Sergio Corbucci (* 6. Dezember 1927 in Rom; + 2. Dezember 1990 ebenda) war ein italienischer Filmregisseur, der von 1951 bis 1990 44 Filme drehte und dabei den wechselnden Strömungen des kommerziellen italienischen Kinos folgte.
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Sergio Corbucci (* 6. Dezember 1927 in Rom; + 2. Dezember 1990 ebenda) war ein italienischer Filmregisseur, der von 1951 bis 1990 44 Filme drehte und dabei den wechselnden Strömungen des kommerziellen italienischen Kinos folgte.
Corbucci erlangte vor allem Bedeutung als, neben Sergio Leone, wichtigster Regisseur des Italowestern. Hier ist er von 1963 bis 1975 mit insgesamt 13 Arbeiten vertreten, die jedoch, im Unterschied zu Leone, von sehr unterschiedlicher Qualität sind.
Leben und Werk
Sergio Corbucci begann seine Filmtätigkeit 1948 als Assistent bei Aldo Vergano und Enzo Trapani.
Er debütierte 1951 mit Salvate mia figlia als Regisseur und drehte zunächst überwiegend Komödien, unter anderem mit damals populären Komikern wie Toto oder dem Duo Franco & Ciccio. 1959 arbeitet er als 2nd Unit Regisseur an Die letzten Tage von Pompeji, an dem auch weitere spätere Italowestern Regisseure wie Sergio Leone, Duccio Tessari, Enzo Barboni und Franco Giraldi in unterschiedlichen Funktionen beteiligt sind. Gemeinsam träumen sie davon in diesen kargen, spanischen Landschaften stattdessen Western zu drehen. Anfang der 60er inszenierte er dann selber 3 Beiträge innerhalb der Erfolgswelle der italienischen Sandalenfilme und entdeckte dabei sein Talent für actionbetonte Filme.
Seine frühen Western sind noch beeinflusst von amerikanischen Vorbildern, aber mit Django (1966) gelang ihm dann einer der einflussreichsten Filme des Genres, der mit seiner düsteren Atmosphäre, seinem schwarzen Humor, seinen bizarren Ideen (Django schleift zu Fuss einen Sarg hinter sich her), seiner morastigen Fotografie und mit seinen exzessiven, teilweise sadistischen Gewaltdarstellungen unzählige Nachfolger fand. Django, gespielt von Franco Nero, wurde dann als zynischer Antiheld eine der bekanntesten Figuren des Italowestern, auch wenn kaum einer seiner Nachfolger auch nur annähernd die Qualität des Originals erreichte. (In Deutschland wurden in der Folge viele Italo-Western unter dem Namen Django vermarktet, hierzu wurden die Filme oft auch verfälschend synchronisiert.)
Zwei weitere schnell hinterhergedrehte Western waren dann eher wieder ein Schritt rückwärts, aber 1968 realisierte Corbucci dann mit Il grande silenzio (Leichen pflastern seinen Weg) und Il mercenario (Mercenario der Gefürchtete / Die gefürchteten Zwei) jene zwei Filme die neben Leones Il buono, il brutto, il cattivo (1966, Zwei glorreiche Halunken) und C'era una volta il West (1968, Spiel mir das Lied vom Tod) zu den Hauptwerken des Spaghetti Western wurden. Corbuccis inszenatorische Virtuosität, die in Django noch nicht durchgehend vorhanden war, in Verbund mit einer gesellschaftskritischen (wenn auch ambivalenten) Deutbarkeit und Corbuccis Bereitschaft mit Zuschauererwartungen zu spielen, verhalfen beiden zum Kultstatus, zumindest in Europa.
Mit dem unterschätzten Gli specialisti (1969, Fahrt zur Hölle ihr Halunken) und dem teilweise noch brillant inszeniertem Vamos a matar, Companeros (1970 Lasst uns töten, Companeros / Zwei Companeros)), einer Variation von Motiven aus Il mercenario, lieferte Corbucci zwei weitere interessante Western ab, die jedoch nicht mehr die Geschlossenheit ihrer Vorgänger erreichten und somit auch hinter ihren Möglichkeiten zurückblieben. Indem er Ironie zunehmend durch Klamauk ersetzte und sich immer desinteressierter an einer stringenten Inszenierung oder durchdachten Geschichten zeigte, markierten sie letztendlich den Beginn von Corbuccis Verfall, der sich danach bemerkenswert schnell vollzog.
Ab Mitte der 70er drehte er überwiegend wieder Komödien von denen einige, mit Bud Spencer/Terence Hill oder Adriano Celentano in den Hauptrollen, grosse Publikumserfolge wurden, während die meisten allerdings ausserhalb Italiens vollkommen unbekannt blieben.
Seine mühsam erarbeitete handwerkliche Begabung ging dabei dann weitgehend wieder verloren. Eine fade, auch gar nicht komische, sondern eher alberne Komödie wie Der Supercop kommt einer künstlerischen Bankrotterklärung gleich.
Sergio Leone bezeichnete ihn als den kreativsten italienischen Regisseur, und meinte weiterhin, wenn Corbucci alle seine Ideen umgesetzt hätte wäre er einer der ganz Grossen geworden.
In seinem Westernlexikon schrieb Joe Hembus: Dieser Regisseur ist nicht um jeden Preis ehrgeizig und weiss, dass nichts so lästig ist wie ein zu wahrender guter Ruf. "Francesco Rosi hat einmal zu ihm gesagt: ‚Schämst du dich nicht so schlechte Filme zu machen?‘ Und Corbucci hat geantwortet: ‚Ja, ich schäme mich, aber wenn ich zur Bank gehe mein Geld abholen, schäme ich mich nicht mehr.‘"
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