«I'll be back» knurrte er 1984. Dann kam er zurück und schoss eine Polizeistation zu Klump. Die Kultfigur des Terminators war geboren und machte Arnold Schwarzenegger zum Weltstar. «I'll be back» knurrte er 1991 und das Publikum lachte. «Terminator 2: Judgement Day» war das perfekte Kind der frühen Neunziger, ein bombastischer Actionfilm, bei dem man nie hundertprozentig wusste, ob die Lacher unfreiwilliger Komik oder gezielter Selbstironie entsprangen.
Und jetzt läuft also eine dritte Version derselben Geschichte vom Stapel, mit demselben Österreicher, einem anderen Regisseur und einem neuen Aushängeschild namens Kristanna Loken. Unter der Menschenhaut der grazilen Norwegerin steckt das neuste Modell namens T-X aus der Abteilung Killerroboter von Skynet. Das menschenfeindliche Computersystem ist trotz des scheinbar endgültigen Endes von Teil 2 offenbar doch an die Macht gekommen, und der ganze Zirkus geht von vorne los: T-X wird durch die Zeit zurückgeschickt, um Menschenanführer John Connor (Nick Stahl) zu töten, ein umprogrammierter Terminator vom veralteten Modell T-800, Serie 101 (Schwarzenegger) soll ihn beschützen.
Wenn die Maschinen im Jahr 2029 den Krieg gegen die Menschen verlieren, werden sie selbst schuld sein. Wenn sie nicht genug Fantasie haben, beim dritten Attentatsversuch gleich ein ganzes Rudel ihrer mechanischen Mörder loszusenden, verdienen sie die Weltherrschaft nicht. Aber wenn Fantasie das evolutionäre Kriterium darstellt, ist es um die Menschen auch nicht allzu gut bestellt. Zumindest nicht um diejenigen in Hollywood. Auch vor «T2» waren schon murrende Stimmen laut geworden, die abgeschlossene Geschichte von «Terminator» weiterzuspinnen sei unsinnig, aber das Drehbuch behalf sich mit einem, im Nachhinein gesehen, genialen Kniff und vertauschte kurzerhand gut und böse. So schrieb der Terminator nicht nur als Miesepeter, sondern auch als Held Filmgeschichte.
Von solcher Originalität ist T3 weit entfernt. In Anerkennung der Tatsache, dass hier nochmals praktisch dieselbe Geschichte abgespult wird wie im Vorgänger, kopiert und zitiert der Streifen die typischen Szenen aus T2, dreht sie dann aber im entscheidenden Moment mit Humor in eine andere Richtung. Das schafft Raum für einige erfrischende Momente, trotzdem wird oft allzu schamlos von den Kultfaktoren der ersten Teile gelebt. Auch in die Geschichte der Oneliner wird T3 kaum eingehen. «She'll be back». Gähn. Versuchs nochmal Arnold. «I am back». Na ja, immerhin.
Was bleibt, ist Action. Und die ist handfest. Da werden mit dem Kranwagen ganze Strassenzüge zu Kleinholz gefahren, Arnold perforiert mit der Minigun in der rechten Hand und einem Sarg auf der linken Schulter Wagenladungen von Polizeiautos und mehrfach macht es herzhaft «kloink», wenn Roboterschädel gegen massive Hindernisse putschen.
Solcherlei (zusammen mit Arnolds Gage von 30 Millionen Dollar) hat das Budget in astronomische Höhen getrieben und katapultiert «Terminator 3» in die Liga der teuersten Filme aller Zeiten. Ob die Spesen mit diesem Resultat je in die Kasse zurückfliessen werden, ist fraglich. Falls sie es tun, werden die Terminatoren nicht von der Leinwand verschwinden. Das Ende von «T3» schreit überdeutlich «I'll be back».