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Solaris - Filmkritik

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Land (Jahr): USA (2002)
Genre:Drama, Romance, Sci-Fi
Filmlänge:99min
Regie:Steven Soderbergh
Kinostart:06.03.2003
Drehbuch:Stanislaw Lem
 Steven Soderbergh

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Philosophie am Rande des Universums

Steven Soderbergh macht einen Ausflug in den Weltraum. Dort wird für einmal nicht mit Laserschwertern herumgefuchtelt oder mit Photonentorpedos geschossen. Soderbergh geht es vielmehr um philosophische Fragen. Zum Beispiel, ob man sein eigenes Schicksal verändern kann.

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Das Science Fiction Genre will uns ja weismachen, dass im All ständig die Fetzen fliegen, bösartige Spezies auf die Vernichtung der Menschheit lauern und man kein Lichtjahr weit kommt, ohne von Laserkanonen durchsiebt zu werden. Anders sah es der polnische Schriftsteller Stanislaw Lem. Für ihn war das All in erster Linie einsam, still und leer. Genau der richtige Ort, um sich Gedanken über die Grenzen des menschlichen Geistes zu machen.

In seinem 1961 erschienenen Roman «Solaris» liess Lem eine Raumstation um den gleichnamigen Planeten kreisen, der eine eigene Intelligenz zu besitzen scheint. Elf Jahre später verfilmte der Russe Andrej Tarkowskij den Roman zum ersten mal, jetzt versucht sich Steven Soderbergh an einem Remake.

George Clooney, der Busenfreund und Geschäftspartner des Regisseurs, arbeitet als Psychologe Chris Kelvin eigentlich auf der guten alten Erde, wird aber in die unendlichen Weiten geschickt, als von der Raumstation ein Notruf auf den blauen Planeten gelangt. Kelvin's alter Freund Gibarian (Ulrich Tukur) berichtet von seltsamen Vorkommnissen im Orbit um Solaris.

Auf der Station angekommen, stapft Kelvin direkt in ein «Alien»-Szenario: Klinisch sterile Korridore, dekoriert mit Blutspuren, ziehen sich schweigend durch die Raumstation. Statt eines Monsters findet der Psychologe aber zwei verwaiste und verstörte Wissenschaftler (Viola Davis und Jeremy Davies). Gibarian hat sich umgebracht. Kelvin gerät bald selbst unter psychischen Stress, als ihn in der ersten Nacht seine Frau Rheya (Natascha McElhone) besucht. Immerhin ist die schon seit Jahren tot.

George Clooney muss ab so viel Mysterien seine Stirn oft und lange in Falten legen, während er durch die Gänge schleicht. «Solaris» arbeitet mit einer bewussten Langsamkeit, die gewöhnungsbedürftig ist. Liebhaber von Weltraum-Opern wie Kubrick's «2001: A Space Odyssee» dürften sich darin zurecht finden. Wer sich nicht darauf einlassen will, ist verloren. Denn die Handlung muss eine grosse Bürde philosophischer Fragen tragen. Ist die Kopie eines Menschen derselbe Mensch? Machen uns erst unsere Erinnerungen zu dem, was wir sind? Ist das Schicksal unausweichlich?

Der Mangel an Geschwindigkeit könnte einem dazu verleiten, «Solaris» als langweilig zu bezeichnen. Man sollte das aber besser nicht in George Clooneys Gegenwart tun. Dieser fühlte sich am Filmfestival in Berlin bemüssigt, einen Journalisten mit einer Schimpftirade einzudecken, der das «L-Wort» an der Pressekonferenz öffentlich aussprach. Verständlich, zeigt doch Clooney erheblichen Körpereinsatz, um zumindest das weibliche Publikum zu ergötzen. Wer sich also nicht mit tiefgründigen Fragen aufhalten will, kann sich zumindest an Clooneys nacktem Hintern weiden.

[Bruno Amstutz]

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