A Man Apart - Filmkritik
| Land (Jahr): | Deutschland, USA (2003) |
| Genre: | Action, Crime, Drama, Thriller |
| Filmlänge: | 110min |
| Regie: | F. Gary Gray |
| Kinostart: | 05.06.2003 |
| 28.05.2003 (Romandie) | |
| Drehbuch: | Christian Gudegast |
A Man Apart
Der Name Vin Diesel verspricht seit «xXx - Triple X» Action in Reinkultur. In «A Man Apart» werden der Omnipotenz ausstrahlende Star und seine Kunst aber von klumpigem Dialog und dumpfer Handlung erschlagen und ausser Gefecht gesetzt.
Er ist ein Mann der Superlative: kein Haar, viel Muskelfleisch, tiefe Stimme. Doch Vin Diesels kultige Türsteherphysiognomie findet im Streifen von F. Gary Gray («The Negotiator») einen wenig würdigen Einsatz.
In «A Man Apart» - übrigens vor «xXx - Triple X» gedreht, aber wegen Differenzen mit den Studiobossen fast zwei Jahre lang nicht veröffentlicht - spielt Diesel den Drogenfahnder Sean Vetter. Sieben Jahre lang hat er einen mexikanischen Drogenboss (Geno Silva) gejagt hat und bringt ihn schliesslich hinter Gitter. Inzwischen wird das Kartell allerdings von einem geheimnisvollen Junior namens «Diablo» geführt, der Vetters Frau (Jacqueline Obradors) ermorden lässt.
Wer hofft, zu sehen, wie Pokerface Diesel für einmal ob eines plötzlichen Schicksalsschlages emotional auseinanderfällt, wird enttäuscht. Vielmehr ist sein Kraftaufwand, Verlust und Verzweiflung auf die Leinwand zu bringen, unermesslich und weit Mitleid erregender als die eigentliche Handlung. Vetter trinkt, raucht, meditiert und kommt zum Schluss, dass nun - auch für ihn als Mann des Gesetzes - persönliche Rache angemessen wäre.
Das schwerfällige Dahinschleichen der Handlung und die unmöglichen Dialoge ziehen sogar Diesels bewährte Qualitäten ins Lächerliche und demontieren ihn als Berufsmann. Er selbst bleibt enthusiastisch und versucht heldenhaft, das Beste aus seiner misslichen Situation zu machen – selbst wenn er eine Striptänzerin in Manier eines Denim-Mannsbildes mit den Worten «Learn to respect yourself» von sich zu stossen hat. Und dafür gebührt ihm der Respekt der beschämten Plüschsesselfraktion diesseits der Leinwand. [Andrea Bleuler]
weitersagen

