Cradle 2 the Grave - Filmkritik
| Aka Titel: | Born 2 Die |
| Land (Jahr): | USA (2003) |
| Genre: | Action, Crime, Thriller |
| Filmlänge: | 100min |
| Regie: | Andrzej Bartkowiak |
| Kinostart: | 24.04.2003 |
| 11.06.2003 (Romandie) | |
| Drehbuch: | Reggie Rock Bythewood |
Zwei harte Jungs im Diamantenfieber
Hier knallt es wieder einmal gewaltig. Kampfsportler Jet Li und Rapper DMX jagen eigentlich Diamanten, treten aber hauptsächlich Leuten in den Hintern. Und das ohne den Deckmantel der Ironie.
Andrzej Bartkowiak setzt auf Bewährtes: Klingende Namen und harte Action. In seinem Regiedebut «Romeo Must Die» liess er den Kampfsportler Jet Li mit der Musikerin Aaliyah paarlaufen. Rapper DMX hatte einen kurzen Auftritt. Im nächsten Werk «Exit Wounds» kommunizierte Steven Seagal mit roher Körpersprache, DMX alias Earl Simmons stieg in eine tragendere Rolle auf. In seinem dritten Streich «Cradle 2 the Grave» vereint Bartkowiak jetzt Jet Li wieder mit DMX und legt noch ein paar Namen aus der zweiten Garde der Kampfsportgemeinde wie Mark Dacascos («Le Pacte des Loups») oder Kelly Hu («X-Men 2») aufs Feuer.
Die Flammen schiessen von Anfang an hoch: Der Juwelendieb Tony Fait (DMX) ramscht in einem ausgetüftelten Raub massenhaft Diamanten zusammen. Einige davon sind schwarz und geheimnisvoll. Auf die hat es auch der taiwanesische Agent Su (Jet Li) abgesehen. Einigen kann man sich vorerst nicht, also sprechen die Fäuste und Handkanten. Doch dann wird Fait's Tochter entführt, denn da ist ja noch Bösewicht Ling (Mark Dacascos), der ebenfalls gewalttätige Besitzansprüche an die Klunker stellt. Die Konstellation ist gesetzt, Jet Li und DMX tun sich zusammen, und es darf losgeprügelt werden. «Cradle 2 the Grave» verzichtet recht konsequent auf Schusswaffengebrauch, dafür haut so ziemlich jeder jedem früher oder später auf die Nase.
Bartkowiak geht es in seinem Streifen in erster Linie darum, den Coolheitsfaktor so hoch wie möglich zu halten. «Cradle 2 the Grave» ist definitiv nicht «Rush Hour 3», auch wenn ein asiatischer Prügelknabe mit einem Afroamerikaner ins gleiche Boot gesetzt wird. Dafür ist der Streifen, je nachdem wie man es sehen will, zu humorlos oder aber zu ernsthaft der Action verpflichtet.
Es schadet ja nicht, das Actiongenre wieder einmal ohne Selbstironie anzugehen, und Bartkowiak bietet zu Beginn auch einige nette Stunts und ein ansprechendes Exposé, wenn er seine supercoolen Helden einführt. Bloss verliert er irgendwann die ohnehin schon dünne Story aus den Augen und erdrückt das Publikum mit ultrahektisch geschnittenen Verfolgungsjagden, explodierenden Helikoptern und einigen sinnlosen Brutalitäten. Der Actionfilm als solches wird so auch nicht gerettet.
[Bruno Amstutz]
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