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Oliver Twist

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 Interview
«Ben Kingsley war ein Schock für mich!»



Der Regie-Meister Roman Polanski redet über Waisenkinder und den grotesk geschminkten Ben Kingsley.

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Cineman: Hallo Roman, Ihr Film «Oliver Twist» basiert auf dem berühmten Klassiker von Charles Dickens. Was gefällt Ihnen an Dickens Erzählweise besonders?
Polanski: Das Grossartige an Dickens ist meiner Meinung nach sein Humor, sein Sarkasmus und seine Ironie, wie er furchtbare Geschehnisse, den Kummer von Kindern, beschreibt. Das war unser Roter Faden in der Adaption, das wollten wir beibehalten. Wir wollten die erzählte Geschichte in Bildern festhalten.

«Oliver Twist» wurde schon mehrmals verfilmt. Was wollten Sie in Ihrer Verfilmung anders machen?
In den Filmadaptionen, die ich kenne, war Oliver für mich immer zu lieblich. Ich wollte einen Jungen mit Charakter und nicht einen zu braven. Wir liessen eine Gruppe von drei oder vier Jungen kommen und entschieden uns für einen üblichen Screen-Test im Stil, wie es in Hollywood früher gemacht wurde. Das bedeutet auf dem Set, mit Kostümen und so weiter. Es war ziemlich schnell klar, dass Barney Clark unser Oliver war!

Weshalb wählten Sie Ben Kingsley für die Rolle des Bösewichts aus?
Ben Kingsley gehörte von Anfang an zu meiner Wahl. Ich wusste, dass das Make-up zu seinem Gesicht passen würde. Er schuf für uns den Charakter so, wie man ihn sich vorstellt, wenn man das Buch liest.

Kingsley sieht als Fagin komplett verwandelt aus. Erzählen Sie mehr darüber, wie er sich in seine Rolle eingearbeitet hat...
Es war wirklich sehr überraschend zu sehen, was Ben tat. Im Moment, als er aus dem Umkleideraum heraus kam, war er Fagin. Er wäre nie von seinem Akzent abgekommen, hätte sich nie gerade hingestellt oder seine Gangart verändert. Sein Humor und seine Art, wie er mit der Crew und vor allem mit den Kindern um ihn herum sprach... Die ganze Zeit, so dass wir uns vollkommen daran gewöhnten. Ich sah ihn nur selten ausserhalb des Sets. Wenn ich ihn dann als normale Person antraf, war es ein Schock für mich!

[Roman Polanski wurde interviewt von MP, Übersetzung: Portmann Media]




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