Roger Corman (* 5. April 1926 in Detroit, Michigan) ist ein einflussreicher US-amerikanischer unabhängiger Filmproduzent und Regisseur.
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Roger Corman (* 5. April 1926 in Detroit, Michigan) ist ein einflussreicher US-amerikanischer unabhängiger Filmproduzent und Regisseur.
Leben
Ursprünglich studierte Corman Ingenieurwesen, wechselte 1953 jedoch zum Film. Seine Spezialität wurden Geschichten, die dem Zeitgeist entsprachen, schnell und handwerklich korrekt zu geringen Budgets verwirklicht und vermarktet wurden. Zwar gewann Corman in seiner Karriere wenig prestigeträchtige Auszeichnungen, seine unterhaltsamen und auch oft radikalen Filme spielten aber alle Gewinne ein - wie auch seine Autobiografie bemerkt: "How I Made a Hundred Movies in Hollywood and Never Lost a Dime" (1998).
Tatsächlich produzierte er in den vergangenen 50 Jahren 393 Filme für Kino und Fernsehen und führte bei 56 davon selbst Regie. Während Corman in den 1950er Jahren den postapokalyptischen Monsterfilm mitgestaltete (z.B. "It Conquered The World"), produzierte er in den 1960er Jahren die bis heute hoch geschätzten Edgar-Allan-Poe-Adaptionen mit Vincent Price (z. B. "House of Usher") und Motorradfilme ("The Wild Angels"). Ursprünglich bereitete er sogar "Easy Rider" den Weg auf die Leinwand, wurde aber vom produzierenden Studio ausgebootet.
1961 drehte Corman den einzigen Film, bei dem er laut eigener Aussage Geld verlor: "The Intruder" (Weisser Terror). Mit dem jungen William Shatner in der Hauptrolle war dies einer der ersten US-Filme überhaupt, die sich ernsthaft mit Thema Rassismus auseinandersetzten.
In den 1960er Jahren kaufte Roger Corman einige russische Science-Fiction-Filme und produzierte daraus relativ stark veränderte neue Filme, indem er sie umschneiden liess und neue zusätzliche Szenen mit amerikanischen Schauspielern hinzufügte. Zu den bekanntesten zählen "Voyage to the Prehistoric Planet" (1965) und "Voyage to the Planet of Prehistoric Women" (1968), die auf dem russischen Film "Planet der Stürme" von Pawel Kluschanzew basierten, sowie "Queen of Blood" (1966) und "Battle Beyond the Sun" (1962; hier war übrigens der junge Francis Ford Coppola für die "Umarbeitung" zuständig), die auf den Werken "Begegnung im All" bzw. "Der Himmel ruft" von Michail Karjukow fussten. Der russische Stab der Originalfilme erhielt englischsprachige Pseudonyme. Trotzdem waren diese Filme bemerkenswert, da sie dem amerikanischen Publikum einen seltenen Einblick in die sowjetische Produktion jener Zeit lieferten.
Neben seinen quirligen Schnellschüssen unterstützte Corman stilsicher den Verleih und auch die Finanzierung von ausländischen, künstlerisch anspruchsvollen Filmen (z. B. "Marlene Dietrich: Her Own Song" aus dem Jahre 2001). Sein Rekord für eine schnelle Produktion liegt bei zwei Tagen und einer Nacht für einen kompletten 35mm-Spielfilmdreh: das Original von "Little Shop of Horrors" startete 1960 Jack Nicholsons Karriere. Überhaupt gab Roger Corman vielen heutigen Hollywood-Grössen Starthilfe: Dennis Hopper, Francis Ford Coppola, Martin Scorsese, Jonathan Demme, James Cameron, Peter Bogdanovich, Joe Dante, George Lucas, Ron Howard, Robert Zemeckis, Sylvester Stallone und viele mehr konnten sich als Anfänger in der Filmwerkstatt Cormans bewähren - damals hiess seine Produktionsfirma New World Pictures, später Concorde.
In den späten 1980er Jahren gründete er neben seinem Concorde-Studio in Los Angeles noch eine europäische Niederlassung im Westen Irlands, wo er vornehmlich düstere Kostümdramen realisieren liess. Heute existiert das Studio zwar noch, Corman zog sich aber ab 1999 langsam aus dem Geschäft zurück.
Gelegentlich wird Roger Corman der Titel "King of B-Movies" verliehen, eine Bezeichnung, die er aber ablehnt. Denn B-Filme waren ursprünglich die minderwertigen Produktionen, die im Hollywood-Studiosystem der 1930er bis 1960er Jahre schnell heruntergekurbelt und im Doppelpack mit glamouröseren A-Filmen im Kino gezeigt wurden. Cormans Filme waren jedoch immer im Kino die Hauptattraktion und keine verschämt angehängten Streifen.
Bereits seit den 1960er Jahren trat Corman auch als Nebendarsteller in Filmen auf, in den 1990ern auch in grösseren Produktionen wie "Das Schweigen der Lämmer" (in der Rolle des FBI-Direktors), "Philadelphia" oder "Apollo 13".
Anfang September 2009 wurde Corman der Ehrenoscar zugesprochen, der ihm am 14. November desselben Jahres überreicht wurde. 2012 wurde mit "Corman's World: Exploits of a Hollywood Rebel" seine Autobiografie als Dokumentarfilm veröffentlicht.
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