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Tuvalu - Filmkritik

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Land (Jahr): Deutschland (1999)
Filmlänge:101min
Regie:Veit Helmer
Kinostart:21.12.2000
Drehbuch:Michaela Beck
 Veit Helmer
Kamera:Emil Hristow

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Mikrokosmos Hallenbad

Ein verträumter Junge verliebt sich in ein unschuldiges Mädchen, das seine Existenz bedrohen könnte. Regisseur Veit Helmer wusste schon lange, wie sein Erstlingswerk aussehen sollte. Das Schicksal wollte es, dass er seine kolorierten Träume auch umsetzen konnte.

Bildgalerie

Tuvalu ist eine kleine Insel im Pazifik. Und das Ziel der beiden Protagonisten des gleichnamigen Films. Die Handlung spielt allerdings hauptsächlich in einem zerfallenen Hallenbad in der Mitte von Nirgendwo. Dieses wird von Antons blinden Vater Karl betrieben. Die Badegäste sind nur noch spärlich, doch Anton (Denis Lavant, «Beau Travail»), der noch nie einen Fuss aus dem Gebäude gesetzt hat, spielt seinem Vater jeden Tag ein Band vor, auf dem das Stimmengewirr unzähliger Badender zu hören ist. Antons Bruder Gregor hat wenig übrig für die Nostalgie seiner zurückgebliebenen Familienmitglieder, sondern plant den ehemaligen Schwimmtempel wie alle anderen Gebäude in der Umgebung abzureissen, um auf dem Grundstück profitable Wohn- und Bürobauten zu errichten. In die Intrigen mischt sich auch noch Eva (Chulpan Hamatova, «Luna Papa») ein, die das Ventil der Dampfmaschine benötigt, um mit dem Schiff ihres verstorbenen Vaters nach Tuvalu zu fahren. Doch ohne die Dampfmaschine wäre das Hallenbad endgültig dem Ruin, und damit den Machenschaften des hinterhältigen Gregor ausgeliefert.

Über Tuvalu, die kleine Insel im Pazifik, gibt es viele Worte zu verlieren. Viel Aufmerksamkeit wurde ihr aufgrund ihrer Internet-Adressen gewidmet, die mit der Abkürzung .tv enden, und deshalb das Interesse aller Fernsehmacher und -begeisterten auf sich zogen. Vieles zu erzählen gibt es auch über Tuvalu, den kleinen Film aus Deutschland, obschon der Film selbst nur wenige Worte verliert. Tuvalu ist ein Film ohne Dialog, zumindest fast ohne. Die wenigen geäusserten Satzfragmente sind international leicht verständlich, und auch die Handlung lässt sich leichter als eben geschehen zusammen fassen. Die Einfachheit der Geschichte ermöglichte es Regisseur Veit Helmer seine volle Konzentration auf die Ausstattung und die Geräuschkulisse zu richten, die so fantasievoll komponiert sind, wie sonst nur in Träumen. In Bezug auf die Ausstattung muss dieser Film seine nächsten Verwandten bei Jean-Pierre Jeunets «Delicatessen» und «La cité des enfants perdus» suchen. Tuvalu kommt jedoch beinahe ohne Dialoge aus, und seine sozialkritische Komponente ist noch deutlicher ausgeprägt. Nicht zuletzt dadurch erinnert der Film auch an die Filme von Charlie Chaplin. Die Handlung wird schliesslich auch hauptsächlich durch die Einlagen der Darsteller vorangetrieben. Diese Bildsprache ist durchaus (wieder-)gewöhnungsbedürftig, weshalb die Bewertung dieses Werkes jedem Zuschauer selbst überlassen werden soll. [Thomas Hunziker]

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