Maria de Medeiros [mɐˈɾiɐ ˌdɯmɯˈdɐi̯ɾuʃ] (* 19. August 1965 in Lissabon; eigentlich Maria de Medeiros Esteves Victorino de Almeida) ist eine portugiesische Schauspielerin, Sängerin, Regisseurin und Drehbuchautorin.
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Maria de Medeiros [mɐˈɾiɐ ˌdɯmɯˈdɐi̯ɾuʃ] (* 19. August 1965 in Lissabon; eigentlich Maria de Medeiros Esteves Victorino de Almeida) ist eine portugiesische Schauspielerin, Sängerin, Regisseurin und Drehbuchautorin.
Biografie
De Medeiros ist die älteste von drei Töchtern des bekannten Komponisten und Pianisten António Vitorino de Almeida und seiner Ehefrau Maria Armanda Esteves. Maria de Medeiros lebt in Frankreich und ist mit dem Tontechniker und Kameramann Agustí Camps verheiratet. Aus der Ehe gingen die beiden gemeinsamen Töchter Júlia (* 1997) and Leonor (* 2003) hervor. De Medeiros Schwestern Inês de Medeiros (* 1968) und Ana Medeiros wechselten ebenfalls ins Schauspielfach.
Ausbildung und erste Schauspielrollen
Sie absolvierte ihre schulische Ausbildung am französischen Gymnasium Français Charles Le Pierre in Lissabon und studierte später in Paris Philosophie und Schauspielerei. Sie begann Anfang der 1980er Jahre in portugiesischen Kinofilmen aufzutreten, 1984 entdeckte sie die Regisseurin Chantal Akerman auch für den französischsprachigen Film. 1990 feierte De Medeiros mit einer Nebenrolle in Ken McMullens Historiendrama 1871 ihr Debüt im englischsprachigen Kino. Im selben Jahr porträtierte sie neben Fred Ward und Uma Thurman die bekannte französische Schriftstellerin Anaïs Nin (1903-1977) in Philip Kaufmans Henry & June (1990). Die Rolle hatte sie auch aufgrund ihrer optischen Ähnlichkeit zu Nin erhalten.
Vier Jahre später spielte sie Fabienne, die französische Freundin des Boxers Butch Coolidge (dargestellt von Bruce Willis), im Oscarprämierten Pulp Fiction (1994) von Quentin Tarantino. Im selben Jahr war sie mit Teresa Villaverdes Drama Geschwister bei den 51. Filmfestspielen von Venedig vertreten. Dort wurde sie für den Part der Maria mit der Coppa Volpi, dem Darstellerpreis des Filmfestivals ausgezeichnet.
Arbeit als Filmregisseurin
Gegen Ende der 1980er Jahre widmete sich De Medeiros, parallel zu ihrer Schauspielkarriere, mit den Kurzfilmen Sévérine C. (1987) und Fragmento II (1988) ersten Arbeiten als Regisseurin. Im Jahr 2000 führte sie bei dem Film Capitães de Abril (dt.: Nelken für die Freiheit) Regie, der die Ereignisse der Nelkenrevolution in Portugal am 24. und 25. April 1974 nachzeichnet. 2007 wurde sie in die Wettbewerbsjury der 60. Filmfestspiele von Cannes berufen.
Arbeit als Sängerin
Maria de Medeiros ist in den letzten Jahren neben ihren Aktivitäten im Film auch als Sängerin in Erscheinung getreten. Ihr Repertoire ist dabei ausgesprochen breit gefächert. Musikalisch wahrt sie Anspruch und bewegt sich meist in der Nähe zu Jazz, Bossa Nova, den Singer-Songwritern u.a. Ihr erstes Album nahm sie 2007 auf. Mit den Musikern Jeff Cohen, Emek Evci und Joël Grare interpretiert sie hier Lieder von Chico Buarque, Caetano Veloso, Gilberto Gil und Milton Nascimento.
Die Inspiration zu ihrem zweiten Album kam ihr bei einem Konzert, das sie in der UNESCO-Zentrale in Paris gab (in Folge ihrer Ernennung zum UNESCO-Künstler für den Frieden 2008). Sie spielte es 2010 mit den Musikern Edmundo Carneiro, Bruno Rousselet, Rubem Dantas, Pascal Salmon, Itacyr Bocato und Manuel Martínez del Fresno ein. Die Liedauswahl umspannte hier namensgebend Länder und Kontinente. So sang de Medeiros hier nicht nur Portugiesisch, sondern auch Spanisch (Kastilisch), Italienisch, Kimbundu, Katalanisch und Valencianisch. Sie interpretierte hier Texte und Lieder von José Afonso, Joan Salvat-Papasseit, Víctor Jara, Nino Rota, Sérgio Godinho, Amélia Muge, El Último de la Fila, Lenine, Waldemar Bastos u.a., aber auch die volkstümliche angolanische Ballade Muxíma, 1960 durch das Duo Ouro Negro international bekannt geworden. 2012 erscheint ihr neues Album, Pássaros eternos ("Ewige Vögel").
Sie nahm in den letzten Jahren auch gelegentlich an Projekten anderer Künstler teil, etwa 2005 beim Album Drama Box der Sängerin Mísia, und 2009 bei den internationalen Tribut-Projekten für Joan Manuel Serrat und Nino Rota (mit u.a. Ute Lemper, Adriana Calcanhotto, Catherine Ringer und der Texas-Sängerin Sharleen Spiteri), und dem Feminia-Album des Legendary Tigerman.
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