Robert Stadlober (* 3. August 1982 in Friesach, Kärnten) ist ein österreichischer Schauspieler, Musiker und Sänger.
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Robert Stadlober (* 3. August 1982 in Friesach, Kärnten) ist ein österreichischer Schauspieler, Musiker und Sänger.
Leben und Wirken
Robert Stadlober (im Vor- bzw. Abspann manchmal fälschlicherweise auch Stadtlober geschrieben) wurde als Sohn des Elektrikers Martin Stadlober und der gebürtigen Berlinerin Margit in Friesach geboren und wuchs die erste Zeit in Puchfeld bei Scheifling in der Steiermark auf. Als er acht Jahre alt war, trennten sich seine Eltern und seine Mutter nahm ihn und seine jüngere Schwester Anja - welche heute ebenfalls als Schauspielerin und Synchronsprecherin arbeitet - mit nach Berlin. Mit elf Jahren begann er auf Anregung der Mutter als Synchronsprecher zu arbeiten und spielte dann in verschiedenen Fernsehproduktionen und Kinofilmen mit. Als Musikinstrument lernte Stadlober zuerst Geige und wechselte mit 13 Jahren zur Gitarre. In der Waldorfschule war er Vorbild und Klassenclown zugleich. Zeitweise wollte ihm seine Mutter das Schauspielern wegen seiner schulischen Leistungen verbieten. Musikalisch wurde er unter anderem durch die Bands The Lemonheads, Sebadoh und Nirvana sozialisiert. Als er 15 oder 16 Jahre alt war, hatten die Lehrer Angst, "dass die Filmerei Robert die Seele rauben könnte", und er verliess die Bildungsanstalt. Der eigene Verdienst ermöglichte seine frühe Unabhängigkeit. Zur selben Zeit bezog er trotz Protesten seiner Mutter ein eigenes Domizil in Berlin-Kreuzberg.
Seine erste grössere Rolle hatte er als Rolling Stones-Fan und Plattenliebhaber Wuschel 1999 in der Ostalgie-Komödie Sonnenallee. Seit dem Erfolg akzeptieren seine Eltern seinen schauspielerischen Beruf und sind stolz auf ihn. Mit der Darstellung des 16-jährigen, halbseitig spastisch gelähmten Internatsschüler Benjamin Lebert in Crazy (2000) erfolgte der endgültige Durchbruch als Schauspieler und er wurde 2001 mit dem Nachwuchspreis des Bayerischen Filmpreises ausgezeichnet. Rückblickend meint er, dass die frühe Unabhängigkeit und das viele Lob ihn etwas die Bodenhaftung haben verlieren lassen und er "zu lange zu viel Gas gegeben" habe. Im Jahre 2000 zog er nach Hamburg-Sankt Pauli. Im selben Jahr gründete er mit drei Freunden die Band Gary (auch Garyband genannt), bei der im Jahre 2007 neben ihm Rasmus Engler und Johanna Laute mitwirken. In Engel und Joe (2001) spielte er an der Seite von Jana Pallaske einen Punk, der bedingungslos liebt. Vor Punks hatte er sich als Kind gefürchtet, später jedoch interessierte er sich für diesen Typus.
Der Rummel um seine Person wurde ihm bald zu viel, er litt unter seiner Agoraphobie und bekam Panikattacken. Durch seine Zugehörigkeit zum alternativen Lager, seinen Anarchogestus und seine Vielzahl an unverblümten und teilweise ungeschickten Aussagen stilisieren ihn die deutschen Medien gerne als Nachwuchsrebell, beeinflussten so auch die angebotenen Rollen. Seine Sensibilität schien hinter der zur Schau gestellten Coolness aber immer durch. Besondere Aufmerksamkeit erregten seine Anfeindung gegenüber Til Schweiger und sein Auftritt bei Stefan Raab, wo er in das Verarschungsspiel nicht einsteigen wollte. Nach Engel und Joe entdeckte er seine erste wahre Liebe - an die er vorher nicht geglaubt hat - und bezog deswegen ab Ende 2001 vorübergehend Quartier in Barcelona, auch um sein Gemüt aufzuhellen und der Panikattacken Herr zu werden. Nach einem Jahr ging die Beziehung in Brüche, und er zog wieder zurück nach Hamburg, wo er seit Dezember 2001 ein Zimmer in einer WG hatte. Seit 2003 lebt er in Wien, wo er sich wohlfühlt. "Das ist das erste Mal, dass ich sagen kann, ich bin zu Hause." Unter anderem weil die Menschen im Gegensatz zu Berlin ihn mehr als Mensch Robert denn als berühmten Schauspieler Stadlober behandeln. Er spielte aber noch 2003 und 2004 zwei Rollen am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, die in der Presse gelobt wurden. Im Film Sommersturm (2004) stellte er den jungen Ruderer Tobi dar, der sich unerwidert in seinen besten Freund Achim (Kostja Ullmann) verliebt und in einem Sommertrainingslager den Beginn seines Coming-out erlebt. Kurz vor Drehbeginn des Films Mitte 2004 lernte er seine Freundin Sophia (Sängerin der Jellybeats) kennen. Durch offene und bei sehr ungenauer Betrachtung missverständliche Interviews und reisserische Schlagzeilen mit bekannten Tatsachen um die Promotionzeit des Filmes Sommersturm herum, den Aussagen, dass es für ihn keinen Unterschied mache, welches Geschlecht der Mensch hat, in den er sich verliebt und dass er auch schon Erfahrungen mit Männern gemacht habe, und der Tatsache, dass er auch privat schon einmal Männer geküsst und er dabei keinen Unterschied zu Frauen festgestellt hat, wurde ihm öfter unterstellt, er sei bisexuell. Er selbst lässt sich ungern kategorisieren, hat dieses Wort nie für sich benutzt und ist seit Jahren mit einer Frau liiert. (Stand 2007) Mit dem Film Schwarze Schafe kehrte er 2006 filmisch wieder ins Berliner Milieu zurück. Auch in mehreren Fernsehproduktionen, darunter zwei Tatort-Folgen, zeigte er seine schauspielerischen Leistungen. Mit ernsteren Filmen wie Peer Gynt versucht er sich in der Filmbranche neu zu positionieren. Die Hauptrolle in einem Film über Falcos Leben hat er abgelehnt, da er sich nicht imstande sah, ein 40-jähriges Leben, mit dem viele Menschen etwas persönliches und besonderes verbinden, emotional zu erfassen.
Zusammen mit Bernhard Kern betreibt er das Independent-Label Siluh Records, welches verschiedene Stilrichtungen produziert. Öffentlich präsentiert haben sie das Label im Jahre 2005. Finanziell wirft es nicht viel ab, aber es unterstützt Musik, die ihm gefällt. Mit Kern ist Stadlober Mitglied in der Band Escorial Gruen, spielt dort Gitarre, Mundharmonika, Trompete und singt.
Bei seinem musischen Engagement versucht Stadlober, seinen berühmten Namen möglichst im Hintergrund zu halten, da ihm das wichtigste die Musik ist und das Publikum vor allem diese mögen soll. Gewalt verabscheut er und er verachtet jede Form von Religion.
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