Michael Sullivan (Tom Hanks) arbeitete schon als Junge für den irischen Gangsterboss John Rooney (Paul Newman). Inzwischen erledigt er für Rooney all jene Dinge, die dessen Hände schmutzig machen könnten und garantiert auf diesem Weg den Erhalt von Rooneys Macht. Die Aufträge teilt er sich meist mit Rooneys Sohn Connor (Daniel Craig), einem impulsiven Hitzkopf. Durch seine überlegte und zuverlässige Art ist Michael Sullivan zu einer Art zweitem Sohn Rooneys geworden, hat sich aber auch den Argwohn des eifersüchtigen Connors zugezogen. Sullivan ist sich durchaus darüber im Klaren, wem er seinen bescheidenen Wohlstand zu verdanken hat. Trotzdem versucht er, die Familie aus seinem Beruf herauszuhalten. Seine Frau Annie (Jennifer Jason Leigh) stellt keine Fragen, doch seine Söhne Michael Jr. und Peter beginnen diese langsam zu stellen. Eines Nachts versteckt sich Michael Jr. im Auto seines Vaters, als dieser ein aufmüpfiges Mitglied des Clans in einem verlassenen Schuppen zur Vernunft bringen soll. Als die Dinge ausser Kontrolle geraten, wird Michael Jr. Zeuge eines Mordes. Doch Connor glaubt dem Jungen sein Versprechen nicht, niemandem etwas zu erzählen, und nutzt die Gelegenheit, seinen ungeliebten Widersacher im Kampf um die Nachfolge seines Vaters loszuwerden. Er stellt Sullivan eine Falle, der dieser zwar entkommt, dabei jedoch seine Frau und seinen jüngeren Sohn verliert. Auf ihrer Flucht vor Connor, dem Clan und einem Auftragskiller (Jude Law) kommen sich Vater und Sohn langsam näher.
Sam Mendes hat sich die Messlatte für seinen zweiten Spielfilm sehr hoch gesetzt. Ein Epos sollte es sein und eine klassische Tragödie. Und die notwendigen Elemente sind durchaus da: Gangsterclans, Loyalitätskonflikte, Machtgier, Intrigen, Vater-Sohn-Konflikte. Wenn das alles ein wenig an «Godfather» erinnert, dann ist das sicherlich nicht zufällig. Visuell ist «Road to Perdition» denn auch ein überwältigender Film. Kameramann Conrad Hall verwendet fast ausschliesslich grau, braun und schwarz und vermittelt zusammen mit der schäbig wirkenden Ausstattung sehr eindrucksvoll die Tristesse und Hoffnungslosigkeit, die in Amerika zur Zeit der «Grossen Depression» Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts vorherrschte. Sam Mendes' langsame und klassische Erzählweise passt ebenfalls perfekt in dieses Stimmungsbild. Perdition steht dabei sowohl für die Stadt, die das Ziel der Reise von Vater und Sohn durch den Mittleren Westen ist, als auch für den englischen Begriff des Verderbens.
Doch der Film lässt einen kalt. Die beeindruckenden Bilder auf der Leinwand stehen in Kontrast zu einer langatmigen und voraussehbaren Geschichte. Dem Drehbuch, welches auf einem Bilderroman basiert, fehlt jene Schwere und Dramatik, die eine grosse Tragödie ausmacht. Hinzu kommt, dass Tom Hanks fragwürdig besetzt ist. Hanks hat bisher in seiner Karriere fast ausschliesslich den «good guy» verkörpert und hat wohl in «Road to Perdition» die Chance gesehen, seinem Image für einmal mehr Dimension zu geben. Doch obwohl er sich überraschend zurückhaltend gibt, vermag er der tragischen Figur des Michael Sullivan nicht die notwendige Glaubwürdigkeit zu geben. Paul Newman und Jude Law überzeugen zwar beide, aber ihre Rollen, wie auch jene aller anderen Nebenfiguren, bleiben zu schemenhaft, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Das gar moralische Ende der Geschichte mag zudem auch nicht jedermanns Geschmack sein.
Zugepappt wird das Ganze buchstäblich von der ersten bis zur letzten Sekunde von Thomas Newmans aufdringlicher Musik, deren Leichtigkeit und Beschwingtheit so gar nicht zur düsteren Stimmung von «Road to Perdition» passt und dem Film leider einen Grossteil seiner Faszination raubt.