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Mon oncle - Filmkritik

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Aka Titel:Mein Onkel
Land (Jahr): Frankreich, Italien (1958)
Genre:Comedy
Filmlänge:110min
Regie:Jacques Tati
Kinostart:03.07.2003
 13.12.2002 (Romandie)
Drehbuch:Jean L'Hôte

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Der Mensch als Witzfigur der Technik

Fast wortlos, dafür aber umso wirksamer sabotiert und entlarvt Monsieur Hulot mit einem falschen Handgriff den technischen Fortschritt, der sich oft als menschlicher Rückschritt entpuppt. Komisch, witzig, absurd und nostalgisch wirken diese Bilder aus einem noch nicht lang vergangenen und amüsant vorausgedachten Leben.

Der 1982 verstorbene Ausnahme-Regisseur aus Frankreich, Jacques Tati, treibt die Gegensätze auf die Spitze, indem er Szenen aus scheinbar verschiedenen Epochen gegenüberstellt: Hier eine verträumte Zwischenkriegszeit, dort ein US-amerikanisch inspiriertes, technisch modernes Leben und Arbeiten. Auf der einen Seite Nostalgie pur, die durch diesen Gegensatz noch verstärkt wird - eine ins Lächerliche oder Absurde weitergedachte Moderne auf der anderen Seite.

Jede Szene scheint entweder einen Verlust an Lebensart zu beklagen oder eine Kritik an der die Menschen tyrannisierenden Technik auszudrücken. Ein Clou ist dabei, dass die meisten Figuren sich freiwillig den Marotten der Technik unterwerfen und den sogenannten Fortschritt schon an sich gut finden.

Als charmantes und wie immer wortkarges Bindeglied zwischen diesen beiden Welten fungiert der bekannte Monsieur Hulot (Jacques Tati), dessen Schwester mit dem Direktor einer Fabrik für Gummischläuche verheiratet ist. Dieses Paar hat einen zehnjährigen Sohn, den sein Onkel Hulot öfters von der Schule abholt. Dessen Gesellschaft zieht der Spross der elterlichen Kontrolle und dem regelmentierten Familienleben vor.

Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man einmal erlebt hat, wie es in dem abstrus modernistischen Haushalt der Eltern zugeht. Höhepunkt des Privatlebens ist eine Gartenparty, die aufs Trefflichste zeigt, dass High-Tech-Einrichtungen in Verbindung mit Leuten wie Hulot ein Zivilisationsrisiko darstellen. Höhepunkt im Geschäftsleben ist das Chaos, welches Hulot in der Fabrik seines Schwagers anrichtet, nachdem er auf Drängen seiner Verwandten seiner Anstellung zustimmt. Aber auch viele andere Szenen sind liebevoll erdacht und visuell so amüsant umgesetzt, dass sie unvergesslich bleiben.

Man muss allerdings berücksichtigen, dass auch «perfekte» Werke rapide altern. Viele Filme, die älter als eine Generation sind, haben es schwer, Anklang beim Publikum zu finden, weil sich Bildsprache, Handlungskonventionen und Schnittempo drastisch verändert haben. Seinerzeit gewann «Mon Oncle» den Jury-Preis in Cannes und den Oscar für den besten ausländischen Film. Tati's Streifen sticht aber mit zwei zeitlosen Eigenheiten hervor: Er erzählt keine eigentliche Geschichte und pflegt einen speziellen Humor. Wen das nicht stört oder sogar neugierig macht, sollte sich das Vergnügen nicht entgehen lassen - es lohnt sich schon wegen der längst aus dem Straßenbild verschwundenen Autos. [Eduard Ulrich]

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