Rudolf Waldemar Brem (* 1948) ist ein deutscher Film- und Theater-Schauspieler, der auch als Koproduzent tätig ist.
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Rudolf Waldemar Brem (* 1948) ist ein deutscher Film- und Theater-Schauspieler, der auch als Koproduzent tätig ist.
Leben [Bearbeiten]
Brem besuchte das Rupprecht-Gymnasium in München und machte dort sein Abitur. Anschliessend studierte er Germanistik und Theaterwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Von 1969 bis 1971 absolvierte er ein Schauspielstudium an der Otto-Falckenberg-Schule in München.
Action-Theater und antiteater [Bearbeiten]
Schon vor dem Schauspielstudium kam er 1967 durch ein Interview für die Schülerzeitung in Kontakt mit dem Münchener Action-Theater. Es war als Gegenmodell zum Staatstheater gegründet worden und in Schülerkreisen als revolutionär und unkonventionell bekannt. Die meisten Schauspieler lebten auch im Theater. Brem sah Antigone. Das Theater reizte ihn, und er fragte einen Schauspieler, ob er mitmachen könne. Am selben Abend noch spielte er erstmals auf der Bühne. Das Stück war Leonce und Lena.
Der Schauspieler war Rainer Werner Fassbinder. Der 18-Jährige freundete sich mit dem 21-Jährigen an. Die anderen Schauspieler waren: Peer Raben, Doris Mattes, Hanna Schygulla, Irm Hermann, Kurt Raab, Hans Hirschmüller, Ingrid Caven, Harry Baer und Jörg Schmitt. Brems erste grössere Rolle erhielt er 1968 am Action-Theater in Fassbinders erfolgreichem Bühnenstück Katzelmacher, unter der Regie von Fassbinder und Peer Raben. Ebenfalls unter Fassbinders Regie spielte er in Die Verbrecher, Zum Beispiel Ingolstadt, Axel Caesar Haarmann.
Als das Action-Theater sich auflöste, gründete Fassbinder mit Brem und anderen Schauspielern vom Action-Theater im Mai 1968 das antiteater, das auch an Fassbinders Filmen mitwirkte. Mit dem antiteater spielte Brem beispielsweise Fassbinders Stücke Mockinpott, Orgie Ubuh und Ajax.
Als Fassbinder 1974 zum Frankfurter Theater am Turm ging, folgte Brem ihm nicht. Er blieb zunächst in München und heiratete dort.
Bremer Theater [Bearbeiten]
Eine Zeitlang spielte Brem bei Kurt Hübner am Schauspielhaus Bremen, das auch für unkonventionelle und progressive Stücke bekannt war. Dort kreuzten sich seine Wege wieder mit Fassbinder, der am Bremer Schauspielhaus 1970 und 1971 drei Stücke inszenierte.
Weitere Theaterengagements [Bearbeiten]
Weiterhin spielte Brem unter Horst Zankl und Claus Peymann am Schauspielhaus Hamburg, kurzzeitig auch unter Peter Zadek am Schauspielhaus Bochum. Anschliessend gehörte Brem zum Ensemble des Münchner Volkstheaters, bei dem er zunächst unter Ruth Drexel und dann unter der Leitung von Christian Stückl mitwirkte.
2001 wechselte Brem zum Ensemble des Bayerischen Staatsschauspiels. Er wirkte in Inszenierungen von Elmar Goerden (2001 bis 2004), Thomas Langhoff (2003 und 2005) und Dieter Dorn (2001 bis 2011) mit.
2007 war Brem erstmals bei den Luisenburg-Festspielen in Wunsiedel engagiert. Er spielte Die Bernauerin und in Die 3 Musketiere. Nach einer Pause aufgrund eines Fahrradunfalls übernahm er wieder Rollen in Tannöd (2010), im Holledauer Schimmel (2011), in Blues Brothers - Im Namen des Herrn (2011/2012), in Romeo und Julia und in Wast - Wohin? (2012).
Im Programm von Mai bis August 2013 hat er Rollen in Die Fahnenweihe und in Eine Woche voller Samstage.
Mitwirkung in Filmen [Bearbeiten]
Brem spielte 1969 bis 1974 in elf von Fassbinder inszenierten und geschriebenen Filmen mit. Daneben wirkte er unter anderem in der Verfilmung von Brechts Baal durch Volker Schlöndorff (1970) mit, sowie mehrmals in Spielfilmen unter der Regie von Ulli Lommel, den er aus seiner Zusammenarbeit mit Fassbinder kannte. So zum Beispiel in Lommels erstem Spielfilm Die Zärtlichkeit der Wölfe (1971), sowie später in September Song (2001, auch unter dem Titel Boots bekannt), Zodiac-Killer (2005) und in Daniel - Der Zauberer (2004), bei dem er in einer Hauptrolle und als Koproduzent tätig war. In Lommels Absolute Evil (2009) war er erneut Koproduzent. Auf der Internet Movie Database ist die Vermutung eingetragen, dass Brem 2013 im Fernsehfilm Der Kaktus zu sehen sein wird.
Neben seinen Rollen in vielen Spielfilmen war Brem auch Darsteller in zahlreichen Fernsehfilmen und mehreren Serien, u.a. in Tatort, Lindenstrasse, Münchner Geschichten, Alles Atze, zuletzt in Die Bergretter. 1977 war er Koproduzent von dreizehn Folgen der Fernsehserie Es muss nicht immer Kaviar sein.
2002 beteiligt sich Brem an Robert Fischers Dokumentarfilm Fassbinder in Hollywood, für den Fischer und Ulli Lommel das Drehbuch schrieben. 2011 wirkte Brem in dem Dokumentarfilm Jannat 'Ali (Ali im Paradies) der Deutsch-Ägypterin Viola Shafik mit, in das Leben des Magrebiners El Hedi ben Salem und seine Beziehung mit Fassbinder (1971 bis 1973) nachgezeichnet werden.
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