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Eugen | ZH
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Director: Andrea Staka
Cast: Mirjana Karanovic, Marija Skaricic, Ljubica Jovic
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An Inconvenient Truth
Director: Davis Guggenheim
Cast: Al Gore
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Emmas Glück
Director: Sven Taddicken
Cast: Jördis Triebel, Jürgen Vogel, Maik Solbach
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Etwas überrascht, dass der Film hier von Cineman in das Genre Komödie platziert wird.
Sicher, er ist heiter, man kann schmunzeln, ist erfrischend, aber er ist definitiv mehr als eine Komödie und Taschentücher mitzunehmen ist von Vorteil. Emmas Glück hätte es verdient, von "Blue" bewertet zu werden. Wie schon jemand schrieb, unter Komödie suggeriere ich etwas anderes.
Von meinem heutigen Kinobesuch noch emotional zutiefst bewegt, fehlen mir die richtigen Worte um den Film zu analysieren.
Schlichtwegs sensationell, ein Must-see, das Beste, was deutsches, europäisches und internationales Kino zu bieten hat.
Das Leben der Anderen
Director: Florian Henckel von Donnersmarck
Cast: Martina Gedeck, Ulrich Mühe, Ulrich Tukur
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Brokeback Mountain
Director: Ang Lee
Cast: Heath Ledger, Jake Gyllenhaal, Randy Quaid
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Zur Feier des zehntausendsten Beitrages melde ich mich auch nochmal ein letztes mal im cineman.
Danielle, du hast es bereits schön gesagt. Ich kann mich dem nur anschliessen.
Es war eine intensive und ungemein schöne Zeit.
Danke auch cineman für das Ertragen unserer teils heftigen Diskussionen, aber auch dem Durchgeben der aktuellen WM-Tore und dem nächtlichen Skal-Zuprosten.
Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und dass all eure Wünsche und Träume in Erfüllung gehen mögen.
Auf Wiedersehen
irgendwo, irgendwann
Herzlichst
Eugen
Hilfe, sehe den schönen Swimsuit nicht mehr. Dafür Trash-Basteln mit Nadia und Edelstein-Adventskalender.
Ich will den Swimsuit zurück!!!!
PS: Gehe wohl besser zu Bett jetzt.
SKAL
Schön, dass du endlich auch deine Meinung hier kund tust *rofl*
So, gestern hab ich ja geschrieben, dass mich "Emmas Glück" so dermassen begeistert hat. Und ja, bin immer noch dieser Meinung und habe mir auch noch viele Gedanken darüber gemacht.
Allerdings, der Effekt, den BBM ausgelöst hat, kam nicht. So wie er bei keinem Film vor BBM und vielleicht auch nie wieder so kommen wird. Der Boden unter den Füssen ist inzwischen wieder da, die hochemotionalen Gefühlsausbrüche vorbei, doch die Erinnerung an BBM und die intensive Zeit danach, die bleibt, für immer.
BBM ist einzigartig und bleibt einzigartig. DAS Meisterwerk schlechthin.
Ah, herausgefunden was damit gemeint ist. Also sofort Wettbewerb mitgemacht und nun hoffen, dass ich dieses schicke Teil gewinne *g*.
Sollte ich der Gewinner werden, dann weiss ich wenigstens, womit ich den Schäfchenpyjamas etc. beim nächsten Treffen Konkurrenz mache.
Jetzt mache ich mich noch auf die Suche nach der Fusspilzsalbe
Da hast du schon ein wenig recht, mag etwas konstruiert/unwahrscheinlich sein. Das Essentielle am Film ist aber die Aussage über das Glück, über das Leben und das Sterben. Ein Film, der sich glaube ich recht schwer beschreiben lässt und auch die Filmkritiken lassen eigentlich viel offen.
Gut, wenn dir Jürgen Vogel natürlich nicht zusagt, dann kann man nicht viel machen (kann ich zwar gar nicht verstehen *grins*). Andererseits gab es bei mir auch schon zwei, drei Schauspieler, von denen ich nicht viel hielt und die mir nicht passten, und dann plötzlich war ich dann positiv überrascht, als ich sie in einem anderen Film gesehen habe.
So genug jetzt. Muss mich jetzt mal noch durchlesen, wieso ihr plötzlich über Fusspilzsalbe und Swimsuit redet *g*
Also, ich konnte mich nicht durchringen, das Buch fertig zu lesen. Ich werde mir irgendwann mal den Film anschauen. Also kein weiterer Kommentar von mir dazu.
Bei Sinn und Sinnlichkeit werde ich wohl nicht dabei sein im Zirkel. Habe den Film zwar vor Jahren gesehen und hat mir sehr gut gefallen, habe jedoch im Moment nicht wirklich Lust, die Geschichte zu lesen. Na ja, mal schauen, vielleicht lese ich es ja dann doch noch plötzlich, jetzt wo die nebligen Tage kommen.
... und muss sagen, dass ich meiner Meinung nach soeben den besten Film des Jahres gesehen habe (BBM läuft ja ausser Konkurrenz).
Falls ihr ihn noch nicht gesehen habt, kann ich ihn wirklich in höchstem Masse empfehlen. Werde mir jetzt gleich noch das Buch bestellen.
Ach ja, sollte noch sagen von welchem Film ich spreche: Emmas Glück
lltll lltll lltll - ach nein, das ist ja vorbei *heul*
Mit etwas Wehmut sitze ich jetzt vor dem Compi und muss einsehen, dass das superschöne Wochenende schon wieder Vergangenheit ist. Es war einfach suuuuuuuuuuuuupeeeeeeeeeeer. Nun gut, über das Kinopublikum am Samstag Abend gäbe es noch das eine oder andere zu schreiben, aber lassen wir das *zwinkersmile-iiiiiiaaaaaaaaa*
Vielen Dank an die Superorga, einen ganz herzlichen Gruss an unsere Newbies in der Freaky-Truppe und die goldenen Bohnen werden einen Ehrenplatz in meiner Wohnung erhalten.
Und ja, alle Fragen zu BBM sind trotz dem Workshop noch nicht restlos geklärt, gell Angelika.
Einen ganz lieben Gruss an alle, auch an die, die leider nicht kommen konnten.
Eugen
der am liebsten noch ein paar Tage drangehängt hätte
"never enough time"
Also ich bin grundsätzlich gleicher Meinung wie SC.
Allerdings, wenn es dann doch soweit kommen würde, dann erwarte ich natürlich bei der Weltpremiere von Roberts "Brokeback Oper" reservierte VIP-Logen für uns, wo wir dann zwischen Jake Gyllenhaal, Heath Ledger, Anne Hathaway, Michelle Williams, Ang Lee und Annie Proulx dieser ungewohnten Brokeback-Umsetzung beiwohnen könnten.
SC und ich würden dann anstatt im Smoking einfach mit Cowboy-Boots und Cowboy-Hüten auftauchen, so wäre uns mit dieser aussergewöhnlichen Opern-Garderobe dann wenigstens ein Fotoshooting in der Presse sicher, Arm in Arm mit den Schauspielern *zwinker*
Aber ehrlich gesagt, ich kann mir die Story Brokeback Mountain nicht als Theater, Musical oder Oper vorstellen. So wie es filmisch umgesetzt wurde, ist es für mich die absolute Perfektion und so wird Brokeback Mountain auch immer in mir und meiner Seele sein.
Vielleicht nicht ganz passend der Vergleich, aber z. B. "Grease" ist für mich einfach verbunden mit dem Film und John Travolta und Olivia Newton-John. Dem Bühnen-Musical kann ich dagegen nicht wirklich was abgewinnen. (obwohl ich jetzt nicht mal sagen kann, war der Film zuerst oder das Bühnenmusical).
Besser das Buch lesen, als den Film gucken.
Na ja, da ich das Buch schon lange vor dem Film gelesen hatte, war ich halt wie meistens, wenn man das Buch schon kannte, vom Film etwas enttäuscht.
Bin gerade am Parallellesen von zwei Romanen und der eine ist "Bevor es Nacht wird". Werde mich später dann auch noch zu diesem Zirkelbeitrag äussern.
Ich sehe es genau so wie Patrizia. Und einmal mehr habe ich Patrizias Ausführungen nichts hinzuzufügen.
Ausser vielleicht, nicht nur meine sentimentale Seite weint, alles in mir weint.
PS: Kann mich nur kurz melden, muss gleich wieder weiterarbeiten (zur Zeit ertrinke ich mal fast wieder in Arbeit)
Ach Robert, ich stimme deinem letzten Beitrag natürlich schon auch zu.
Wie auch im richtigen Leben kann man meist nur Vermutungen anstellen über andere Menschen, mit letzter Sicherheit weiss man es ja nicht.
Und das ist ja auch das Schöne am Menschsein, diese Komplexität und Verschiedenheit. Wir sind ja gottseidank keine programmierten Roboter.
Martys Beitrag und der deprimierenden Aussage von Rupert Everett muss ich leider zustimmen.
Werner, es ist kein Klischee vom Jugendkult in der schwulen Community, es ist Tatsache, und wie es Rupert Everett auch angetönt hat, gilt dies sicher auch für Frauen ab einem gewissen Alter.
Allerdings sollte dazu noch etwas präzisiert werden. Es ist durchaus so, dass man selbstverständlich auch ab 40, 50 oder 60 noch einen Partner finden kann. So wie es SC auch schön geschrieben hat, einfach etwas offener sein.
Meine Erfahrung als ewiger Single geht schlichtwegs dahin, dass man für kurze Abenteuer ab einem gewissen Alter einfach weg vom Geschehen ist. Wenn ich nach zölibatären Monaten die Zeit wieder einmal für gekommen hielt, mit jemandem etwas einzugehen, ob für einen One-Night-Stand oder auch für ein paar Wochen (länger hab ich es jeweils kaum ausgehalten mit jemandem *g*), so hatte ich keine Probleme damit, jemanden zu finden. Der Bruch kam so mit etwa 35, von da an wurde es echt schwierig. Wenn man nicht gerade einen Topbody oder sonst den gängigen Schönheitsidealen entspricht, fällt man schlichtwegs aus dem Aufrissraster heraus.
Nun gut, ich gebe zu, ich habe Werners "magischen" Blick irgendwie nicht, trotzdem schliesse ich mich Rupert Everetts Aussage an. Manchmal frage ich mich schon, wo denn alle mittelalterlichen Männer hin sind. Aber das ist wahrscheinlich das gleiche Problem wie bei den Heterosexuellen, da laufen auch nicht 40-jährige ungebundene Männer en masse herum.
Und wer es nicht glauben will, dass man ab 35 oder 40 zur Nichtexistenz degradiert wird, dem empfehle ich einfach die Durchsicht der Kontaktanzeigen (egal ob Zeitschriften oder Internet). Dass ein 40- oder 50-jähriger Mann einen mehr oder weniger gleichaltrigen Mann sucht, ist die absolute Ausnahme (ausser es geht um spezielle sexuelle Präferenzen).
Nun, deprimiert muss man aber deswegen dann doch nicht sein. Und vorallem darf man nicht alles auf die böse "Gesellschaft" abschieben. Man muss es halt einfach akzeptieren und halt einfach etwas aktiver sich bemühen oder eben einfach die Augen etwas offener und breitgefächerter halten.
Muss mich auch wieder melden wenn es um mein Lieblingsthema Mexiko geht.
Also ich schliesse mich zu 100% Patrizias Meinung und Erläuterungen an. Und das hat nichts mit romantischer Verklärung der Figur Jack zu tun.
In dem Moment, als ihn Ennis bei der Nachscheidungsszene zurückweist, ist in meinen Augen für Jack etwas zusammengebrochen. Ich habe vor Monaten schon einmal dazu geschrieben, wie sehr ich ihm da nachfühlen kann.
Und ab diesem Moment scheint mir, dass sich Jack von Ennis lösen wollte oder dass ab diesem Moment für Jack der Traum vom gemeinsamen Zusammenleben vorbei war, auch wenn er dennoch Ennis nicht aufgeben konnte.
Und erst von da an haben die gelegentlichen Mexiko-Ausflüge eingesetzt.
Robert und Werner, ihr degradiert hier Jack wirklich einfach auf sexgesteuert und dagegen muss ich vehement protestieren. Wie jemand anders auch schon geschrieben hat, so strahlt Jack durch seine lebensfrohe Art einfach auch aus, dass er Spass an Sex hat und man ihn sich einfach nicht als luschen langweiligen Bettpartner vorstellen kann. Deswegen ist aber noch lange nicht gesagt, dass Jack nicht auch lange Zeit, monatelang ohne Sexualpartner auskommen kann.
Und dass Jack 14 Stunden Fahrt auf sich nimmt um zur Hauptsache sexuelle Befriedigung von Ennis zu erlangen, ist nun wirklich falsch. Jack hat sich eindeutig mehr versprochen von diesem spontanen Treffen. Unbestritten ist, dass selbstverständlich auch eine wilde Nacht zum Wiedersehen dazugehört hätte, doch das war definitiv nicht Jacks Hauptgrund für die Fahrt nach Wyoming.
... gleich 3x Wortmeldung von mir *g*
Die angesprochene Szene von Jacks euphorischer Autofahrt zu Ennis, diese Abweisung von Ennis und die traurige Rückfahrt ist vielleicht meine Lieblingsszene. Und das Mexiko-Lied ist mein Lieblingssong, und ausgerechnet "Quizas" ist nicht auf der offiziellen Soundtrack-CD *immernochsehrenttäuschtdarüberbin*
Hm, schön, dass die Geschmäcker auch bei Filmen und Romanen verschieden sind, wär ja sonst langweilig. Selbst wenn man unter Gleichgesinnten einen grundsätzlich gleichen oder ähnlichen Film-/Romangeschmack hat, so scheiden sich die Geister bei bestimmten Storys eben doch.
Also mit "Das Parfüm" konnte ich schon mit dem Buch absolut nichts anfangen und hab es auch nicht zu Ende gelesen. Entschuldigt, aber ich finde diese Geschichte einfach doof und konnte nicht verstehen, weshalb es zu einem Weltbestseller wurde. Und auch der Filmtrailer hat mich überhaupt nicht angesprochen.
Ach, und dann gleich noch ein Negativkommentar von mir zu einem anderen Film. "Thank you for smoking" ist ganz nett, aber ich fand ihn dann doch ziemlich fad.
Wie auch immer, sicher Filme, die man sich angucken darf, auch wenn sie mich persönlich nicht ansprechen.
Dagegen habe ich den Film "Le long dimanche... " sehr gemocht.
Jetzt ist schon wieder genug von mir. Hab leider zur Zeit soviel andere wichtige Dinge um die Ohren, dass BBM etwas in den Hintergrund gerückt ist, aber niemals vergessen.
aber ich komme bald wieder.
Und nicht mehr zu tief ins Glas gucken, Martin, sonst landen dann auf dem a plötzlich noch Rhomben, Triangel oder ganze Hirschgeweihe.
Guet Nacht
PS: u und e sind nicht vertauscht, das muss so sein im schwyzerdüütsch. Wenigstens haben wir im Schweizerdeutschen keine Sonderzeichen wie die Nordländer, im Gegenteil, wir schaffen solche Dinge wie Doppel-S ab.
Einfach auf skal. de gegangen und dort das wörtchen kopiert.
Ach ja, wünsche dir bei der Gelegenheit natürlich auch noch einen schönen Urlaub.
ist aber schwierig, dieses kleine Kreischen auf das a zu setzen, das kommt hier auf cineman nicht richtig rüber.
tralala
auch ich bin doch immer zu nächtlicher Stunde da
muss mich aber wohl von meinem lautlosen Herumschleichen mal wieder öfters bemerkbar machen
Und dabei habe ich mich doch eben in dieser schönen seite www. ti-amo. at herumgetrieben.
Ach ihr lieben Österreicher, was ihr nicht alles für schöne Sachen habt.
Super, dein Beitrag eben. Kann gar nichts mehr dazu ergänzen, sondern dir nur 100%ig zustimmen.
Will nur mal schnell einen Laut von mir geben, schleiche immer noch ums Lagerfeuerchen herum.
Hatte letzte Woche und auch noch die kommenden Tage sehr wichtige Dinge zu erledigen und musste BBM ziemlich verdrängen, um einen klaren Kopf zu behalten. Melde mich dann irgendwann wieder.
@Marc
Ich klicke hin und wieder einfach auf "Wann und Wo" und dann sehe ich, wo der Film läuft.
Nächste Woche also in einem Kulturkino in Pfäffikon ZH (klingt irgendwie sehr interessant dieses Kino).
und erfreue mich am Leben.
Ach, ich mag es ja gar nicht, wenn ich die Fassung verliere, wie gestern Abend/Nacht. Wirklich komisch, dass es einen nach so langer Zeit immer noch so mitnehmen kann.
Hab übrigens bei der Bettszene mit Alma jetzt auch den Wind pfeifen hören. War es das, was Ester mal meinte mit dem Geräusch?
Schön, Patrizia, dass BBM bei euch auch wieder irgendwo auf dem Programm steht. Ich habe gerade gesehen, dass nächste Woche BBM bei uns sogar an 2 Abenden wieder in einem Kino läuft. Ich bevorzuge das Gucken in einem Kinosaal, bei einem OpenAir ist mir immer etwas zuviel Feststimmung (obwohl beim gestrigen das Publikum wirklich sehr gut war, aufmerksam, und nach dem Film wurde eher wenig gesprochen, wohl einige auch noch am Gedanken nachhängen).
Das wars für heute von mir.
Ach ja, herzlich willkommen Manuela.
Hab es nicht lassen können und bin heute nochmals an ein BBM-OpenAir.
Ich kann euch sagen, ich bin fix und fertig. Es ist mir heute eingefahren fast so wie Ende Februar. Ich weiss gar nicht warum, das hab ich nicht erwartet.
Während dem Film hie und da das übliche Erzittern durch den ganzen Körper (besonders während der Seeszene, letztes Treffen mit Altarszene), aber ansonsten ganz normal (Das Publikum war sehr gut).
Aber dann, auf dem relativ kurzen Nachhauseweg musste ich an der Landstrasse einfach kurz anhalten, aus dem Wagen steigen und in den Sternenhimmel schauen. Die Gedanken wirbelten dermassen wild in meinem Kopf durcheinander, dass ich nicht weiterfahren konnte.
Und jetzt sitze ich seit 1 Stunde vor dem PC und schaue mir meine zwei Lieblings-BBM-Videos von youtube an. Eines davon ist die "Altarszene" in der Superzeitlupe. Dazu höre ich in Endlosschleife auf Kopfhörer "I can't live without you" von Mariah Carey. Mann, ich mache es wirklich extra, mich selber noch runterzuziehen.
Nein ehrlich, ich kanns nicht fassen, dass es mich heute wieder dermassen ergriffen hat. Whiskey hab ich auch hervorgeholt und gebe mich jetzt vollkommen meinen Emotionen hin.
Habe ich noch vor ein paar Tagen geschrieben, dass am Schluss doch auch das Hoffnungsvolle zu sehen ist, so bin ich heute wirklich in der Stimmung zu sagen, nee, es ist einfach nur traurig.
Ich bedaure im Moment weniger Ennis als Jack. Jack musste sein Leben lassen in der bitteren Erkenntnis: "Wir hätten ein schönes Leben haben können". Die Erkenntnis von Ennis kam zu spät, viel zu spät. Ennis wird weiterleben und sein weiteres Leben auch irgendwie meistern, doch Jack ist tot und das Einzige was blieb, ist ein blutverschmiertes Hemd.
Diese letzte Abschiedsszene ist sowas von heavy. Der Flashback zurück zum Brokeback mit dieser glückseligen, schwebenden Umarmung in der friedlichen Umgebung und dann der Schwenk auf Jacks Blick 20 Jahre später beim Nachblicken auf Ennis' Wegfahrt. Ich glaub, das war heute zuviel für mich.
Irgendwie unheimlich, dass es einen auch nach so langer Zeit und so oftmals schauen plötzlich doch wieder ganz extrem ergreifen kann. Vielleicht sollte ich doch besser mir jede Woche 1x BBM reinziehen (aber wo denn nur? Ramona, mach hinne mit deinem Kinobau *g*), damit ich etwas abgehärteter werde.
Nun, am 9. 9. gibt es dann noch letztmals die Chance für ein BBM-OpenAir in der Schweiz, im Sihlwald bei Zürich. Hoffe, dass ich dann wieder etwas gelassener den Abend überstehe.
Jetzt geb ich mich noch etwas meinen Emotionen hin.
PS: Keine Sorge, da ich weiss, dass ich immer schon ein Stehaufmännchen war, wird meine derzeitige Trauerphase auch wieder vorbeigehen.
Am Samstag hat mich noch jemand auf ein Brokeback Mountain Internet Radio aufmerksam gemacht. Ja, auch das gibt es schon.
http: //www. live365. com/stations/dampier
Ich würde die Musik ja dem Genre "Easy Listening Country" zuordnen, doch mit unserem Hintergrund ist es mit dem easy wahrscheinlich doch nicht immer so easy, wenn zwischen anderen geruhsameren Countrystücken plötzlich "King of the road" oder "He was a friend of mine" ertönt.
Als ich vorhin meinen Beitrag schrieb, ging mir durch den Kopf, dass es wirklich nicht einfach ist (wenn man nicht gerade ein talentierter Poet ist oder so), seine Gedanken immer verständlich niederzuschreiben.
Die Thematik der letzten Tage geht für mich schon ins Philosophische, in Richtung zur Frage nach dem Sinn des Lebens. Und über den Sinn des Lebens lässt sich im persönlichen Gespräch halt viel besser diskutieren, als nur über schriftliche Kommentare. Darum tue ich mich auch wirklich schwer damit, hier meine Gedanken in Worten zusammenzufassen.
Ester schrieb zum Beispiel von der "Utopie der Liebe". Manchmal hatte ich in der ganzen monatelangen Diskussion das Gefühl, als wäre die ganz grosse Liebe das einzig wahre und erstrebenswerte Ziel im Leben eines Menschen. Und wenn diese ganz grosse Liebe weg ist oder gar nie kam, dann wäre das Leben ziemlich sinnlos. Seien wir doch mal ehrlich, es ist nun wirklich nicht jedem beschienen, diese ganz grosse dauerhafte Liebe zu erleben. Was dann eben auch die Frage nach der Utopie der Liebe aufwirft. Jeder wünscht sie sich, jeder strebt danach, darum auch der unsägliche schmerzliche Stich, der uns alle so getroffen hat durch BBM. Und nun muss man irgendwie weiterleben.
Damit komme ich auch kurz auf Schneeweisschens Beitrag zu sprechen bezüglich Liebesfilme. Ich bin auch kein Anhänger von Liebesfilmen, weil sie mir oftmals eben auch zu unrealistisch erscheinen (Pretty Woman z. B.) oder sie die grosse romantische auf ewig dauernde Liebe suggerieren. Möglich, dass ich einfach nicht so romantisch veranlagt bin. Gut, ich lasse mich auch gerne mal entführen in eine Traumwelt, doch zuviel Sentimentalität und Kitsch, wie sie halt oftmals in den Hollywoodproduktionen vorkommen, ist nichts für mich.
Und nun Brokeback Mountain? Es ist für mich eine ganz grosse Liebesgeschichte, aber eben eine sehr realitätsnahe, frei von falscher Sentimentalität, falscher Romantik und dem sonst üblichen Kitsch. Und es ist neben der Liebe eben auch eine gesellschaftskritische Betrachtung, ohne gleich mit dem Drohfinger zu kommen. So dass man dann auch sein eigenes Leben und seine Ansichten hinterfragt. Darum die so intensive Befassung mit dem Film, die nicht nur Aussenstehenden, sondern auch den Forumsteilnehmern manchmal geradezu Angst macht(e).
Also Schneeweisschen, schau dir BBM unbedingt an ohne Angst oder Bedenken. Vielleicht geht der Film an dir einfach vorbei, das ist auch ok, oder er regt dich auch zum Nachdenken und Hinterfragen an. Und wie Patrizia schon schön schrieb, man muss selber nicht ein "Betroffener" sein, aber es kann einen ganz schön treffen.
Uff, das war jetzt wirklich keine leichte Kost, was ihr dieses Wochenende alles geschrieben habt. Da musste man sich wirklich richtig Zeit nehmen, sich damit zu befassen, darum erst jetzt noch meine Ausführungen dazu.
Ihr habt alle sehr schön geschrieben und alles ist im Grunde richtig, ob es nun eher die pessimistischere oder die hoffnungsvollere Sichtweise ist. Und an manchen Tagen lässt man sich eher runterziehen von der Tragödie, an anderen sieht man wieder eher die kleinen Lichtblicke.
Ich kann unmöglich auf alle Beiträge eingehen, es hat in jedem etwas Wahres. Doch besonders gefallen hat mir Werners Beitrag vom 20. 8., 11. 56, dem ich vollkommen zustimmen kann und das hast du wirklich schön geschrieben Werner.
In SCs Beitrag vom 19. 8., 16. 37, ist die Rede vom Abschied nehmen eines verstorbenen Menschen. Und das ist für mich das eigentlich ganz Schreckliche an Ennis' Geschichte. Ich denke, es ist leichter, von einem Menschen Abschied zu nehmen oder eigene Trauerarbeit zu leisten, wenn der nahende Tod voraussehbar ist, also bei einem schwerkranken Menschen. Denn dann kann man irgendwie wirklich Abschied nehmen von ihm und man muss sich schon während der Lebzeit des sterbenden Menschen mit dem Tod auseinandersetzen. Wenn ein Mensch gewaltsam aus dem Leben gerissen wird (durch Unfall oder Verbrechen), dann wird man völlig unvorbereitet damit konfrontiert. Noch jahrelang kaut man darauf herum, dass man noch dies und jenes ihm oder ihr hätte sagen wollen, oder noch schlimmer, dass man sich letztmals gar im Streit oder so getrennt hat (so ähnlich verabschiedeten sich ja auch Ennis und Jack bei ihrem letzten Treffen).
Und jetzt kommt das Schlimme. Ennis hatte gar niemanden, keinen einzigen Menschen, mit dem er darüber reden konnte, ihn getröstet oder ihm einfach nur zugehört hätte. Der Einzige, mit dem er über seine Gefühle sprechen konnte oder zumindest auf seine eigene Art ausdrücken konnte, war Jack, und der ist nicht mehr da.
Von daher stimme ich zu, ja, Ennis' Leben war damit auch vorbei und die Perspektiven für Ennis lassen eigentlich keine Hoffnung aufkommen.
Und doch, und da sehe ich eben das Hoffnungsvolle in den Worten "I swear", in diesem Moment geschieht eine Wandlung (glaube Angelika hat das auch so geschrieben). Für mich scheint es so, dass Ennis plötzlich erkennt, dass durch den Besuch von Alma jr. doch noch Menschen da sind, die ihn lieben und die ihn auch brauchen. Die Trauerarbeit, die er ganz für sich alleine meistern musste ohne mit irgendjemandem darüber reden zu können (und Internet und so tolle Foren gab es ja damals noch nicht), die dauerte seine Zeit und wird auch noch weiterhin seine Zeit brauchen. Aber die Erkenntnis ist da, er ist nicht ganz alleine auf dieser Welt.
Ob Ennis in seinem weiteren Leben noch Glücksmomente erfahren wird, vielleicht auch einen Freund oder Freunde (nicht Sexualpartner, sondern Freund im Sinne des Wortes) finden wird oder sich gar nochmals verlieben wird, ist offen und möchte ich auch nicht so detailliert weiterspinnen. Aber ich wünsche es mir und hoffe es, so wie man es wohl jedem wünschen mag, der einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen musste. Bei weitem nicht jeder schafft es, sich wieder zu fangen, doch, wie heisst es so schön, die Hoffnung stirbt zuletzt.
Und in diesem Sinne halte ich eben an der Hoffnung fest, dass Ennis doch noch ein zufriedenes weiteres Leben bevorsteht. Es kann, es muss aber noch lange nicht beim puren Dahinvegetieren bleiben.
Jetzt beende ich mal diesen Beitrag, irgendwie finde ich nicht so die richtigen Worte, um genau auszudrücken, was ich meine. Und ausserdem habt ihr ja alle schon soviel Wahres geschrieben.
PS: Sollte ich noch erwähnen, dass ich ein unverbesserlicher Optimist bin?
Schön, wie du deine Empfindungen beschrieben hast, und es ist für mich auch alles nachvollziehbar und durchaus ähnlich. Nur eines, gibt dir der Schlusssatz "I swear" und das gute Verhältnis zu Alma jr. nicht doch ein bisschen Zuversicht, dass Ennis den Rest seines Lebens nicht einfach nur dahinvegetieren wird?
Ich werde dazu in den nächsten Tagen dann auch noch etwas ausführlicher dazu etwas schreiben, auch bezüglich Schneeweisschens Aussagen. Nur für heute bin ich zu geschafft für diese philosophische Thematik.
Ich wünsche dir jedenfalls erholsamen Urlaub.
@Ramona: Natürlich auch dir einen schönen Urlaub.
Bis bald
Ich bin entsetzt. Dafür klaue ich dir jetzt dein *zwinkeroncino*.
*blink blink*
PS: Muss jetzt glaube ich ins Bett, bin etwas angesäuselt (und das ohne Weinfest), im Moment zu keinem ernsthaften Kommentar fähig.
Bin gerade in Schreiblaune, darum schon wieder ein Beitrag von mir.
Durch den Link von Patrizia bin ich auf der artechock-Seite noch auf etwas gestossen, das mich lauthals zum Lachen brachte, nämlich artechocks kleines Bestiarium der Kinogeher.
http: //www. artechock. de/film/text/special/2006/bestiarium/index. htm
Weil wir ja alle so unsere Erfahrungen mit dem Kinopublikum im allgemeinen und mit dem BBM-Publikum im besonderen haben, fand ich diese kleinen humorvollen Beschreibungen einfach köstlich.
Bei der Gelegenheit muss ich ja leider eine meiner guten Kolleginnen gnadenlos als Fragestellerin outen. Ich ging mit ihr in eine BBM-Vorstellung (die Popcorn-Mega-Tüte, die sie sich gekauft hatte, konnte ich noch leichtgehend akzeptieren) und Sekunden vor unserer "Altarszene", und also während einem der emotionalsten Filmszenen, stuppst sie mich an und fragt, was denn da Ennis für Flecken auf der Hand hat. Ich kann euch sagen, ich hätte sie in dem Moment für diese Störung erwürgen können (hab ihr das nach dem Film auch deutlich gesagt, auch wenn ich ihr trotzdem nicht böse sein konnte).
Vielen Dank Patrizia, dass du diesen Link nochmals gepostet hast. Scheint so, als hätte ich ihn seinerzeit mal übersehen, denn ich kann mich gar nicht mehr an diese Kritik erinnern.
Ich finde diese Kritik, oder besser Beschreibung, fantastisch. Besonders auch, wie treffend sie die Charaktere der Frauen beschreibt. Da kann ich wirklich nur voll und ganz zustimmen und Chapeau an Thomas Willmann, der eine solch treffende Kritik (6 Seiten ausgedruckt) geschrieben hat.
Hab sie mir gleich ausgedruckt, um sie an Freunde weiterzugeben, falls die mal wieder unsere Faszination für BBM nicht nachvollziehen können.
Also sowas, da habe ich doch glatt bis heute etwas übersehen. Auf was ihr einen nicht alles aufmerksam macht und mir gleich einen weitere Grund gebt, BBM so schnell wie möglich nochmals anzuschauen. *zwinkersmile*
@Ester: Ach, was wäre ich gerne wieder mal nach Wien gekommen, und dann noch zum Open-Air. Aber eben, hab auch keinen Privatjet (muss vielleicht mal wieder Lotto spielen) und dieses Wochenende war schon verplant.
Hoffentlich hat der Wettergott wenigstens mit den Wienern etwas Mitleid und lässt die Regenwolken hinter dem Horizont verschwinden.
Ich finde es schön, dass heutzutage auch in kleineren Städten und ländlicheren Gebieten Open-Airs stattfinden und BBM war ja erfreulicherweise auch bei den meisten Open-Airs im Programm. So kann auch ein Publikum erreicht werden, das sonst eher wenig ins Kino geht oder in die grossen Städte in den Ausgang. Umso bedauerlicher, dass dann ausgerechnet wie z. B. in Plaffeien oder anderen eher konservativ geprägten Gegenden das BBM-Open-Air ins Wasser fällt.
Das Publikum bei den Open-Airs kann ich nicht wirklich beurteilen, da ich nur an einer einzigen BBM-Open-Air-Veranstaltung dabei war. Dass dabei häufig die unmittelbaren Reaktion nicht überschwenglich ausfallen, sondern eher bei "schöne Landschaftsaufnahmen" bleiben, ist nun mal so. Dennoch bin ich immer noch der festen Überzeugung, dass bei einigen Gelegenheitszuschauern doch mehr zurück und in Erinnerung bleibt und ein Verständnis von etwas mehr Toleranz und Akzeptanz kommt. Wir wissen ja alle, wie nachhaltig BBM einschlagen kann. Bei den einen mehr, bei den anderen weniger.
@Schneeweisschen: Ich kann dir sagen, hätte ich nur die Kurzgeschichte gelesen, so hätte mich die Geschichte höchtswahrscheinlich nicht besonders gepackt. Eben weil es kein Roman ist, wo die Charakteren ausführlich herausgearbeitet werden und die Umgebung und alles eingehend beschrieben werden, hätte ich das Buch nach dem Lesen wohl einfach wieder weggelegt, mir schon noch den einen und anderen Gedanken dazu gemacht, aber ansonsten wäre ich schnell wieder zum normalen Tagesablauf übergegangen.
Von daher bin ich dann auch gespannt darauf, wie unsere Geschichte nach dem DVD gucken auf dich wirkt. Wäre schön, wenn du es uns dann erzählen würdest.
Auf alle Fälle ist für mich die Kombination Film und Buch ein eigentliches Muss. Und hoffentlich hast du in deiner Buchausgabe auch noch das Essay von Annie Proulx dabei, wo sie beschreibt, wie es zum Film kam etc., dieses Essay finde ich nämlich auch ausserordentlich interessant und wichtig.
Ich bin auch wieder da.
Ich geb's zu, ich hatte mich vor diesem Hagelsturm und Wölfen auch verkrochen.
Übrigens hab ich doch noch was gelernt. Ich weiss jetzt endlich, was Jack beim Lageraufschlagen an den Zeltstangen hochzieht: Lebensmittel. Ich als verwöhnter Städter hab mir ja einfach zusammengereimt, dass das wohl zum Zeltaufstellen dazugehört, irgendetwas zum Stabilisieren am Zelt hochziehen.
blöökende Grüsse
So, nachdem ich jetzt auf youtube (danke Danielle für den direkten Link) die Szene nochmals intensiv geschaut habe, muss ich auch sagen, dass Ennis' Hand eindeutig unter Jacks Gürtellinie ging.
Muss dennoch ein kleines Aber beifügen. Jack hatte ja immer noch die Jeans an. Also ein Stück Stoff war immer noch dazwischen, auch wenn man (Ennis) natürlich trotzdem genau mitbekommt, was man da genau betatscht.
So, ich bin damit bekehrt.
Also ich oute mich hier auch mal und schliesse mich Martins Fraktion bezüglich Hand an.
Ganz klar, dass aufgrund der Geschichte die Hand unter der Gürtellinie zu liegen kam, aber so wirklich gesehen hab ich das auch nicht. Vielleicht liegts einfach am zu romantischen Blickfeld.
Komisch, für alle Frauen (auch Koleginnen von mir, die den Film sahen) war die Hand eindeutig an Jacks bestem Stück. Warum bloss wollen das einige Männer einfach nicht so sehen?
Aids: Ich bin auch sehr froh, dass der Film endet bevor dieses Thema Einzug hält. Mir kam einfach der Gedanke wegen den "Stadtgeschichten". Im letzten Buch dort wird angedeutet, dass einer der Hauptfiguren wahrscheinlich an Aids erkrankt ist. Die ersten Aids-Fälle tauchten im Jahr 1981 auf, von daher wäre es zeitlich möglich, dass dies bei Jack oder Ennis hätte vorkommen können. Aber lassen wir das, ich möchte unseren Film frei von dieser Problematik halten, ist ja schon sonst genug schlimm und traurig.
Viel Spass heute Abend im OpenAir @Martin und gut hingucken. Und ja, kein Apfelkuchen mehr für Werner (ab sofort nur noch Dosensuppe) *g*
@Scarlett: Hat mich auch gefreut, wieder von dir zu lesen.
also ein bisschen "queere" Interpretationen bringst du ja schon manchmal hervor.
Nachdem ich jetzt auf die Schnelle alles durchgelesen habe, bin ich froh, dass Robert und Kerstin und SC das nochmals durchdiskutiert haben.
"Bewusstes" Handeln in der ersten Zeltnacht durch Jack kann es nicht gewesen sein. Ich glaube auch nicht, dass Jack an Sex gedacht hat, als er Jack nächtens ins Zelt ruft, viel eher Besorgnis um Ennis.
Allerdings kann ich mir vorstellen, dass dann Jack eingeschlafen ist und zu träumen angefangen hat und dabei erotische Träume entwickelt hat. Und in diesem Halbzustand zwischen Traumschlaf und Wach dann Ennis Hand ergriffen hat.
Übrigens muss ich mich Kerstin auch diesbezüglich anschliessen, dass ich null und gar nichts erotisch an Suppe (mit oder ohne Fleischbeilage) finde.
Dafür musste ich laut herauslachen über Werners: "Alfred. Who? Who is this? " Köstlich, wie einem diese Zitate schon in Fleisch und Blut übergegangen sind.
Jetzt aber endgültig gute Nacht für heute oder auch guten Morgen für die Schichtablösung am Feuerchen.
Ihr wart ja richtig fleissig mit Schreiben. Werde ich gleich alles durchlesen, wollte nur ganz schnell etwas loswerden.
Ich habe eben bei einer Freundin im Schweizer Fernsehen die letzen beiden Teile der "Stadtgeschichten" von Armistead Maupin gesehen.
Vielleicht kennen ja einige von euch diese Geschichten die in den Siebzigern bis anfangs Achtziger spielen. Die Bücher habe ich sicher vor über 10 Jahren das letzte mal gelesen, muss ich mich wieder dran machen.
Mir ist beim Gucken einfach wieder wie so oft auch der Gedanke an BBM gekommen. Beide Geschichten spielen sich in der gleichen Zeit ab und das Leben der Protagonisten ist so unterschiedlich. San Francisco versus Wyoming, krasser kann der Unterschied kaum sein.
Was mir noch durch den Kopf ging, war, dass beide Storys in einer Zeit enden, bevor die grosse Aids-Tragödie losging. Dabei kam mir etwas in den Sinn, was ich beim ersten mal BBM schauen, für kurz gedacht hatte.
Bei der Zusammenbruchszene von Ennis am See, da wo er sich an Jack klammert, sind auf seinen Händen Flecken zu sehen. Im ersten Moment dachte ich damals, oh Gott nein, sind das Zeichen von Aids? Ich habe dann aber den Gedanken wieder verdrängt und mir gesagt, dass das einfach Schmutz oder blaue Flecken vom Arbeiten etc. sind. Ist euch dieser Gedanke nicht auch einmal durch den Kopf gegangen?
Irgendwie hat mich das ganze wieder ziemlich melancholisch gestimmt. Bei beiden Geschichten ist am Schluss fertig mit dem Schönen oder in gewissem Sinne mit der "Unschuld".
Genug nun für die nächtliche Stunde, muss jetzt noch schnell eure Beiträge durchlesen und werde mich dann vielleicht morgen auch noch dazu äussern.
Gute Nacht
Ja, genau so ist es Patrizia. Bei beiden Szenen erwartet man eine Reaktion in irgendeiner Form, aber nichts geschieht.
Und das ist wohl mit ein Grund für die Wirkung des ganzen Films. Man ist sich von anderen Filmen, auch von sehr guten Filmen, gewohnt, dass jeweils etwas passiert. Und hier, beim ersten mal schauen geht man aus dem Kino und weiss nicht recht, was man vom Film halten sollte (zumindest ging es einigen so und wurde hier auch von einigen bestätigt).
Das grosse Nachdenken und Grübeln setzt erst etwas später ein, eben weil der Film vieles offen lässt und erwartete Reaktionen im Film nicht kamen.
PS: Hat nichts mit dem Thema zu tun, aber endlich weht ein kleines Lüftchen draussen und liess mir die Möglichkeit weiter am Compi zu bleiben, sonst würde ich es in meinem heissen Compi-Zimmer nicht länger aushalten.
Ich weiss nicht mehr, wo das mal jemand geschrieben hat, ich glaube allerdings nicht hier im Cineman-Forum.
Warum lachen einige Menschen bei den zwei genannten Szenen?
Jemand hatte mal geschrieben, dass einige Leute bei Flagranti-Erwischtwerden-Szenen einfach das Gefühl haben, dass es jetzt lustig wird. Dies würde zusammhängen mit vielen Theaterschwänken (weiss nicht wie das in Hochdeutsch heisst, einfach so Volkstheaterstücke), wo es oft um Verwirrungen mit Pärchen geht. Und in diesen Stücken kommen dann so Szenen vor wie "Ehemann lehnt sich auf dem Sofa gerade über die frivole Sekretärin, Ehefrau kommt unverhofft ins Zimmer und nun jagt sie ihrem Gatten mit dem Besen nach etc. oder so ähnlich".
Aufgrund dieser Erfahrungen, wenn man eben zuviel solcher Komödien gesehen hat, ist im Unterbewusstsein gespeichert, dass nun bei einer solchen Flagranti-Szene es unwillkürlich zu einer komischen und lustigen Szene kommen wird.
Bei der Szene mit Alma hatte ich meist entsprechende Lacher gehört, die ich im Nachhinein auf dieses oben beschriebene Phänomen zurückführte. Denn die Lacher verstummten immer sehr schnell, sobald man Alma in der nächsten Einstellung sah, wie sie erschüttert am Küchentisch niedersass und auch für das "gemeine" Popcorn-Publikum klar wurde, dass eben jetzt keine Slapstick-Einlage folgt.
Manchmal hatte ich auch das Gefühl, dass einige jüngere Zuschauer auch mit einer falschen Vorstellung in die Filmvorführung gingen und eher an einen Film im Stil von Schuh des Manitou dachten und darum regelrecht danach lechzten, zu irgendeiner auch nur kaum ansatzweisen komischen Szenen lauthals zu lachen. Aber es sei verziehen, denn ich bin fest davon überzeugt, dass auch bei diesen Zuschauern etwas haften blieb von der Aussage von BBM.
@Ester: Ich kann dir nachfühlen das mit dem "Schuh des Manitou" als erfolreichster Film. Das gilt zwar für die Schweiz nicht, er ist aber dennoch noch weit vor BBM, was die Kinoeintritte betrifft. Ich habe den Film auch gesehen und ich muss hier gestehen, dass ich diesen Film als einen der schlimmsten und humorlosesten Filme bezeichnen muss, den ich je gesehen habe. Das einzige, was mir am Film gefallen hat, war der bayerische Dialekt, ein Lachen ist mir dennoch kein einziges Mal über die Lippen gekommen. Ich muss sagen, ich habe mit dieser Art von Humor meine liebe Mühe, ganz im Gegensatz etwa zu einem Harald Schmidt oder auch zu den "Käfig-voller-Narren"-Filme, die ich komisch, aber nicht abwertend oder beleidigend fand.
Genau Mark, kann es gar nicht fassen, dass jetzt auch in Zürich Brokeback Mountain nicht mehr im Kino zu sehen ist.
Dabei stand doch gar nichts im Programm von "letzte Tage", sonst hätte ich gebührend nochmals Abschied im Kino nehmen können.
Ach, ihr Nichtzürcher musstet euch ja schon etwas länger daran gewöhnen, für mich ist es jetzt wirklich auch wie ein Stich ins Herz, jetzt sind Ennis und Jack weg, sie wurden mir einfach weggenommen *schluchz* *schrei* *stampf* *jammer*
Jetzt werde ich gleich meine Eiswürfelmaschine in Betrieb nehmen und nicht eine Limo, nein jetzt muss ich einen rechten Whisky auf die Zwei trinken.
Ha, jetzt hab ich den Test nochmals gemacht, alle Antworten gleich wie beim ersten mal, nur bei der Auswahl der Filmszenen habe ich diesmal 3 anstatt nur 1 angekreuzt, und siehe da:
Jetzt bin ich Ennis.
Das gefällt mir jetzt schon viel besser, eine Kreuzung zwischen Ennis und Lureen *g*
Jetzt kann ich mich wenigstens auch bei SC wieder blicken lassen *fg*
Der Beitrag von Sabine, wie Ennis auf einen Aussenstehenden wirken muss, ist sehr interessant. Das ist jedoch kein neuer Gedanke für mich. Ich mache mir immer mal auch gerne Gedanken darüber, was diese oder jener wohl für ein Leben lebt, sei es nun eine Nebenrolle in einem Film oder im richtigen Leben.
So habe ich mir auch bei BBM über alle Nebenrollen meine Gedanken zu deren Leben gemacht. So unsympathisch mir z. B. Jacks Vater ist, so kann ich mir kein endgültiges Urteil über ihn machen, da man zuwenig über ihn weiss. Oder LD, Lureens Vater, kommt auch sehr unsympathisch rüber. Doch gerade seine Ablehnung gegenüber Jack als Schwiegersohn ist in dem Sinne nachvollziehbar, wenn man berücksichtigt, dass Rodeo-Reiter einen sehr schlechten Ruf geniessen.
Nun, das Thema Vorverurteilung gibt mir nun endlich Gelegenheit, meine Fortsetzungsvariante zu posten.
Wir sind uns ja sicher einig, dass wir kein Brokeback Mountain 2 sehen wollen. Eine Art Fortsetzung könnte ich mir jedoch so vorstellen, wie es etwa Ingrid Noll bei ihrer Romanfigur gemacht hat *zu Krimi-Kerstin rüberschiel*. Vielleicht kennt ihr ja ihren ersten Roman "Der Hahn ist tot" mit der Hauptprotagonistin Rosemarie Hirte. Diese Rosemarie Hirte taucht dann im Roman "Die Apothekerin" plötzlich wieder auf, jedoch nur als Nebenfigur. Und die Hauptprotagonisten dieses Romans haben keine Ahnung, wer diese nette, bedauernswerte Person im Spitalbett ist und dass sie in Tat und Wahrheit einer mehrfachen Mörderin gegenüber sitzen.
So in etwa würde ich mir ein Erscheinen von Ennis in der heutigen Zeit in einem Film wünschen. Eine Geschichte, die nichts mit BBM zu tun hat, doch Ennis erscheint plötzlich als Nebenfigur. Ennis, so langsam im Rentenalter, vielleicht in einer kleinen Blockhütte wohnend. Ach, ich hab das jetzt nicht im Detail vor mir, soll sich jeder für sich selbst Ennis im Jahr 2006 vorstellen. Einfach so als kleine Beruhigung für uns Brokies, dass man kurz Ennis wieder sieht und feststellen könnte, ja, es geht ihm gut, zurückgezogen lebend, aber zufrieden mit sich. Ja, vielleicht gerade in einem Film über einen schwulen Profifussballer (oder für Amerika eher Football- oder Baseball-Spieler), der an seinem Leben am Verzweifeln ist und dann gerade von diesem komischen Kauz Ennis eine kleine weise Aufmunterung erhält.
Das wars mal vorerst von meinen nachmittäglichen Gedanken, muss jetzt weiterarbeiten, um mein "welfare" zu "ensuren".
Hab gerade den kleinen Test gemacht, den SC hier verlinkt hat.
Ich bin allerdings weder Jack noch Ennis, sondern Lureen.
"You are Lureen Newsome. Beautiful and sharp, you ensure your own welfare before extending your generosity to others"
Hm, so ganz nett ist das ja nicht, wo ich doch sooo ein soziales Herz habe. Aber ein bisschen was hat es wahrscheinlich schon, denn Lureen hat mir eigentlich wirklich gut gefallen im Film, wie sie ihr Leben in die eigenen Hände genommen hat.
Was seid ihr denn so gemäss diesem Test?
Link vorhin vergessen, hier ist er.
http: //german. imdb. com/title/tt0388795/goofs
Jetzt weiss ich wieder, wo ich das gelesen habe wegen der Kojak-Folge.
Und falls es jemand interessiert, was denn alles so nicht ganz zeitgerecht war etc. (mir selber ist das ja sowas von egal), kann ja mal hier nachgucken (ist allerdings auf Englisch).
(Und daran denken, beim Kopieren des Links die Leerzeilen zu entfernen).
Also der Krimi, der im TV lief, war eine Folge von Kojak. Das hab ich irgendwo mal gelesen, aber frag mich jetzt bloss nicht welche Folge das war:)
Grüessli
Werner, ganz so schüchtern bin ich zwar nicht, doch mit deinem Eindruck von mir liegst du wahrscheinlich trotzdem nicht ganz so daneben.
Ich war am letzten Wochenende nicht besonders gut drauf und war darum leider auch ziemlich wortkarg und zurückhaltend. Das tut mir leid, auch für mich, denn gerade an unserem Brokie-Treffen hätte ich schon etwas kommunikativer sein können. Immerhin kann ich sagen, dass ich trotz meiner nicht in Bestform befindlichen Stimmung das Treffen sehr genossen habe.
Ehrlich gesagt ich wollte eigentlich gar nicht mehr zum Treffen kommen und wenn ich es nicht so nahe gehabt und SC und Beatrice nicht bereits vorher einmal getroffen hätte, wäre ich wohl auch nicht gekommen. Ich bin aber sehr froh, dass ich mich richtig entschieden hatte und dabei war. Es war sehr schön und ich war halt etwas der schweigsame Cowboy.
Ich habe mir auch lange überlegt, ob ich überhaupt noch etwas ins Forum schreiben sollte, fand dann aber, dass ich bei all den netten Teilnehmern mich durchaus nochmals melden darf.
Ich möchte nicht speziell auf die Gründe eingehen, nur soviel sagen, dass ich meine an den Tag gelegte Offenheit hier in diesem Forum heute etwas bedaure (nur bedaure, nicht bereue "Non, je ne regrette rien") und ich auf zu persönliche Statements und Aussagen zukünftig lieber verzichten will.
Leider kam meine Schutzpanzer-Stimmung auch an unserem Brokie-Treffen zum Tragen, will sagen, ich war tunlichst darauf bedacht, nur ja nichts persönliches von mir preis zu geben und auch möglichst in kein persönliches Gespräch hineingezogen zu werden. Ich hoffe trotzdem, dass ich mich einigermassen gut gehalten habe am Wochenende.
Ich verabschiede mich jetzt aber ausdrücklich nicht vom Forum. Ich weiss zwar nicht, ob ich noch gross schreiben werde (obwohl ich zur Aussage von BBM inzwischen durchaus eine etwas kontroverse Meinung habe), sicher werde ich aber noch einige Zeit mitlesen.
Ganz herzliche Grüsse
Eugi
Hallo liebe Brokies
Gleich zuerst möchte ich mich hier auch nochmals ganz herzlich bei SC und Beatrice für das tolle Wochenende bedanken. War super, mal ein paar Gleichgesinnte von Angesicht zu Angesicht zu treffen, besonders auch jene, die sich im Forum etwas rar gemacht haben und natürlich Neuhinzugekommene wie Mark. Irgendwie fast schade, dass unsere gute Psycho-Sandra nicht dabei war, um sich zu überzeugen, dass wir tatsächlich real existieren. Und natürlich hätte ich auch noch einige andere vom Forum gerne gesehen, aber vielleicht klappt es dann beim nächsten Mal.
@Danielle: Danke für die Leckerli-Post, auch wenn ich immer noch unsere Zürcher "Luxemburgerli" für die Naschereien bevorzuge *g*
@Esther: Danke fürs Kompliment. Das kann ich nur vollumfänglich auch an dich zurückgeben. War so schön, dass du diese weite Reise zu uns gemacht hast. Wir haben zwar nicht so viel miteinander geredet, ich war halt etwas der schweigsame Cowboy an diesen Tagen.
Martin ist ja nicht nur ein Fensterputz-Talent, nein er kann auch so aus dem Stegreif eine Brokeback-Landschaft ins Poesie-Album zaubern. Bei soviel Multifähigkeit und den heissen Schuhen wird das schon noch klappen mit dem Nachbarn *fg*
Geri habe ich mir ja aussehensmässig eher so vorgestellt wie Werner. So kann man sich täuschen. Auf alle Fälle habe ich mich sehr gefreut, "diesen" Geri persönlich zu sehen. Das "Rosalys" gehört übrigens zu meinen Restaurant-Faves, auch wenn ich dann doch meistens beim Würschtlistand vorne hängen bleibe.
Und dass er uns auch noch Mark mitgebracht hat und wir so einen neuen Brokie in unserem Kreis haben, war natürlich perfekt. Ich bin ja immer noch am überlegen, wo ich dir Mark schon einmal begegenet bin (vielleicht im Zivilschutz?).
HS, wie erwartet Sonnenschein pur. Und wenn dann noch Y dabei ist, dann ist schon fast zuviel des Guten. Da bräuchte ich auch eine Sonnenbrille, um nicht von Ys charmantem Lächeln und funkelnden Augen geblendet zu werden *g*
Ramona und Patrizia, eine Bereicherung für jedes Treffen. Ich weiss nicht mehr wer es von euch beiden war, aber daaaaankeeeeeee für den Ruf nach dem Whisky. Auf euch ist Verlass und Beas Blechtassen warteten ja schon lange auf ihre richtige Bestimmung.
Und Werner, tja, da kann ich nur sagen, Werner muss man einfach erleben.
Nun, ich muss mich ja schämen, dass ich die Mundharmonika so links liegen liess (ich hab doch BBM vor 4 Wochen das letzte mal gesehen, den Soundtrack auch ungefähr so lange nicht mehr gehört, da wusste ich einfach nicht mehr wie "Water walking Jesus" geht *ganzfestschäm*). Und das Vorfahren mit dem 65er-Dodge war auch nix (der Oldtimer konnte leider nicht mehr flott gemacht werden *heul*). Nun, Jeans, Hut und Boots mussten halt fürs erste reichen. Gut, die Eiswürfelmaschine war nicht gerade stilecht, aber einen kleinen Luxus musste ich mir leisten.
Ganz herzliche Grüsse an alle, sowohl an die Brokie-Reisenden als auch an die Forums-Daheimgebliebenen.
Nachdem ich heute endlich das Buch von meiner Buchhandlung erhielt, habe ich die Geschichte heute Abend gleich in einem Zug durchgelesen (dabei hätte ich doch noch etwas Haushalt machen sollen).
Eine wirklich ausserordentlich schöne Novelle. Vielen Dank dafür, dass ich hier durch euch darauf aufmerksam gemacht wurde. Werde heute Nacht wahrscheinlich lange kein Auge zu tun, weil man diese Geschichte eben nicht einfach so wegtun kann, sondern zumindest bei mir die Gedanken noch lange darum kreisen.
Der letzte Satz der Novelle ist einer der heftigsten, der mir je bei einem Roman eingefahren ist.
Da fällt mir noch ein, dass ich als Schweizer ja nicht dieselbe Befindlichkeit gegenüber der deutschen Vergangenheit habe. Diesbezüglich kann ich noch einen meiner absoluten Lieblingsromane empfehlen, nämlich die "Jauche und Levkojen"-Trilogie von Christiane Brückner. Durch diesen Roman habe ich z. B. überhaupt erst wirklich nachvollziehen können, was Heimatvertreibung etc. bedeutet, und natürlich hat mir der Charakter der Quandt extrem gut gefallen. Nun ja, Romane, welche sich über mehrere Generationen erstrecken, gefallen mir halt sowieso sehr gut.
Hi ihr Lieben
Ich bin wieder da, habe den Brokeback eben doch noch nicht ganz überwunden.
Am Sonntag ging ich erstmals seit Februar wieder mal einen anderen Film im Kino schauen als BBM. Was soll ich sagen, kaum war das Licht im Saal gelöscht, schwirrten schon wieder Gedanken um BBM in meinem Kopf umher und der andere Film ging irgendwie an mir vorbei.
Am Abend musste ich dann einfach nochmals ins Kino, diesmal in den "richtigen" Film. Also nach gut einem Monat wieder BBM, zum 9., und es hat mich wieder ganz schön bewegt. Besonders fasziniert war ich diesmal von den Blicken, einfach herrlich. Am Ende war ich wieder richtig erschüttert, dass sie es einfach nicht gemeinsam geschafft haben, dass es nicht hatte sein können.
Jetzt muss ich mich erstmal ein wenig durch die Beiträge der letzten Tage lesen, um dann vielleicht auch hin und wieder mal etwas zu schreiben.
Ach ja, der Film war zu meinem Erstaunen immer noch gut besucht. Ich denke, in Zürich dürfen wir BBM noch einige Wochen im Kino geniessen können.
Auf Wiedersehen alle.
Das Forum hier war vor allem in den ersten Wochen nach dem ersten mal BBM sehr hilfreich für mich um all die Gefühle und Emotionen zu verarbeiten.
Es tat sehr gut, von vielen anderen zu lesen (teils sehr persönliche Statements), was für Emotionen BBM ausgelöst hat.
Auch die Diskussionen über die verschiedensten Szenen und die verschiedenen Meinungen darüber waren immer sehr interessant.
Einige der Teilnehmer habe ich durch dieses Forum auch persönlich kennengelernt oder bin per E-Mail in näheren Kontakt gekommen. Und das war und ist eine sehr wertvolle Erfahrung.
Leider komme ich nun mit dem Forum nicht mehr klar und das heisst für mich konsequenterweise Abschied nehmen vom Brokeback-Lagerfeuer. Warum und weshalb es jetzt soweit gekommen ist, dass hier gegiftelt und gestritten wird, ist eigentlich nicht mehr massgebend, massgebend ist, dass es soweit gekommen ist. Das macht mich sehr traurig und solche Kommentare brauche und will ich definitiv nicht lesen.
Es ist, als wäre der Brokeback-Sommer abrupt vorbei, das Lagerfeuer gelöscht, von den Schafen verabschiedet man sich und man steht wieder unten in Signal, unfähig zu verstehen, was eigentlich geschehen ist.
Adios, war echt schön mit euch und zu einigen kann ich wenigstens sagen "Man sieht sich im Juli bei SC".
Ein sehr trauriger Eugen
Eben ist mir zum gestrigen stürmischen Forumstag noch das folgende BBM-Zitat durch den Kopf geschwirrt:
"Jeder hörte respektvoll die Meinung des anderen an"
Und so solle es jetzt wieder weitergehen hier am Lagerfeuer, mit konstruktivem Meinungsaustausch.
War gestern irgendwie, als wäre Aguirre am Lagerplatz aufgetaucht und hätte alles durcheinandergebracht. Es machte mich auch ziemlich traurig, dass plötzlich so disharmonische Töne durch die Wildnis hallten (habe eh nie recht mitbekommen, was das für ein komischer Disput mit dem ennisjack-forum sein soll, ist wohl einiges ziemlich unglücklich missverstanden worden. Das letzte Posting von Sebbl stimmte mich sehr traurig und nachdenklich.)
Also ich bin ja froh, dass du selber erwähnt hast, dass deine Beiträge manchmal etwas "gelehrt" sind. Ich muss nämlich gestehen, dass mir deine Beiträge tatsächlich eine Stufe zu intelektuell rüberkamen. Und zu intelektuelle Analysen verbergen einfach oftmals auch eine gewisse Überheblichkeit, weshalb ich damit einfach Mühe bekunde.
Aber, das ist keineswegs persönlich gegen dich gemeint, denn ich lese aus deinen Zeilen doch heraus, dass du auch Meinungen von Leuten akzeptierst, die sich nicht so gewählt ausdrücken können und mit den Klassikern in Literatur und Musik nichts am Hut haben.
Sorry, musste ich als alter Proletarier einfach loswerden:)
Doch es ist ja gerade das Faszinierende an BBM, dass der Film eben alle Schichten und Bevölkerungsgruppen anspricht. Sei es nun der intelektuelle Akademiker, die Karrierefrau, den Workaholic, die Hausfrau, den städtischen Kinofreak, den ländlichen Gelegenheitskinogänger, den Twen aus der Spassgesellschaft, den Arbeiter oder den Bauern, alt und jung (gut eher 30+), Frau und Mann, Hetero und Homo.
Und wie du auch schriebst, gerade durch den Dialog erkennt man plötzlich neue Dinge und andere Sichtweisen und hinterfragt auch seine eigenen Ansichten und Lebenseinstellungen.
Und um doch noch konkret auf deinen Beitrag einzugehen: Du schriebst "die sexuellen Eskapaden (von Jack) widersprechen einem moralischen Lebenswandel". Da stellt sich mir die grundsätzliche Frage, was denn ein "moralischer" Lebenswandel ist.
Nicht ganz verstanden habe ich auch deinen Satz "Und so suchen eure Interpretationssätze letzlich nach einem besseren Verständnis, warum diese Väter so sind, wie sie sind. "
Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass du der Meinung bist, dass jegliches Verständnissuchen für L. D., Jacks Vater oder auch Aguirre falsch ist. So unsympathisch mir alle drei sind, so möchte ich sie eben nicht einfach abverurteilen, sondern auch noch hinterfragen (abgesehen davon ist mir dann Jacks Vater noch allemal lieber als Ennis' Vater; aber wir wissen schlichtwegs zuwenig über sie, um ein umfassendes Urteil abgeben zu können).
So, und nun freue ich mich auf weitere interessante Beiträge, ob intelektuell oder nicht, alle sind mir willkommen.
Nur bitte keine absolut sinnlosen Diskussionen mehr über Nicknamen.
Ich nehme ja nicht teil am Zirkel, das ist nicht wirklich was für mich.
Trotzdem ein kleiner Kommentar von mir. Die Geschichte mit dem Ochsen, damit konnte ich nichts anfangen. Die zweite Story wäre da sicher interessanter. Wie schon SC es erwähnte, geht es dabei um das Leben von Rodeoreitern. Und dadurch bekommt man dann noch einen vertiefteren Einblick, was Rodeo reiten bedeutet und dass ein Rodeo-Reiter schlussendlich wirklich das Letzte ist, was sich Eltern als Schwiegersohn wünschen. Von daher ist die Abneigung von Lureens Vater gegenüber Jack von Anfang an in gewisser Weise nachvollziehbar.
Die Kurzgeschichten von A. P. sind für mich nicht besonders interessant als einzelne Geschichten (ausser natürlich BBM), doch sie sind so etwas wie Mosaiksteinchen zum Verstehen, wie das Leben in Wyoming war und eben auch das Leben/Aufwachsen von Jack und Ennis. Ich bin mir auch sicher, dass wenn ich nur die Kurzgeschichte von BBM gelesen hätte, es mir bei weitem nicht so eingefahren wäre wie eben der Film.
Ich werde mir diese Woche in der Buchhandlung noch "Der wiedergefundene Freund" besorgen, denn das klingt doch sehr interessant. Mal schauen, vielleicht mache ich dann doch so gelegentlich mit beim Literaturzirkel.
Ich lese deine Beiträge immer sehr gerne. Gerade auch dein Bezug zu deinem Dorf fand ich interessant und wie deine Sichtweise sich änderte. Ganz früher habe ich mich ja auch mal geoutet, dass ich eine gewisse Arroganz an den Tag legte und jetzt viele Dinge aus einem anderen Blickwinkel betrachte.
Sehr schön fand ich gerade, was du über Lureen geschrieben hast. Ich stimme dir da vollkommen zu, ausser bei deiner Interpretation mit Randall. Nö, das kann ich mir nicht vorstellen, dass sie Randall auf Jack angesetzt haben soll, um Gewissheit zu erlangen.
Kleine Anmerkung: Lureen reitet kein Rodeo, sondern nimmt bei der Rodeoveranstaltung teil am Frauenwettbewerb (Reiten um Hindernisse).
Wie schon öfters von vielen erwähnt ist es einfach fantastisch, wie auch die Nebenrollen voller Leben sind und über so ziemlich jede Figur könnte man gleich selber eine eigene Geschichte verfassen/verfilmen.
@Anna
Schöne Interpretation von Ennis' Schwur. So sehe ich das auch, schlicht und einfach als Bekenntnis zu Jack.
Und genau darum ist das Filmende für mich nicht einfach nur traurig, sondern strahlt etwas Positives aus (auch noch dank dem Gespräch mit Alma jun.).
Ich möchte nie eine Fortsetzung von BBM sehen oder lesen. Jeder soll und darf für sich selber in seinen Gedanken ausmalen, wie das Leben von Ennis und den anderen Charakteren weitergeht und eventuell Freunden oder Bekannten seine Gedanken dazu mitteilen.
Und @Dirk: auch wenn ich mit deinem Fanfic nichts anfangen kann, so ist es vollkommen ok und verständlich, wenn man träumerisch mal etwas abschweift.
Vor längerer Zeit wurde hier im Forum mal ein Fanfic gepostet, wie die Geschichte mit Ennis weitergehen könnte. Auch wenn es in etwa das war, wie ich es mir auch gerne vorstelle, so möchte ich dennoch keine solchen fertigen Geschichten lesen, denn ich bin kein Befürworter von selbsternannten Schriftstellern, welche sich dazu berufen fühlen, ein Meisterwerk weiterzuschreiben. Einzelne Gedanken dazu zu äussern ist ok, aber eine fertige Geschichte dazu zu schreiben, nein danke.
@Marina: Schade, zu spät deinen Filmtipp gesehen, sonst hätte ich noch jemanden beauftragt, mir den Film aufzunehmen (hab selber kein TV). Ich glaube sogar, dass jemand mal hier gesagt hat, dass "Quizas, quizas, quizas" auch in "In the mood of love" vorkommt.
Werde mir auf jeden Fall den Filmtitel merken, falls er mal in einem Studiokino läuft.
@Scarlett
Wünsche dir alles Gute. Deine Beiträge, so kontrovers sie auch waren, fand ich sehr interessant.
Vielleicht geht es dir dann aber wie mir, eigentlich verabschiedet, dann nur ein kurzer Blick mal wieder ins Forum und plötzlich muss man unbedingt zu einem Thema noch etwas loswerden.
Habe gerade nochmal in den früheren Beiträgen nachgeschaut, weil ich wusste, dass wir das Thema Lied bei der Mexiko-Szene mal angesprochen hatten.
Ich zitiere mal Rilla von ihrem Beitrag am 10. 4.
"Quizas, quizas, quizas könnte nicht besser zu der Szene passen. Was für ein Gesichtsausdruck (bei Jack), als ob er zu seiner Hinrichtung laufen würde.
Und als ich dies dann auch endlich wahrgenommen hatte, um was es im Lied geht, ist mir diese Szene gleich nochmals extrem stark eingefahren.
Kurzübersetzung von Rilla:
"Immer wenn ich dich frage, wann, wie und wo, antwortest du mir immer: vielleicht, vielleicht, vielleicht.
Und so vergehen die Tage und ich verzweifle!
Und du, du antwortest: vielleicht, vielleicht, vielleicht.
Du verschwendest deine Zeit beim Denken und Denken,
oh bitte sage mir bis wann, bis wann? "
Ich bin ja nicht so gut beim Übersetzen und darum noch, damit ihr nicht suchen müsst, den Text und die englische Übersetzung nochmals, die HS gepostet hatte.
Quizás, Quizás, Quizás
[ written by Osvaldo Farrés, Cuba, 1947 ]
Original Spanish lyrics:
"Quizás, Quizás, Quizás"
Siempre que te pregunto
Que, cuándo, cómo y dónde
Tú siempre me respondes
Quizás, quizás, quizás
Y así pasan los días
Y yo, desesperando
Y tú, tú contestando
Quizás, quizás, quizás
Estás perdiendo el tiempo
Pensando, pensando
Por lo que más tú quieras
¿Hasta cuándo? ¿Hasta cuándo?
Y así pasan los días
Y yo, desesperando
Y tú, tú contestando
Quizás, quizás, quizás
Estás perdiendo el tiempo
Pensando, pensando
Por lo que más tú quieras
¿Hasta cuándo? ¿Hasta cuándo?
Y así pasan los días
Y yo, desesperando
Y tú, tú contestando
Quizás, quizás, quizás
English translation of original Spanish lyrics:
"Perhaps, Perhaps, Perhaps"
I am always asking you
When, how and where
You always tell me
Perhaps, perhaps, perhaps
The days pass this way
And I am despairing
And you, you always answer
Perhaps, perhaps, perhaps
You are wasting time
Thinking, thinking
That which you want most
Until when? Until when?
The days pass this way
And I am despairing
And you, you always answer
Perhaps, perhaps, perhaps
You are wasting time
Thinking, thinking
That which you want most
Until when? Until when?
The days pass this way
And I am despairing
And you, you always answer
Perhaps, perhaps, perhaps
English lyrics:
"Perhaps, Perhaps, Perhaps"
You won't admit you love me and so
How am I ever to know
You only tell me
Perhaps, perhaps, perhaps
A million times I ask you and then
I ask you over again
You only answer
Perhaps, perhaps, perhaps
If you can't make your mind up
We'll never get started
And I don't want to wind up
Being parted, broken hearted
So if you really love me say, "yes"
But if you don't, dear, confess
And please don't tell me
Perhaps, perhaps, perhaps
If you can't make your mind up
We'll never get started
And I don't want to wind up
Being parted, broken hearted
So if you really love me say, "yes"
But if you don't, dear, confess
And please don't tell me
Perhaps, perhaps, perhaps
Perhaps, perhaps, perhaps
Perhaps, perhaps, perhaps
Also jetzt, wo ihr mich wieder auf diese Mexiko-Szene hingewiesen habt, ist es wieder ein richtig tiefer Stich ins Herz.
Muss da Patrizia natürlich voll zustimmen. Jack als sexgetrieben zu bezeichnen ist natürlich vollkommen falsch.
Im Gegensatz zu Ennis war Jack nunmal nicht der Typ, der sich nur mit "Handbetrieb" zufrieden geben konnte. Ich denke auch, dass das Sexleben zwischen Jack und Lureen sehr bald nicht mehr stattfand (und zwar eher, weil Lureen keine Lust mehr darauf hatte).
Ich kann es doch nicht ganz lassen, das Forum mitzuverfolgen und die Gedanken um BBM kreisen halt doch immer noch im Kopf herum.
Ich muss unbedingt etwas loswerden zu Jacks Mexiko-Besuch und der von Riccardo angesprochenen Würde.
Ich stimme zu, es ist eine Szene, die traurig stimmt. Ich bin mir jedoch 100% sicher, dass Jack nicht nach Mexiko gefahren ist an jenem Tag, als er von Ennis so enttäuscht wurde, weil er sexgetrieben war. Jack hatte sich so auf Ennis gefreut und wurde dann so verletzt, war tieftraurig, und in dem Moment brauchte er einfach die körperliche Nähe zu jemandem. Sex war in diesem Moment ganz sicher auch für Jack nur zweitrangig, wichtiger war das Gefühl von Umarmtwerden, von Geliebtwerden, und dank der menschlichen Vorstellungskraft ist es möglich, dieses Gefühl von Geliebtwerden auch bei bezahltem Sex herzustellen und sich in einer irrealen Gedankenwelt sich dabei irgendwie das Zusammensein mit seinem Liebsten vorzustellen.
Ich sollte dies vielleicht nicht hier zugeben, aber egal, ich habe vor vielen Jahren auch einmal einen Callboy bezahlt. Und es ging mir damals gefühlsmässig sehr ähnlich wie Jack (zurückgewiesen, totaler Liebeskummer, ja nahezu Verzweiflung etc.). Ich kann mich daher sehr sehr gut in Jack hineinfühlen, wie er sich da gerade gefühlt hat und ich hoffe, er hatte mit seinem Mexikaner wenigstens insofern Glück (so wie ich es damals hatte), dass der Stricher ihm diese Zärtlichkeit geben konnte. Von verlorener Würde würde ich mich schon sehr distanzieren. Und ich darf sagen, es war damals genau das richtige und auch eine einmalige Sache und kein Grund zu bereuen.
Dass er sich einen Strassenstricher ausgesucht hat, der es aus existenzieller Not gemacht hat, das hat Thomas schon schön erklärt.
Ich denke, Jack fuhr danach nicht sehr oft nach Mexiko. Die weiteren Besuche in Mexiko könnte man durchaus mit sexgetrieben bezeichnen, da er herausgefunden hat, dass er sich so wenigstens seine körperliche Befriedigung holen kann. Beim ersten mal war es aber definitiv nicht die Lust am Sex, sondern die Sehnsucht nach Zärtlichkeit.
Huhu liebe Brokies
Ich verabschiede mich nun von meiner aktiven Forumsteilnahme. Ich strotze wieder vor Lebensenergie und Tatendrang, dass ich wieder alles Mögliche am Tun bin und kaum noch Zeit finde, täglich das Forum mitzuverfolgen.
Es war einfach super hier und die eine und den anderen werde ich ja dann im Juli sehen. Ich werde schon noch gelegentlich einen Blick hier ins Forum reinwerfen, doch eben, im Moment zieht es mich auf andere Weideplätze.
Machts alle gut und liebe Grüsse.
Gut, dass du den Weg hierher gefunden hast. Die meisten hier können dir bestens nachfühlen, da sie in den ersten Tagen nach dem ersten Filmbesuch genau auch diese gewaltigen Gefühlsemotionen durchgemacht haben.
Und hier Menschen gefunden zu haben, denen es genauso erging/ergeht und sich darüber auszutauschen (nicht nur über den Film an sich, sondern besonders auch über die eigenen Gefühle, die der Film ausgelöst hat), hilft ungemein.
Die meisten von der BBM-Family, dem BBM-Biotop, den BBM-Besessenen oder wie auch immer haben den Film ja schon vor Wochen oder gar Monaten gesehen. Und ich kann dir versprechen, es wird definitiv wieder aufwärts gehen, auch wenn man im Moment das Gefühl hat, man könnte nur noch heulen und wisse nicht mehr, wie man das Leben wieder in den Griff kriegen soll. Das Lagerfeuer hier brennt nicht nur ständig, es wärmt auch wirklich von innen.
Es gibt im Film dermassen viele Sätze, Gesten und kleine Szenen, die einem das Herz zuschnüren lassen oder den ganzen Körper erzittern lassen, dass man sich einfach mit jemandem austauschen muss. Der von dir genannte Satz am Ende mit Alma jr. hast du richtig beschrieben. Ich sah es dann auch so, als Ennis dann sagte, er werde zur Hochzeit kommen, dass dies ein positives Zeichen ist, und dass das Ende nicht einfauch nur Trauer und Einsamkeit ist, sondern dass Ennis doch noch eine Zukunft beschienen ist.
Über den Schlusssatz "Ich schwöre" hat sich, soviel ich weiss, Annie Proulx nicht geäussert, wie das genau zu verstehen ist. Und wir hatten hierzu auch schon viele Diskussionen und die Quintessenz ist, dass es keine endgültige Interpretation gibt.
Liebe Grüsse
... sind alle noch da, und ein paar Neue haben sich auch hinzugesellt. Sehr schön.
Tja, das Leben geht weiter und der Alltag muss wieder in den Griff gebracht werden.
Wie es Ester vor einigen Tagen geschrieben hat, man befindet sich manchmal auf anderen Weideflächen, doch der nächtliche Blick auf das Lagerfeuer ist immer da.
Gerade nachts vor dem Schlafengehen, wenn ich in den Himmel hinaufblicke, sehe ich den Brokeback glasklar vor mir, höre Jack Mundharmonika spielen, sehe Ennis zu den Schafen reiten mit einem glückseligen Gesichtsausdruck, und Filmszene für Filmszene wandert an meinem geistigen Auge vorbei.
Was soll ich zu all euren Beiträgen noch sagen? Es ist einfach zuviel, um auf alle Beiträge der letzten Woche einzugehen. Ich picke mir darum gerade mal nur einen heraus:
@Thomas: Vielen Dank für deine offene Ausführung, warum dich BBM so mitgenommen hat. Es ist einfach so interessant (mir fällt gerade kein besseres Wort ein), auf welchen verschiedenen Ebenen dieses Meisterwerk die verschiedensten Menschen berührt hat. Und gerade weil ich deine Erfahrung einer langen Liebe nie gemacht habe, sondern den weiteren Schritt nach der Verliebtheit nie gewagt habe, war es für mich sehr aufschlussreich. Ich kann dein Gefühl trotzdem sehr gut nachvollziehen, denn wie es Swisscowboy auch sagte, es gibt Dinge im Leben, die so schön waren, dass man sich mit Wehmut zurück erinnert, da man weiss, dass sie in dieser Form nicht wieder kommen.
Und das dann vielleicht auch als Hinweis für Lukas oder andere, die sich hierher verirrt haben. Das sind genau die Gründe, warum sich dieses Kritikerforum zwangsläufig zu einem Gedankenaustauschforum entwickeln musste.
Und noch ganz kurz @Swisscowboy: Ich musste etwas schmunzeln über die Verwirrung, die du ausgelöst hast, doch es ist verständlich. Ja, du bist schon ein besonderer Typ und ich bin froh, dich inzwischen schon persönlich kennengelernt zu haben. Und eine äusserst sympathische Frau hast du auch.
@alle: Auch wenn ich sehr zurückhaltend geworden bin mit meinen Beiträgen, so bin ich immer noch täglich bei euch, wenn auch nicht mehr direkt am Lagerfeuer.
Doch spätestens am 8. /9. Juli werde ich dann mit meinen Cowboy-Boots im Ostschweizer Gebirge herumstampfen. Bin gerade dabei, mir noch einen Stetson zuzulegen. Muss doch SC etwas Konkurrenz machen *g*
Liebe Grüsse an alle
Hier nochmals der Link dazu:
http: //community. livejournal. com/wranglers/854388. html
Etwas runterscrollen bis man in einem Beitrag die Zusammenstellung der Musikstücke findet.
Dort ist dann farblich hervorgehoben "Part One" und "Part Two".
(leider nicht so hervorgehoben wie üblich, dass man gleich merkt, hier kann man auf etwas klicken)
Mit dem Cursor dann auf einen dieser beiden Parts gehen und doppelklicken.
Dann erscheint irgendeine savefile-Seite, dort runter bis zum grossen Download-Balken und darauf klicken.
Es erscheint nochmals eine neue savefile-Seite, dort dann auf die Textzeile "Jetzt downloaden" (oder so ähnlich) klicken.
Dann dauert es einige Zeit, bis alles gedownloadet ist.
Kann sein (bei mir passierte das), dass zwischendurch eine Sicherheitsnachricht erscheint. Die hab ich einfach weggeklickt und dann nochmals versucht.
@Wilhelm und Ricardo: Bei uns hier seid ihr genau richtig und bestens aufgehoben.
Den Link zum BBM-Yahoo-Forum wollte noch jemand wissen:
http: //movies. groups. yahoo. com/group/bbmountain_switzerland/
Und nicht vergessen, beim Kopieren und Einfügen eines Links dann immer die hier automatisch erzeugten Leerzeichen löschen.
@HS
Ich bin schon davon überzeugt, dass Ennis vorher keinerlei sexuelle Erfahrung hatte (von harmlosen Jungen-Spielereien mal abgesehen), und zwar weder mit einer Frau noch mit einem Mann. Auch in abgelegenen Gebieten schnappt ein Jugendlicher sicher das eine oder andere darüber auf, Stammtischgeschwätz, Witzeleien, Angebereien etc. Und auf dem Land sieht man ja schon von klein auf, wie das bei den Tieren so ungefähr funktioniert. Und das mit der Spucke, nun ja, weiss auch nicht recht.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Ennis vorher schon mal wirklich was mit einem Mann gehabt haben könnte.
nochmal @HS:
Ich bin doch selber so ein Computer-Unwissender *g*. Aber Regula hat es ja nochmals geschrieben. Das "Part One" und "Part Two" ist leider nicht wie sonst üblich so hervorgehoben, dass man gleich merkt, dass man hier klicken muss.
@Martin
Super, dass du es dir einrichten kannst am 8. /9. Juli. Ich werde auf alle Fälle dabei sein und freue mich auch schon sehr darauf, mit euch gemeinsam "Walking Water Jesus" zu singen.
Jetzt hab ich den Film schon acht mal gesehen und diese Passage war mir bislang gar nie bewusst.
Dass Jack nach der 1. Nacht zu Ennis heraufreitet (Aus Angst, aus Ungewissheit) und Ennis sich dann zu ihm gesellt, finde ich ja sowas von schön. Und dann die Fortsetzung im Lager unten mit der ungemein zärtlichen und liebevollen zweiten Nacht und ihrem unbeschwerten Auftreten dann in den Tagen danach, wenn sie sich nachrennen und balgen etc.
Übrigens, dass Jack in der 2. Zeltszene mit nacktem Oberkörper im Zelt ist, das zeigt für mich schon, dass Jack spürt, dass Ennis zu ihm kommen wird. Denn schliesslich ist es schon dunkel und Ennis hätte längst zu den Schafen aufgebrochen sein müssen, stattdessen verweilt Ennis beim Lagerfeuer. Wunderbar dann dieses gehauchte "It's ok" von Jack.
Ich bin beim letzten Kinobesuch bei dieser zweiten Zeltszene einfach dahingeschmolzen und ich hätte noch minutenlang zusehen können, wie sie sich einfach in den Armen hielten. Ich habe dabei selber einfach alles Traurige und Tragische der Geschichte ausgeblendet und nur in diesem Moment des Glücks gelebt.
Also, wenn man mal 1 oder 2 Tage das Forum nicht verfolgt, dann kommt man wirklich kaum noch nach mit Lesen. Es gäbe so viele Punkte, auf die ich eingehen könnte, aber ich picke mir mal ein paar heraus.
@Werner: Deinen Ausführungen zu den sexuellen Praktiken etc. kann ich nur beipflichten. Sehr gut erklärt.
@Patrizia: Perfekt, wie du das versucht hast zu analysieren, warum der Film so viele verschiedenste Menschen dermassen nachhaltig bewegt. Sehe das bei mir sehr ähnlich wie du.
@Danielle (glaube ich): Parallele zu James Dean. Als du das erwähnt hast, habe ich nur gedacht: stimmt, hat wirklich was. James Dean, der Obercoole, der doch immer so verletzlich wirkte.
@Ricardo: Musste irgendwie schmunzeln. Genau so lief es bei mir auch ab. Der 1. Kinobesuch mit vielen vielen Gedanken danach, so dass ich am nächsten Tag einfach wieder ins Kino "musste", um diese Gedanken irgendwie ordnen zu können. Was ja dann zu einer noch intensiveren Auseinandersetzung geführt hat.
PC-Wallpaper, Buch e+d, Poster, Cowboy-Stiefel, ja all diese Dinge brauchte ich einfach auch. Ich lebe aber inzwischen trotzdem wieder sehr in der Realität und beschäftige mich auch wieder mit anderen Dingen, doch meine tägliche Dosis BBM möchte ich dennoch nicht missen.
@Marianne: Wie schon von anderen erwähnt geht aufgrund der Fülle von Beiträgen und angeschnittenen Themen manchmal eine spezifische Antwort einfach unter. Ich erinnere mich, dass ich z. B. noch gar nie einen Kommentar in Bezug auf eine der vielen und schönen Beiträge von Rilla gemacht habe, was ich an dieser Stelle mal ganz klar nachhole.
@Swisscowboy: Danke für die Erläuterungen bezüglich der Wetterkapriolen. Konnte das nämlich auch nicht so ganz nachvollziehen.
@Swisscowboy + HS: War ganz toll, euch im Kino zu treffen. Schade, dass du HS gleich nach dem Film weg musstest, aber wie gesagt, spätestens im Juli dann.
Beim Kinobesuch habe ich die Zeit völlig vergessen und ich realisierte mal wieder nicht, dass der Film über 2 Stunden geht. Die Zeit ging so schnell vorüber, ich hätte jede Szene noch viel länger anschauen können.
Obwohl ich natürlich auch auf Jack und Ennis fokussiert bin, tut mir Alma schon leid. Im Gegensatz zu Lureen, die die toughere und selbstsicherere ist und ihr Leben auch ohne Ehemann bestens lebt, wirkt Alma für mich zerbrechlicher und vom Leben irgendwie enttäuscht. Alma stammt auch aus bescheidenen Verhältnissen und träumte sicher auch von der grossen Liebe. Mit Monroe hat sie zwar nach Ennis einen Mann gefunden, der ihr Sicherheit gibt, aber die grosse Liebe ist Monroe sicher nicht.
Ich denke, über das Leben von Alma könnte man durchaus auch eine abendfüllende Geschichte machen.
Ich hatte das aber schon immer so, dass ich bei Filmen oder Romanen mir auch oft Gedanken über die Nebenrollen machte und mir dann auch dazu noch Geschichten zusammensponn.
Ich bin ein häufiger Kinogänger und es gab schon einige Filme, die ich öfter als einmal im Kino gesehen hatte (Openair-Veranstaltungen ausgenommen). Teils weil ich noch einen Freund oder eine Kollegin begleitete und teils weil ich den Film einfach so gut fand, dass ich ihn noch ein zweitesmal ansehen wollte.
Ich erinnere mich gerade an 2 Filme, welche ich mehrmals gesehen habe. "Antonia's Line" habe ich mir 3 x angesehen und "The Priest" 4x und um auch noch eine Komödie zu nennen, "Die Schweizermacher" hatte ich mir glaube ich auch 3x reingezogen (aber der lief ja fast ein Jahr im Kino). Tja, und heute nun BBM zum 8. mal.
Sorry, hab da was verwechselt. Die Musik zur zweiten Zeltszene wollte ja HS wissen und Martin das Stück beim Rodeoclown-Drink.
Ich hab ja morgen oder besser gesagt heute Gelegenheit, auf diese Musikstücke zu achten.
Ich finde es ein bisschen schade, dass nicht alle Musikparts auf der Soundtrack-CD zu finden sind, gerade z. B. Quezas (weiss gerade nicht, wie man das richtig schreibt). Irgend jemand hat hier mal den Text zu Quezas veröffentlicht und einmal mehr, auch hier ist der Text wieder umwerfend passend. Einmal mehr muss ich sagen, bei BBM stimmt einfach alles perfekt.
Gerade eben habe ich noch einen Link gefunden, wo alle Musikparts zum downloaden sind.
http: //community. livejournal. com/wranglers/854388. html
Etwas runterscrollen und dann kommt der Beitrag mit den 36 Stücken. Auf Part1 und Part2 klicken, dann kommt eine Seite "savefile"; hier unten auf den Downloadbalken klicken. Dann erscheint wieder eine neue Seite "savefile etc. ", wo dann unten auf die Textzeile "download the savefile now" zu klicken ist.
Vielleicht findest du ja dort das Stück von der Zeltszene, die du suchtest, Martin.
@HS:
Ich glaube, da hast du ein Wort missverstanden. Jack antwortet nicht, dass er sich kein "Kalb" leisten könnte, sondern kein "Pferd".
Ich denke, der Barkeeper hat das nicht zweideutig gemeint, sondern einfach um etwas mit seinem Bar-Kunden zu reden.
So wie ich das verstanden habe, ist Rodeo-Reiten (also Bullen-Reiten) etwas für die ärmere Unterschicht, denn dafür braucht man nichts, als einfach zum Rodeo zu gehen und sich auf einen vom Veranstalter zur Verfügung gestellten Bullen zu setzen. Für das Kälber-Einfangen mit Lasso benötigt der Teilnehmer jedoch ein eigenes Pferd, und dafür haben die armen Landleute (eben die Schicht, aus denen Jack und Ennis stammen) kein oder kaum Geld.
Übrigens empfehle ich euch, nicht nur die Kurzgeschichte zu lesen, sondern das ganze Buch mit den anderen Kurzstories. So wird noch verständlicher, wie das karge Leben in Wyoming war und wie die Leute sind. Also ich wusste vorher nicht, dass Rodeo-Reiten eigentlich eher etwas Minderwertiges ist und dass die Rodeo-Reiter kein High-Life hatten (Als grosser Fan der Serie "Dallas" habe ich das damals als Society-Anlass gesehen, wo die reichen Ewings als Hobby etwas Rodeo ritten und mit dem Rolls-Royce zur Veranstaltung fuhren).
@Swisscowboy: Kino im Corso 4 um 20. 15 Uhr.
Bezüglich BBM-Treffen: Dachte ich mir schon halbwegs, dass das mit dem Datum ein kleiner Fehler war und du nicht Freitag/Samstag sondern Samstag/Sonntag meintest.
Lieblingsszenen zu benennen ist extrem schwierig, weil es einfach zu viele berührende Szenen gibt und der Film als Ganzes die grosse Faszination ausmacht.
Dennoch würde ich für mich schon die "Altarszene" als eigentliche Lieblingsszene bezeichnen. Zum einen der Blick von Jack, als er dem davonreitenden Ennis nachsieht und zum anderen einfach dieser Spot: das Lagerfeuer, Ennis Jack umarmend von hinten, die grasenden Pferde im Hintergrund. Für mich schlicht Frieden und Glückseligkeit pur.
Eine zweite Szene, die ich einfach liebe, ist beim Wiedersehen nach 4 Jahren, und zwar als Ennis und Jack in die Wohnung kommen. Wie sie da beide so glücklich aussehen, irgendwie spitzbübisch und einfach verliebt; man spürt richtig, wie hier zwischen den beiden einfach Stromstösse und Energien hin und her fliessen.
Whisky: Ich bin auch nicht der grosse Whisky-Trinker, aber wenn, dann muss es amerikanischer Bourbon sein und nicht schottischer Malt. Whiskey-Liebhabern werden sicher die Haare zu Berge stehen, wenn jemand amerikanischen Bourbon den edlen schottischen Single-Malts vorzieht.
BBM-Treffen: Ich freue mich schon wahnsinnig darauf und vielen Dank an Swisscowboy, dass er das in die Hand genommen hat. Ich werde auf alle Fälle dabei sein und es wäre einfach toll, wenn man dann viele von euch dort treffen würde.
@HS: Irgendwie habe ich gerade Lust bekommen, nach rund zweiwöchiger Filmabstinenz mich wieder mal nach Brokeback Mountain entführen zu lassen. Ich glaube, ich werde am Freitag Abend meine Cowboy-Boots anziehen und auch ins Corso gehen. Mal schauen, ob wir uns dann irgendwie erkennen.
Das ist ja harter Tubak, den du da von dir gibst.
Die anderen haben ja schon ausführlich geantwortet und ich kann mich den Antworten nur anschliessen.
Ich möchte nur noch erwähnen, dass ich sehr froh bin, hier in diesem Forum viele Menschen (wenn auch bisher nur virtuell) getroffen zu haben, welche Gefühle und Emotionen haben und Filme und Romane nicht einfach nur als technische und sachliche Werke sehen.
Und wenn du alle Forumsbeiträge wirklich eingehend gelesen hast, dann ist deine Interpretation von den Forumsteilnehmern hier nicht nachvollziehbar. Also ich sehe bei niemandem einen Realitätsverlust, dafür eben genau Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben, dem Leben an und für sich und dem Zusammenleben in der Gesellschaft. Und was am Träumen und sich Hineinversetzen in den Film schlecht sein soll, weiss ich wirklich nicht.
Und etwas merkwürdig ist es schon, dass du dermassen auf Jake Gyllenhal fokussiert bist, denn über ihn als Person wurde hier nur am Rande diskutiert. Völlig abstrus deine Schlussfolgerung.
Ich habe mich ja schon lange nicht mehr hier im Forum gemeldet. Nun muss ich doch endlich mal wieder hallo sagen.
Auch wenn ich nicht mehr so aufgewühlt bin wie in den ersten zwei Wochen und mich der Alltag wieder eingeholt hat, so vergeht doch immer noch kein Tag, ohne dass ich an Brokeback Mountain denke.
Ich lese eure Beiträge immer sehr interessiert mit und es kommen auch immer wieder neue Gedanken etc. hinzu. Nur etwas schreibfaul bin ich geworden, zum einen weil bei mir zu Hause der Internet-Anschluss schon seit einer Woche nicht mehr geht und zum anderen, weil ich gar nicht weiss, was ich noch schreiben soll.
Etwas kann ich euch noch verraten. Ich habe meine uralten Cowboy-Boots, welche ich vor 12 Jahren in Kanada als Andenken gekauft und seither nie mehr getragen habe, wieder hervorgeholt und ziehe sie seit ein paar Tagen wieder an. Ich fühle mich dadurch gleich nochmals näher zu Jack und Ennis und der grandiosen Geschichte. Also bei mir ist jetzt definitiv wieder der Jeans-Look ausgebrochen.
@Swisscowboy. Ich schreibe dir noch eine Mail, denn das mit dem Treffen fände ich wirklich mehr als nur schön. Dafür würde ich - wie hiess es mal in einer uralt-Zigi-Reklame - meilenweit gehen (mit meinen Cowboy-Boots). Gerade weil hier auch einige sehr persönlich über ihre eigene Geschichte erzählt haben und man wirklich das Gefühl hat, schon irgendwie etwas wie eine Familie zu sein, wäre ein Treffen wirklich schön.
@Roland. Also mich interessiert es sehr, wie das Leben von schwulen Bauern oder Landleuten ist. Durch BBM hat sich meine Sichtweise sehr geändert. Ich muss zugeben, dass ich als Stadtkind bisher schon sehr stadtfixiert war und ich keine Faszination oder spezielles Interesse für das Landleben aufgebracht habe. Es wäre sicher sehr fruchtbar, sich darüber mal austauschen zu können. Von daher fände ich es eben so ein BBM-Treffen wirklich gut, wo sich Städter und Dörfler, Frauen und Männer, Singles und Nichtsingles, alle mit der Affinität zu BBM eben mal kennenlernen, diskutieren usw. und so auch gegenseitig voneinander lernen können.
Also ich habe auf alle Fälle durch BBM schon viel gelernt und mein Blickwinkel hat sich weit geöffnet. Ich darf sagen, dass sich durch BBM mein Leben verändert hat (vielleicht nicht auf den ersten Blick oder von aussen betrachtet, aber ganz sicher innerlich und der Einstellung zum Leben und bei der Frage nach dem Sinn des Lebens).
Ich hoffe, ich werde weiterhin noch interessante Beiträge hier lesen. Im Yahoo-Forum habe ich seit rund einer Woche nicht mehr vorbeigeschaut wegen meinen Internet-Problemen zu Hause, werde das aber hoffentlich bald nachholen können.
Allen einen lieben Gruss
Also die Bezeichnung "schwul" ist keinesfalls beleidigend. Ob ich nun schwul, homosexuell, als Schwester, vom anderen Ufer oder zur Zunft gehörend (gibt noch ein paar andere Ausdrücke) bezeichnet werde, ist mir völlig egal. Es kommt natürlich auch immer darauf an, wie man es sagt. Ich kann auch "heterosexuell" so betonen, dass es wie beleidigend klingt.
Übrigens lache ich auch gerne über Schwulenwitze und fühle mich dadurch überhaupt nicht diskriminiert (Witze erzählen ist etwas anderes als sich einfach nur lächerlich und abwertend zu äussern gegenüber Schwule; also z. B. die Liebe von Jack und Ennis oder ihre Zärtlichkeiten ins Lächerliche ziehen, das geht nicht an). Das empfinden Andere möglicherweise nicht gleich wie ich, ich bin da vielleicht einfach etwas abgehärtet.
Ich gebe dir gerne ein paar Auskünfte über das schwule Liebes- oder Sexleben (meine Schwägerin war auch immer furchtbar neugierig), doch das eignet sich wohl doch nicht für das Forum hier. Schreib mir doch eine Mail an:
lance@freesurf. ch
Dies ist nur meine Spam-Mail, aber ich werde dann schon sehen, wenn es eine Mail von dir ist und dir dann auch antworten.
@Tuvok
Die grosse Mehrheit hier ist selbstverständlich nicht deiner Ansicht. Und obgleich du einige Wörter/Sätze gebrauchtest, die ziemlich niveaulos sind, so akzeptiere ich dennoch deine Meinung.
Ich habe in einem meiner Filmbesuche versucht, den Film aus der Sicht eines heterosexuellen Mannes zu betrachten. Ich denke, es ist wirklich nicht ganz einfach für den Durchschnitts-Hetero-Mann den Film als meisterlich einzustufen. Wahrscheinlich fehlt ihm eine richtige Identifikationsfigur. Das Denkschema ist nun mal Mann-Frau oder von mir aus auch noch Mann-Frau-Frau. Und auch bei toleranten und gegenüber Schwulen aufgeschlossenen Hetero-Männern kann das Hineinfühlen in Jack und Ennis eben doch nicht ganz einfach sein. (Obwohl, ich kann mich sehr wohl in eine Mann/Frau-Geschichte emotional hineinfühlen, aber wahrscheinlich kommt das einfach daher, dass man sich als Schwuler zwangsläufig mit den Irrungen und Wirrungen der Liebe auseinandersetzen musste.)
Nun, was ich eigentlich sagen will, man darf nicht erwarten, dass Hetero-Männer genauso begeistert sind von Brokeback Mountain. Und dass man auch akzeptieren muss, dass es ein sehr langsamer Weg ist, bis die schwule Liebe in den Köpfen der Menschheit als etwas Natürliches und nicht abnormal gilt.
Auf die Frage von Esther, ob ein richtiger Homosex. Sex mit einer Frau haben kann. Gut, stellt sich erstmal die Frage, was ist ein richtiger und was ein nicht ganz richtiger Homosexueller. Ich kann da einfach mal für mich antworten. Ich bin schwul, doch ein Frauenbusen finde ich z. B. durchaus erotisch. Wenn es sein muss, dann kann ein Schwuler durchaus mit einer Frau schlafen und sehr wohl auch Spass daran empfinden. Was sich dabei im Kopf abspielt, ist eine andere Sache. Ich habe kein Bedürfnis mit einer Frau zu schlafen, doch in der richtigen Atmosphäre wäre es kein Problem. Vielleicht weil Männer doch etwas einfacher gestrickt sind in Bezug auf die rein körperliche Befriedigung.
Was das Wort "schwul" betrifft, kann ich sagen, dass ich auch nicht hochbegeistert darüber bin. Dennoch benütze ich natürlich diese Bezeichnung und ohne Hemmungen, weil es erstens keinen treffenderen Ausdruck in deutsch gibt und weil homosexuell etwas zu sehr, sagen wir mal medizinisch wissenschaftlich klingt. Was ich gar nicht gerne höre, ist die Bezeichnung "Schwuchtel", das empfinde ich dann schon sehr als beleidigend.
Ich denke, das Wort "schwul" war früher als Schimpfwort gebraucht. Und weil man sich nicht beschimpfen lassen wollte, drehten die Homosexuellen eben den Spiess um und begannen mit Stolz zu sagen: ja, ich bin schwul. So konnten die Schwulen dann das negativ abwertende "schwul" ins Positive drehen.
Noch ein Wort zu Matthias und den Journalistenkommentaren. Der WoZ-Artikel ist sehr gut, doch kaum jemand liest solch lange Filmkritiken, wenn er oder sie Lust hat ins Kino zu gehen. Also muss eine Kritik auch in wenigen Sätzen zusammenfassen können, um was es in dem Film geht. Ich bin mit dir nicht ganz einig, was die Kommentare anbelangt. Dass von einer universalen und nicht von einer schwulen Liebe geschrieben wird, finde ich ganz enorm wichtig. Der Film will und soll auch nicht nur die schwule Community ansprechen, sondern alle. Was mich stört, ist eine Bezeichnung wie "ein Film über schwule Cowboys". Das assoziiert meiner Meinung nach eher, dass es sich hier um eine amerikanische Variante von "Schuh des Manitous" handelt. Ich finde es wichtig, dass der Film eben nicht als schwuler Film angepriesen wird, denn dann würde ihn kaum ein Hetero-Mann oder eine -Frau ansehen. Und wie auch Esther schon gemeint hat, es ist eben wirklich nicht nur eine schwule Geschichte, sondern es zeigt einfach auf, dass unkonventionelle Liebe es sehr schwer hat. Es gibt noch andere Liebesbeziehungen, welche von der Gesellschaft auch nicht oder wenig akzeptiert werden, wie z. B. schwarzer Mann und weisse Frau, ältere Frau mit viel jüngerem Mann etc. etc.
Und wie ich von einigen Hetero-Leuten gehört habe, so wurde ihnen erstmals klar und konnten es auch richtig verstehen, dass es eben DIE Liebe zwischen zwei Männern gibt und schwul nicht gleichbedeutend ist mit, sagen wir mal, animalischem Sextrieb oder schriller Aufmachung in Frauenkleidern.
Und darum glaube ich auch, dass der Film wirklich etwas Positives bewirkt. Auch wenn im Kollegenkreis und insbesondere bei Hetero-Männern nicht über BBM gesprochen wird, so wird bei den meisten, die den Film gesehen haben, etwas haften bleiben.
Ach ja, noch was. Weil danach gefragt wurde, wie so die Kollegen reagierten und so.
Also, bei mir war das so. In der ersten Woche, nachdem ich den Film das erste mal gesehen hatte, kannte ich kein anderes Thema und wollte auch nichts anderes hören. Gut, nicht gerade bei allen, aber doch bei allen Freunden und guten Kollegen habe ich jeweils nach der Begrüssungsfloskel "Hallo, wie gehts? " gleich losgelegt mit dem Thema BBM. Einigen Kollegen und Kolleginnen, welche ich nur 1 oder 2 mal im Jahr sehe und weiss, dass sie nicht nur Actionfilme mögen, habe ich sogar angerufen und gefragt, ob sie BBM schon gesehen haben. Und wenn nicht, ihnen dringendst ans Herz gelegt, dass sie ihn unbedingt sehen müssen. Und bei denen, die ich häufig sehe, habe ich täglich nachgefragt, ob sie nun endlich im Kino waren.
Nun, diese Ergriffenheit, wie wir sie hier haben, hatten sie dann alle doch nicht, obgleich sie BBM alle sehr gut fanden. Und jetzt nach 3 Wochen können sie es schon irgendwie nicht mehr ganz verstehen, wenn ich immer noch mit ihnen über BBM sprechen will.
Übrigens konnte ich seither keinen anderen Film mehr sehen, obwohl es einige gute Filme zur Zeit im Kino gibt. Es geht einfach nicht, ich kann keinen anderen Film als Brokeback Mountain mir ansehen. Tageszeitungen habe ich praktisch keine mehr gelesen, Zeitschriften überhaupt nicht mehr. Es erschien mir alles völlig belanglos. So ganz langsam interessiere ich mich nun auch wieder ein wenig für andere Dinge, doch die Gedanken kreisen immer noch hauptsächlich um BBM.
Ich glaube, das treffendste Zitat aus dem Film für uns "Verrückten" ist wirklich dieses:
"Brokeback hat uns ganz schön erwischt"
So, ich bin auch wieder hier und zu nachtschlafener Zeit (bin eben aufgewacht, vielleicht weil ich mit dem Gedanken an Jacks und Ennis' Geschichte eingeschlafen bin).
Wieder ganz fantastische Beiträge in den letzten Tagen, die jede einzelne Szene des Films wieder vor meinem geistigen Auge abspulen liessen. Und in Gedanken fielen bei mir zu euren Beiträgen immer wieder Sätze ein wie "genau so ist es", "wahre Worte", "hätte es nicht besser ausdrücken können" usw.
Danke auch für die Antworten auf meinen letzten sehr persönlichen Beitrag. Hat gut getan.
Und an die neuen unter uns: Schön, dass ihr den Weg hierher gefunden habt. Es ist einfach schön zu spüren, dass es vielen Leuten gleich geht und von jedem Kommentar erhält man immer wieder einen neuen Impuls.
Bei Yahoo habe ich mich auch registriert, muss aber auch zugeben, dass ich es glaube ich noch nicht richtig geschnallt habe, wie das genau jetzt weitergeht. Das Forum hier habe ich mir übrigens alles mal ausgedruckt (geht ganz einfach und problemlos), einfach weil ich gerne mal nachschaue, was schon alles geschrieben wurde und weil es so wunderbare und auch persönliche Beiträge waren. Ja, es ist einfach schön hier zu lesen und man fühlt sich inzwischen schon so mit vielen verbunden, als würde man sich schon lange kennen.
Ich habe im Moment sehr viel zu tun, so dass ich nicht mehr jede Minute an BBM denke, doch immer wenn ich zu Bett gehe, schlafe ich mit den Gedanken an Brokeback ein und nach dem Aufwachen kommt es mir so vor, als wäre ich die ganze Nacht über in meinen Träumen am Brokeback Mountain gewesen.
Für mich zählt jetzt eigentlich das Positive an der Geschichte. Natürlich ist da die Traurigkeit, doch das Schöne überwiegt eher. Jemand hatte einen Satz zitiert aus dem Buch (muss das jetzt auf englisch machen, da ich meine deutsche Ausgabe gerade an eine Freunding ausgeliehen habe), der da hiess: "They were respectful of each other's opinions, each glad to have a companion where none had been expected. " Gleich der folgende Satz hat mir noch besser gefallen, nämlich: "Ennis, riding back to the sheep, thought he'd never had such a good time, felt he could paw the white out of the moon. " Ach, ohne dass er es wirklich einordnen kann, so hat er doch genau da die Schmetterlinge im Bauch, wie man sie eben hat, wenn man sich verliebt hat. Das ist das, was ich meine, wenn ich sage, ich denke eher an das Schöne der Geschichte. Oder an das Hoffnungsvolle wie die Begegnung mit Jacks Mutter oder die Schlussszene mit der Tochter.
So, jetzt gehe ich wieder ins Bett mit dem Gedanken an Ennis, wie er da so in die Nacht hineinreitet und an Jack denkt und alle Sorgen und Probleme weit weit weg sind.
Liebe BBM-Freunde
Gerade eben habe ich so zwei Stunden damit verbracht, nebst den vielen neuen Beiträgen auch mal wieder ein wenig in den älteren nachzulesen. Ein sehr nervenaufreibender und stressiger Arbeitstag liegt hinter mir und um wieder etwas vom Stress runterzukommen, was liegt näher, als seine Gedanken zu BBM abgleiten zu lassen.
Ja, ich muss mich ganz einfach zwingen, mich wieder mit dem Alltag zu beschäftigen. Wenn ich an BBM denke trifft es mich zwar nicht mehr so wie am Anfang wie ein Hammerschlag tief in mein Herz und wühlt mich nicht mehr dermassen auf, als würde mir der Boden unter den Füssen weggezogen, nein, jetzt sehe ich viel mehr das Schöne an der Geschichte und kann den Film einfach nur geniessen; nicht mit depressiver Traurigkeit, sondern einfach mit tiefer Melancholie.
Ich fürchte, mein Text wird etwas lang, doch weil ich die nächsten paar Tage alle meine Sinne beisammen haben muss für Beruf und private Dinge (Wohnungsumzug, Beistand einer Freundin im Spital) und ich daher die Beschäftigung mit BBM und dem Forum hier etwas zurückbinden muss (weiss zwar nicht, ob ich es durchhalte), äussere ich mich etwas ausführlicher.
Am liebsten würde ich auf viele Statements von euch eingehen, ich beschränke mich aber auf eine zentrale Frage, nämlich warum mich BBM dermassen beschäftigt wie kein anderer Film zuvor.
Liebeskummer, wie Robin meinte: Nein.
Gewisse Parallellen zu Jack/Ennis im eigenen Leben oder dem Leben von Bekannten/Freunden: Nein.
Am Ehesten so in etwa wie es Sybille beschrieb: Das ganze Leben lang zu sehr mit sich selbst, der Karriere, dem Nachrennen nach finanzieller Unabhängigkeit und dem Streben nach persönlicher Freiheit und Unabhängigkeit beschäftigt und dabei verdrängend, um was es wirklich geht im Leben, nämlich um Liebe, rein und pur und ohne materiellen Schnickschnack.
Ich möchte jetzt nicht gross persönliches ausbreiten, aber ein bisschen zum Verständnis. Ich bin ein Stadtkind, hatte eine glückliche Kindheit und Jugend, stamme nicht von einer begüterten Familie ab, und war daher auch immer stolz darauf, dass ich alles, was ich erreicht habe, aus eigener Kraft geschafft habe. Ich strebte nie nach Ruhm und Reichtum, aber nach Unabhängigkeit und dass ich nicht jeden Franken umdrehen muss, wenn ich mir was leisten will. Durch diesen Freiheits- und Unabhängigkeitsdrang bin ich auch immer Single geblieben und es war mir immer sehr wohl mit dieser Lebensform. Wozu auch einen Partner, schlussendlich kann ich mich sowieso nur auf eine Person verlassen, wenn es darauf ankommt, nämlich auf mich selber. Es genügt vollauf, eine Handvoll gute Freunde zu haben und dazu noch einige Kollegen, so dass man für jede Gelegenheit (Theater, Ausgang, Sport, Ferien etc.) immer die passende Gesellschaft zur Hand hat. Und wenn mal wieder eine sexuelle Notlage war (kann zwar sehr gut lange Zeit ohne Sex leben, aber das Zölibat passt nun auch nicht zu mir), dann fand sich immer eine Möglichkeit, um sich auch diese körperliche Befriedigung zu holen. Klingt jetzt vielleicht etwas egoistisch, doch das bin ich nicht, im Gegenteil, ich bin sehr gerechtigkeitsliebend und meine Freunde können sich auch immer auf mich verlassen. Aber eben, in Bezug auf Partnerschaft, da war ich wohl schon der Opportunist.
Natürlich hatte ich auch meine Liebschaften und Verliebtheiten, doch länger als ein paar Monate hielt ich es leider nie aus. Ja, möglicherweise habe ich mich wohl jeweils einfach vor der Verantwortung einer Partnerschaft davongeschlichen.
Ja, und jetzt werde ich bald 40, mit meinem bisherigen Leben sollte ich eigentlich glücklich und zufrieden sein, doch da ist nun das, was ich mal als 40er-Krise bezeichne ("ist das alles gewesen im Leben? "). Und da ist wohl genau der persönliche Punkt von BBM, welcher mir ins zentrale Nerven- und Gefühlszentrum eingedrungen ist und mich dermassen zum Nachdenken angeregt hat. Ich bin jetzt so alt wie Ennis und Jack am Ende des Films und ich habe eine solche Liebe noch nie in meinem privaten Leben erlebt. Hatte ich Chancen, die ich verpasst habe? Was wäre gewesen, wenn ich von diesem und jenem Partner nicht "davongerannt" wäre? Warum habe ich meinen Blick nur auf das berufliche Weiterkommen gerichtet und einen Augenkontakt, einen Flirt mit Interesselosigkeit abgeblockt, weil eine Beziehung oder auch nur ein One-Night-Stand gerade nicht in meinen persönlich Plan passte?. Ja, ich erinnere mich gut an einige solcher Vorkommnisse/Chancen, auch wenn ich beileibe nicht der Vorstellung eines Traummannes entspreche.
Tja, das ist es wohl, das Nachdenken über die verpassten Chancen, sein eigenes Leben, über eine Liebe, wie sie einem persönlich nie widerfahren ist und möglicherweise nie widerfahren wird. Ich falle dabei nicht in eine Depression, aber schon in eine Traurigkeit und Melancholie. Vielleicht habe ich mir auch deshalb so sehr gewünscht, dass es Jack und Ennis vergönnt ist, ihre Liebe zu leben und nicht immer zu wenig Zeit zu haben, viel zu wenig Zeit.
Ich stelle mir schon seit einigen Monaten diese Sinnfrage des Lebens, doch durch BBM ist es erst recht zum Ausbruch gekommen. Jetzt ist es ganz klar, dass ich in meinem Leben etwas ändern muss, zwar nicht Knall auf Fall alles auf den Kopf stellen, aber doch die Prioritäten etwas anders setzen.
So, das war jetzt meine persönliche Geschichte zu BBM. Ich hoffe, ich hab euch nicht gelangweilt, weil ich nicht auf einzelne Film- oder Buchszenen einging. Aber das Schreiben tat ganz einfach gut.
PS: Das Filmplakat hängt seit 3 Tagen in meinem Büro, so dass ich, wenn ich mal wieder zuviel an die Arbeit denke, nicht vergesse, was BBM zu sagen hat.
Also ich beziehe diesen Schlusssatz im Buch nicht auf die Art und Weise von Jacks Tod.
Ich deute das ganz einfach so: Ennis weiss, dass Jack tot ist, doch er möchte gerne glauben, dass es nicht so ist.
Wie Jack tatsächlich umgekommen ist, ist für mich gar nicht mehr wichtig. Ich bin zwar überzeugt - wie Ennis auch -, dass Jack von Schwulenhassern umgebracht wurde, doch das genaue wie und von wem würde wohl auch im richtigen Leben nicht unbedingt restlos geklärt werden können.
Die kurze Sequenz im Film interpretiere ich als das, was in Ennis Gedanken abläuft aufgrund seines Kindheitstraumas, kaum hat Lureen etwas von Wagenheber gesagt.
Ich habe keine Ahnung, was nun wirklich die richtige Interpretation ist, definitiv wissen wird man es wohl nie können. Fakt ist einfach, Jack ist tot - und das wird man definitiv nicht mehr ändern können.
Bin soeben von meinem Landausflug ins Sarganser Kleinkino heimgekehrt. Und ich muss sagen, Filmgenuss pur. Tolles Publikum (waren zwar nur etwa 20 Leute) und gerade wegen dem kleinen Kinosaal fühlte ich mich noch intensiver oder intimer im Film drin. Und schon auf der Fahrt auf der Autobahn von Zürich aus mit klarster Sicht auf die Schneeberge kam es mir schon fast so vor, als führe ich wirklich direkt zu Jack und Ennis zum Brokeback Mountain.
Alles was ihr gerade geschrieben habt, kann ich nur einmal mehr 100%ig unterschreiben. Besonders Martin hat mit seinen Empfindungen sehr die meinen getroffen (nicht essen können, die Interpretation von "ich schwör's", die Traurigkeit (nicht Depression), die sich festgesetzt hat etc.). Ich sehe in meinem persönlichen Leben keine Parallelen zu Jack und Ennis, und dennoch hat mich gerade in der ersten Woche ihre Geschichte dermassen mitgenommen, als wäre es real und hätte mich persönlich betroffen. Inzwischen hat es sich ja wieder etwas gelegt.
Bei meinem diesmaligen Kinobesuch trafen mich ganz besonders die Blicke. So wie ihr es schon geschrieben habt, diese Blicke sagen dermassen viel aus, sowohl bei Jack als auch bei Ennis. Auch wieder schmerzlich tief gegangen, diese unbeholfene Art von Ennis, wie er es einfach nicht schafft, seine Gefühle auszudrücken und wie Angelika schrieb, man wäre manchmal am liebsten in den Film reingesprungen und hätte Ennis einen Tritt in den Hintern gegeben.
Und weil hier noch wegen der Schuld gesprochen wurde: Ich denke, dass Ennis dies so sagte, beruht auch wieder auf seiner unbeholfenen Art, seine Liebe zu Jack sprachlich auszudrücken. Während dieser Szene ihrer letzten Begegnung und mit dem Flashback der Erinnerung an den Brokeback-Sommer ging wieder ein richtiges Beben durch meinen ganzen Körper.
Zum Schluss noch etwas: Trotz der Traurigkeit und der Tragik gibt es für mich definitiv am Schluss etwas Positives. Der Besuch seiner Tochter am Schluss mit ihrer sehnsuchtsvollen Frage, dass er doch auch zu ihrer Hochzeit kommt. Da entscheidet er sich dann nach kurzem Zögern für die Tochter und gegen seinen Job. Und ich bin mir ganz sicher, dass die beiden (Ennis und seine ältere Tochter) ein wunderbares Vater-Tochter-Verhältnis in Zukunft haben, ja dass Ennis wahrscheinlich seiner Tochter auch irgendwannmal die Geschichte mit Jack erzählen wird. Ennis wird wohl der einsiedlerisch lebende Cowboy bleiben, doch irgendwann wenn seine Zeit gekommen ist, dann wird er wenigstens für sich sagen können, dass er trotz aller gemachter Fehler und dem viel zu frühen Tod von Jack die wahre Liebe gefunden hatte und die glücklichen Momente am Brokeback und mit Jack das Schönste war, was es im Leben gibt.
Hm, jetzt wird es langsam kitschig, also höre ich jetzt auf zu schreiben.
Hi Bettina
Da geht es dir so, wie wohl den meisten von uns hier. Nach dem ersten Filmbesuch stellt man sich Fragen über Fragen und die Gedanken kreisen und kreisen auf der Suche nach Antworten, so lange, bis man es einfach nicht mehr aushält und BBM einfach nochmals ansehen muss und ehe es man sich versieht, gehört man schon zu den "Brokies", die tagelang kaum noch an etwas anderes denken können als an diese grossartige Geschichte. Eigentlich sollte auf dem Filmplakat ein Warnhinweis aufgedruckt sein: "Vor akuten Nebenwirkungen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen wird gewarnt" *g*
Aber zu deiner Frage: Ja, ganz klar und eindeutig, Ennis war für Jack DIE grosse Liebe und umgekehrt.
Bei ihrer letzten Begegnung wurde Jack endgültig klar, dass er zwar nie von Ennis loskommen wird (I wish I knew how to quit... oder so ähnlich), weiss aber, dass er sein verlogenes Eheleben so wie bisher nicht weiterleben kann und darum mit dem Texas-Nachbarn einen Versuch wagen will.
Das ist die eine Erklärung. Die andere Erklärung, und für mich persönlich die wahrscheinlichere, ist, dass er gar nie wirklich mit dem Nachbarn zusammen auf die elterliche Ranch gezogen wäre. Kurz nach ihrer letzten Begegnung muss Jack seine Eltern besucht haben (wenn man ein bisschen nachrechnet mit den Monaten und so, erkennt man, dass er noch im Frühling zu ihnen fuhr) und könnte dort dann aus der noch in ihm sitzenden Trauer und Bitterkeit über ihre letzte Begegnung, diese Geschichte mit dem Nachbarn einfach seinem Vater so erzählt haben, obwohl er tief in sich drinnen wusste, dass er das nur mit Ennis gemacht hätte.
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@Sandra II: Vielen Dank für den Songtext.
Im Trailer sieht man einige Szenen, die im Film nicht zu sehen waren, z. B. Jack mit nacktem Oberkörper auf dem Steg oder Ennis und Jack gemeinsam im Pick-Up. Soweit ich mitbekommen habe, sollen da noch etwa 30 Spielfilmminuten vorhanden sein, die dann für den Kinofilm herausgeschnitten wurden. Ich hoffe sehr, auf der DVD werden diese Szenen dann zu sehen sein.
Ich hab zwar keinen Fernseher, doch die DVD werde ich mir sicher zulegen, werde mich dann schon bei jemandem einladen, um sie mir genüsslich anzusehen. Ich höre mich jetzt schon sagen: "Weisst du noch damals im März, als ich von nichts anderem mehr redete als von BBM"
So, diese Woche konnte ich mich doch wieder ein wenig auf meine Arbeit konzentrieren. Doch jetzt nach Ende der Arbeitswoche zieht es mich wieder magisch Richtung Kinosaal. Diesmal habe ich mir vorgenommen, den Film mal nicht in Zürich mir zu Gemüte zu führen, sondern einen Ausflug in ein Landkino zu machen und in deutscher Synchronfassung anzugucken.
Bin schon jetzt gespannt, wie das Publikum im kleinen 50-Personensaal in Sargans sein wird. Das Sarganserland ist ja doch ziemlich konservativ (z. B. beim Partnerschaftsgesetz); chapeau dafür, dass Sargans BBM doch relativ lange im Programm hat.
Noch ganz schnell zu Bruno, ja natürlich hat es auch witzige Szenen im Film. Mir fällt da noch die Szene ein, wo Alma und Ennis sich bezüglich Mittagessen streiten und die beiden kleinen Mädchen auf der Schaukel sich nicht anschubsen lassen wollten von Ennis, da musste ich wirklich herzlich grinsen.
Dann noch eine Frage zum Liedtext von "He was a friend of mine". Ich verstehe da nämlich eine Textpassage einfach nicht. In der zweiten Strophe:
"He died on the road
He died on the road
Just kept on moving (so habe ich das verstanden)
.... (und hier verstehe ich den Text nicht, konnte mir auch nichts Gescheites dazu zusammenreimen).
Vielleicht kann mir da ein Englischexperte weiterhelfen.
Gerade eben ist mir nochmal was Verrücktes durch den Kopf gegangen. Ich hab ja vorhin geschrieben, der Abspannsong passe so wunderbar zur letzten Filmszene, als wäre es der persönliche Trauersong von Ennis.
Wortwörtlich übersetzt lautet doch diese Songzeile "Er war e i n Freund von mir", also dass in dem Lied eigentlich getrauert wird um einfach einen Freund/Kumpel, den man sehr gut kannte und mit dem man viel erlebt hat. Würde der Songtitel heissen "He was my friend" (also "Er war m e i n Freund) würde damit klar ausgedrückt werden, dass es eben nicht irgendein Freund war, sondern der Liebste.
Aber genauso ist eben Ennis. Er konnte nie nach aussen und vor allem nicht gegenüber sich selbst eingestehen, dass Jack seine grosse Liebe war, sondern eben nur ein Fishing-Buddy (bis es dann leider zu spät war, seine eigenen Gefühle einzugestehen). Und darum passt diese eher allgemeine Form "a friend of mine" so hervorragend zu Ennis' Typ.
Hm, wirklich erstaunlich, was man immer wieder für neue Feinheiten entdeckt. Vielleicht sollte ich aber endlich langsam etwas zurückkrebsen mit dem Nachdenken über BBM, sonst sehe ich dann plötzlich noch eine tiefere Bedeutung in irgendwas, wo es gar keine tiefere Bedeutung hat.
PS: Eigentlich müsste man ja schon fast einmal ein Brokie-Treffen organisieren. Soviele Leute, die soviel zu sagen haben und nachhaltig berührt wurden, ist schon fast unheimlich.
Ich geb euch vollkommen recht, die Musik ist ja sowas von genial perfekt abgestimmt. Ich werde beim nächsten Filmbesuch speziell darauf achten.
Mein Englisch ist nicht so perfekt, dass ich einfach so nebenbei die Liedtexte mitbekomme oder dass ich das Gesungene auch wirklich richtig verstehe. Nachdem ich mich nun aber durchs Internet gewühlt habe auf der Suche nach den Songtexten, konnte ich mich inzwischen auch mit den Liedtexten beschäftigen. So kann ich mich jetzt dann auch gut auf z. B. die angesprochene Tanzszene konzentrieren.
Was mich bei meinem letzten Kinobesuch gestört hat, war die Hektik im Publikum beim Beginn des Abspannes. Die war diesmal so gross gewesen, dass ich mich nicht mehr einfach im Sessel zurücklehnen konnte und die Musik und Nachwehen des Filmes über mich ergehen lassen konnte. Denn gerade der Abspannsong "He was a friend of mine" passt so perfekt zur letzten Filmszene als würden die Worte direkt aus Ennis sprechen beim Betrachten der Hemden. Schade, dass dies den meisten Kinobesuchern entgeht. Vielleicht wäre es da ganz gut gewesen, wenn hierzu eine Textübersetzung als Untertitel mitgelaufen wäre und vielleicht wäre dann auch der eine oder andere noch etwas sitzen geblieben, weil es noch mehr zu lesen gab, als nur der Abspann.
Zum Thema Ärgernis mit Publikumsäusserungen: Trotz aller Nachsicht für unpassende Lacher, Teenagergekicher und raschelnde Chipstüten, eine solche Aussage, wie sie Robert gehört hat, ärgert mich auch sehr und macht mich traurig. Bleibt nur zu hoffen, dass sich dieser junge Mann noch in einer pubertären Selbstfindungsphase befindet und seine Ansichten - vielleicht auch durch die Freundin - sich zu einem Besseren wendet.
Und noch was: Auch wenn mein Filmgenuss durch unpassende übertrieben laute Lacher und in Aussagen wie oben erwähnt getrübt wird, so bin ich doch der festen Überzeugung, dass die Nachhaltigkeit der Geschichte auch bei diesen Zuschauern (zumindest bei den meisten) sein Ziel nicht verfehlen wird. Wir kennen's ja von Ennis, totales Machogehabe nach aussen, doch im stillen Kämmerlein und innen doch empfänglich für das Emotionelle.
Du setzt dich überhaupt nicht in die Nesseln, im Gegenteil, ich finde es sehr interessant und auch richtig, dass du deine Meinung so äusserst.
Mir fällt dazu eine Aussage einer Frau ein im davecullen-forum (www. davecullen. com/forum --- man braucht Tage um sich da durchzulesen), die schrieb, dass sie beim ersten mal Ennis sehr unsympathisch fand und ihr erst beim zweiten Filmbesuch der Charakter von Ennis nahe kam und verständlich machte.
Von daher empfehle ich auch wirklich allen, den Film unbedingt mehr als einmal anzusehen, weil einem dann einfach noch viele Dinge auffallen, die man beim ersten mal gar nicht richtig mitbekam.
Wie auch immer, es ist auf jeden Fall faszinierend, wie der Film auf all die verschiedenen Leute wirkt.
Ich gehe heute Abend nun zum 5. Mal in den Film (inzwischen auch das Buch gelesen) zusammen mit meinem Bruder und meiner Schwägerin und bin sehr gespannt auf deren Reaktion.
PS: Ihr merkt, so ganz ausklinken konnte ich mich noch nicht.
Danke Thomas für den Link.
Es ist wirklich verdammt schwer, nicht immerzu an BBM zu denken.
Du sprichst mir aus der Seele. Genau das habe ich heute auch gedacht nach dem Aufstehen. Es ist Zeit, wieder ins reale Leben zurückzukehren, trotz oder gerade wegen all der Emotionen, die BBM in uns ausgelöst hat.
BBM wird mich für den Rest meines Lebens wohl immer irgendwie begleiten und mich hoffentlich in gewissen Momenten immer daran erinnern lassen, was wirklich im Leben zählt.
Ich wünsche euch auch allen alles Liebe und Gute und es ist unheimlich schön festzustellen, dass man nicht der Einzige ist, den BBM mehr als nur tief bewegt hat.
Genau so ist es, man kommt einfach nicht los von dieser Geschichte.
Immer wieder denkt man über diese und jene Szene nach, wie die Geschichte wohl weitergehen könnte, dann plötzlich schweift man mit den Gedanken zu seinem eigenen Leben ab usw.
Ein richtiger emotionaler Trip.
Also ich hab heute mal kurzfristig frei gemacht, da ich mich eh nicht richtig auf die Arbeit konzentrieren konnte und das Rumsurfen in anderen BBM-Internetforen schon seine Zeit in Anspruch nimmt; -)
Ganz unglaublich, was da "weltweit" abgeht und schön zu sehen, dass vielen Menschen dieser Film wirklich nachhaltig nahe gegangen ist.
Es gab schon oft Filme und Bücher, die mich tief bewegten und zum Nachdenken anregten. Doch ich glaube mich nicht zu erinnern, dass mir jemals eine Story so eingefahren ist wie eben BBM. Möglicherweise hat das was mit dem Alter zu tun und mit gewissen Erfahrungen, die man in seinem eigenen Leben schon gemacht hat. (Ich selber werde bald 40)
Und nochmals ich zum Dritten.
Falls ihr selber den Link noch nicht entdeckt habt, hier ein sehr guter:
www. davecullen. com/brokebackmountain
Und wenn man da runterscrollt zu Pictures, Clips etc. findet sich mein derzeitiger Lieblingsclip "Brokeback Flashback". Dauert ziemlich lange, bis er geladen ist, doch man kann ihn auch direkt downloaden (i-tunes ist aber erforderlich, glaub ich, bin da nicht so der Fachmann).
http: //rapidshare. de/files/14032791/BMFBDWL. mov. html
Es handelt sich um die Rückschau bei ihrer letzten Begegnung in Superzeitlupe. Zwar nicht mit der Originalmusik, aber auch mit einer sehr schönen musikalischen Untermalung.
Alles steckt da drin, die ganze Sehnsucht, die ganze Tragik. Wenn ich mir das ansehe, schnürt es mir das Herz wieder zusammen, dass es kaum zum Aushalten ist. Dieser Blick von Jack, wie er dem davonreitenden/davonfahrenden Ennis nachblickt: es fehlen mir die Worte.
Ich denke, es könnte wirklich so sein, dass dies ein Geschenk von Ennis war, da man ja zu Beginn gesehen hat, dass Ennis Tierfiguren schnitzen kann. Ein guter Grund, mir den Film nochmals anzuschauen und auf dieses Detail zu achten *g*
Auch etwas zum genauen Beobachten bei eurem nächsten Filmbesuch. Die Szene mit Jacks Mutter. Für mich eine der bewegendsten Szenen. Wie sie zärtlich die Hand auf Ennis' Schulter legt, ihm sagt, er solle doch in Jacks Zimmer gehen und wie sie ihm ohne Zögern eine Tüte für die Hemden gibt, wohlwissend und akzeptierend, dass dieser Mann die grosse Liebe ihres Sohnes war. Achtet auch mal auf den ganz kurzen Augenblick bei der Verabschiedung, wenn der Vater nochmals sagt, dass die Asche ins Familiengrab kommt, wie sie da Ennis einen Blick zuwirft, als wollte sie sagen: "Was interessiert uns schon, was der Alte meint. Du, Ennis, hast ihn geliebt und ich weiss das. " Entsprechend dann auch ihre Verabschiedung, dass sie sich freuen würde, wenn er wieder mal zu Besuch käme.
So, dann verewige ich mich hier auch mal als BBM-Fan.
Ich bin soeben nach Hause gekommen von meinem 3. BBM-Kinobesuch. Leider hat es mich diesmal auch getroffen, dass eine kleine Gruppe Jugendlicher durch Kichern und Tuscheln an allen möglichen Stellen mir das Filmvergnügen schon sehr erschwert haben. Da hab ich die Gelegenheit halt gerade dazu genutzt, versuchen herauszufinden, warum jemand den Film schlecht und langweilig finden kann.
Die einzige akzeptable Begründung für mich ist, wenn dies jemand sagt, der noch in der pubertierenden Phase steckt, also Jugendliche. Dies ist eine so schwierige Phase und man selber von den Entwicklungsschüben oftmals so überfordert, dass man dann für einen Film wie BBM einfach nicht die richtige Musse und den richtigen Zugang hat. Also verständlich und absolut entschuldbar.
Ansonsten gibt es für mich nur zwei Erklärungen: Entweder man kann sich überhaupt nicht vorstellen, dass sich zwei Männer auch tief und im wahrsten Sinne des Wortes lieben können und lehnt dies deshalb total ab (dann fragt sich natürlich, warum jemand BBM anschaut, wenn er es sowieso von vornherein ablehnt) oder die Person muss dermassen ein emotionaler Eisblock sein, dass diese Person zwischenmenschliche Gefühle nur vom Hörensagen her kennt.
Selbstverständlich muss niemand den Film so meisterhaft finden, wie die meisten hier. Es ist vollkommen ok, wenn jemand den Film nicht besonders gut fand oder aus falschen Erwartungen heraus langatmig. Aber den Film als schlecht, langweilig oder gar sch..... zu bezeichnen, erachte ich schon als inakzeptabel.
Barfuss
Director: Til Schweiger
Cast: Til Schweiger, Johanna Wokalek, Nadja Tiller, Michael Mendl, Steffen Wink
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Un long dimanche de fiançailles
Director: Jean-Pierre Jeunet
Cast: Audrey Tautou, Gaspard Ulliel, Dominique Pinon
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The Lord of the Rings: The Return of the King
Director: Peter Jackson
Cast: Elijah Wood, Ian McKellen, Viggo Mortensen
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Director: Ridley Scott
Cast: Susan Sarandon, Geena Davis, Harvey Keitel, Michael Madsen, Christopher McDonald
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