den letzten Jahren vor allem Filme über Kinder und mit stark menschlichen Eigenschaften zu machen?
Gute Frage, viele Leute denken beim Wort «Umwelt» bloss an ihr Land. Und sicherlich bedeutet mir das viel. Ich bin besorgt um die Umwelt, sei es nun in diesem Land oder irgendwo in der Welt. Denn ich denke, es ist wichtig, vieles davon zu erhalten oder es zumindest verantwortungsvoller zu nutzen. Doch da gibt es auch die andere Umwelt, nämlich die Umwelt um einen Schauplatz herum. Beispielsweise die Einrichtung in einem Haus. Das ist ebenfalls eine Art Umwelt und ja, sie bedeutet mir sehr viel, weil sie sich auch auf das Spielen und auf das Verhalten der Figuren auswirkt.

Viele Schauspieler wie zum Beispiel Morgan Freeman sagen, dass die Zusammenarbeit mit Ihnen vom Niveau her hoch ist und man eine spezielle Erfahrung sammeln kann. Sind Sie selber auch gerne von guten Schauspielern umgeben?
Absolut! Für mich macht das einen Riesenunterschied. Von einer Gruppe umgeben zu sein, die aus lauter grossartigen Schauspielern besteht, die Erfahrungen haben und Talent besitzen, ist eine wahre Freude! Und das ist leider nicht immer der Fall. Bei Morgan Freeman war es sehr einfach, weil wir beide im selben Theater in New York angefangen haben und er zu einer grossen Nummer aufgestiegen ist. Es war somit einfach mit ihm zu arbeiten, weil er einfach weiss, wie man schauspielert.

Die Fragen stellte Portmann Media

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