John Wayne (* 26. Mai 1907 in Winterset, Iowa, Vereinigte Staaten; + 11. Juni 1979 in Los Angeles; geboren als Marion Robert Morrison, später umbenannt in Marion Michael Morrison) war ein US-amerikanischer Filmschauspieler, Filmproduzent, Regisseur und Oscarpreisträger. Er zählte zu den einflussreichsten, erfolgreichsten und bestbezahlten Hollywoodschauspielern seiner Zeit.
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John Wayne (* 26. Mai 1907 in Winterset, Iowa, Vereinigte Staaten; + 11. Juni 1979 in Los Angeles; geboren als Marion Robert Morrison, später umbenannt in Marion Michael Morrison) war ein US-amerikanischer Filmschauspieler, Filmproduzent, Regisseur und Oscarpreisträger. Er zählte zu den einflussreichsten, erfolgreichsten und bestbezahlten Hollywoodschauspielern seiner Zeit.
Während seiner 50-jährigen Karriere trat Wayne kontinuierlich als Hauptdarsteller von Westernfilmen in Erscheinung und prägte in der Rolle des raubeinigen Westmannes, Sheriffs, Marshals und US-Kavalleriekommandeurs in entscheidender Weise das Bild dieses Filmgenres.
Er spielte in Genreklassikern wie Ringo (1939), Red River (1948) oder Rio Bravo (1959) und war auch häufig in Kriegs- und Abenteuerfilmen zu sehen. Als Schauspieler und Privatmann personifizierte er die traditionellen Wertvorstellungen der Pionierzeit und wurde zu einer überlebensgrossen Figur der amerikanischen Filmgeschichte. Wayne war vor allem in den USA unter dem Spitznamen The Duke (Der Herzog) bekannt, nach einem Hund, den er als Kind besass.
Leben [Bearbeiten]
Kindheit und College [Bearbeiten]
John Wayne wurde 1907 unter dem Namen Marion Robert Morrison in Winterset, Iowa als Sohn von Clyde Leonard Morrison (1884-1938) und dessen Frau Mary Alberta (geb. Brown, 1885-1970) geboren. Als seine Eltern beschlossen, auch ihren nächsten Sohn Robert zu nennen, änderten sie Waynes Geburtsnamen in Marion Michael ab. Wegen der Lungenprobleme seines Vaters, eines Apothekers, siedelte die Familie 1911 ins wärmere Kalifornien um, wo Clyde Morrison in Lancaster eine Farm betrieb. Während er selbst mit der Landwirtschaft nicht zurechtkam, machte sich sein Sohn mit den Pferden auf der Farm vertraut und wurde zu einem geübten Reiter. Den zehn Kilometer langen Schulweg legte er in der Regel im Sattel zurück.
Nach zwei Jahren gab Waynes Vater die Farm wieder auf und eröffnete in Glendale, einem Vorort von Los Angeles, eine Apotheke, die allerdings wenig Gewinn abwarf. Wayne und sein jüngerer Bruder Robert trugen Zeitungen aus und erledigten Botengänge, um zum Familieneinkommen mit beizutragen. Im Gebäude der väterlichen Apotheke war auch ein Kino untergebracht. Wayne verteilte für den Besitzer Handzettel und durfte sich dafür kostenlos Filme ansehen. Er war stets mit seinem Airedale Terrier "Duke" (Herzog) unterwegs, weshalb die Nachbarn damit begannen, ihn ebenfalls "Duke" zu nennen. Wayne mochte diesen Spitznamen. Auch in Hollywood war der Schauspieler später als der "Duke" bekannt.
In Glendale befand sich ein Aussengelände der Triangle-Filmstudios. Wayne schaute dort gelegentlich vorbei und kam auf diese Weise erstmals mit der Filmwelt in Kontakt. Auf der Glendale High School überzeugte er durch seine schulischen und sportlichen Leistungen und war der Star des Football-Teams. Nach seiner Schulzeit schlug er sich als Aprikosenpflücker, Lastwagenfahrer und Eisverkäufer durch. Er bemühte sich vergeblich um eine Aufnahme an der U.S. Naval Academy und ging zur University of Southern California (USC), wo er ebenfalls im Football-Team spielte. Dort studierte er mit Hilfe eines Stipendiums Wirtschaftswissenschaften und Jura. Er erreichte in beiden Fachbereichen einen Notendurchschnitt von 1,0. Zu seinen Teamkollegen von 1926 gehörte unter anderem Jesse Hibbs, ein bekannter Film- und Fernsehregisseur. Nach einem Schwimmunfall musste er seine Karriere als Sportler beenden. Als trotz seiner Leistungen das Stipendium nicht verlängert wurde, sah er sich gezwungen, auch sein Studium aufzugeben.
1926 begann John Wayne in den Filmstudios der Umgebung als Kulissenträger und Requisiteur zu arbeiten.
Privatleben [Bearbeiten]
John Wayne war dreimal verheiratet: von 1933 bis 1945 mit Josephine Alcia Saenz (vier Kinder), von 1946 bis 1954 mit Esperanza Baur (keine Kinder) und von 1954 bis zu seinem Tod mit Pilar (drei Kinder). Ausserdem war John Wayne seit dem 11. Juli 1970 Mitglied der Freimaurerloge Marion McDaniel Lodge #56 (The Duke's Lodge) in Tucson, Arizona, und wechselte dann zur Hollywood Lodge, der er bis zu seinem Tod angehörte. Er wurde mit dem 33. Grad durch die Scottish Rite Bodies in Los Angeles geehrt. 1978 konvertierte er zum katholischen Glauben.
Politischer Standpunkt [Bearbeiten]
John Wayne war als amerikanischer Patriot bekannt und pflegte auch als Privatmann die traditionellen Wertvorstellungen, die er in seinen Filmrollen personifizierte. Er galt als der populärste republikanische Hollywoodstar jener Zeit, trat 1960 der rechtsgerichteten John Birch Society bei und unterstützte 1964 die Präsidentschaftskampagne des umstrittenen Republikaners Barry Goldwater, der als "konservativer Hardliner" bezeichnet wurde. Ausserdem setzte er sich noch kurz vor seinem Tod für den Nachfolger Goldwaters ein, den Republikaner Ronald Reagan, der dann 1980 Präsident der USA wurde. John Wayne hatte Ronald Reagan bereits 1966 und 1970 bei der Wahl zum Gouverneur in Kalifornien unterstützt. Ein Angebot der Republikaner in Texas, 1968 selbst als Kandidat anzutreten, hatte er abgelehnt, da er nicht glaubte, dass ein Schauspieler im Weissen Haus von der breiten Öffentlichkeit akzeptiert werden würde.
Waynes Ansichten machten ihn besonders zur Zeit des Vietnamkrieges für viele zur Reizfigur. Um den Vietnamkrieg zu unterstützen, drehte er als Regisseur und Hauptdarsteller den Propagandafilm Die grünen Teufel (The Green Berets). Er ging jedoch der Konfrontation nicht aus dem Weg und besuchte auf Einladung vietnamkriegkritischer Studentenkreise eine Podiumsdiskussion.
"Die Kluft zwischen seinem Image und der Realität war enorm", sagt Glenn Greenwald. Der Autor belegt dies in seinem Buch "Grosse amerikanische Heuchler". Greenwald zitiert Wayne mit einer Bemerkung über Amerikas Ureinwohner: "Ich denke nicht, dass wir etwas falsch gemacht haben, als wir ihnen dieses grosse Land weggenommen haben. Da waren eine Menge neuer Menschen, die viel Land brauchten. Die Indianer waren egoistisch und wollten es behalten." Viele Kritiker halten die Rolle des Ethan Edwards in "Der Schwarze Falke" für eine seiner besten schauspielerischen Leistungen. Er spielte einen fanatischen Indianerhasser. Schwarze waren für Wayne nicht gleichwertig: "Ich glaube so lange an die weisse Überlegenheit, bis die Schwarzen gebildet genug sind, Verantwortung zu übernehmen." Und über die Sklaverei sagte er: "Ich fühle mich nicht schuldig, dass sie vor Generationen Sklaven waren. Das war eben so."
Kein Militärdienst [Bearbeiten]
Wayne war jedoch nur auf der Leinwand als Kriegsheld aktiv, da er im Zweiten Weltkrieg aufgrund seines Alters und einer leichten Schulterverletzung aus seiner Zeit als junger Football-Spieler vom Militärdienst befreit war und sich im Unterschied zu vielen Hollywood-Kollegen, wie etwa dem noch älteren Clark Gable, auch nicht freiwillig verpflichtete. Diese Tatsache stiess vielfach auf Kritik, so auch in der Konfrontation mit US-Soldaten anlässlich eines Truppenbesuchs im Pazifik. Dass Wayne während der Kriegsjahre zu einem der führenden Hollywoodstars aufstieg, kann auch darauf zurückzuführen sein, dass viele seiner Kollegen den Studios aufgrund ihres Militärdienstes nicht zur Verfügung standen.
Seine Bewerbung beim Office of Strategic Services, dem Vorläufer der CIA, blieb 1943 erfolglos.
Krankheit und Tod [Bearbeiten]
John Wayne starb nach fünfzehnjähriger Krankengeschichte 1979 an Magenkrebs. Bereits 1964 war ihm sein linker Lungenflügel entfernt worden. Als Ursache seiner Krebserkrankung gelten die Umstände der Dreharbeiten zu Der Eroberer (1956), die in einem Atomwaffentestgebiet in Utah stattfanden. Wayne selbst sah die Ursache in den drei bis vier Schachteln Zigaretten, die er jeden Tag geraucht hatte. Ausser Wayne erkrankten jedoch auch überaus viele andere Crew-Mitglieder von Der Eroberer an Krebs.
John Waynes Grab liegt auf dem Friedhof Pacific View Memorial Park in Corona del Mar, Orange County, Kalifornien. Der Flughafen von Orange County wurde nach ihm benannt. Waynes Wunsch, einen Grabstein mit der Aufschrift "Feo, fuerte y formal" - "Er war hässlich, stark und hatte Würde" zu bekommen, wurde bis heute nicht erfüllt. Stattdessen bekam die - wegen der Angst vor Grabräubern - betont schmucklose Ruhestätte 20 Jahre nach Waynes Tod einen in den Boden eingelassenen Grabstein mit einem Relief des Darstellers zu Pferde vor dem Alamo und einem Zitat aus einem Interview:
"Tomorrow is the most important thing in life. Comes into us at midnight very clean. It's perfect when it arrives and it puts itself in our hands. It hopes we've learned something from yesterday."
"Der morgige Tag ist der wichtigste im Leben. Er kommt zu uns um Mitternacht - ganz rein. Er ist makellos, wenn er ankommt und gibt sich in unsere Hände. Er hofft, dass wir vom Gestern etwas gelernt haben."
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