Kate Elizabeth Winslet, CBE (* 5. Oktober 1975 in Reading, Berkshire) ist eine britische Schauspielerin und Sängerin, die unter anderem mit den Filmpreisen Oscar und Golden Globe Award, dem Fernsehpreis Emmy sowie dem Musikpreis Grammy ausgezeichnet wurde. Weltweite Bekanntheit erlangte sie durch ihre Rolle als Rose DeWitt Bukater in James Camerons Filmdrama Titanic, das zum bislang zweiterfolgreichsten Film avancierte. Im Jahr 2009 wurde Winslet für ihre Darstellung der Hanna Schmitz in der Literaturverfilmung Der Vorleser zum ersten Mal mit dem Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Mit ihrem Gesangsdebüt What If, das auf dem Soundtrack des Animationsfilms Christmas Carol: The Movie erschien, erreichte sie in zahlreichen Ländern die Top Ten und unter anderem in Irland Platz 1 der Single-Charts.
Leben und Karriere [Bearbeiten]
1975 bis 1994: Kindheit und Jugend [Bearbeiten]
Winslet stammt aus einer Familie mit Schauspieltradition: Ihre Grosseltern mütterlicherseits leiteten das Theater in Reading, ihre Eltern Sally Ann Bridges und Roger John Winslet waren früher beide Schauspieler und ihr Onkel Robert Bridges war unter anderem im Musical Oliver! im Londoner West End ein gefeierter Star. Ihre jüngere und ältere Schwester, Beth und Anna Winslet, sind ebenfalls als Schauspielerinnen tätig.
Winslet begann ihre Karriere 1986 im Alter von elf Jahren, als sie Schauspielunterricht an der Redroofs Theatre School in Maidenhead nahm und ihre erste darstellende Rolle in einem Werbespot für Frühstücksflocken ergatterte. Ihr Fernsehdebüt gab sie in dem sieben Episoden umfassenden britischen Fernsehdrama Shrinks (1990), gefolgt von Auftritten in der Krankenhausserie Casualty (1990), der Science-Fiction-Serie Dark Season (1991), der Sitcom Get Back (1992) sowie der dreiteiligen Miniserie Anglo-Saxon Attitudes (1992). Sie spielte aber auch Theater. So war sie in den frühen 90er Jahren als Pandora in dem Musical The Secret Diary Of Adrian Mole Aged 13 3/ 4, als Miss Hannigan in Annie und als Wendy in Peter Pan zu sehen. Vom 7. April bis 7. Mai 1994 spielte Winslet in Manchester so erfolgreich Geraldine Barclay in What The Butler Saw, dass sie bei den renommierten britischen Manchester Evening News Theatre Awards als beste Nebendarstellerin nominiert wurde. 1995 trat sie in zudem in Bristol als Sarah in A Game Of Soldiers auf.
1994 bis 1998: Durchbruch in Hollywood mit Titanic [Bearbeiten]
Ihr Filmdebüt hatte Winslet 1994 in Peter Jacksons Film Heavenly Creatures, in dem sie eine minderjährige Mörderin spielte. 1995 hatte sie als Marianne Dashwood in Ang Lees Verfilmung von Jane Austens Sinn und Sinnlichkeit ihren Durchbruch und spielte darin neben einer ganzen Reihe von erfolgreichen britischen Schauspielern wie Emma Thompson, Hugh Grant, Alan Rickman und Greg Wise. Für ihre Darstellung wurde sie zudem erstmals für einen Oscar als beste Nebendarstellerin nominiert, unterlag aber bei der Verleihung am 25. März 1996 Mira Sorvino (Geliebte Aphrodite).
1996 spielte sie die rebellische Sue Bridehead in Michael Winterbottoms Drama Herzen in Aufruhr. Nachdem sie im selben Jahr auch erfolgreich die Ophelia in Kenneth Branaghs Shakespeare-Verfilmung Hamlet gespielt hatte, wurde Hollywood auf sie aufmerksam.
Nachdem Gwyneth Paltrow und Claire Danes abgelehnt hatten, wurde Winslet vom US-Regisseur James Cameron für die Rolle der jungen Rose DeWitt Bukater in seiner Verfilmung des Untergangs der Titanic engagiert. An der Seite von Leonardo DiCaprio spielte die Britin so mitreissend, dass sie für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert wurde. Titanic selbst erhielt bei der Verleihung am 23. März 1998 elf Preise, unter anderem als bester Film und für die beste Regie, Winslet dagegen musste Helen Hunt (Besser geht's nicht) den Vorrang lassen.
Dennoch verschaffte ihr das Mitwirken an dem bis dahin erfolgreichsten Film den endgültigen Durchbruch und den Anspruch auf weitere Hauptrollen in grossen Hollywood-Produktionen. Winslet verzichtete zunächst auf derartige Angebote. Sie bevorzugte eher kleinere Filmprojekte, wie den Low-Budget-Film Marrakesch von Gillies MacKinnon, der 1999 allerdings nur Platz 10 der deutschen Kino-Charts erreichte.
1998 bis 2005: Low-Budget-Filme und Chart-Erfolg mit What If [Bearbeiten]
Nach ihrem Auftritt in Jane Campions Holy Smoke (1999) spielte Winslet weitere anspruchsvolle Rollen und Charaktere in den Independent-Filmen Quills - Macht der Besessenheit (2000) und Enigma - Das Geheimnis (2001).
Im Jahr 2001 lieh sie zudem der Figur Belle in der Animations-Verfilmung Ein Weihnachtsmärchen des Weihnachtsklassikers A Christmas Carol ihre Stimme und nahm für den Soundtrack den Song What If auf, der von Steve Mac geschrieben und produziert wurde. Im November 2001 wurde What If als Single veröffentlicht und erreichte in Deutschland, Grossbritannien, den Niederlanden und der Schweiz die Top 10 der Charts, in Irland, Belgien und Österreich sogar Platz 1. Die Erlöse aus den CD-Verkäufen spendete Winslet an wohltätige Vereine ihrer Wahl. Das Video zum Song wurde von Paul Donnellon gedreht und von Chris Horton produziert. Trotz des grossen Erfolgs als Sängerin lehnte Winslet eine weitere Karriere im Musikgeschäft ab.
Für den Film Iris (2001), in dem sie die Schriftstellerin Iris Murdoch in deren jungen Jahren darstellte, wurde Winslet erneut für den Oscar als beste Nebendarstellerin nominiert. Auch ihre Filmkollegen Judi Dench und Jim Broadbent erhielten Nominierungen für ihre Leistungen in der Lebensverfilmung. Bei der Verleihung am 24. März 2002 erhielt jedoch nur Broadbent den Oscar als bester Nebendarsteller, während Dench und Winslet gegen Halle Berry (Monster's Ball) bzw. Jennifer Connelly (A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn) verloren.
Nach ihrem Auftritt in dem Thriller Das Leben des David Gale an der Seite von Kevin Spacey und Laura Linney war sie im Jahr 2004 gleich in zwei von Publikum und Kritikern gleichermassen gelobten Kinofilmen zu sehen. Zum einen neben Johnny Depp und Dustin Hoffman im Drama Wenn Träume fliegen lernen und zum zweiten neben Jim Carrey und Kirsten Dunst in Vergiss mein nicht!.
Vergiss mein nicht! bescherte Winslet ihre nächste eigene Oscar-Nominierung als beste Hauptdarstellerin. Bei der Oscar-Verleihung am 27. Februar 2005 erhielt den Preis zwar erneut nicht sie, sondern Hilary Swank für Million Dollar Baby, dennoch gelang Winslet etwas, was vor ihr noch keine andere Schauspielerin geschafft hatte: vier Oscar-Nominierungen noch vor dem 30. Geburtstag.
2005 bis 2007: Top mit Komödie, Flop mit Polit-Thriller [Bearbeiten]
Im Jahr 2005 stand Winslet gleich mit mehreren anderen Schauspielgrössen vor der Kamera. In Romance & Cigarettes spielte sie mit James Gandolfini, Susan Sarandon und Christopher Walken und zeigte nicht nur erneut ihr gesangliches, sondern erstmals auch ihr komödiantisches und tänzerisches Talent. So sang sie unter anderem Connie Francis' Do You Love Me Like You Kiss Me? sowie - unter Wasser - Ute Lempers Little Water Song.
2006 drehte sie mit Sean Penn, Jude Law und - erneut - James Gandolfini den Polit-Thriller Das Spiel der Macht. Trotz eines Budgets von 55 Millionen US-Dollar spielte der Film in Amerika lediglich 9 Millionen US-Dollar ein und gilt laut Forbes-Magazin als grösster Film-Flop der Jahre 2004 bis 2009. Ein Erfolg wurde hingegen der Animationsfilm Flutsch und weg, in dem Winslet der Ratte Rita ihre Stimme lieh.
Ende 2006 spielte Winslet in dem für sie erfolgreichsten Film seit Titanic. In der Komödie Liebe braucht keine Ferien von Regisseurin Nancy Meyers spielen Winslet und Cameron Diaz zwei Frauen, die aus Liebeskummer einen Tapetenwechsel brauchen und einfach ihre Häuser und ihre Lebensverhältnisse tauschen. Liebe braucht keine Ferien erreichte Anfang 2007 Platz 2 der deutschen Kino-Charts und damit für Winslet die bis dato beste Platzierung eines ihrer Filme seit Titanic.
Ihre fünfte Nominierung für einen Oscar erhielt Winslet Anfang 2007 in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin für ihren Film Little Children (2006), in dem sie eine junge Mutter spielt, die zusehen muss, wie ihre Familie zu zerbrechen droht, und sich deshalb in die Arme ihres Nachbarn flüchtet. Bei der Verleihung der Oscars am 25. Februar 2007 musste Winslet sich allerdings ihrer britischen Kollegin Helen Mirren geschlagen geben, die mit ihrer Darstellung der britischen Königin Elisabeth II. in Die Queen ohnehin als haushohe Favoritin für den Oscar galt. Trotzdem ging Winslet im Alter von 32 Jahren als jüngste Schauspielerin mit fünf Nennungen nun endgültig in die Geschichte der Oscars ein und brach den Rekord von Olivia de Havilland, die 1949 ihre fünfte Oscar-Nominierung im Alter von 33 Jahren erhielt.
Winslet bei den British Academy Film Awards 2007
2007 bis 2009: Karriere-Höhepunkt dank Oscar-Gewinn [Bearbeiten]
Zehn Jahre nach Titanic standen Winslet und Leonardo DiCaprio ab April 2007 wieder gemeinsam vor der Kamera. Unter der Regie von Winslets damaligen Ehemann Sam Mendes spielen die beiden in dem Film Zeiten des Aufruhrs, der auf dem gleichnamigen Roman von Richard Yates aus dem Jahre 1961 basiert, das Ehepaar Wheeler, das sich in den 1950er-Jahren nach aussen glücklich und harmonisch zeigt, dessen Liebe jedoch im Inneren zu verwelken droht. Im selben Jahr war Winslet unter der Regie von Stephen Daldry in der Verfilmung des Bestseller-Romans Der Vorleser von Bernhard Schlink zu sehen. Winslet wurde für die Rolle der Hanna Schmitz angefragt, jedoch konnte sie die Rolle aufgrund von Terminkollisionen nicht annehmen. So wurde Nicole Kidman engagiert, diese musste aber wegen ihrer Schwangerschaft wieder absagen und Winslet wurde ein zweites Mal angefragt. Stephen Daldry führte Regie, und David Hare schrieb das Drehbuch. Der Film wurde grösstenteils in Deutschland gedreht, mit deutschen Fördergeldern co-finanziert und zudem mit deutschen Schauspielern wie David Kross und Alexandra Maria Lara besetzt.
Die Golden-Globe-Verleihung am 11. Januar 2009 wurde zum überraschenden Triumph für Kate Winslet. So wurde sie nicht nur für ihre Rolle als April Wheeler in Zeiten des Aufruhrs mit dem Preis als beste Hauptdarstellerin in einem Drama ausgezeichnet, sondern erhielt zudem den Golden Globe Award als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle der Hanna Schmitz in Der Vorleser.
Ihren vorläufigen Karriere-Höhepunkt erreichte Winslet bei der Oscar-Verleihung am 22. Februar 2009. Im sechsten Anlauf erhielt sie die Trophäe als beste Hauptdarstellerin für Der Vorleser. Der Film, der in Deutschland vier Tage nach der Verleihung startete, erreichte auf Anhieb Platz 1 der deutschen Kino-Charts und avancierte für Winslet zum erfolgreichsten Film seit Titanic. Mit 2,2 Millionen Zuschauer war Der Vorleser im Jahr 2009 zudem die viert-erfolgreichste deutsche Filmproduktion nach Michael Herbigs Wickie und die starken Männer, Til Schweigers Zweiohrküken und Sönke Wortmanns Die Päpstin.
Am 26. November 2009 erhielt Winslet den Medienpreis Bambi in der Kategorie "Schauspielerin International". Es ist die zweite wichtige deutsche Auszeichnung für die Oscar-Preisträgerin nach der Goldenen Kamera, die sie 2001 in der gleichen Kategorie überreicht bekam.
2010 bis 2011: Emmy-Gewinn und Erfolg mit Seuchenthriller [Bearbeiten]
Im April 2010 drehte Winslet für den amerikanischen Sender HBO die fünfteilige Miniserie Mildred Pierce, eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von James M. Cain. HBO strahlte die Serie im März und April 2011 aus. Weitere Hauptrollen spielten Evan Rachel Wood (The Wrestler) und Guy Pearce (The King's Speech). Die Einschaltquoten für den Sender fielen trotz guter Kritiken enttäuschend aus. Dennoch erhielt Mildred Pierce 21 Nominierungen und damit die meisten Nennungen für die 63. Emmy-Verleihung, die am 18. September 2011 in Los Angeles stattfanden. Während die Serie selbst seiner Favoritenrolle nicht gerecht wurde, erhielt Winslet für ihre Leistung in Mildred Pierce den Preis als beste Hauptdarstellerin in einer Miniserie.
US-Regisseur und Oscar-Preisträger Steven Soderbergh engagierte Winslet für den Action-Thriller Contagion, für den sie unter anderem mit Matt Damon, Jude Law, Gwyneth Paltrow, Marion Cotillard und Laurence Fishburne vor der Kamera stand. Der Film beschreibt die weltweite Ausbreitung eines tödlichen Virus und begleitet verschiedener Charaktere bei deren Versuchen, die Seuche zu analysieren und aufzuhalten. Bei ihren Bemühungen erliegt Winslet in ihrer Rolle als Dr. Erin Mears selbst dem Virus. Scott Z. Burns, der Drehbuchautor des Films, lobte nach Abschluss der Dreharbeiten vor allem das schauspielerische Talent von Winslet.
Im Frühjahr 2011 begannen für Winslet, Jodie Foster, John C. Reilly und Christoph Waltz unter der Regie von Roman Polański in Paris die Dreharbeiten zu Der Gott des Gemetzels, einer Verfilmung des gleichnamigen Theaterstückes von Yasmina Reza.
Die jeweilige Weltpremiere feierten sowohl Contagion als auch Der Gott des Gemetzels in Anwesenheit von Kate Winslet bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig, die vom 31. August bis zum 10. September 2011 stattfanden. Zu Ehren des Jurymitglieds Todd Haynes, der das Drehbuch zu Mildred Pierce schrieb, wurde der mit Winslet besetzte Mehrteiler dort ebenfalls präsentiert.
Der von Kritikern in hohem Masse positiv bewertete Seuchenthriller Contagion startete am 9. September 2011 in den amerikanischen Kinos und spielte dort über das Eröffnungswochenende bereits über 22 Millionen US-Dollar ein. Mit diesem Ergebnis landete der Film an der Spitze der US-Kino-Charts. Für Winslet ist es in den USA der erste Nummer-eins-Film seit Titanic. Auch in Deutschland starteten Winslets Filme erfolgreich: Contagion eröffnete am 24. Oktober 2011 auf Platz 3, Der Gott des Gemetzels am 28. November 2011 auf Platz 2.
Am 15. Dezember 2011 wurde Winslet für ihre Rollen in Mildred Pierce und Der Gott des Gemetzels jeweils für einen Globe Globe als Beste Hauptdarstellerin in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm beziehungsweise als Beste Hauptdarstellerin in einer Komödie oder einem Musical nominiert. Bei der Golden Globe Verleihung am 15. Januar 2012 erhielt sie den Preis für Mildred Pierce. Dank ihrer Leistung in der Miniserie erhielt Winslet 2011 zudem den ersten Satellite Award ihrer Karriere. Seit 1996 bereits sieben Mal u.a. für Titanic und Der Vorleser nominiert, brachte ihr erst ihre achte Nennung für Mildred Pierce in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm den Preis ein.
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