Nils's Seite
Nils | ZH
Letzte Aktionen
- Kommentiert: Waltz with Bashir
- Bewertet: Waltz with Bashir
- Kommentiert: James Bond 007: Qu...
- Kommentiert: James Bond 007: Qu...
- Bewertet: James Bond 007: Quant...
Letzte Aktionen
Waltz with Bashir
Ari Folmans Film ist eine Wucht. Und dies in jeder Hinsicht: emotional, technisch und erzählerisch. Scheinbar wie selbstverständlich harmoniert der ungewöhnliche Stil des Films mit dem Doku-Genre. Die Zeichnungen schaffen die nötige Distanz, doch entfernt man sich nie zu weit vom Szenario. Vom Anfang bis zum (bitteren) Ende bleibt man fasziniert und sitzt wie auf Nadeln. Der Film ist spannend, wunderschön, traurig, intelligent und gerade jetzt hoch aktuell. Die momentane Situation im Gaza-Streifen verleiht Waltz with Bashir ungemein Gewicht.
Ein Antikriegsfilm wie man ihn noch nie gesehen hat und der einen nicht mehr loslässt. Eine Meisterleistung! Bravo!
10.03.2009
James Bond 007: Quantum of Solace
An alle Nostalgiker. Kauft euch die MegaBox mit allen Bondfilmen oder schaut euch doch einfach einmal in der Woche einen alten, oder wie ihr sagen würdet, echten Bond an. Da könnt ihr in Erinnerungen schwelgen und euch über den ewig durch die Mühle gedrehten Satz "Bond, James Bond" oder "geschüttelt nicht gerührt" erfreuen und nachplappern. Schön für euch ich freue mich auch wenn euch das zusagt. Aber Hallo, wacht auf, wir leben im 21 Jahrhundert!!! Die Welt hat einen fundamentalen Wandel vollzogen. Die Zeit steht nicht still. Auch für Bond nicht. Dank Casino Royal haben wir endlich einen Bond mit Format. Die Action ist immer noch die alte geblieben. Die Sprüche nicht mehr die selben aber immernoch lustig. Bond war immer noch Bond. So weit so schön. Zum Glück führt Foster dieses Prinzip konsequent weiter. Ich gebe jedoch zu dass dieser Bond vom alten nur noch wenig übrig hat. Aber wen interessierts? Es war einfach Zeit für einen Neuanfang. Schliesslich hat die Geschichte von Null angefangen und das bedarf auch eines neuen Charakters und Prinzips. Ich behaupte, dass, wenn Bond so weiter geführt worden wäre wie zu alten Zeiten, wäre er nur noch mit müdem lächeln konsumiert worden. Ausserdem muss man konkurrenzfähig bleiben in Sachen Action. Bourne oder Batman sind da zu nennen. Foster bietet hier aber Actionszenen die von einer Intensität sind, wie man sie selten sieht. Klar, man erkennt nicht gerade viel, doch ist genau darin die Spannung. Wie viele Zeitlupen mussten wir und ansehen in letzter Zeit. Zeitlupen, die sinnlos waren und deplaziert. Kein Actionfilm seit Bourne hat mich derart mitgerissen.
Aber auch die Story stimmt. Zwar ist davon wenig vorhanden. Doch ist sie eindeutig zeitgemäss und enthält durchaus kritische Töne. Muss dass sein? Ja es muss. Bond muss, um erfolgreich zu bleiben und nicht lächerlich zu werden, mit der Zeit mitgehen. Niemend will mer schiessende Autos sehen oder Uhren mit Laser und eingebauter Küche oder so. Das war lange lustig aber jetzt ist genug. Es gibt ja noch die DVDs.
Mit Daniel Craig wurde endlich ein Charakter gefunden der dem angestaubten Bond neuen Glanz verleien kann, mit Forster ein Regisseur, der mit der Zeit mitgeht (wie bereits Campbell in CR). Die Action ist state of the Art, die Schauspieler top und gerade die weiblichen wunderschön und auch klug und handelsbereit (nicht staffage).
Fazit: Intensiv, unglaublich spannen, klever und vor allem zeitgemäss. So kann ich Bond noch lange sehen. Ich bin begeistert und freue mich aufs nächste Mal.
17.12.2008
James Bond 007: Quantum of Solace
Du vergisst, dass The Dark Knight eine Comicverfilmung ist und keinerlei Realitätsanspruch hat. und dennoch ist er verglichen mit den alten Batmans enorm realistisch und auch zeitgemäss bezüglich der Handlung. Du hast recht, dass die Kamera verwackelt ist. Du empfindest es einfach als störend weil du nur das andere gewohnt bist. siehs doch einfach als andere Art von Kameraführung und schnitt. Ich fühle mich so mittendrin stat nur dabei. Das war auch bei Bourne so. Aber das ist natürlich wie alles reine Geschmackssache.
Ich muss natürlich sagen, dass ich die alten Bonds allesamt ziemlich bescheuert finde. Klar hatten sie Charme und Witz und überdrehte Action. Aber sie waren alle genau gleich bescheuert für mich. Der Ablauf ewigs der selbe. Ich mag so was halt nicht und auch nicht Autos mit Raketen. Mir gefällt der neue Bond genau wie er ist. spektakulär, menschlich und zeitgemäss.
Sehts doch mal so. CR war ein NEUANFANG. Neu bedeutet auch anders. Dass eingefleischte Bondfans dem neue Bond kritisch gegenüber stehen kann ich aber doch auch nachvollziehen. Viel vom alten Bond ist nicht mehr da. das gilt aber auch für die Story und das Konzept. Es ist eine Wiedergeburt unter anderen Vorzeichen. ANDERS HEISST DAS ZAUBERWORT. das mag man für gut oder schlecht halten. ich finds supi
17.12.2008
Religulous
Zwei drittel von Larry Charles neuem Film sind grandios. Wie hier Bill Maher verschiedensten Christen Aussagen entlockt, die jeglicher Logik wiedersprechen ist äusserst unterhaltsam. Gnadenlos führt er vor Augen, dass, zumindest im heutigen Wissenschaftlichen Diskurs, Religion jeglicher Logik oder Rationalität entbehrt. Dies gilt vor allem für die Bibel, die Geburt Jesu aus dem Schoss einer Jungfrau (obwohl hier heute vermutet wird dass Junge Frau gemeint war. Dies ist jedoch wie alles in der Religion eine Auslegungssache) und auch die Entstehung des Menschen. Er führt vor Augen wie mit absurdesten Legitimationen, im Namen Jesu Geld gescheffelt wird und im Namen Gottes Elend auf der Erde herrscht. Zum Beispiel, dass der Holocaust Gottgewollt war (ein netter Gott ist das). Dabei bewegt sich Maher bezüglich des Christentums auf sicherem Terrain. Die Gespräche sind auch wirklich sinnvoll und höchst intelligent von Maher geführt. Schwierig wirds jedoch wenn sich Bill Maher auf fremdes Terrain begiebt. Namentlich des Islams oder auch des Judentums. Wobei er bei letzterem sicherer ist. Leider zeigt sich hier seine Unkenntnis bezüglich dieser Religionen in einer ausartenden Polemik und vor allem, dass er die Religionsanhänger nicht mehr ausreden lässt und ihnen Aussagen unterstellt, die sie nie gemacht haben. Er betreibt sogar beinahe eine Hetze gegen den Islam. Für ihn ist er nichts als Gewalttätig. Als eine Frau ihm erklären möchte, dass auch ihm Koran durchaus Frieden gepredigt wird (was im übrigen so ist. Die ältesten Koranverse predigen auch keine Kopftücher oder das Schlagen der Frau) unterbricht er sie und läuft davon. Dies ist ein Zeichen für seine schwache Argumentation was den Islam angeht oder auch das Judentum. Dies ist schade, denn den Teil vom Christentum ist geradezu erläuchtend und gnadenlos in der Argumentation.
Zum Schluss artet der Film jedoch in einen missionarischen Stil aus und predigt, wie sein Angriffsziel selber. Den Aufruf zur ständigen Skepsis und Kritik ist jedoch wohltuend und wichtig. Auch die Gefahr die von religiösen Fanatikern ausgeht, die notabene an wichtigen Machtpositionen stehen können muss wieder vor Augen geführt werden, was dieser Film klar erreicht. Maher möchte, dass die Menschen ihren Verstand einsetzen und nicht alles so hinnehmen wie es ihnen hingeschmissen wird. Die Diskussion um die Relgion ist mit Religulous hiermit eröffnet wie lange nicht mehr.
17.11.2008
Gomorra
Der Anfang vom Film gibt den Ton an. Unschön, dreckig, kunstvoll, brutal, trostlos, realistisch, spannend.
Gomorra ist ein Meisterwerk. Meisterlich inszeniert, meisterlich gespielt und meisterlich erzählt. Im Film spielen Hauptsächlich Laiendarsteller mit, was dem Film die nötige Autentizitä verleiht. Die dokumentarische Inszenierung verstärkt den realistischen Eindruck zusätzlich, obwohl der Film sehr stilvoll ausfällt. Grösster Pluspunkt ist jedoch die Geschichte selbst und die Location. Der Film spielt in der Basis der Camorra. Den sozial schlecht gestellten kleinen Leuten in einem heruntergekommenen Block in Neapel. Ein trostloser Ort, der von Gewalt und Armut beherrscht wird. Dort werden kleine Kinder für Geschäfte missbraucht und Leute erschossen. Die Camorra hat überall ihre Hände im Spiel auch in der Abfallentsorgung, ein weiterer Handlugsstrang im Film. Ein sehr eindrücklicher auch, da dort auch ein Zeichen der Hoffnung gesetzt wird - das Einzige.
Camorra ist ein trauriger Film, der sehr nachwirkt und bewegt. Er führt einem vor Augen, dass Armut das grösste Problem der Menschheit ist. Durch die Armut kann eine Organisation wie die Camorra erst Leben. Sie gibt den Leuten die beinahe einzige Perspektive. Es erstaunt auch wenig, dass das Töten leichtfällt. Denn wenn man mit Gewalt aufwächst und diese erst einmal verinnerlicht hat, fällt es schwer von ihr abzulassen. Die Welt die Gomorra uns zeigt ist eine trostlose Welt. Eine Welt der Gewalt und Armut. Ein schonungsloser und unglaublich starker Film.
10.11.2008
The Lord of the Rings: The Return of the King
Was Peter Jackson hier abgeliefert hat spottet jeglichem Beschreib. Gigantisch, unglaublich, monumental, meisterhaft, zauberhaft, ich weiss nicht was...
In "The Return of the King" vereint Jackson alle Tugenden der Vorgänger in einem Film: Die hohe Emotionalität des ersten Teils und der Actiongigantismus des Zweiten. Neben der wohl spannendsten Fatasygeschichte aller Zeiten, die von liebenswerten und verabscheuungswürdigen Charakteren bevölkert wird, sind Schlachtszenen zu sehen, die einen umhaun. Was Jackson hier bietet stellt alles in den Schatten. Nazguls, Trolle, Katapulte, Olifanten, horden von Orks greifen die Festung Minas Tirith an. Und dies ist mit einer Intensität und einer visuellen Brillianz inszeniert, die noch nie zu sehen war.
Doch schafft es Peter Jackson die Geschichte neben dem Schlachtengetümmel nicht untergehen zu lassen. Die Spannung wird meisterhaft aufrecht erhalten (was bei Two Towers nicht der Fall war), die dreieinhalb Stunden vergehen wie im Flug. Einziger wehrmutstropfen stellt das nicht enden wollende Ende dar, obwohl dies beim ersten Mal sehen nicht ins Gewicht fällt.
Ansonsten alles auf top Niveau. Die Schauspieler sind erneut klasse, die Effekte perfekt, die Aufnahmen Neuseelands überwältigend, die Story packend.
Fazit: Ein Monument der Filmgeschichte. Der würdige Abschluss der besten Filmtrilogie aller Zeiten. Bis heute hat noch kein Fantasyfilm dieses Filmdenkmal vom Thron gestossen. Einzig Jackson und del Torro können diesem Werk mit The Hobbit und einem weiteren Ringe-Film gleichkommen. Eine Überbietung scheint mir beinhahe unmöglich. Aber wer weiss... wir werdens 2011 erfahren. Ich freue mich!!
29.09.2008
Wanted
Timur Bekmambetov ist bekannt für seine visuell überragenden Filme wie Wächter der Nacht (super) oder Wächter des Tages (naja). Auch Wanted bietet bezüglich Schauwert einiges. Da fliegen Kugeln irgendwie durch die Luft und jegliche ballistische Gesetze werden ausser Kraft gesetzt. Die Action stimmt, keine Frage. Doch leider bietet Wanted neben dieser schlichtwegs nichts berauschendes - ausser Angelina Jolie nackt natürlich. Die Geschichte ist, wie bereits in Cineman erwähnt haarsträubend, wenn auch eine gute Wendung eintritt. So was bescheuertes wie das Gequassel über diese Bruderschaft war lange nicht mehr zu sehen und gehört. Leider dient die hirnlose Story auch nur als Legitimierung für völlig z. T. völlig kranke und gewaltverherrlichende Szenen. Gewiss, es ist eine Comicverfilmung. Doch dies rechtfertigt nicht, dass der Protagonist, beinahe 20min das Films zusammengeschlagen, verschnitten und drangsaliert wird. Dies ist Gewaltverherrlichung in Reinkultur. Diese Szenen, sowie auch weitere fragwürdige Momente entlarfen das moralisierende Gequassel am Ende des Films als peinliche Rechtfertigung und billige Kaschierung vom Wesentlichen: einer hirverbrannten Story, verblödetem Machogelaber und kranker, genüsslich inszenierter Drangsalierung des Protagonisten und effektvoller Exekution.
Bei diesem Film überzeugen einzig die Schauspieler, die super Zugszene und eine (!) Actionsequenz am Schluss. Der Rest ist zum Vergessen. Ein äusserst fragwürdiger Film...
16.09.2008
Mongole
Mongole hätte wahrlich ein Meisterwerk werden können. Die Machart ist über jeden Zweifel erhaben (wenn auch eher konventionell), die Schauspieler solide bis sehr gut, die Location ein Traum. Genügend Material für eine spannende Geschichte wäre durchaus auch vorhanden, doch wurde dieses Potenzial leider verschenkt. Es fällt offensichtlich auf, dass Bodrov diesen Film massiv kürzen musste um die Schmerzgrenze von zwei Stunden Laufzeit nicht überzustrapazieren. Das Resultat ist nun ein unfertiges Machwerk das aus verschiedenen Versatzstücken einer Story besteht, die für sich zwar funktionnieren, doch im Gesamtbild wenig harmonisieren. Die Zeitsprünge sind zu massiv die Szenenwechsel zu aprupt und teilweise auch frei jeglicher Logik.
Grösstes Manko stellt jedoch die Tatsache dar, dass Temugdin alias Dschingis Khan Thema dieses Filmes ist. Am Schluss ist nicht nachvollziehbar weshalb dieser Mann die halbe Welt erobert haben sollte. Dementsprechend hätte dieser Film auch über irgendeinen Mongolen dieser Zeit sein können. Man hat einfach nie das Gefühl, Dschingis Khan vor sich zu sehen.
Was bleibt sind wundervolle Landschaftsaufnahmen und ein paar Schlachtszenen, die man aber auch schon besser gesehen hat. Der Rest ist Beilage mit fadem Nachgeschmack. Miese Dialoge zu einer austauschbaren Geschichte, schade.
16.09.2008
The Dark Knight
Die Erwartungen an diesen Film meinerseits waren angesichts des Hypes über "The Dark Knight" riesig. Doch wurden sie, und das hat kein Film bisher geschafft, bei weitem übertroffen...
Nolan gibt Batman das, was alle Comicfilme bisher vermissten: Düsternis und Realitätsbezug. Keinen genmanipulierten ich-kann-alles-und-bin-unbesiegbar-Typen wie der Rest der Comicriege, sondern einen starken Helden, der mit Hilfe von Technik und Kraft zu seiner Power findet und dabei aber Mensch bleibt. Batmans Widersacher ist nicht etwa so was lächerliches wie der Green Goblin oder oder ein überdimensionaler Sandhaufen. Nein, ihm stellt sich die wohl furchteinflössendste Filmfigur seit Hannibal Lecter entgegen: Der Joker. Ein Psychopath, Anarchist, Menschenhasser und Chaot. Heath Legder spielt ihn mit einer Intesität und Inbrunst, dass man sagen muss: Er spielt nicht den Joker, er lebt ihn. Eine monumentale Performance von einem der besten Schauspieler die gelebt haben. Sein Tod ist in jeder Hinsicht eine Tragödie. Dieser Film ist sein Vermächtnis.
Doch auch die restlichen Schauspieler sind durchs Band hervorragend, brauchen auch nicht weiter erwähnt zu werden.
Die Story, welche uns hier serviert wird, ist so spannend und wendungsreich, dass man sich von der ersten Sekunde bis zur Letzen am Sitz festkrallt. Ausserdem wirft sie verschiede moralische Fragen auf, die auch an den Zuschauer gerichtet werden und äusserst unangenehm sind.
Natürlich kommt die Action nicht zu kurz. Es knallt und rumort immer wieder, doch sind die Actionsequenzen so abwechslungsreich und so genial gemacht, dass sie immer von neuem gefangen nehmen.
Hoch anzurechnen ist Nolan, dass er neben all der Düsternis auch geziehlt Humor einfliessen lässt und die Liebe nicht zu kurz kommt. Wenn auch diese eher in tragischer Form enthalten ist.
Fazit: Ein Meisterwerk der Filmgeschichte. Story, Schauspieler, Action... alles auf allerhöchstem Niveau. Jeder kommende Action und Comicfilm muss an diesem Filmmonument vorbei und wird es wahrlich nicht einfach haben. Diesen Film zu übertreffen, scheint beinahe so schwer, wie es bei "Herr der Ringe" der Fall ist (Fantasygerne-bezogen). Vielleicht gelingt es ja Nolan selbst. Sein nächster Batman soll sogar noch düsterer werden. Ich freue mich!
16.09.2008
Hancock
Hancock beginnt super. Der gleichnamige Held ist ein versoffener Taugenichts mit Superkräften, der den Bürgern auf seine etwas eigene Weise zur Hilfe kommt wenn's brenzlig wird. Hancock ist ein selbstsüchtiges Arschloch, das herablassend mit Frauen umgeht und sich üble Scherze mit Kindern erlaubt. Das klingt alles ganz unkonvetionell und erfrischend. Ist es auch. Es macht unglaublich Spass, Will Smith alias Hancock zuzuschauen. Kein Vergleich zu den geschleckten Superhelden mit persönlichen Problemchen wie Superman oder Spidy.
Leider haben die Macher von "Hancock" ihrem Helden bzw. uns dieses ungepflogene Verhalten nicht für längere Zeit zumuten wollen.
Denn sobald der Superheld aus dem Gefängnis kommt scheint er wie ein anderer Mensch. Er ist rasiert, in einem Anzug unterwegs und benimmt sich wie ein Gentleman. Mit anderen Worten: Hancocks lustige und freche Art ist durch eine ernste und vorbildliche ersetzt worden.
Die Idee Hancocks Image aufzupolieren ist zwar ganz nett. Doch musst hierfür gleich der ganze Held seine Persönlichkeit wechseln? Dem Film hat dieser Schritt nicht gutgetan. Denn was dann folgt, ist nichts anderes als konventionelles, nicht mal sonderlich gut gemachtes Actionkino inklusive Romanze und Drama. Es gibt noch einige Wendungen in der Geschichte, die für sich jedoch reichlich bemüht wirken und die Geschichte zum langwierigen Konstrukt verkommen lassen.
Es ist schade, dass die Macher dem "alten" Hancock nicht mehr zugetraut haben. Was ein äusserst vergnüglicher und innovativer Film hätte werden können, steht am Ende als unbefriedigendes Konstrukt aus zwei Teilen da, von dem nur einer zu überzeugen vermag und der andere auf den Mond geschossen gehört.
10.07.2008
Into the Wild
Sean Penns Bestsellerverfilmung erfordert ziemliches Sitzfleisch. Er erzählt die unglaubliche Geschichte um den Ausreisser McCandless in satten 140min. Ein Film, welcher mit wenigen Dialogen auskommt und gewissermassen nur von den Bildern lebt, läuft Gefahr langweilig zu werden. Doch Into the Wild kann dies durch seine Faszination und v. a. durch die herausragende Leistung Emile Hirschs verhindern, trotz einzelner Längen.
Es ist gerade die Motivation von Alexander Supertramp, welche Fasziniert. Man versteht, dass er aus unserer Zivilisation fliehen möchte und in der Wildnis sein Glück, jenseits von der Gier der Menschen und dem Gesetz, suchen möchte. Doch regen die herzlichen Begegnungen, welche er auf seiner Reise hat auch immer wieder dazu an, daran zu denken, was er mit seinem Vorhaben liegen lässt und, wie er am Schluss schmerzlich erfahren muss, dass er ohne den Kontakt mit anderen sein Glück nicht teilen kann.
Genial der Einfall Penns, Supertramps naivem Tripp in die Wildnis die Sorgen seiner Eltern und, durch den Off-Komentar vermittelt, seiner Schwester, welche er im Gegensatz zu den Eltern immer geliebt hat, entgegenzustellen. Gerne hätte man diesbezüglich noch mehr gesehen. Doch schliesslich ist dies Alexanders Film. Der Fokus liegt klar auf ihm und seiner Reise. Meiner Meinung nach ist Penn jedoch bezüglich dieser Reise ein inszenatorischer und dramaturgischer Fehler unterlaufen, welcher für mich enorm Spannung wegnahm. Für Alexander war Alaska der Höhepunkt seiner Reise. Doch leider nimmt Penn diesen schon am Anfang des Filmes vorweg. Gerne hätte man gesehen, wie Supertramp sich am Schluss seiner Reise gefreut hätte, nach all den Strapazen, welche er auch erlitten hatte endlich in Alaska angekommen zu sein. Ein rein Chronologischer Aufbau hätte der Dramaturgie sicherlich gutgetan, vermutlich aber auch die enorm wichtigen Begegnungen McCandless während seines Tripps ihrer Bedeutung entmachtet.
Fazit: Wunderschöne Aufnahmen, ein superber Schauspieler, eine kraftvolle Geschichte. Leider aber ein Tick zu lang.
14.02.2008
The Passion of the Christ
Es ist keine Frage. Mel Gibson weiss Emotionen zu schüren. Sei es mit der Musik oder den Bildern in seinen Filmen.
Auch bei Passion Christi ist man diesbezüglich bedient. Jedoch im negativen Sinne. Denn letztenendes ist dieser Film nichts als eine Folterorgie. Minutiös versucht Gibson die letzten Stunden Jesu auf die Leinwand zu bringen. Dass er die ganze Geschichte um diesen auf seinen Tod und das vorhergehende Gemetzel reduziert ist bedenklich, auch für mich als Nicht-Christen.
Der Film beginnt eigentlich ziemlich interessant und vielversprechend. Auch dass Jesus als Schreiner gezeigt wird und mit seiner Mutter witzelt ist glaubwürdig angenehm. Doch das ist auch schon das einzige Gute an diesem Film. Was danach folgt ist plakativ, sadistisch und völlig krank. Dass Mel Gibson ein Faible für Gewalt hat ist bekannt und wird immer wieder hart diskutiert. Man muss aber schon ziemlich masochistisch und abgebrüht sein um diese Tortur für Gut zu heissen. Dieses Mass an Gewalt, zb. in Zeitlupe weggerissenes Fleisch ist geschmackslos und, mit Verlaub, hirnverbrannt. Alle "Bösen" werden wie Satan höchst selbst dargestellt und entmenschlicht. Doch Gibson war bei der charakterisierung der Figuren noch nie ein Ass. Sie wirken doch alle ziemlich stereotyp. Nach wortwörtlich "geschlagenen" zwei Stunden fragt man sich was das ganze eigentlich bewirken sollte. Klar tut einem Jesus leid. Aber das hätte einem auch ein Schwerverbrecher getan an seiner Stelle.
Fazit: Menschenverachtend, sadistisch und krank. Einziger Lichtblick in dieser Dunkelkammer ist die Machart.
06.02.2008
National Treasure: Book of Secrets
Spannend ists zuzuschauen, wie da auf einfachste Weise Rätsel gelöst werden. Spannend, weil alles so gut aussieht und spektakulär inszeniert wurde. Spannend auch wegen der guten Schauspieler. Nicolas Cage hat reichlich Spass und auch seine Komplizen scheinen vergnügt zu sein. Helen Mirren als Mutter von Gates ist zwar unterfordert, doch auch ihr scheint die Rolle zu gefallen. Das Gezanke zwischen ihr und Gates Daddy hätte jedoch etwas moderater ausfallen können, obgleich es lustig ist.
Die Story ist simpel, jedoch packend. Sicherlich fern ab jeder Logik, doch wer erwartet die schon in einem Schatzsucher Film, noch dazu von Jerry Bruckheimer.
Was aber stört sind die auffälligen Sprünge von Rätsel zu Rätsel. Dies war im ersten Teil besser. Auch die einzelnen Rätsel wirkten glaubwürdiger und vorderten von den Protagonisten einiges mehr ab als im vorliegenden Sequel. Inngesammt ist der erste Teil besser, obwohl ihm der Humor im Vergleich zum zweiten etwas stärker fehlte.
Trotz der erwähnten Mängel ist National Treasure 2 hervorragend geeignet um einen amüsanten Kinoabend zu verbringen. All zu viel erwarten sollte man nicht, wird aber dementsprechend auch nicht enttäuscht. Die Qualität des ersten Teils erreicht er jedoch nicht, mangels Kohärenz in der Story und des Abklapperns der simplen Rätsel. Spannend ists aber alleweil!
29.01.2008
I Am Legend
Will Smith schafft es tatsächslich den Film über weite Strecken alleine zu tragen. Es ist unglaublich faszinierend zuzusehen, wie sich Neville alleine durch das menschenleere New York bewegt. Die Einsamkeit ist genial in Szene gesetzt. Das Beginnt beim hervorragend gemachten menschenleeren New York und geht bis zu den Gesprächen mit Schaufensterpuppen. Die ständige Bedrohung durch die Zobies, Vampire oder was auch immer diese Wesen sein sollen, sagen wir die Mutierten, überträgt sich auf den Zuschauer und man erschrickt doch mehrmals ziemlich heftig.
Sie sind eine Bereicherung für die Dramaturgie auch wenn sie nicht so fürchterlich aussehen, wie vielleicht erhofft. Der Mensch, der in ihnen steckt, ist jedoch erkennbar was für die Story wiederum wichtig ist.
So weit so schön.
Der Zeitpunkt, an dem jedoch eine Überlebende zu Robert stösst bedeutet nicht nur eine Wende in der Story, sondern auch eine bei der Qualität des Films. Das Pathos schwangere Gelaber der Neuen Person ist enorm nervig, wird aber zum Glück durch Neville abgeschwächt. Der Showdown ist konventionell. Was nicht heissen muss schlecht. Spannend ist er alleweil. Er gipfelt jedoch in der Schlussszene, welche an Lächerlichkeit, Einfallslosigkeit, Pathos und religiöser Symbolik kaum zu überbieten ist und ein völlig unpassendes Happyend wird serviert. Meine Güte, was haben sich die Macher da blos gedacht. Die düstere Stimmung ist wie weggeblasen und Enttäuschung macht sich breit. Gerade der Schluss hätte noch einen Draufsetzen können in Punkto Düsternis. Doch hätte dies natürlich nicht in die Hollywooddoktrin gepasst. Schade.
Fazit: Dank einem miserablen Ende, ist I Am Legend leider kein Meisterwerk geworden. Was bleibt sind hervorragend inszenierte und spannende 80 Minuten mit Gänsehaut Garantie. Der Rest gerät sofort wieder in Vergessenheit und gehört verschrottet. Dies wertet den Film unnötigerweise ab und schmälert das Vergnügen. Da man keine Halben Punkte vergeben kann erhöhe ich grosszügigerweise auf 4 Punkte.
29.01.2008
Land of the Dead
Dieser Film ist sicherlich nichts für weichgesottene. Da werden Gedärme rausgerissen, Köpfe zermantscht und Sehnen zerfleischt. Ohne starken Magen sollte man sich dieses Gemetzel nicht antun (der auch schon recht blutige 300 ist dagegen ein Kinderfilm, doch gings da auch nicht ums Schocken). Die Geschichte ist doch sehr einfach gestrickt, die Darsteller allesamt uninteressant, klischeehaft und Spannung will auch nicht so recht aufkommen. Die Gesellschaftskritik ist interssant, wenn auch enorm plakativ. Zombies als Metapher für Flüchtlinge oder allgemein verstossene, welche eine Bleibe suchen und akzeptiert werden möchten, Hierarchien mit einem Reichen Sack an der Spitze. Lobenswert ist lediglich, dass ein Schwarzer die Führung der Fleischfresser übernimmt und ein Weisser den Bösewicht spielt. Doch schliesslich kommt die Kritik eher als Staffage daher und es scheint als wäre sie lediglich eine Legitimierung für das Sinnfreie und kranke Gemetzel welches 80 % vom Film ausmacht. Faszinierend scheint die Machart. Über die Splattereffekte klärt ein Making of auf der DVD (Ungekürzt) auf, wobei es doch fragwürdig erscheint, wie ein paar Menschen eine solche Freude daran haben können, möglichst realistisch einen Kopf an einem Modell abzudrücken. Naja, Geschmackssache.
Die Bewertung fällt angesichts dieser Kritik nicht gerade gut aus. Für hartgesottene Fans sicherlich ein Fest. Für alle anderen. Es gibt tiefgründigere und trotzdem unterhaltende (es fragt sich ob man diesen Film überhaupt als Unterhaltung betrachten kann...) Gesellschaftskritik (Children of Men). Da werden auch keine Gedärme gefressen.
23.01.2008
The Kite Runner
Marc Foster ist eine Meisterstreich gelungen. Eine gleichsam traurige und herzwerwärmende Geschichte, welche sich vor hochaktuellem Hintergrund abspielt und nicht mehr loslässt.
Die Geschichte um eine Freundschaft zweier Knaben in Kabul, welche durch einen grausamen Zwischenfall jäh zerstört wird, besitzt eine Emotionale dichte, die ihresgleichen sucht. Dank den hervorragenden Laiendarstellern und den bekannteren älteren Mimen fesselt der Film volle zwei Stunden lang. Die Machart scheint zwar bisweilen konventionell zu sein, doch stört dies dank der wunderschönen Aufnahmen, der ergreifenden Musik und nicht zuletzt wegen der unkonventionellen und berührenden Geschichte nicht im Geringsten. Zu sehr zieht die Geschichte in Bann, zu sehr freut man sich mit oder trauert mit den Protagonisten. Doch in Kite Runner steckt weitaus mehr als eine fesselnde Geschichte. Er ist gleichzeitig Zeitdokument und Plädoyer für Toleranz, Vergebung und Liebe. Zeitdokument, weil man erlebt, wie aus einem friedlichen Land, ein Krisengebiet wurde, welches durch die radikal-islamistischen Taliban drangsaliert wird. Man wird gleichzeitig wütend und traurig, wenn man das heutige (im Film) Kabul sieht. Keine Bäume mehr, Leiden, Zerstörung und Unterdrückung.
Hervorragend gelungen auch der Wandel des Protagonisten. Diesbezüglich möchte ich jedoch nichts verraten. Nur soviel: Ein Wandel findet statt, doch unterlässt es Foster diesen ins kitschige und unrealistische abgleiten zu lassen.
Erschlagen verlässt man den Kinosaal. The Kite Runner ist eine Wucht. Er wirkt lange nach und verleitet zum Nachdenken.
23.01.2008
Elizabeth - The Golden Age
Keine Frage. Elizabeth: The Golden Age ist eine Augenweide. Wunderschöne Kostüme, überwältigende Austattung und eine gemäldehafte Kameraführung, sowie angenehme Musik machen den Film zum Fest für die Sinne. Zweifels ohne lag der Fokus auf der englischen Königin Elizabeth, excellent durch Cate Blanchet gespielt. Mit leichtigkeit spielt sie die egoistische, rach -und herrschsüchtige, jedoch auch liebenswerte und humorvolle Königin. Die Probleme, welche Elizabeth hat, v. a. die psychischen rund um die Liebe nehmen viel Raum ein und sind die grosse Stärke des Filmes. Vieles, was Elizabeth gerne hätte, bleibt ihr aufgrund ihrer Position nicht vergönnt, was sie sichtbar eifersüchtig und wüntend macht. Walter Raleigh (ein hervorragender Clive Owen) spielt dabei eine wichtige Rolle, verstärkt die inneren Konflikte der Königin und verleiht dem Film zusätzliche Tiefe. Der Regisseur beweist hierbei viel Einfühlungsvermögen und Können.
Weniger gut gelungen ist hingegen die Geschichte rund um den "Hof". Die Intrige ist zwar spannend. Jedoch wirkt alles gar konstruiert und aufgrund vieler Ortswechsel äussert "patchwork ähnlich". Der subplot erreicht nie die Qualität der Haupthandlung und fällt leider äusserst platt und plakativ aus.
Die Schlussschlacht bildet den Höhepunkt des Films. Wundervoll gefilmt, mit reichlich (unpassendem) Pathos durchsetzt und viel religiöser Symbolik, jedoch unglaublich spannend inszeniert.
Trotzdem hätte man sich gewünscht, dass die Nebenfiguren, wie Francis und die Geschichte in Spanien mehr Raum gehabt hätten und besser ausgearbeitet gewesen wären.
Alles in allem ist Elizabeth: The Golden Age ein guter Film geworden. Gerne hätte ich jedoch noch eine halbe Stunde länger zugeschaut und mich über mehr Tiefe in der doch eher dürftigen Geschichte gefreut. Vielleicht wird uns dies in der Extended Edition vergönnt sein.
23.01.2008



Registrieren
Einloggen
