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Marina Hands Schauspielerin Marina Hands (* Januar 1977 in Paris) ist eine französische Theater- und Filmschauspielerin. Einem breiten Publikum wurde sie durch ihre Interpretation der Lady Chatterley in Pascale Ferrans gleichnamigen Spielfilm (2006) bekannt, für den sie unter anderem mit dem französischen César ausgezeichnet wurde.
[>>] Quelle: Wikipedia Marina Hands (* Januar 1977 in Paris) ist eine französische Theater- und Filmschauspielerin. Einem breiten Publikum wurde sie durch ihre Interpretation der Lady Chatterley in Pascale Ferrans gleichnamigen Spielfilm (2006) bekannt, für den sie unter anderem mit dem französischen César ausgezeichnet wurde.
Biografie Kindheit und Ausbildung Marina Hands wurde im Januar 1977 in Paris (andere Quellen geben 1975 als Geburtsjahr an) als Tochter der französischen Schauspielerin Ludmila Mikaël und des britischen Theaterregisseurs Terry Hands geboren. Die Ehe der Eltern wurde früh geschieden und sie wuchs bei ihrer Mutter in Frankreich auf, die Hands vor dem harten Schauspieleralltag beschützte. Die Sommer verbrachte sie in jungen Jahren bei ihrem Vater in England, der sich zu jener Zeit als künstlerischer Leiter und späterer Intendant der Royal Shakespeare Company einen Namen machte und seine Tochter oft zu Theaterproben oder -aufführungen mitnahm. Hands hatte nicht geplant, Schauspielerin zu werden. Sie wollte sich von ihren Eltern, vor allem von ihrer Mutter unterscheiden. In ihrer Kindheit erwärmte sich die Enkelin des Malers Pierre Dmitrienko für den Tanz und Pferde und reifte als Jugendliche zu einer talentierten Springreiterin heran. "Als Jugendliche nahm ich den Zug und fuhr zu meinem Pferd in die Normandie oder in den Wald. Abende mit Freunden interessierten mich nicht. Ich war nur in der Natur glücklich. Meine Freundinnen gaben mir den Namen Pocahontas", so Hands. Sie gewann als Springreiterin mehrere Preise, wurde in die französische Juniorennationalmannschaft berufen und nahm an europäischen Titelkämpfen teil. Mit 18 Jahren sah sie jedoch ein, dass ihr eine erfolgreiche sportliche Laufbahn bei den Senioren verschlossen bleiben würde. Nach dem Abitur nahm Hands eine einjährige Auszeit, ehe sich die 19-Jährige auf Wunsch ihres Vaters für ein Englischstudium an der Universität einschrieb, das sie jedoch nach kurzer Zeit abbrach. Sie entschied sich daraufhin in die Fussstapfen ihrer Mutter zu treten und eine Schauspielausbildung anzustreben, obwohl Ludmila Mikaël in Frankreich als erfolgreiche und vielrespektierte Theaterschauspielerin gilt. Hands fürchtete deshalb zu Anfang ihrer Karriere Kritikerstimmen, die ihre Schauspielambitionen nicht ernst nehmen und stattdessen in den guten Kontakten der berühmten Eltern begründet sehen würden. Ein Jahr später, 1995, gelang Hands der Eintritt in die Classe Libre der Pariser Schauspielschule Ecole de l' Acteur Florent, wo unter anderem so bekannte französische Mimen wie Isabelle Adjani, Daniel Auteuil oder Sophie Marceau ihre Schauspielausbildung absolviert hatten. Am Cours Florent erhielt die zu Anfang sehr reservierte Schauspielschülerin zwei Jahre Unterricht bei Philippe Joiris, in dem sie ihren Mentor fand und der ihr Selbstvertrauen stärkte. "Ich erkannte, dass die Schauspielerei für mich therapeutisch war. Ich war sehr gehemmt, verschlossen und plötzlich habe ich mich befreit. Als ich damit begann, beim spielen zu experimentieren, starke Figuren zu verkörpern, hatte ich das überwältigende, verrückte Gefühl, dass da eine andere Person in mir wäre und sich offenbarte. Ich war nicht mehr die süsse, engelsgesichtige Marina mit der schwachen Stimme ...", so Hands. Danach bereitete sie sich auf die Aufnahmeprüfung am renommierten Conservatoire national supérieur d'art dramatique (CNSAD) vor und erhielt 1996 eine erste, kleine Rolle in Gérard Desarthes und François Marthourets Inszenierung von Hjalmar Söderbergs Gertrud am Pariser Théâtre Hébertot. In dem Drama bekleideten Desarthe und Hands Mutter Ludmila Mikaël die Hauptrollen. Von ihrer Mutter mit der Figur der Dona Prouhèze aus dem Claudel-Stück Le Soulier de satin verglichen, fand Hands wenig später Aufnahme an der CNSAD. Dort absolvierte sie bis 1999 ihre Ausbildung zur Schauspielerin. Im ersten Jahr studierte sie bei der Schauspielprofessorin Muriel Mayette. Das zweiten Jahr verbrachte sie bei John Link und Collin Cook an der London Academy of Music and Dramatic Art (LAMDA), wo sie unter der Regie von John Bashford beziehungsweise Penny Cherns in Ödön von Horváths Geschichten aus dem Wiener Wald und William Shakespeares Der Kaufmann von Venedig agierte. Für das letzte Jahr ihrer Ausbildung wechselte sie zurück an das Conservatoire nach Paris, um mit Patrice Chéreau und Klaus Michael Grüber zusammen arbeiten zu können. Hands wurde dem Atelier des deutschen Theaterregisseurs zugeteilt und erschien im Oktober 1998 in seiner Version von Luigi Pirandellos Die Riesen vom Berge, in der sie an der Seite vom Michel Piccoli spielte. Die Le Monde feierte sie da bereits als aufsteigenden Stern am Schauspielhimmel und verglich die zartstimmige, brünette Aktrice mit ihrer Mutter. "Ausser der Schönheit hat sie das Mysterium, die Grazie, die Kraft, die [...] ein unbestreitbares Talent zeigen." Theaterkarriere Noch im dritten Jahr ihrer Ausbildung am Conservatoire erhielt Marina Hands Ende 1998 ein Engagement in Adrian Brines Pariser Inszenierung von Dion Boucicaults London Assurance, Le bel air de Londres, am Théâtre de la Porte Saint-Martin. Die erste grosse Hauptrolle in der sie im England Oscar Wildes als junge Erbin zu sehen war, die plant, sich mit einem alten, masslosen und in die Jugend vernarrten Lord (gespielt von Robert Hirsch) zu verloben, brachte ihr Monate später eine Nominierung für den wichtigsten französischen Theaterpreis Molière als beste Nachwuchsschauspielerin ein. Der Zusammenarbeit mit Hirsch folgte zwischen 1998 und 1999 die Titelrolle in Arthur Schnitzlers Fräulein Else auf einer dreimonatigen Theatertournee mit Didier Long, der das Stück zuvor erfolgreich in Paris mit Isabelle Carré umgesetzt hatte. Im März und im November und Dezember 2001 interpretierte sie in Nizza beziehungsweise in Bobigny die weibliche Hauptrolle der Roxane in Jacques Webers auf ein junges Schauspielensemble vertrauende Version von Edmond Rostands Cyrano de Bergerac, für das sie erneut von der französischen Kritik gelobt wurde. Der Durchbruch als Theaterschauspielerin folgte Ende Januar 2003 mit Patrice Chéreaus opulenter Inszenierung von Phèdre, in der Hands an der Seite von Titelheldin Dominique Blanc und Pascal Greggory zu sehen war. Die mit Kostümen der preisgekrönten Designerin Moidele Bickel (Die Bartholomäusnacht) ausgestattete Racine-Tragödie wurde in Paris als "Triumph" angesehen und auch über Frankreichs Landesgrenzen hinweg von der Süddeutschen Zeitung als "Sensation" beschrieben, die drei Monate später in Bochum das Ruhr-Triennale-Festival eröffnete und noch im selben Jahr in Frankreich in einer Fernsehfassung ausgestrahlt wurde. Für den von Chéreau ausgebauten Part der Arikia, von der Libération als selbstbewusstes und einfaches Porträt gelobt wurde Hands wenige Monate später als Beste Nebendarstellerin erneut für den Molière nominiert, den aber Annie Sinigalia (Poste Restante) erhielt. Laut Hands eigenem Bekunden war das Wiedersehen mit Chéreau ein wichtiger Wendepunkt in ihrer Karriere. Phèdra liess sie "wachsen" und der Theaterregisseur gab ihr ihre "Selbstständigkeit". Dominique Blanc sagte der jungen Schauspielkollegin nach der Zusammenarbeit eine internationale Karriere voraus und Chéreau lobte Hands für ihre Kraft und Reife, die er auf die anspruchsvolle Ausbildung in England und die bescheidenere am Conservatoire zurückführte. Als Königin Isabelle sah man Hands ein Jahr später in Thierry de Perettis Version von Shakespeares Richard II. am Théâtre de la Ville (2004), die Vergleiche zur deutschen Film- und Theaterschauspielerin Angela Winkler hervorriefen, ehe sie ab 1. Januar 2006 dem Ensemble der Comédie-Française beitrat. Am französischen Staatstheater behielt sie ihr seit Phèdre gewonnenes Renommee als ernstzunehmende Theaterschauspielerin, wo sie im Frühjahr als Prinzessin in Paul Claudels Goldhaupt (März 2006) von Anne Delbée ihren Einstand gab, der im Mai 2007 eine "exzellente" Leistung als schönen Yse in Claudels Mittagswende unter der Regie von Yves Beaunesne folgte. In derselben Rolle hatte 32 Jahre zuvor Hands Mutter Ludmila Mikaël ihren Einstand bei der Comédie-Française gegeben. Anfang September 2007 verliess Hands das französischen Staatstheater, um sich stärker ihrer Filmkarriere widmen zu können. Dennoch sah man sie Ende Oktober an der Comédie-Française als Célimène in Lukas Hemlebs Molière-Stück Der Misanthrop. Film- und Fernseharbeit Parallel zu ihrer Arbeit am Theater war die schüchterne Aktrice ("Ich bin eher ein Mädchen des Schattens") 1996 in dem ersten Kurzfilm des Schauspielers Guillaume Canet (Sans regrets) zu sehen, den sie aus ihrer Zeit als Springreiterin kannte und dem ebenso eine Karriere im Reitsportzirkus verwehrt geblieben war. 2001 folgte eine Nebenrolle in Andrzej Żuławskis Kinoproduktion Die Treue der Frauen - La Fidélité erneut an der Seite von Guillaume Canet und Sophie Marceau, die Hands bei den Dreharbeiten protegierte. Ersten Erfolg erntete sie ein Jahr später durch Un pique-nique chez Osiris (2000) von Regisseurin Nina Companeez. In dem Fernsehzweiteiler, von Le Figaro als "romantisches Fresko" gelobt und mit Filmen von Charlie Chaplin und Stücken Anton Tschechows verglichen, gibt sie gemeinsam mit Dominique Blanc und Dominique Reymond drei französischen Frauen ein Gesicht, die vor dem Hintergrund der Dreyfus-Affäre nach Ägypten reisen, sich jede auf ihre Art und Weise offenbaren und der Welt öffnen. Der Part der Héloïse brachte Hands noch im selben Jahr die Darstellerpreise auf den Fernsehfestivals von Luchon und Monte Carlo ein. Daran anknüpfen konnte sie 2002 mit Yves Angelos Kinoproduktion Sur le bout des doigts in der sie als Mutter von Anne Sophie Latour ihre Frustration auf das begabte Klaviertalent ihrer Tochter projiziert. Einem internationalen Kinopublikum wurde Hands erst durch den kleinen Part als Verlobte von Stéphane Rousseau in Denys Arcands Tragikomödie Die Invasion der Barbaren (2003) bekannt, die 2004 den Oscar als bester fremdsprachiger Film und vier Césars gewann, doch der Erfolg im Kino stellte sich für die fast ausschliesslich in Filmdramen agierende Französin erst mit grösser angelegten Rollen in Historienfilmen ein. Selbst für den wichtigsten französischen Filmpreis nominiert wurde Hands erstmals 2006 für die zweite Zusammenarbeit mit Yves Angelo an dem Krimidrama Les âmes grises, das zur Zeit des Ersten Weltkriegs angesiedelt ist. In der Verfilmung des gleichnamigen, preisgekrönten Bestsellerromans von Philippe Claudel über Wahrheit, Täuschung und Schuld ist sie neben Jean-Pierre Marielle, Jacques Villeret und Denis Podalydès als schöne Lehrerin Lysia Verhareine zu sehen, die sich ihrem mobilisierten Verlobten zu Liebe in ein kleines französisches Dorf nahe der Kriegsfront versetzen lässt, das mit dem Mord an einem 9-jährigen Mädchens konfrontiert wird. Wurde der César für die beste Nachwuchsdarstellerpreis des Jahres 2006 noch an Linh Dan Pham (Der wilde Schlag meines Herzens) verliehen, katapultierte sich Hands im folgenden Jahr, nach dem kleinen Part als junge Geliebte von Kristin Scott Thomas in Guillaume Canets preisgekrönten Thriller Kein Sterbenswort, mit der Titelrolle der Lady Chatterly in Pascale Ferrans gleichnamiger Verfilmung nach D. H. Lawrence in die Riege der führenden französischen Filmschauspielerinnen. Für die Darstellung der den Konventionen ihrer Zeit trotzenden englische Aristokratin, die sich durch eine Dreiecksbeziehung zwischen ihrem standesgemässen Ehemann (gespielt von Hippolyte Girardot), einem Kriegsinvaliden, und einem Wildhüter des Landsitzes (Jean-Louis Coullo'ch) ihrer Sexualität bewusst wird, hatte Hands an Gewicht zugenommen und gemeinsam mit ihrem männlichen Co-Star Unterricht bei einer Buto-Tänzerin erhalten. Der Lohn war bei der Césarverleihung 2007 der Preis als Beste Hauptdarstellerin, während der Film zur besten französischen Kinoproduktion des Vorjahres gekürt wurde. Lady Chatterley, der auf einer zweiten Version von Lawrences bekanntem Roman basiert und unter dem Titel Lady Chatterley et l'homme des bois auch in einer fast vierstündigen Fernsehfassung vorliegt, war ebenso internationaler Kritikererfolg beschieden. Er lief im Februar 2007 in der Nebenreihe Panorama auf den 57. Filmfestspielen von Berlin, wo ihn die taz als "zurückhaltend", "zart" und "Sensibilität der Natur" anpries. Die New York Times lobte Hands Lady Chatterley als "täuschende Mischung aus Haltung und Natürlichkeit" und die Französin wurde Anfang Mai mit dem Darstellerpreis auf dem New Yorker Tribeca Film Festival prämiert. Hands ist wählerisch bei ihrer Rollenauswahl. Nach Lady Chatterley war die "Lady du Français" mit Julian Schnabels Filmbiografie Schmetterling und Taucherglocke auf den Filmfestspielen von Cannes 2007 vertreten. In dem Drama spielte sie die Geliebte von Mathieu Amalric, der nach einem Schlaganfall am Locked-in-Syndrom leidet. Daraufhin wurde Hands gemeinsam mit dem Dänen Mads Mikkelsen für die Hauptrollen in William Friedkins Coco & Igor gehandelt, das von der leidenschaftlichen Liebesbeziehung zwischen der französischen Modeschöpferin Coco Chanel und dem russischen Komponisten Igor Strawinski handeln sollte. Die Hollywood-Produktion konkurrierte mit dem Projekt Coco Chanel - Der Beginn einer Leidenschaft der französischen Regisseurin Anne Fontaine, die plante, das Leben der jungen Coco mit Audrey Tautou zu verfilmen. Coco & Igor sollte aus finanziellen Gründen später in Frankreich mit Mikkelsen, Anna Mouglalis und Regisseur Jan Kounen unter dem Titel Coco Chanel & Igor Stravinsky (2009) realisiert werden. Hands agierte daraufhin in Ilan Flammers Drama Le temps d'un regard (2007) und stiess 2008 zum Schauspielensemble von Danièle Thompsons Komödie Affären à la carte (2009) hinzu, in der sie als chaotische Schwester von Karin Viard mit Vaterkomplex zu sehen war. Im selben Jahr war die Schauspielerin bei den 61. Filmfestspielen von Cannes 2008 neben der dänischen Regisseurin Susanne Bier und Olivier Assayas in der Jury der Reihe Cinéfondation vertreten. Im Mai 2009 übernahm Hands unter der Regie ihres Vaters Terry Hands die Titelrolle in Schillers Maria Stuart am walisischen Clwyd Theatr Cymru neben Claire Price. Einen Monat später folgte in Frankreich der Kinostart des französisch-kanadischen Spielfilmdramas Story of Jen (2008) in dem sie als verzweifelte, alleinerziehende Mutter aus der nordamerikanischen Vorstadt agierte. "Durch Sarah (ihre Rolle aus Story of Jen) konnte ich Gewalt, Einsamkeit zum Ausdruck bringen: Gefühle, die ich kenne. Ich habe immer die fehlerbehafteten Figuren geliebt", so Hands. Von September bis Oktober 2009 war sie erneut als Yse in einer Inszenierung von Claudels Mittagswende am Pariser Théâtre de Marigny zu sehen, mit der sie auch auf Tournee ging. Anfang Oktober folgte der französische Kinostart von Julie Lopes-Curvals Spielfilm Mères et filles (2009). Bei den Dreharbeiten zu dem Drama wurde sie von Catherine Deneuve protegiert, die die Rolle ihrer Mutter übernahm. Marina Hands lebt abwechselnd in Paris und in England. [<<] Dieser Text basiert auf einem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |
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