The Missing - Filmkritik
| Land (Jahr): | USA (2003) |
| Genre: | Western |
| Filmlänge: | 137min |
| Regie: | Ron Howard |
| Kinostart: | 12.02.2004 |
| Drehbuch: | Ken Kaufman |
| Verleih: | Walt Disney Switzerland |
Im Western nichts Neues
Das einzige Novum in Ron Howards Wiederaufbereitung des Western-Genres: Das zarte Geschlecht übernimmt die Führung, Cate Blanchett spielt die Heldin. Über eine mehr oder minder verzweifelte Nachahmerei seiner Vorbilder kommt der Streifen aber ansonsten nicht hinaus.
Regisseur Ron Howard hat sich für die unmittelbare Nachfolge seines Grosserfolgs «A Beautiful Mind» auf ein in den letzten Jahren eher vernachlässigtes Genre besonnen: den Western. Dabei ist die Hauptfigur dieser Literaturverfilmung beinahe anbiedernd modern.
Maggie Gilkeson, die alleinerziehende Mutter zweier Töchter, wird gespielt von der unheimlich wandlungsfähigen Cate Blanchett. In ihrer einfachen Kommune draussen in der Prärie New Mexicos packt sie mit an, wofür auch immer man sie braucht, näht Wunden, zieht Zähne und kriecht, so es ihr danach ist, mit ihrem gelegentlichen Liebhaber Brake (Aaron Eckhart) unter eine Decke.
Howards Film basiert auf einem feingeschliffenen, wohlkalkulierten Drehbuch, in welchem die Ereignisse beinahe zu perfekt zusammenfallen: Just als Brake umgebracht und Maggies Tochter Lily (Evan Rachel Woods) entführt und zur Prostitution nach Mexiko verkauft wird, taucht ihr entfremdeter Vater (Tommy Lee Jones) auf, der seine Familie seinerzeit verlassen und sich verschiedenen Indianer-Stämmen angeschlossen hat. Seine spirituellen Fähigkeiten sind gefragt, um die (Enkel-)Tochter wiederzufinden.
Ähnlichkeiten mit John Fords Klassiker «The Searchers» sind bei «The Missing» nicht zu verleugnen - beide Western erzählen die Nachfolgegeschichte einer Entführung. Erstaunlicherweise fokussiert Howard nicht etwa die sentimentale Seite des Epos, sondern versucht, die archaischen Momente des rauen Prärielebens aufzuspüren und operiert mit bewährten Versatzstücken des Westerns: Vergrämte, gegerbte Visagen in Nahaufnahme, weiter Himmel mit dramatischen Wolkenbildern, dazwischen die Heldin.
Howard vermag die zweieinviertelstündige Spielzeit allerdings nicht vollumfänglich mit Spannung auszufüllen. Zwar haftet seinem modernen Western durchaus eine faszinierende Aura an, doch geht sein Bestreben, Authentizität zu vermitteln, im Endeffekt auf Kosten des Humors. Und dadurch steht er nicht nur seinem Vorbild John Ford um einiges nach, sondern entschärft auch die Faszination seiner ungewöhnlichen Protagonistin. [Andrea Bleuler]
weitersagen
|
|
Andy: sehr gute geschichte und sehr tolle darsteller!... |
|
|
Tuvok: Wieso er seine Tochter verlassen hat, was er dann ... |

