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Schauspieler Geburtstag: 19.04.1924 Todestag: 01.07.2004 Marlon Brando, Jr. (* 3. April 1924 in Omaha, Nebraska; + 1. Juli 2004 in Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler. Er gilt als einer der bedeutendsten Charakterdarsteller der Filmgeschichte des 20. Jahrhunderts.
[>>] Quelle: Wikipedia Marlon Brando, Jr. (* 3. April 1924 in Omaha, Nebraska; + 1. Juli 2004 in Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler. Er gilt als einer der bedeutendsten Charakterdarsteller der Filmgeschichte des 20. Jahrhunderts.
Mit seinen Rollen in den Filmen Endstation Sehnsucht (1951) und Die Faust im Nacken (1954) verschaffte er der Schauspieltechnik des Method Acting weltweit Beachtung. Sowohl mit dem Stil seiner Darstellung wie auch durch sein Auftreten in der Öffentlichkeit als gesellschaftlicher Aussenseiter, den die Spielregeln Hollywoods nicht interessierten, beeinflusste er jüngere Schauspielergenerationen nachhaltig. Zwischen 1952 und 1990 war er siebenmal in der Kategorie Bester Hauptdarsteller und einmal als Bester Nebendarsteller für den bekanntesten Preis der US-amerikanischen Filmindustrie, den Oscar nominiert, zweimal (1955 und 1973) gewann er ihn. Im Jahr 1973 verweigerte er die Annahme dieser Auszeichnung für seine Titelrolle in Der Pate aus Protest gegen den Umgang der amerikanischen Filmindustrie mit den Indianern. Weitere Auszeichnungen erhielt Brando bei internationalen Filmfestivals, unter anderen 1952 in Cannes und 1989 in Tokio. In einer Liste des American Film Institute, auf der die 25 massgeblichsten männlichen Filmlegenden aller Zeiten aufgeführt werden, nimmt er den vierten Rang ein. Marlon Brando nutzte seine Prominenz verschiedentlich für ein vielseitiges menschenrechtlich orientiertes gesellschaftspolitisches Engagement, beispielsweise zur Unterstützung der US-Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner und der indigenen Organisation des American Indian Movement. Leben und Filmkarriere Jugend und Schulzeit Marlon Brando wurde 1924 im amerikanischen Mittleren Westen als jüngstes von drei Geschwistern geboren. Die Familie war in der Region alteingesessen; der Name Brando stammt von Vorfahren namens Brandau, die viele Generationen zuvor aus der damals zu Bayern gehörigen Pfalz eingewandert waren. Der Vater, Marlon Brando Sr., war eigentlich Ingenieur, arbeitete nach der Geburt der Kinder jedoch als Handlungsreisender und seit 1930 als Verkaufsmanager. Zur Unterscheidung von seinem gleichnamigen Vater wurde Marlon Jr. von Angehörigen und Freunden Bud genannt. Aus der Grossstadt Omaha zog die Familie 1930 nach Evanston, Illinois. Im Sommer 1936 trennten sich die Eltern vorübergehend; die Mutter zog mit den Kindern nach Santa Ana, Kalifornien zu ihrer Mutter. Zwei Jahre später kehrte sie zu ihrem Mann zurück und die Familie übersiedelte nach Libertyville, einem ländlichen Vorort von Chicago, wo die Familie im Nebenerwerb eine kleine Pferdefarm betrieb. Die Biografen haben der Kindheit und Jugend von Marlon Brando besondere Aufmerksamkeit geschenkt, weil sich hier Motive wiederfinden, die in seinen frühen Filmen Berühmtheit erlangt haben, wie etwa das Motiv des jugendlichen Rebellen, hinter dessen aggressiver Macho-Attitüde sich eine verletzliche und verletzte Seele verbirgt. Die familiären Bedingungen, in denen Brando heranwuchs, waren zwiespältig: Die Mutter, Dorothy Pennebaker Myers, eine politisch liberale, geistvolle Frau, besass schauspielerisches Naturtalent. Aufgrund ihrer familiären Bindungen konnte sie dieses nur zeitweilig zu ihrem Beruf machen, dennoch hat sie die künstlerische Entwicklung ihrer Kinder stark stimuliert. Nicht nur Marlon Jr., sondern auch seine älteste Schwester Jocelyn ergriff den Schauspielerberuf; das mittlere Kind, Frances, studierte Malerei. Beide Eltern waren jedoch alkoholkrank, vertrugen sich nicht und hatten zahlreiche aussereheliche Affären. Die Mutter unternahm mehrere Suizidversuche. Die Kinder wurden oft vernachlässigt und litten unter der geringen Verlässlichkeit besonders der Mutter. Der junge Brando wird von seinen Biografen als introvertierter, unangepasster, schlechter Schüler beschrieben, der jeglicher Autorität mit übermässiger Aggression begegnete. Die häusliche und schulische Situation spitzte sich schliesslich so zu, dass der Vater den Sohn von der High School nahm und ihn im September 1941 zur Shattuck Military Academy in Faribault, Minnesota, schickte, wo Brando nach dem Willen des Vaters eine letzte Chance erhalten sollte, seine Schulnoten zu verbessern. Diese Hoffnungen erfüllten sich nicht. Zwar fand Brando in dem Englischlehrer Earle Wagner, der die Theatergruppe der Akademie leitete und die schauspielerische Begabung des Siebzehnjährigen erkannt hatte, erstmals einen Mentor. Durch die starre Disziplin der Einrichtung fühlte Brando sich jedoch zu einer Widersetzlichkeit herausgefordert, die dazu führte, dass er die Academy im Mai 1943 ohne Schulabschluss verlassen musste. Ausbildung und Bühnenarbeit in New York Dramatic Workshop Aufgrund einer Knieverletzung, die er sich an der Shattuck Military Academy beim Sport zugezogen hatte, wurde Marlon Brando nach dem Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg nicht als Soldat eingezogen. Mit finanzieller Unterstützung seiner Eltern ging er im Herbst 1943 nach New York, wo der Regisseur Erwin Piscator an der New School 1940 einen Dramatic Workshop eingerichtet hatte. Der Workshop wurde berühmt, weil er neben Marlon Brando so hochrangige Künstler wie Walter Matthau, Shelley Winters, Tony Curtis und Harry Belafonte hervorbrachte. Weitaus grössere Bedeutung als die Arbeit mit Piscator gewann für Brando allerdings die Begegnung mit Stella Adler, die dem Lehrkörper als acting coach angehörte. Adler, eine Veteranin des Group Theatre, wurde Brandos Schauspiellehrerin und langjährige Mentorin, die ihn später mit wichtigen Agenten und Regisseuren bekannt machte. Von allen Lehrern, bei denen Brando studiert hat, nahm Adler auf seine Schauspieltechnik den grössten Einfluss, und wenn Interviewpartner ihn später auf das Actors Studio ansprachen, stellte Brando richtig, er habe seine Ausbildung nicht dort, sondern bei Stella Adler erhalten. Ebenso wie Lee Strasberg, ihr einflussreicher Kollege vom Group Theatre, lehrte Stella Adler die als Method Acting bekannt gewordene Schauspielmethode des russischen Schauspielers und Theaterreformers Konstantin Stanislawski. Adler, die bei Stanislawski studiert hatte, warf Strasberg jedoch vor, die Lehre des Russen in grundlegenden Punkten missverstanden zu haben. Bei Brando fiel Stella Adlers Interpretation des Method Acting auf fruchtbaren Boden. Viele der Darstellungsmittel, die für ihn so kennzeichnend sind - wie z. B. sein starkes Unterspielen - gehen auf Adlers Schule zurück. Vor allem gelang es Brando unter Adlers Anleitung jedoch, eine Komplexität und einen Einfallsreichtum des emotionalen Ausdrucks freizusetzen, von dem seine Mitstudenten, die Brando im sozialen Verkehr oft als unartikulierte Persönlichkeit von geringer Komplexität einstuften, verblüfft waren. Anfang 1969 veröffentlichte Mario Puzo seinen Mafia-Roman Der Pate. Im September 1969 beschloss die Paramount eine Verfilmung des Bestsellers und beauftragte Puzo mit dem Drehbuch. Da ein kurz zuvor herausgebrachter Mafia-Film - Auftrag Mord mit Kirk Douglas - gefloppt war, beabsichtigte die Paramount zunächst nur einen Low-Budget-Film zu drehen und wählte als Regisseur den jungen und bis dahin kaum bekannten Francis Ford Coppola aus, der sich für das Projekt nicht zuletzt deshalb empfahl, weil er italienische Vorfahren hatte und Sinn für das spezielle Kolorit des Films versprach. Im Laufe der Produktionsvorbereitungen erwies sich Coppola allerdings als ein Mann mit Durchsetzungsvermögen und eigenständigem Regiekonzept, der unter anderem eine grundlegende Bearbeitung des Drehbuchs durchsetzte. Puzo hatte Brando bereits Ende 1969 vorgeschlagen, die Rolle des Mafia-Bosses Don Vito Corleone zu spielen, Brando zweifelte zunächst jedoch, ob er einen 65-jährigen Mann überzeugend darstellen könne. Auch Coppola wollte Brando und setzte sich im Februar 1970 mit seiner Entscheidung schliesslich gegen den Widerstand der Paramount durch. Die Dreharbeiten für Der Pate, die nach Coppolas Willen in New York und Umgebung stattfanden, begannen im März 1971. Da es Coppolas Eigenart war, Anregungen, die seine Darsteller während der Aufnahmen vorbrachten, sehr bereitwillig aufzugreifen, gestaltete sich die Zusammenarbeit zwischen Brando und Coppola vertrauensvoll und ergiebig. Der Regisseur und sein Hauptdarsteller stimmten auch darin überein, dass Der Pate gar nicht in erster Linie ein Mafiafilm sei, sondern vom amerikanischen Kapitalismus handele, der das organisierte Verbrechen zulasse, weil er selbst Nutzen daraus ziehe. Die Rolle des Mafia-Paten lag Brando ausserordentlich, die Themen Macht und Kontrolle hatten ihn zeitlebens beschäftigt, und die Grundidee für die Charakterisierung des Don Vito, der er von nun an wie einem roten Faden folgte, kam Brando beim Anhören von Stimmaufnahmen des (realen) Gangsters Frank Costello, der eine überraschend hohe Stimme hatte. Brando und Coppola verstanden, dass wirklich machtvolle Menschen nicht laut zu werden brauchen, und Brando spielte den Don mit hoher, feiner, asthmatischer Stimme. Brandos Pate war ein vielschichtiger Charakter: ein erbarmungslos mordendes Monster, ein Mann mit bürgerlichen Werten, ein liebevoller Grossvater, ein sterblicher alter Mann in einer harten Schale aus Macht und Kontrolle. Das Problem, den 46-jährigen Brando für die Kamera um zwanzig Jahre altern zu lassen, half der Maskenbildner Dick Smith zu beheben, der für den Film Little Big Man kurz zuvor den 32-jährigen Dustin Hoffman als 121-jährigen Greis geschminkt hatte. Brandos Vertrag mit der Paramount sah neben 50.000 Dollar Festgage eine Gewinnbeteiligung vor, die Brando, als er im Sommer 1971 akut Geld benötigte, neu verhandelte und gegen eine Einmalzahlung von 100.000 Dollar tauschte. Diese Entscheidung erwies sich später als unglücklich, denn nach der Premiere des Films am 15. März 1972 war die Resonanz von Publikum und Kritik überwältigend, und allein innerhalb der ersten 26 Tage spielte Der Pate, dessen Produktion 6,2 Millionen Dollar gekostet hatte, 26 Millionen Dollar ein. Den Oscar, den er am 27. März 1973 für seine Darstellung des "Paten" erhalten sollte, nahm Brando nicht an. Stattdessen erklärte die Ureinwohnerin und Schauspielerin Sacheen Littlefeather, die er als Sprecherin zur Oscar-Verleihung entsandt hatte, Brando wolle mit dieser Geste auf die unterdrückten Bürgerrechte der Indianer und besonders auf die Protestaktionen aufmerksam machen, die seit Ende Februar in Wounded Knee stattfanden. Der letzte Tango in Paris (1972) Aus akuten finanziellen Gründen sagte Brando 1972 seine Mitwirkung in einer Produktion der Paramount zu, die den Titel Child's Play tragen und von zwei Lehrern (Marlon Brando und James Mason) eines exklusiven katholischen Internats handeln sollte, deren Rivalität zu dramatischen Ereignissen führt. Während der Dreharbeiten, die im Herbst 1972 in New York begannen und von Sidney Lumet geleitet wurden, verlangte Brando, dass das Drehbuch umgeschrieben und die Aufnahmen an einem anderen Ort durchgeführt werden sollten, woraufhin Produzent David Merrick Brando kurzerhand entliess und durch den Schauspieler Robert Preston ersetzte. Im Laufe des Jahres 1971 entwickelten Luigi Luraschi, Chef der Paramount in Rom, und der 31-jährige Regisseur Bernardo Bertolucci das Konzept für den italienisch-französischen Film, der später unter dem Titel Der letzte Tango in Paris berühmt wurde. Das Drehbuch war Marlon Brando auf den Leib geschrieben, Brando unterzeichnete den Vertrag jedoch erst im November 1971 nach Verhandlungen mit Alberto Grimaldi, der den Film koproduzieren wollte. Grimaldi erhob seit der Produktion des Films Queimada nämlich hohe Schadensersatzforderungen gegen Brando, die er anbot fallen zu lassen, wenn Brando die Rolle übernahm. Der letzte Tango in Paris erzählt die Geschichte eines von Weltschmerz erfüllten, desillusionierten und verzweifelt einsamen Mannes, der nach dem Tode seiner Frau besessen ist von einer schönen Studentin (Maria Schneider), mit der er in einer leeren Wohnung anonymen Sex hat, bei dem er sie dominiert und unterwirft. Obwohl Der letzte Tango in Paris später als Meisterwerk des erotischen Films gepriesen wurde, ging es Bertolucci nicht um Erotik, sondern darum, einen Mann in sexueller Obsession, in Isolation, Trauer, Schmerz und Verzweiflung zu zeigen. Die zehnwöchigen Dreharbeiten fanden in Paris statt und begannen im Februar 1972. Bertolucci benutzte das Skript nur als groben Leitfaden, der Brando in die richtige Stimmung versetzen sollte, um im Sinne des Method Acting aus seinem eigenen emotionalen Reservoir zu schöpfen. Bertolucci gab Brando breiten Raum zur Improvisation - ganze Szenen des Films sind improvisiert -, in der auf geradezu klinische Weise die Seelenlage des Protagonisten ausgelotet wird. Wie in den besten seiner früheren Filme verlieh Brando dem Charakter des Paul eine extreme Vielschichtigkeit und eine Zerrissenheit, unter der ein tiefes existentielles Dilemma erkennbar wurde. Paul benutzte Sex als Waffe, um seiner unterschwellig brodelnden Wut Luft zu machen und um Rache zu üben an sozialen Konventionen; daneben zeigte er jedoch Momente von Zartheit und Schmerz, die mit seinem Frauenhass in einem beunruhigenden Kontrast standen. Der letzte Tango in Paris war ein sehr intimer Film, in dem Brando mehr von seiner Persönlichkeit preisgab als in irgendeinem anderen Film. Nach der Uraufführung, die am 14. Oktober 1972 auf dem New York Film Festival stattfand, wurde der Film von der Kritik enthusiastisch gefeiert. Veranlasst durch seine sexuelle Explizitheit entstand jedoch eine öffentliche Kontroverse, mit der die Produzenten nicht gerechnet hatten. Während z. B. die Filmkritikerin Pauline Kael urteilte, Der letzte Tango in Paris sei "der packendste erotische Film, der je gemacht worden ist", fanden die italienischen Behörden den Film obszön und reichten gegen Grimaldi, Bertolucci, Brando und Schneider Klage ein, die schliesslich vom Gericht abgewiesen wurde. Beim Kino-Release, zu dem es wegen dieser Auseinandersetzungen erst Anfang 1973 kam, waren die Erwartungen des Publikums stark angeheizt. Die Meinungen gingen dann weit auseinander; viele Zuschauer und Kritiker fanden den Film pornografisch; andere, die ihn mit echten Pornos verglichen, fanden ihn langweilig. Besonders scharf wurde Der letzte Tango in Paris von feministischen Kritikern verurteilt. Den Produktionskosten von 1,4 Millionen Dollar standen jedoch Einspielergebnisse in Höhe von 45 Millionen Dollar gegenüber; Marlon Brando hat an dem Film mindestens 4 Millionen Dollar verdient. Zwei der namhaftesten amerikanischen Kritikervereinigungen - die National Society of Film Critics und der New York Film Critics Circle - zeichneten seine schauspielerische Leistung mit ihrem Hauptpreis aus. Späte Filme (1975-2001) Duell am Missouri Nach dem ungeheuren Erfolg von Der Pate und Der letzte Tango in Paris hätte Marlon Brando eigentlich jede Rolle auswählen können, die ihn künstlerisch interessiert hätte. Stattdessen begann er, sich auf Cameo-Auftritte zu beschränken, die er sich - was die Kritik ihm sehr verübelte - zum Teil extrem gut bezahlen liess. Ein erheblicher Teil dieser Einnahmen floss in die Kassen der Sachverständigen, die Brando bei der Projektplanung auf Tetiaroa (siehe weiter unten) berieten. Der erste Film in dieser Reihe war der von Arthur Penn inszenierte Western Duell am Missouri, in dem Brando neben Jack Nicholson einen brutalen Kopfgeldjäger spielen sollte. Während der Dreharbeiten, die im Sommer 1975 in Montana stattfanden, erwies es sich als Problem, dass das Drehbuch noch voller Unstimmigkeiten war. Brando bemühte sich um Verbesserungen am Skript, war über die mangelnde Kontrolle, die Regisseur Penn über die Produktion ausübte, schliesslich jedoch so entnervt, dass er am Set - wie bereits in früheren, ähnlichen Fällen - zu querulieren begann und die Rolle des Clayton als Exzentriker spielte, mit irischem Akzent sprach und mit kleinen Gags, die zum Film eigentlich keinerlei Bezug hatten, den anderen Mitwirkenden die Show stahl. Für seine Mitwirkung hatte Brando neben einer Gewinnbeteiligung eine Festgage von 1,25 Millionen Dollar vereinbart - ein damals ungewöhnlich hoher Betrag. Duell am Missouri, dessen Uraufführung im Mai 1976 stattfand, wurde ein künstlerischer und kommerzieller Misserfolg, gilt jedoch als derjenige Film, in dem Brando zum letzten Mal einen Rest von Originalität und Brillanz gezeigt hat. Apocalypse Now Im Jahre 1975 bereitete Francis Ford Coppola die Verfilmung von Joseph Conrads Roman Herz der Finsternis vor, der mit einem authentischen Bericht aus dem Vietnamkrieg verarbeitet werden sollte, den der US-Offizier Robert B. Rheault geschrieben hatte. Coppola war sowohl Produzent als auch Regisseur und wollte mit Apocalypse Now sein Meisterwerk schaffen. Um aus dem Stoff einen Antikriegsfilm zu erschaffen, mussten die Vorlagen umgearbeitet und der Akzent von Rheault (im Film: Kilgore, dargestellt von Robert Duvall) auf Kurtz verlagert werden: der Figur, die Coppola mit Marlon Brando besetzen wollte. Kurtz war ein Colonel der US-Streitkräfte, der von Perfektionismus und absolutem Handlungswillen getrieben, am hilflosen und unkoordinierten Militäreinsatz der US-Armee, menschlich zerbricht. Sein grenzenloser Hass und Frust gegenüber der allgemeinen Kriegssituation und der Führung der US-Streitkräfte, führen schliesslich sogar zu einer Abkehr von seiner Familie und seinen militärischen Aufgaben. Im Dschungel Kambodschas führt er den Krieg nach seinen eigenen Gesetzen mit Hilfe von Deserteuren und der indigenen Bevölkerung, die ihn als "Gottheit" verehren und jeden noch so unmenschlichen Befehl befolgen. Nach langem Zögern erklärte Brando sich im Februar 1976 bereit, die Rolle für eine Gage von 3,5 Millionen Dollar zu übernehmen. Als die Dreharbeiten, die im März 1976 auf den Philippinen begonnen hatten, sich unerwartet in die Länge zogen, geriet Coppola in Finanzierungsschwierigkeiten und verhandelte mit Brando neu. Der gab sich mit einer Festgage von 1 Million Dollar zufrieden, sollte nun jedoch eine Gewinnbeteiligung erhalten. Als Brando, der bis dahin am Set nicht gebraucht worden war, im Oktober 1976 auf den Philippinen eintraf, war Coppola konsterniert über dessen körperliche Erscheinung. Bereits seit den Dreharbeiten zu Schwere Jungs - leichte Mädchen hatte Brando mit seinem Gewicht zu kämpfen gehabt, inzwischen wog er jedoch mehr als 110 kg und war auch gesundheitlich in schlechter Verfassung. Während Brando seine Korpulenz vor der Kamera gern kaschieren wollte, schlug Coppola dann vor, sie im Gegenteil für die Charakterisierung der Figur zu nutzen und Kurtz als Sybariten zu porträtieren. Schliesslich einigten sie sich darauf, dass Kurtz als zwei Meter hoher Riese von geradezu mythischen Proportionen gefilmt werden sollte. Doch auch nach diesem Kompromiss blieben Brando und Coppola sich uneinig über Kurtz' Charakter. Während Brando sich wünschte, Kurtz als einen Soldaten zu spielen, der sich vom Krieg abwendet, nachdem er seine persönliche Schuld daran eingesehen hat, wollte Coppola absolut keinen Film zum Thema Kriegsschuld drehen; ihm schwebte stattdessen vor, Kurtz als heruntergekommenen und wahnsinnig gewordenen, ungeschlachten Dschungel-Einsiedler zu charakterisieren. Die Arbeit mit Brando war im Oktober 1976 abgeschlossen, die weiteren Aufnahmen zogen sich jedoch noch bis in den Mai 1977 hin. Nach einer ebenso langwierigen Postproduktion lag im Mai 1979 ein Workprint vor, der auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes gezeigt werden konnte und dort - gemeinsam mit Volker Schlöndorffs Die Blechtrommel - die Goldene Palme gewann. Im August 1979 kam Apocalypse Now auch in den USA in die Kinos, wobei die Kritik über Brandos Darstellung meist wenig Worte verlor. Seine hohen Drehkosten von fast 27 Millionen Dollar (ohne Postproduktion) spielte der Film jedoch in kurzer Zeit ein. Da Brando glaubte, von Coppola über die Höhe der Einnahmen getäuscht worden zu sein, strengte er eine Klage an, die 1984 zu seinen Gunsten entschieden wurde. Superman Im Dezember 1976 unterzeichnete Brando einen Vertrag mit dem Produzenten Alexander Salkind, in dem er sich zur Mitwirkung in den beiden Comic-Verfilmungen Superman und Superman II bereit erklärte. Die Dreharbeiten beider Filme fanden gleichzeitig statt, und für Brando begann die nur zwölftägige Arbeit im März 1977 in den Londoner Shepperton-Studios. In wallender Robe und feierlich deklamierendem Ton spielte er den Vater des vom Planeten Krypton stammenden Titelhelden (dargestellt von Christopher Reeve). Brando verband mit dem Film keinerlei künstlerische Interessen und hatte seine Zusage nur wegen der Gage gegeben, die 3,7 Millionen Dollar betragen sollte (inflationsbereinigt entspräche dies heute ca. 11 Millionen Dollar). Salkind hatte ihm überdies eine Gewinnbeteiligung zugesagt. Nach dem Kinostart, der im Dezember 1978 stattfand, spielte Superman allein in den ersten 31 Tagen 64,4 Millionen Dollar ein. Die Kritik lobte die Produktion, beanstandete jedoch die hohe Gage, die Brando für seinen nur 15-minütigen Leinwandauftritt erhalten hatte. Der indes gewann bald den Eindruck, dass Salkind ihn über die wirklichen Kinoeinnahmen täuschte, und erhob Klage, woraufhin Salkind die Szenen, die mit Brando für Superman II gedreht worden waren, nicht mehr verwenden liess. Erst 1982 gestand Salkin und Warner Bros. Brando einen Gewinnanteil von geschätzten 10 bis 15 Millionen Dollar zu. Zu sehen waren die in Superman II nicht verwendeten Szenen mit Brando erst in einer 2006 erschienenen Videofassung. Roots und Die Formel Im Frühsommer 1978 bot Brando Alex Haley an, eine kleine Rolle in der Fernsehserie Roots - Die nächsten Generationen zu übernehmen. Der Produzent der Serie schlug daraufhin vor, Brando die kleine Rolle des amerikanischen Nazi-Führers George Lincoln Rockwell zu geben, was Brando gefiel, weil er mit dieser Rolle gegen seinen Typ besetzt wurde. Die Dreharbeiten für Episode 7, in der Brando mitwirkte, fanden im Dezember 1978 statt. Gesendet wurde die Staffel in den USA von Februar 1979 an. Im September 1979 wurde Brando für seinen kleinen Auftritt mit einem Emmy ausgezeichnet. Bereits im September 1977 hatte Brando seine Mitwirkung in dem MGM-Film Die Formel angekündigt, dessen Produktion sich dann jedoch verzögerte und erst im Dezember 1979 begann. Für eine Gage von 3 Millionen Dollar und eine Gewinnbeteiligung spielte Brando darin die Rolle eines Ölbarons, der mit allen Mitteln eine Erfindung zu unterdrücken sucht, durch die der Rohstoff Erdöl überflüssig würde. An der Seite des Oscar-Trägers George C. Scott und unter der Regie von John G. Avildsen spielte Brando den dicken, alternden Tycoon mit einer Hörhilfe, die er am Set tatsächlich dazu benutzte, um sich seinen Text einsagen zu lassen. Brando hat nie gern Dialoge einstudiert und Die Formel war der erste Film seit mindestens zehn Jahren, in dem er keine Spickzettel verwendet hat. Nach dem Kinostart im Dezember 1980 fand der Film beim Publikum wenig Anklang, auch die Kritik fand ihn düster, verwirrend und langweilig. Weisse Zeit der Dürre In den Jahren von 1981 bis 1983 hat Brando mehrere Filmrollen trotz beträchtlicher Gagenangebote abgelehnt; unter anderem hatte er als Pablo Picasso, Al Capone und Karl Marx auftreten sollen. Gemeinsam mit dem Regisseur Donald Cammell schmiedete Brando 1982 Pläne für einen in Polynesien angesiedelten Abenteuerfilm Fan Tan, von dem er sich jedoch zurückzog, bevor das Projekt umgesetzt werden konnte. In derselben Zeit erteilte er - zum einzigen Mal in seiner Karriere - Schauspielunterricht; sein Schüler war der Pop-Sänger Michael Jackson, der Brando sehr bewunderte und ihm 2001 eine kleine Rolle in seinem Musikvideo You Rock My World gab. Ebenso wie Fan Tan wurden auch drei weitere Filmideen, mit denen Brando sich in den Jahren 1984 bis 1988 beschäftigte (Jericho, Sand Creek Massacre, The Last King), schliesslich aufgegeben. Anfang 1988 unterzeichnete Brando nach achtjähriger Drehpause erstmals wieder einen Filmvertrag. In dem von Paula Weinstein produzierten Apartheid-Drama Weisse Zeit der Dürre spielte er neben Donald Sutherland, Janet Suzman und Susan Sarandon die Rolle eines südafrikanischen Rechtsanwalts, der auf Seiten der Gegner der Rassentrennung kämpft. Die Dreharbeiten, die in London stattfanden, wurden von Euzhan Palcy geleitet, die bekannt wurde als erste farbige Regisseurin Hollywoods. Da für den engagierten Film nur wenig Geld zur Verfügung stand, war Brando bereit, für eine Gage von nur 4.000 US-Dollar mitzuwirken, die er überdies einer Anti-Apartheid-Organisation spenden wollte. Weisse Zeit der Dürre kam am 22. September 1989 heraus und brachte Marlon Brando zum letzten Mal in seiner Karriere einen Preis (auf dem Internationalen Filmfestival Tokio) und eine Oscar-Nominierung ein. Freshman Ende August 1989 unterzeichnete Brando bei der TriStar für eine Rolle in Andrew Bergmans Filmlustspiel Freshman. Brando sollte in diesem Film einen zwielichtigen New Yorker Geschäftsmann darstellen, der einen arglosen Studenten (Matthew Broderick) "adoptiert" und in die Welt des professionellen Verbrechens einführt. Nachdem er seit 1975 fast nur noch Cameo-Auftritte bestritten hatte, war die Rolle des Mafiosos Sabatini grösser angelegt und sollte Brando ein Comeback ermöglichen. Während der Dreharbeiten, die in New York und in Toronto stattfanden und im Juni 1990 begannen, kam es zwischen Brando und den Produzenten des Films jedoch zu Auseinandersetzungen, unter denen die Qualität des Films schliesslich litt. Nach der Veröffentlichung von Freshman im Juli 1990 lobte die Kritik - die Brandos Comeback offensichtlich ermutigen wollte - zwar die Leichtigkeit und Verspieltheit, mit der Brando den Charakter des "Paten" parodiert hatte, an den Kinokassen war Freshman jedoch weniger erfolgreich als erhofft. Christopher Columbus - Der Entdecker Als sein Sohn Christian 1990 wegen Mordes vor Gericht stand und seine Tochter Cheyenne schwer erkrankte, benötigte Brando für Rechtsanwälte, Privatdetektive, Bodyguards, Flugtickets und Ärzte erneut viel Geld. Als Alexander und Ilya Salkind ihm im November 1991 einen Cameo-Auftritt in dem spanisch-britisch-amerikanischen Abenteuerfilm Christopher Columbus - Der Entdecker anboten, nahm er bereitwillig an. Die Dreharbeiten mit Brando fanden im Januar 1992 in Madrid statt. Regie führte John Glen. Die Hauptrollen in diesem Abenteuerfilm, der von der Kritik nach dem Kinostart im August 1992 als "monumental langweilig" verrissen wurde, spielten Georges Corraface, Tom Selleck, Rachel Ward und Catherine Zeta-Jones. Don Juan DeMarco Im Februar 1994 unterzeichnete Brando Verträge mit New Line und mit Coppolas American Zoetrope für eine Rolle in Jeremy Levens Liebeskomödie Don Juan DeMarco. Neben Johnny Depp und Faye Dunaway sollte er darin einen alternden Psychiater spielen, dessen letzter Patient ein junger Mann ist, der sich für den berühmten Verführer Don Juan hält. Der Clou der Geschichte liegt darin, dass nicht der Arzt den Patienten "kuriert", sondern umgekehrt der Patient die Romantik, die im Leben des Arztes schon fast untergegangen ist, zu neuem Leben erweckt. Don Juan DeMarco kam in den USA im April 1995 heraus und fand beim Publikum starke Nachfrage. Eher als für Brando war der Film jedoch ein Vehikel für Depp, der für seine Darstellung 1996 mit dem London Critics Circle Film Award ausgezeichnet wurde. Die Insel des Dr. Moreau Wieder für New Line wirkte Brando anschliessend in dem Film DNA - Die Insel des Dr. Moreau mit, einer Adaption des gleichnamigen Romans von H. G. Wells. Neben David Thewlis und Val Kilmer spielte Brando in diesem Science-Fiction-Film einen Wissenschaftler, dessen Versuche, menschliche DNA mit tierischer zu verbinden, unbeherrschbare Bestien hervorbringen. Während der Dreharbeiten, die unter der Regie von John Frankenheimer in Australien stattfanden und im September 1995 begannen, war Brandos Arbeit von der Trauer um seine Tochter Cheyenne überschattet, die sich im Frühjahr umgebracht hatte. Die Kritiken für den Film, der im August 1996 herauskam, waren vernichtend. The Brave 1996 wirkte Brando zum zweiten Mal in einem Film mit Johnny Depp mit, der diesmal nicht nur am Drehbuch mitgearbeitet hatte, sondern auch selbst Regie führte: The Brave. Brando spielte in diesem von Jeremy Thomas produzierten Film, dessen Titel "Der Tapfere" bedeutet, einen reichen weissen Snuff-Film-Produzenten, der einem unter elenden Bedingungen lebenden Indianer 50.000 Dollar anbietet, wenn er sich vor laufender Kamera foltern und töten lässt; der allegorische Film zeigt jedoch nicht den Tod des Indianers, sondern die letzten sieben Tage seines Lebens. Bereits seit den 1950er Jahren hatte Brando immer wieder Pläne für die Produktion eines sozialkritischen Indianerfilms geschmiedet, die jedoch stets gescheitert waren; der Film The Brave stellt die späte Verwirklichung dieses Planes dar. Die Dreharbeiten fanden im September 1996 in Los Angeles und in Ridgecrest, Kalifornien statt, und Depp war seit Bertolucci der erste Regisseur, mit dem sich für Brando eine harmonische und vertrauensvolle Zusammenarbeit ergab. The Brave wurde am 10. Mai 1997 auf dem Filmfestival Cannes uraufgeführt und für die Goldene Palme nominiert. Die Kritiker - vor allem die amerikanischen - lehnten den Film jedoch ab, was Depp veranlasste, einer Vermarktung in den USA nicht zuzustimmen. Dem amerikanischen Publikum ist The Brave bis heute nur als Importvideo zugänglich. Free Money 1998 stand Brando in der kanadischen Provinz Québec für eine Filmproduktion der kleinen Filmline International vor der Kamera, Regie führte der international wenig bekannte Franko-Kanadier Yves Simoneau. Free Money (deutsche Bedeutung des Titels: Kostenloses Geld) war eine schwarze Filmkomödie über einen skrupellosen Gefängnisdirektor (Brando), der zwei Taugenichtse in eine Ehe mit seinen beiden Töchtern zwingt und so unter Druck setzt, dass sie, um sich Geld für die Flucht zu beschaffen, einen Zug ausrauben. Obwohl neben Brando so hochbegabte Darsteller wie Charlie Sheen, Mira Sorvino und Donald Sutherland mitwirkten, gilt Free Money als einer seiner schwächsten Filme. Der am 3. Dezember 1998 in Singapur uraufgeführte Streifen kam in den USA nie in die Kinos. The Score Seine letzte Filmrolle übernahm Brando im Jahre 2000. Ebenso wie Free Money wurde auch The Score in Québec gedreht. Regisseur des Films war Frank Oz, der in den 1970er Jahren als Mitschöpfer der Muppet Show bekannt geworden war. The Score (der Titel bedeutet auf Deutsch etwa "Coup" oder "Ding" im Sinne von "Dinger drehen") war ein Heist-Movie über einen alternden Meisterdieb (Robert De Niro), der von seinem ehemaligen Partner (Brando) zum Diebstahl an einem kostbaren antiken Königsszepter überredet wird. Ein Grossteil der Dialoge zwischen Brando und De Niro, die als Schauspieler viele Gemeinsamkeiten besassen, war improvisiert. In weiteren Rollen erschienen Edward Norton und Angela Bassett. Als The Score im Juli 2001 uraufgeführt wurde, war ein Grossteil der Kritiker enttäuscht, dass der Film nicht ganz hielt, was die hochkarätige Besetzung eigentlich versprochen hatte. Berichte machten die Runde, dass Brando sich geweigert habe, am Set zu erscheinen, solange Regisseur Frank Oz anwesend war. Letzte Pläne und Tod Im Frühjahr 2004 stand Brando mit dem tunesischen Regisseur Ridha Behi in Verhandlung. Behi wollte einen Spielfilm mit dem Titel Brando and Brando inszenieren, in dem es um einen jungen Tunesier gehen sollte, der seinem amerikanischen Traum - verkörpert von Marlon Brando - nachjagt. Brando sollte in diesem Film sich selbst spielen. Da Brando bald jedoch nicht mehr zur Verfügung stand, beschloss Behi, das Skript umzuschreiben und für einen halb dokumentarischen Film zu verwenden, der den Titel Citizen Brando tragen soll. Der Film sollte 2007 uraufgeführt werden, dies wurde jedoch auf 2010 verschoben. Marlon Brando, der bereits seit längerer Zeit an Lungenfibrose gelitten hatte, starb am 1. Juli 2004 im Alter von 80 Jahren im UCLA Medical Center, einem Krankenhaus in Los Angeles, an Lungenversagen. Im Kreise der engsten Angehörigen wurde er vier Tage darauf an unbekannter Stelle in Los Angeles eingeäschert. Unter Aufsicht von Tarita Tumi Teriipaia und Maria Christina Ruiz und deren Kindern Teihotu, Miko, Tuki sowie Ruiz' Schwester Angela wurde die Hälfte von Brandos Asche im Death Valley im Wind verstreut. Die andere Hälfte nahm Tarita mit und verstreute sie 2005 auf Tetiaroa in einer Lagune. Privatleben Marlon Brando hatte zahllose kurze und langjährige Affären mit Frauen (darunter z. B. Marilyn Monroe, Joanne Woodward, Pier Angeli, France Nuyen) und nach eigener Auskunft auch mit Männern. Dauerhaftere Beziehungen unterhielt Brando u. a. mit Stella Adlers Tochter Ellen und den Schauspielerinnen Rita Moreno und Jill Banner. Am 11. Oktober 1957 heiratete er die Schauspielerin Anna Kashfi, die jedoch bereits ein Jahr später die Scheidung einreichte. Um das Sorgerecht für den im Mai 1958 geborenen Sohn Christian lieferten Brando und Kashfi sich einen bis 1974 andauernden Rechtsstreit. Am 4. Juni 1960 heiratete Brando - von der Presse unbemerkt - die mexikanisch-amerikanische Schauspielerin Maria "Movita" Castenada, die im Juni 1967 die Scheidung einreichte. Während der Ehe wurden zwei Kinder (Sergio, genannt Miko; Rebecca) geboren, deren Vaterschaft jedoch strittig ist. 43 Jahre lang, bis zu seinem Tode, war Brando mit der polynesischen Tänzerin Tarita Tumi Teriipaia zusammen und hatte mit ihr zwei Kinder, Teihotu und Cheyenne. Drei gemeinsame Kinder (Ninna Priscilla, Myles Jonathan, Timothy Gahan) hatte Brando auch mit seiner guatemaltekischen Haushälterin Cristina Ruiz. Über Jahrzehnte hinweg verbanden Brando enge Freundschaften mit den Maskenbildnern Phil und Marie Rhodes, dem Filmproduzenten George Englund und den Schauspielern Wally Cox und Christian Marquand. Seit 1967 befand sich das bei Tahiti gelegene Atoll Tetiaroa in Brandos Besitz. Dessen Schönheit hatte er Ende 1960 während der Dreharbeiten zu Meuterei auf der Bounty entdeckt. Pläne, auf der Inselgruppe eine Kolonie für Künstler und Intellektuelle, eine Hummerfarm und eine Hotelanlage einzurichten, wurden von Brando mit grossem Finanzaufwand verfolgt, erwiesen sich Mitte der 1970er Jahre jedoch als undurchführbar. Viel Zeit widmete Brando auf Tetiaroa auch seinem Hobby, dem Amateurfunk. Wie Brando erst 1995 erfuhr, war Tetiaroa betroffen von den unterirdischen Kernwaffentests, die Frankreich bereits seit 1966 im Bereich des benachbarten Mururoa-Atolls durchführte. Das schwerste Ereignis in Marlon Brandos persönlichem Leben war der Totschlag, den sein Sohn Christian am Freund seiner schwangeren Tochter Cheyenne verübte. Der Vorfall ereignete sich in Brandos Haus in Beverly Hills am 16. Mai 1990. Cheyenne, bei der kurze Zeit später Schizophrenie festgestellt wurde, erhängte sich 1995. Christian starb am 26. Januar 2008 an einer Lungenentzündung. [<<] Dieser Text basiert auf einem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Bild: U.S. Information Agency. Press and Publications Service. (ca. 1953 - ca. 1978) |
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