Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran
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Filmkritik

Eine Prise Orient

Begleitet vom Vorwurf, ein Plagiat zu sein, stand der Kurzroman «Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran» von Eric-Emmanuel Schmitt sowohl auf den Bestsellerlisten als auch in den Schlagzeilen. Nun erscheint die gleichnamige Adaption in unseren Kinos, mit einer einnehmenden darstellerischen Leistung von Omar Sharif, welcher den von Naivität und Hoffnung strotzenden Streifen verziert.

Der Teenager Moise (Pierre Boulanger), kurz Momo genannt, lebt mit seinem Vater in einer kleinen Wohnung mitten im multikulturellen Marais Quartier von Paris. Seine Einkäufe und Gelegenheitsklauereien tätigt der jüdische Junge in den frühen Sechzigerjahren im kleinen Laden von Monsieur Ibrahim (Omar Sharif). Von der Mutter verlassen und vom Vater vernachlässigt, findet Momo Zugang zum alten Sufisten. Dieser gibt dem Jungen ein paar fundamentale Werte mit auf den Weg und erweitert seinen Horizont, was die ethnischen, religiösen und romantischen Aspekte des Lebens betrifft. Eine generationenübergreifende Freundschaft nimmt ihren Lauf.

Viel mehr an Handlung enthält diese feinfühlige Studie nicht. Sharifs Darstellung und seine würdevoll gealterte Persönlichkeit füllen die zertretenen Schuhe des Ladenbesitzers wunderbar aus. Die zuweilen gar hyperperfekt platzierten «Bonmots» aus dem Koran, welche der Ägypter mit viel Liebe zitiert, wirken dafür allzu oft sehr gestelzt und lassen die Glaubwürdigkeit vermissen. Abgesehen davon ist «Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran» aber auf eine eigene, verspielte Weise ein Erfolg. Neben dem glänzenden Sharif hat auch der sechzehnjährige Boulanger eine Reihe von prägnanten Momenten, welche seine Fähigkeiten als Schauspieler unter Beweis stellen. Zieht man dabei noch in Betracht, dass es sich bei der Geschichte um die Erinnerungen eines erwachsenen Mannes handelt, können, bis auf die viel zu überspitzte Schlussviertelstunde, der Pathos und die Gesetztheit verziehen werden.

Da ich Schmitts Buch nicht gelesen habe, vermag ich nicht zu sagen, was unter der Regie von François Dupeyron letztendlich neu erfunden oder weggelassen wurde. Einen Nerv trifft der Film in einer Zeit ausgedehnter medialer Berichterstattung über islamischen Fundamentalismus aber auf jeden Fall. Ist uns der Orient mit seinen Bräuchen und Menschen oft sehr fremd, führt uns diese leise Ode an die Freundschaft eine friedliche, von humanistischen Grundsätzen, wilden Düften und Farben geprägte Welt vor Augen. Fernab von bärtigen, dunkelhaarigen Terroristen auf Fahndungsplakaten ist «Monsieur Ibrahim» mit all seiner Naivität ein gesundes Gegenstück zum Misstrauen und der Angst des Westens vor dem nahen Osten. Nicht dass sich damit die Welt verändern liesse, aber eine angenehme Ruhe setzt für eine Weile ein.

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6 Kommentare
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Yvonne

einfühlsam, sinnlich, wundervoller Humor, Weltreligionen
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Tuvok anspruchsvoll und Langweilig - Teil 3 der Filmkritik. Über Schmitt kann ich sagen das er am 28. 3. 1960 in St. -Foy-les-Lyon geboren ist, er hat Klavier studiert, in Lyon und Philosophie hat er in Par...
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Yvonne

Miteinander. sinnlicher Film mit sehr viel Sensibiltät zum Thema Mulitkultur und Weltreligionen. Wunderbar gespielt, einfühlsam und mit tiefgründigem Humor, für mich wieder einmal ein meisterlicher Fi...
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Uschi

Zusammenleben. Im kleinen zeigt die Geschichte, dass Vorurteile falsch sind. Dieser Film müsste Ariel Sharon und Herrn Arafat gezeigt werden. Beide Religionen basieren auf dem gleichen Urvater. Obige ...
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Corina

Pubertäre Ergüsse und lahme Weisheiten. Dieser Film hält nicht, was er verspricht. Ich dachte, mich erwartet Poesie und Leidenschaft, doch serviert bekam ich eine lahme Handlung voll Klischees mit ein...
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Philipp

Wieder einmal.... ... eine cineastische Perle. Wem "Amelie" gefallen hat, dem kann ich diesen Film wärmstens empfehlen. Ein Feelgood-Movie, welcher nicht ganz so zuckersüss wie "Amelie" daherkommt.

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