The Ladykillers - Filmkritik
| Land (Jahr): | USA (2004) |
| Genre: | Comedy, Crime |
| Filmlänge: | 104min |
| Regie: | Ethan Coen |
| Joel Coen | |
| Kinostart: | 29.07.2004 |
| 09.06.2004 (Romandie) |
Südstaatenzauber
Tom Hanks und Irma P. Hall, in Cannes mit dem Preis der Jury für ihre Leistung ausgezeichnet, verkörpern ein höchst ungleiches Paar in dieser Gaunerkomödie aus dem amerikanischen Süden. Musikalisch untermalt von einem Mix aus Gospel, Hip Hop und Kammermusik, markiert «The Ladykillers» die willkommene Rückkehr der Coen Brothers zur schwarzen Komödie.
Die rechtschaffene und fromme Mrs Munson (Irma P. Hall) hat ein Zimmer zu vermieten, für welches sich der seltsame Professor Goldthwait Higginson Dorr (Tom Hanks) interessiert. Um Rhetorik und Charme nicht verlegen, erschwatzt sich der zwielichtige Dorr das Vertrauen der älteren Dame. Diese ist ganz entzückt ob der Tatsache, dass ihr neuer Untermieter mit seinen Freunden in ihrem Keller auch noch der Kammermusik frönen will.
Doch die fromme Musik dröhnt aus dem Ghettoblaster, während die kleine Truppe um Dorr ein ganz anderes Ziel verfolgt: Mrs Mumsons Keller soll als Basis für einen Tunnel direkt in den Safe des nahegelegenen Kasinos dienen. Dieses wollen die fünf Möchtegern-Gauner ausheben und sich anschliessend zur Ruhe setzen.
Doch Mrs Munson ist nicht auf den Kopf gefallen. Irgendwas ist faul, da wird sie sich langsam sicher, auch wenn sie zuweilen ob Professor Dorrs Eloquenz die Übersicht zu verlieren droht. Als sie der Truppe schliesslich auf die Spur kommt ist klar: Die Lady muss weg. Wie schwierig kann es schon sein, eine alte Dame aus dem Verkehr zu ziehen? Doch die gute Mrs Munson stellt sich als unerwartet resistent heraus.
Joel and Ethan Coens Neuster ist ein Remake des gleichnamigen Klassikers aus dem Jahr 1955 mit Alec Guinness und Peter Sellers. Diverse substantielle Anpassungen von Schauplätzen, Handlung und Charakteren rechtfertigen durchaus die Neuauflage, welche einiges weniger dunkel daherkommt als ihr Original.
«The Ladykillers» fällt denn auch vorab durch seine Leichtigkeit auf. Dies mag einerseits am Setting liegen, andererseits gibt der unprätentiöse Stoff den Coens endlich wieder einmal Gelegenheit, das zu tun, was sie am besten können: Kleine Geschichten fein erzählen. Während ihre letzten Filme immer stärker in Richtung Mainstream zielten und (mit Ausnahme von «The Man Who Wasn't There») Dichte oder Inspiration vermissen liessen, scheint bei «The Ladykillers» wieder subtile Ironie und schwarzer Humor durch. Unbeschwert und zielsicher inszeniert, ist das wohl die beste Komödie der Coens seit «Fargo». Etwas albern vielleicht, aber sehr unterhaltend. [Remo Bräuchi]
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