Bühne frei für Antihelden: Das Schwindler-Duo Roy (Nicolas Cage) und Frank (Sam Rockwell) knöpft seinen Mitmenschen äusserst erfolgreich Geld ab. Während Frank das schmierige Metier in vollen Zügen geniesst, ist Kollege Roy von zwei Seelen in seiner Brust geplagt: Sein schlechtes Gewissen äussert sich in verschiedenen Zwangshandlungen.
Als es um einen grösseren Coup geht, wird diese Situation unhaltbar. Roys neuer Psychotherapeut (Bruce Altman) hilft bei der Wiedervereinigung mit seiner Teenager-Tochter (Alison Lohman), mit der er bis anhin nie zusammen gelebt hat. Mit Angela hält pubertäre Anarchie in Roys Leben Einzug, was die Neurosen-Frönerei so gut wie verunmöglicht. Zwar ist Papas plötzlicher Sinneswandel psychologisch nicht überzeugend, doch überdecken die handwerklich gekonnte Darstellung und Inszenierung das logisch lückenhafte Konstrukt.
Nicolas Cage und Sam Rockwell sind, erwartungsgemäss, in ihren Rollen als lebenserfahrene Gauner ganz in ihrem Element und bringen die emotionale Doppelbödigkeit des Plots - Sentimentalität und Ironie, sprich Nähe und humorvolle Distanz kombiniert - publikumswirksam auf die Leinwand. Alle Sympathien sind auf ihrer Seite, der verständnisvolle Blick auf menschliche Verhaltensweisen in der kapitalistischen Welt ist herzergreifend.
Nach «Gladiator», «Hannibal» und «Black Hawk Down» schlägt Ridley Scott leisere Töne an. «Matchstick Men» ist eine subtile Komödie mit leichtem Hang zum Melodrama, inszeniert im guten alten Hollywood-Stil, die allerdings an Attraktivität verliert, als sich die Handlung in Richtung Normalität bewegt. Allzu gefällig sind Cage und Rockwell als komische Käuze, als dass ihre Genesung von Interesse wäre.
okay aber nehr nicht, interessante cage und rockwell der mit moon später noch überrachst als gute darsteller