Harry Potter and the Prisoner of Azkaban - Filmkritik
| Aka Titel: | Harry Potter und der Gefangene von Askaban |
| Land (Jahr): | Grossbritannien, USA (2004) |
| Genre: | Adventure, Fantasy, Mystery |
| Filmlänge: | 135min |
| Regie: | Alfonso Cuarón |
| Kinostart: | 03.06.2004 |
| 02.06.2004 (Romandie) | |
| Drehbuch: | Steve Kloves |
Zaubern unter erschwerten Umständen
Zauberlehrling zum Dritten: Unter dem neuen Regisseur Alfonso Cuarón präsentiert sich Harry Potter erwachsener und weniger hysterisch. Das tut der Serie gut. Statt der Devise «noch lauter, noch grösser, noch schriller» besinnt sich Cuarón auf liebevolle Ausstattung und die Weiterentwicklung der Charaktere.
«Harry Potter and the Philosopher's Stone» und «Harry Potter and the Chamber of Secrets» haben es bereits bewiesen: Der jugendliche Zauberer hat auch im Kino Erfolg und wird akzeptiert. Trotzdem lastete auf dem neuen Regisseur Alfonso Cuarón ein enormer Druck, als er die Nachfolge von Chris Columbus übernahm, dem nach drei Jahren ununterbrochener Harry Potter-Filmerei die Puste ausgegangen war.
Der Mexikaner, 2003 für «Y tu mamá también» als bester Drehbuchautor Oscar-nominiert, hat seine Aufgabe mit Eleganz gelöst. Statt der Versuchung zu verfallen, die Vorgänger mit grosskalibrigen Effektorgien und hektischem Heischen um Aufmerksamkeit zu überbieten, schaltet er eher einen Gang zurück und präsentiert damit den reifsten Potter-Film bisher.
Was überhaupt nicht heissen soll, dass diesmal Magie und Fabelwesen zu kurz kommen, aber das Übernatürliche geht eine harmonische Verbindung mit dem Persönlichen ein. Gleich zu Beginn lernen wir einen neuen Harry Potter kennen. Wie immer muss er sich als Erstes von seiner Pflegefamilie erniedrigen lassen, aber nicht nur die tiefe Stimme macht klar, dass Harry ins Rebellenalter eintritt. In einem unkontrollierten Gefühlsausbruch missbraucht er seine magischen Fähigkeiten, bläst die verhasste Tante Marge wie einen Luftballon auf und schickt sie auf eine Reise über die Dächer.
Der Umgang mit Wut und Angst wird dann auch im Rest der Geschichte zum unterschwelligen roten Faden, als klar wird, dass der berüchtigte Mörder Sirius Black (Gary Oldman) aus dem Gefängnis Azkaban ausgebrochen ist und sich auf Harrys Fährte gesetzt hat. Um die Schüler von Hogwarts vor Black zu schützen, schieben die Dementoren, übernatürliche Gefängniswärter aus Azkaban, Wache vor der Schule. Aber den Dementoren kommt auch besser niemand zu nahe. Langsam aber sicher erkennt Harry den Zusammenhang zwischen Black und dem Tod seiner Eltern.
«Harry Potter and the Prisoner of Azkaban» hat die richtige Mischung aus Humor und Ernst, Spuk und Spass gefunden, eingebettet in eine detailverliebte Ausstattung, die ernsthaftes Lob verdient. Auch die computergenerierten Effekte sind, mit einigen Ausnahmen, auf einem beeindruckenden Niveau, und das gestandene Schauspielerensemble mit Michael Gambon als neuer Professor Dumbledore, Alan Rickman, Maggie Smith und Emma Thompson trägt das Seine zum Gelingen bei. Kurz, es gibt nicht viel zu meckern und der Filmkritiker kann getrost schweigen. Weiterzaubern, Harry! [Bruno Amstutz]
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