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Lost in Translation - Filmkritik

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3

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Land (Jahr): USA (2003)
Genre:Drama
Filmlänge:102min
Regie:Sofia Coppola
Kinostart:08.01.2004
 07.01.2004 (Romandie)
Drehbuch:Sofia Coppola

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Zwischen Vergangenheit und Zukunft

40

Francis Ford Coppolas Tochter Sofia präsentiert eine melancholische Komödie über die temporäre Entwurzelung einer jungen Frau und ihres älteren männlichen Gegenparts. Eine Ausgangslage, die gewöhnlich unweigerlich in eine Bettszene mündet, wird hier überraschend anders ausgelotet.

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«Lost in Translation» fokussiert jenen unheimlichen Moment im menschlichen Dasein, in welchem das Leben abrupt an Geschwindigkeit verliert und alles in Frage gestellt wird. Bill Murray verkörpert den Schauspieler Bob Harris, der sich an einer Whiskeywerbekampagne, produziert in Tokio, dumm und dämlich verdient. Charlotte (Scarlett Johansson, gesehen in «Ghost World»), ist mit ihrem Ehemann (Giovanni Ribisi) in der Stadt, ein Junior-Star-Fotograf, der seiner Frau schon jetzt nicht mehr zuhört und für eine Woche zu einem Fotoshooting entschwindet.

Beide sind übermüdet, schlaflos und von der Fremde dermassen überwältigt und verunsichert, dass sie sich erst einmal in die Anonymität eines sterilen Hotelbunkers zurückziehen. Charlotte, frisch ab College, nähert sich dem gestandenen Schauspieler nicht als Fan. Sie finden sich - trotz unterschiedlichster Vorzeichen - in einem geteilten momentanen Lebensgefühl der Unzufriedenheit, Ratlosigkeit und Leere.

Coppolas passive Hauptfiguren wirken arrogant. Scheu und abenteuerunlustig wandeln sie durch ihre Tage - zusammen und getrennt. Dabei basieren unangenehm viele Scherze auf japanischen Eigenarten und präsentieren die Gastgeber in bester Kolonialisten-Tradition als lustige, komische Kerle. Trotzdem ist Coppolas Werk ein sensibler Film. Wie bereits in «The Virgin Suicides» spielt die Tonspur in diese Hinsicht eine Schlüsselrolle.

Bobs Frau ist ausschliesslich stimmlich präsent, was sie umso bedrohlicher für seine Existenz erscheinen lässt. Faxgeräte sind überlaut, ebenso Klimaanlage und Neonbeleuchtung, und verdichten die realpoetische Atmosphäre magisch. Zwei präzise gesetzte Karaoke-Einlagen, darunter Roxy Music's «More than this», runden die knappe Botschaft ab und verleihen dieser andauernden Traumsequenz eine experimentelle Natürlichkeit.

Wirklich herausragend ist Coppolas Besetzung. Insbesondere Bill Murray läuft in seinen zahlreichen, von Selbstironie geprägten Quasi-Einzelszenen zur Höchstform auf und prägt den Film mit komödiantischen Ein-Mann-Showeinlagen, die sich ins Gedächtnis einprägen.

[Andrea Bleuler]

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