American Splendor - Filmkritik
| Land (Jahr): | USA (2003) |
| Genre: | Animation, Drama |
| Filmlänge: | 101min |
| Regie: | Shari Springer Berman |
| Robert Pulcini | |
| Kinostart: | 06.05.2004 |
| 22.10.2003 (Romandie) |
Verlierer-Perspektive
«American Splendor» ist nicht nur die Verfilmung eines Kult-Comics, sondern gleichzeitig auch ein Dokumentarfilm und ein philosophischer Essay. Der Name Harvey Pekar, Schöpfer und Hauptfigur der gleichnamigen Publikation, steht für ein unspektakulär durchschnittliches US-Bürgerleben und die entsprechenden Leiden.
Harvey Pekar, ein hypochondrischer Archivar in einem Regionalspital in Cleveland mit einer Leidenschaft für alte Schallplatten und Jazz, kriegt keinen geraden Strich hin. Doch er weiss, was er eigentlich gerne zeichnerisch festhalten möchte: Alltags-Kram eben, wie er nahezu seine Stimme verliert, wie er seine Frau findet, und wie er sein Krebs-Jahr überlebt.
Das Zeichnen übernehmen andere, und 20 Jahre später hat seine Publikation namens «American Splendor» einen Kult-Status erlangt. Mit der Verfilmung sind nun auch einige der besten Szenen aus Pekars Leben fürs Kino verewigt: Etwa sein erstes Rendez-vous mit der Comic-fanatischen Joyce Brabner (Hope Davis), seiner zukünftigen Frau, die sich erst übergeben muss und ihm dann gleich vorschlägt, die Balzerei doch auszulassen und einfach zu heiraten.
Pekar persönlich erzählt und erklärt die Handlung in Interviewsituationen auf dem Filmset und wird parallel dazu von Schauspieler Paul Giamatti dargestellt - der ihm, wie Pekar selbst bemerkt, nicht besonders ähnlich sieht, aber irgendwie genau jene missliche Aura wiedergibt. Ebenfalls geschickt eingeflochten sind Standbilder aus seinen Büchern sowie Archiv-Aufnahmen seiner Auftritte bei «Late Night With David Letterman» in den späten Achtziger Jahren.
«American Splendor» ist eine erfrischende Variante einer Comic-Verfilmung. Shari Springer Bermans und Robert Pulcinis Werk - in Sundance 2003 preisgekrönt - ist klug, raffiniert und unterhaltsam. Einzig Pekar-Interpret Giamatti lässt zu wünschen übrig. Statisch ist er absolut überzeugend. Kaum bewegt er sich, wird deutlich, wie aufgesetzt seine Körpersprache ist. Karikatur hin oder her.
Erfreulich ist hingegen der neuentdeckte Mut zur Skizzenhaftigkeit im US-Kino: Wie schon gesehen in Sofia Coppolas «Lost in Translation», scheint das nicht Ausformulierte urplötzlich wertvolle Qualitäten in sich zu bergen, die von allzu viel Pragmatik ansonsten chronisch erschlagen werden. [Andrea Bleuler]
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David: "American Splendor" ist sicherlich die originellst... |
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Tobias: "Das Leben schreibt die besten Geschichten. " Wenn... |

