Thomas Johannes Gottschalk (* 18. Mai 1950 in Bamberg) ist ein deutscher Rundfunk- und Fernsehmoderator, Entertainer und Schauspieler, der besonders als Moderator der Fernsehsendung Wetten, dass..? bekannt ist.
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Thomas Johannes Gottschalk (* 18. Mai 1950 in Bamberg) ist ein deutscher Rundfunk- und Fernsehmoderator, Entertainer und Schauspieler, der besonders als Moderator der Fernsehsendung Wetten, dass..? bekannt ist.
Biografie
Jugend und Ausbildung
Thomas Gottschalk wurde als Sohn des Rechtsanwalts Hans Gottschalk (* 1902 in Oppeln/Oberschlesien; + 1964 in Kulmbach) in Bamberg geboren. Die Familie war aus Oberschlesien geflüchtet und wurde im fränkischen Kulmbach sesshaft. Gottschalk war Ministrant in der Kulmbacher Stadtpfarrkirche "Zu Unserer Lieben Frau". Er machte 1971 sein Abitur am humanistischen Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium in Kulmbach. Nebenbei jobbte er als DJ in einem Kulmbacher Tanzlokal und erteilte Nachhilfeunterricht, ausserdem arbeitete er als Kinder- und Jugendbetreuer der katholischen Kirche. Ein Stipendium der Deutschen Bischofskonferenz ermöglichte es ihm, Germanistik und Geschichte auf Grund- und Hauptschullehramt in München zu studieren. Dort trat er der katholischen Studentenverbindung Tuiskonia bei. Später war Gottschalk Mitglied im Bundesvorstand des Cartellverbands. Er leitete das Pressereferat des grössten europäischen Akademikerverbandes.
Frühe Radiokarriere
Ab 1971 arbeitete er als freier Mitarbeiter für den Jugendfunk beim Bayerischen Rundfunk (Bayern 3). 1973 wurde er dann Sprecher der Abendschau-Nachrichten. 1976 erhielt er nach einem kurzen Abstecher zum Münchner Merkur eine Festanstellung beim BR und steigerte seine Popularität als Moderator der Hörfunksendung Pop nach acht (auf Bayern 3). Anfang der 1980er holte ihn Frank Elstner zum deutschen Hörfunkprogramm von Radio Luxemburg, wo er unter anderem als "Mister Morning" auf Sendung ging und auch die legendäre "RTL-Hitparade" moderierte. 1985 ging er zurück zum BR, wurde Leiter bei Bayern 3 und moderierte u.a. bis 1989 die "B3-Radioshow" am Nachmittag. Legendär waren in den Augen vieler dabei die Übergaben zwischen Gottschalk und Günther Jauch, die lange Zeit jeweils einen Teil der "Radioshow" moderierten (Gottschalk zwischen 14.00 und 16.00 Uhr, Jauch danach bis 17.30 Uhr).
Frühe Fernsehkarriere
1976 schaffte Gottschalk den Durchbruch im Fernsehen mit der Musikclip-Sendung Szene, die später Pop-Stop hiess. Sie besass vor allem Witz wegen des Clowns Anthony Powell, der mit seinen pantomimischen Slapstickeinlagen die Sendung abrundete. Im selben Jahr heiratete Gottschalk seine vier Jahre ältere Jugendfreundin Thea. Aus der Ehe von Thomas und Thea Gottschalk ging ein Sohn (* 1982) hervor. 1989 adoptierten die Gottschalks einen zweiten Sohn.
1977 moderierte Gottschalk die Anrufsendung Telespiele, die zunächst im Fernsehprogramm des Bayerischen Rundfunks und dann in der ARD gesendet wurde. Im April 1980 erreichte die Formation GLS United, bestehend aus Thomas Gottschalk, Frank Laufenberg und Manfred Sexauer, mit dem Rap-Song Rapper's Deutsch Platz 49 der deutschen Hitparade.
Von 1982 bis 1987 moderierte Gottschalk im ZDF die Sendung Na sowas, für die er 1985 die Goldene Kamera bekam. Diese Sendung brachte ihm den grossen Ruhm und die bundesweite Beliebtheit, die bis heute anhält. Gottschalks spontane Gesprächsführung und seine - für damalige Verhältnisse - lockere Kleidung (Jeans und Micky-Maus-T-Shirt; Shorts und Schlappen; Hemd und Hosenträger ohne Jackett) begeisterten ein Millionenpublikum.
1989 kommentierte er für die ARD den Eurovision Song Contest 1989 in Lausanne.
Filme zusammen mit Mike Krüger
Ab 1982 drehte Thomas Gottschalk gemeinsam mit Mike Krüger die ebenfalls erfolgreichen Unterhaltungsfilme Piratensender Powerplay, Die Supernasen, Zwei Nasen tanken Super (eine Anspielung auf die langen Nasen der beiden Darsteller) und Die Einsteiger. Es folgten die Filme "Mamma Mia", "Zärtliche Chaoten", "Zärtliche Chaoten 2", "Eine Frau namens Harry", "Trabbi goes to Hollywood" und Late Show.
Wetten, dass..?
Am 26. September 1987 übernahm Gottschalk von Frank Elstner die Sendung Wetten, dass..?. Mit Ausnahme einer kurzen Unterbrechung vom 26. September 1992 bis zum 27. November 1993, als Wolfgang Lippert durch die Sendung führte, moderiert er die Sendung bis heute durchgehend. In der Sendung werden Wetten vom Volk vorgeführt. Die Stargäste müssen sich entscheiden, ob der Wettkandidat die Wette schafft oder nicht. Liegt der Star falsch, muss er seinen Wetteinsatz einlösen.
Die Sendung ist bis heute eine der erfolgreichsten im deutschen Fernsehen, gilt als die erfolgreichste in Europa und ist eine der letzten verbliebenen Samstagabendshows. So konnte die Sendung vom 1. April 2006 insgesamt 13,48 Millionen Zuschauer gewinnen, was einem Marktanteil von 39,4 % entspricht. Als Gottschalks Markenzeichen in der Führung der Sendung gelten vor allem seine lockere und zuweilen als frech empfundene Art sowie seine gewagten und auch berüchtigten Outfits.
Tätigkeit beim Privatfernsehen
Ab 1990 arbeitete Gottschalk auch für den Privatsender RTL. Dort präsentierte er bis 1992 eine Personality-Show, die schlicht "Gottschalk" hiess. Vom 28. September 1992 bis zum 27. April 1995 moderierte Gottschalk seine eigene Late-Night-Show, Gottschalk Late Night. Obwohl sie als nicht sehr erfolgreich gilt, legte er damit den Grundstein für andere Sendungen wie Die Harald Schmidt Show, TV total und Johannes B. Kerner und schaffte weitaus höhere Einschaltquoten als die angeführten nachfolgenden Formate.
Im Anschluss an seine Tätigkeit bei RTL war er auch einige Jahre für den Privatsender Sat.1 tätig. Sein grösstes Projekt dort war die Gottschalks Haus-Party genannte Sendung, die es in den Jahren 1995-1997 auf über 50 Folgen brachte und bis heute eine der erfolgreichsten Shows dieses Senders geblieben ist. Die letzte Sendung brachte es auf 6,5 Millionen Zuschauer. Weiterhin lief von 1996 bis 1999 am Samstagnachmittag die Sendung Gottschalk kommt.
Umzug nach Kalifornien
Um seinen Kindern zu ermöglichen, ungestört von Medientrubel aufzuwachsen, zog Gottschalk zu Beginn der 1990er Jahre nach Malibu in Kalifornien. Dies ist heute sein Zweitwohnsitz, wohin er sich vor allem in den Sommerpausen zurückzieht. Gottschalk bewohnt seit 2006 das Schloss Marienfels bei Remagen am Rhein.
Rückkehr zum ZDF
Nach dem Ende der Tätigkeit bei Sat.1 kehrte Gottschalk wieder ganz zum ZDF zurück. Seine Haupttätigkeit konzentriert sich seither auf "Wetten, dass..?", aber er moderiert dort auch verschiedene andere Sendungen in unregelmässigen Abständen.
Unter anderem präsentiert er seit 2001 einmal jährlich die Spendengala Ein Herz für Kinder, bei der für die gleichnamige Aktion Geld gesammelt wird. Die fünfte und bisher letzte Sendung lief am 17. Dezember 2005 und brachte acht Millionen Euro Spenden ein.
Im Sommer 2005 moderierte er die Sendung Gottschalk & Friends, bei der der nunmehr 55-Jährige auch als Rückblick auf sein eigenes bisheriges Leben prominente Gäste und private Freunde einlud. Jede Sendung stand unter einem bestimmten Motto. Die letzte der acht Folgen lief am 9. Juli 2005.
Am 28. August 2005 und 26. August 2006 war er dann Gastgeber der Sendung Die Cleversten - Der grosse Drei-Länder-Check, bei der Teams aus den drei deutschsprachigen Ländern Deutschland, Österreich und Schweiz gegeneinander antreten.
Zwischen 2000 und 2005 sendete das ZDF zehn Folgen von "Gottschalk America".
Sonstige Projekte
Im Werbefernsehen feierte er seinen Einstand 1987 mit McDonald's. Den Durchbruch als Spot-Star erlebte er mit Haribo. Ferner wirbt er zusammen mit seinem Bruder Christoph Gottschalk für die Deutsche Post AG. Die Aktivitäten von Thomas Gottschalk werden in seinen Firmen "Brot und Spiele" und Dolce Media gebündelt. Im Film Joe & Max (2002) trat er als Produzent auf. Im Jahre 2004 machte er den Synchronsprecher für Garfield - Der Film als Garfield. Für seine Synchron wurde er bei vielen Kritikern gelobt. Bei der Fortsetzung verzichtete er aber mitzumachen.
Laut einer Pressemitteilung vom 30. Oktober 2006 wird Thomas Gottschalk ab 2007 als Berater für Tele 5 tätig sein. Er wird dem Sender Tele 5 und der Tele München Gruppe (TMG) exklusiv als Berater, Ideengeber und Präsenter für Inhalte im Umfeld von Spielfilm, Kino und neue Medien zur Verfügung stehen. Er war im Clip zu Land of Confusion von der Gruppe Genesis zu sehen.
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